Kafterbaum () ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Obing im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Bis zur Eingemeindung nach Obing am 1. Januar 1972 gehörte es zur Gemeinde Albertaich.
mini|Kaffterpaum auf Apians Bairischen Landtafeln Auf Philipp Apians Bairischen Landtafeln von 1568 ist es auf Tafel 19 als Kaffterpaum verzeichnet.
Kaffter kommt von ahd. chaeft(a)ere/chaft(a)ere/-i - Lehnwort von lat. captoria/captorium für Bienen(fang)korb, Gefäß - bzw. kef(f)et - Lehnwort von lat. cavea für (Vogel-)Haus, Häuslein, Käfig, GefängnisJacob Grimm, Deutsches Wörterbuch, 1873, Bd. 5, S. 383 - zu das Käf(f)ter/Kaf(f)ter/Kef(f)ter für kleiner enger Wohnraum, Kämmerchen, Verschlag, Gefängnis sowie später auch die Studentenstube bzw. die Kasernenstube oder aber das Kolleg bzw. die Kaserne selbst.Vgl. Grimm 1873, S. 26Karl Christian Müller, Allgemeines Verteutschungswörterbuch der Kriegssprache, 1814, S. 41 und 332 In Kombination mit dem paum dürfte am wahrscheinlichsten die mittelalterliche Imker-Praxis, in hohlen Bäumen mit Hilfe des chafteri (Kepffter) Bienenschwärme zu locken, zu fangen und zu halten, namensgebend gewesen sein.Ludwig Armbruster. Zur Bienenkunde und lmkerei des Mittelalters, Archiv für Bienenkunde, 21, 1940, S. 78, 168 und 186f.
1874 ist in der kirchlichen Statistik von 5 Häusern mit 31 Seelen die Rede.Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874, S. 604
Baudenkmäler In Kafterbaum ist am Gattenhamer Feld eine Wegkapelle als Baudenkmal gekennzeichnet, die laut Jahreszahl am Gitter 1882 errichtet wurde.
Literatur Walter Mayer, De Obinga im Laufe der Zeit, Obing 1991 Aloys Kis: Die Pfarrei Obing, in Oberbayerisches Archiv Band XL, München 1881. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012. Vollständiges Ortslexikon, 2012, S. 682
Einzelnachweise
Kategorie:Weiler im Landkreis Traunstein Kategorie:Ort im Chiemgau Kategorie:Geographie (Obing)