zentriert|159px|Filmplakat für The Son of the Sheik Rudolph Valentinos letzter Spielfilm Der Sohn des Scheichs hat seine Uraufführung. zentriert|180px|Schlange von Trauernden für den verstorbenen Rudolph Valentino Wenige Wochen später stirbt der Stummfilmstar infolge eines perforierten Magengeschwürs. Dieser Artikel behandelt das Filmjahr 1926.

Ereignisse Uraufführungen Deutschland

mini|hochkant|Alexander Binder: Lya De Putti als Manon Lescaut 15. Februar: In Berlin hat der Stummfilm Manon Lescaut von Arthur Robison mit Lya de Putti in der Titelrolle Premiere. Es ist bereits die zweite Verfilmung des gleichnamigen Romans von Antoine-François Prévost. 2. Mai: An der Berliner Volksbühne wird der Silhouetten-Animationsfilm Die Abenteuer des Prinzen Achmed von Lotte Reiniger uraufgeführt, heute der weltweit älteste noch erhaltene animierte Langfilm. Der Film verarbeitet mehrere Handlungsmotive, die Reiniger aus Märchengeschichten des Fundus Tausendundeine Nacht entlehnte, darunter Aladin und die Wunderlampe und Das Zauberpferd. 11. Juni: Die überarbeitete 2. Version des deutschen Kulturfilms Wege zu Kraft und Schönheit von Wilhelm Prager wird im Ufa-Palast am Zoo in Berlin uraufgeführt. Er gilt als einer der bedeutendsten Dokumentarfilme der Weimarer Republik.

mini|links|hochkant|Filmplakat für Faust - eine deutsche Volkssage 14. Oktober: Faust – eine deutsche Volkssage, ein Stummfilm von Friedrich Wilhelm Murnau, wird im Ufa-Palast am Zoo in Berlin uraufgeführt. Die Musikillustration zur Uraufführung stellt Werner Richard Heymann unter Verwendung von Motiven von Richard Wagner und Richard Strauss zusammen. Die Zwischentitel stammen von Hans Kyser, während eine Gedichtversion von Gerhart Hauptmann im Programmheft abgedruckt wird. Die Filmkritiken in Deutschland sind anfangs nur mittelmäßig, während er international sofort hervorragende Kritiken erhält. 2. November: Mit Überflüssige Menschen, einer filmischen Mischung aus Stummfilmgroteske und Sittenbild, kommt die erste Produktion der neu gegründeten Prometheus Film (s. u.) in Berlin ins Kino. Unter der Regie von Alexander Rasumny spielen Eugen Klöpfer, Heinrich George, Albert Steinrück, Werner Krauß und Camilla von Hollay die Hauptrollen. 17. Dezember: Der heilige Berg, ein Bergfilm, den Arnold Fanck mit Leni Riefenstahl, Luis Trenker und Ernst Petersen in den Hauptrollen für die Kulturabteilung der Universum Film AG (UFA) in seiner Gesellschaft Berg- und Sport-Film G.m.b.H. realisierte, hat seine Uraufführung im Ufa-Palast am Zoo in Berlin.

Frankreich

27. April: Nana, eine französisch-deutsche Literaturverfilmung von Jean Renoir nach der gleichnamigen Roman-Vorlage von Émile Zola hat im Pariser Moulin Rouge ihre feierliche Uraufführung und kommt am 25. Juni in die Kinos. Catherine Hessling spielt die Titelrolle, an ihrer Seite Jean Angelo und Werner Krauß als Nanas Liebhaber, Paulette Dubost hat ihren ersten Auftritt in einer Tanzszene. Claude Autant-Lara entwarf bei diesem Film die von Robert-Jules Garnier ausgeführten Bauten und die Kostüme. Obwohl Nana die deutsche Zensur am 22. Dezember passiert, erfolgt keine deutsche Premiere bis 1929.

Vereinigte Staaten

mini|hochkant|Black Pirate, Poster 1926 8. März: Der Zwei-Farben-Stummfilm The Black Pirate mit Douglas Fairbanks in der Titelrolle hat seine Uraufführung. 9. Juli: Rudolph Valentinos letzter Spielfilm Der Sohn des Scheichs unter der Regie von George Fitzmaurice hat seine Uraufführung. Es ist die Fortsetzung von Valentinos Film Der Scheich (1921), der ebenfalls auf dem gleichnamigen Roman von Edith Maud Hull basiert. Die weibliche Hauptrolle spielt Vilma Bánky. Am 23. August stirbt Valentino infolge eines perforierten Magengeschwürs. Sein Tod und die Beerdigung löst in den USA unter seinen zahlreichen weiblichen Fans regelrechte Massenhysterien aus. 6. August: Mit dem Ausstattungsfilm Don Juan, den Alan Crosland für Warner Bros. nach einem Drehbuch von Bess Meredyth inszenierte, hat der erste mit dem neuartigen Nadeltonverfahren Vitaphone gedrehte abendfüllende Spielfilm seine Uraufführung. In der Titelrolle ist John Barrymore zu sehen.

mini|links|What Price Glory? 23. November: Der Stummfilm What Price Glory? von Raoul Walsh mit Edmund Lowe und Victor McLaglen hat seine Uraufführung. Die weibliche Hauptrolle spielt Dolores del Río. 31. Dezember: Die Stummfilm-Komödie The General von und mit Buster Keaton, eine der teuersten Komödien der Stummfilmära, hat seine Uraufführung in Tokio. Der Misserfolg der Produktion bei Publikum und Kritikern bringt das Ende von Keatons künstlerischer Unabhängigkeit. Heute zählt der Film zu den bedeutendsten Komödien der Filmgeschichte.

Unternehmensgründungen

mini|Der Gloria-Palast im Romanischen Haus kurz nach der Eröffnung 26. Januar: In Berlin wird der Gloria-Palast, ein Ufa-Kino mit 1200 Sitzplätzen, mit einer Pantomime von Frank Wedekind und Friedrich Wilhelm Murnaus Verfilmung von Molières Tartuffe eröffnet. Der neobarocke Kinosaal ist 1924–1925 nach Plänen der Berliner Architekten Ernst Lessing und Max Bremer in das erste bis dritte Obergeschoss des Ersten Romanischen Hauses eingebaut worden. Um die stilistisch auf die gegenüberliegende Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche bezogene Fassade zu erhalten, wurde kein neues Gebäude errichtet, sondern das vorhandene entkernt sowie sein Innenhof überbaut. 2. Februar: In Berlin wird von einer Gruppe von Funktionären der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) die linke Filmproduktionsgesellschaft Prometheus Film als Organisationszentrum des proletarischen Films gegründet. Die Gesellschaft entsteht als Zweitniederlassung eines 1924 in Wien gegründeten, dann jedoch deaktivierten Unternehmens; sie produziert vorwiegend Spielfilme und bringt sowjetische Filme nach Deutschland. Produzent der Prometheus Film ist Willi Münzenberg.

Gesetzgebung

19. Mai: Nach Demonstrationen des Filmbundes tritt in Österreich ein Filmkontingentierungsgesetz in Kraft, um die österreichische Filmwirtschaft vor billigen Importen aus dem Ausland, hauptsächlich aus den Vereinigten Staaten, zu schützen. Von dort erreichten Österreich im Jahr 1925 1200 Spielfilme, was den heimischen Filmbedarf der Kinos um das Drei- bis Vierfache überschritt. Diese Produktionen waren wesentlich billiger als europäische Produktionen und trieben somit zahlreiche Filmproduktionsgesellschaften in den Ruin. Acht Jahre nach Aufhebung der Zensurgesetze der Monarchie wird in Österreich auch die Filmzensur mit Wirkung ab Mai endlich abgeschafft.

Sonstiges

mini|Kinder der Streikenden während des Passaic Textilstreiks 1926 25. Januar: In den Wollspinnereien in und um Passaic im Bundesstaat New Jersey beginnt ein Textilarbeiterstreik, der Thema eines dokumentarischen Stummfilms wird. Der Film wird von der Internationalen Arbeiterhilfe (IWA) und größtenteils von der Kommunistischen Partei der USA (CPUSA) finanziert, um die Öffentlichkeit auf den Streik aufmerksam zu machen und diese finanziell zu unterstützen. Er ist einer der wenigen frühen amerikanischen Arbeiterfilme, die weitgehend unbeschädigt erhalten geblieben sind. Während ein Teil des Streiks nachgestellt wird, wird der größte Teil des zweiten, dokumentarischen Teils während der Ereignisse selbst gefilmt. Die Polizei von Passaic greift im Laufe der Aufnahmen mehrfach Kameraleute und Reporter von Wochenschauen an und zerstört deren Kameras im Wert von mehreren tausend Dollar. Die Reporter kehren daraufhin in kugelsicheren Autos mit Schildern zurück. 31. Mai bis 30. November: Auf der Sesquicentennial Exposition in Philadelphia wird der Tonfilm als Neuheit vorgestellt.

Erfolgreichste Filme

Die zehn erfolgreichsten Filme an den US-amerikanischen Kinokassen nach Einspielergebnis. PlatzFilmtitelEinspielergebnis in US-Dollar1.What Price Glory?2.000.0002.The Black Pirate1.700.0003.Beau Geste1.500.0004.The Volga Boatman1.275.3755.Don Juan1.258.0006.Tell It to the Marines1.250.0007.The Better 'Ole955.0008.The Son of the Sheik820.0009.The Sea Beast814.00010.The Temptress587.000

Filmpreise und Auszeichnungen

Photoplay Award: Blutsbrüderschaft von Herbert Brenon

Geboren Januar / Februar

1. Januar: Riccardo Garrone, italienischer Schauspieler († 2016) 3. Januar: Dorothea Mommsen, deutsche Schauspielerin († 2017) 12. Januar: Andrew Laszlo, US-amerikanischer Kameramann († 2011)

mini|hochkant|Maria Schell, 1976 15. Jänner: Maria Schell, österreichische Schauspielerin († 2005) 17. Januar: Herz Frank, lettischer Dokumentarfilmer († 2013) 17. Januar: Moira Shearer, britische Schauspielerin († 2006) 19. Januar: Fritz Weaver, US-amerikanischer Schauspieler († 2016) 20. Januar: Patricia Neal, US-amerikanische Schauspielerin († 2010) 21. Januar: Clive Donner, britischer Regisseur († 2010) 24. Januar: Georges Lautner, französischer Regisseur († 2013) 25. Januar: Youssef Chahine, ägyptischer Regisseur († 2008) 25. Januar: Ted White, US-amerikanischer Stuntmen und Schauspieler († 2022) 27. Januar: Ingrid Thulin, schwedische Schauspielerin († 2004) 29. Januar: Curt Timm, deutscher Schauspieler († 2015)

1. Februar: Nancy Gates, US-amerikanische Schauspielerin († 2019) 5. Februar: Stefan Gierasch, US-amerikanischer Schauspieler († 2014) 8. Februar: Sonja Ziemann, deutsche Schauspielerin († 2020)

mini|hochkant|Leslie Nielsen (* 11. Februar) 11. Februar: Leslie Nielsen, kanadischer Schauspieler († 2010) 16. Februar: John Schlesinger, britischer Regisseur († 2003) 17. Februar: Albert Brenner, US-amerikanischer Szenenbildner und Artdirector († 2022) 18. Februar: Dante DiPaolo, US-amerikanischer Schauspieler († 2013) 20. Februar: Richard Matheson, US-amerikanischer Drehbuchautor († 2013) 22. Februar: Bud Yorkin, US-amerikanischer Regisseur und Produzent († 2015) 23. Februar: Ernst Meister, österreichischer Schauspieler († 1986) 25. Februar: Eva Bergh, norwegische Schauspielerin († 2013) 26. Februar: Ernst Grabbe, deutscher Schauspieler († 2006)

März / April

1. März: Robert Clary, französisch-amerikanischer Schauspieler († 2022) 5. März: Craig Hill, US-amerikanischer Schauspieler († 2014)

mini|hochkant|Andrzej Wajda (* 6. März) 6. März: Andrzej Wajda, polnischer Regisseur († 2016) 16. März: Helmut Holger, deutscher Kostümbildner († 2012) 16. März: Jerry Lewis, US-amerikanischer Schauspieler († 2017) 18. März: Peter Graves, US-amerikanischer Schauspieler († 2010) 21. März: André Delvaux, belgischer Regisseur († 2002) 25. März: Riz Ortolani, italienischer Komponist († 2014) 30. März: Ray McAnally, britischer Schauspieler († 1989) 30. März: Sydney Chaplin, US-amerikanischer Schauspieler († 2009)

2. April: Dieter Schaad, deutscher Schauspieler († 2023) 5. April: Roger Corman, US-amerikanischer Regisseur und -produzent († 2024) 6. April: Danilo Donati, italienischer Kostüm- und Szenenbildner († 2001) 8. April: Elisabeth Wiedemann, deutsche Schauspielerin († 2015) 12. April: Jane Withers, US-amerikanische Schauspielerin († 2021) 14. April: Piero Nelli, italienischer Dokumentarfilmer und Regisseur († 2014) 17. April: Joan Lorring, US-amerikanische Schauspielerin († 2014) 22. April: Harald Leipnitz, deutscher Schauspieler († 2000) 22. April: Charlotte Rae, US-amerikanische Schauspielerin († 2018) 25. April: Tadeusz Janczar, polnischer Schauspieler († 1997) 30. April: Cloris Leachman, US-amerikanische Schauspielerin († 2021)

Mai / Juni

3. Mai: Ann B. Davis, US-amerikanische Schauspielerin († 2014)

8. Mai: David Attenborough, britischer Dokumentarfilmer 8. Mai: Don Rickles, US-amerikanischer Komiker († 2017) 11. Mai: Frank Thring, australischer Film- und Theaterschauspieler. († 1994) 15. Mai: William A. Graham, US-amerikanischer Regisseur und Produzent († 2013) 16. Mai: Irén Sütő, ungarische Schauspielerin († 1991) 17. Mai: Karl Lieffen, deutscher Schauspieler († 1999) 17. Mai: Dietmar Schönherr, österreichischer Schauspieler († 2014) 19. Mai: Peter Zadek, deutscher Regisseur († 2009)