Der Landkreis Goslar liegt im Südosten von Niedersachsen, Verwaltungssitz ist die große selbständige Stadt Goslar.

Mit dem 371,76 km² messenden Verwaltungsbezirk Harz ist das größte gemeindefreie Gebiet Deutschlands Teil des Landkreises. Der Wurmberg im Südosten des Landkreises ist der höchste Berg Niedersachsens.

Geografie Lage In der naturräumlichen Einteilung Deutschlands umfasst der Landkreis Goslar die südwestlichen Teile des Innersteberglands und den westlichen Teil der Harzrandmulde. Mit dem Harly gehört auch ein Teil der aus einzelnen, zusammenhanglosen Gebieten bestehenden Landschaft Harlyberg-Fallstein-Huyberg-Hakel-Blankenburger Erhebungen zum Landkreis. Der gesamte südliche Teil wird vom Harz eingenommen, der in diesem Gebiet in Ober- und Mittelharz unterteilt ist. Außerdem gehört ein kleiner Teil südlich von Seesen zum Südwestlichen Harzvorland.

Während im Nordteil des Landkreises Goslar nur Höhen zwischen 200 und etwas mehr als 300 Metern erreicht werden (z. B. Bärenkopf, 307 m und Harlyberg, 256 m), erreichen die Berge im Oberharz deutlich größere Höhen (z. B. Dicker Kopf, 670 m und Schalke, 762 m). Im Mittelharz werden mit Achtermannshöhe (925 m), Bruchberg (927) und Wurmberg (971 m) sogar Höhen bis fast 1000 m erreicht. Damit liegt auch der höchste Berg Niedersachsens in diesem Landkreis.

Nachbarkreise Der Landkreis Goslar grenzt im Uhrzeigersinn im Osten beginnend an den Landkreis Harz (in Sachsen-Anhalt), an den Landkreis Nordhausen (in Thüringen), an die Landkreise Göttingen, Northeim, Hildesheim und Wolfenbüttel sowie an die kreisfreie Stadt Salzgitter (alle in Niedersachsen).

Gewässer Alle größeren Flüsse im Landkreis Goslar entspringen im Harz und wurden teilweise aufgestaut. Zu nennen sind die Nette, die Innerste (mit den Nebenflüssen Neile und Grane) sowie die Oker (mit den Nebenflüssen Radau und Ecker). Außerdem entspringen im Landkreis Goslar die Oder sowie die Warme Bode, einer der beiden Quellflüsse der Bode. Größere Wasserflächen entstanden im Landkreis auf drei verschiedene Arten und Weisen: der Vienenburger See und die Vienenburger Kiesteiche lassen sich auf den Kiestagebau in dieser Gegend zurückführen, die Stauseen der Innerste-, Grane-, Oker- und Eckertalsperre wurden u. a. zum Hochwasserschutz und zur Trinkwassergewinnung angelegt und die Teiche des Oberharzer Wasserregals, das zudem auch noch Wassergräben und -läufe umfasst, dienten dem Oberharzer Bergbau.

Gemeinden

In Klammern die Einwohnerzahl am .

Einheitsgemeinden Bad Harzburg, Stadt () Braunlage, Stadt () Clausthal-Zellerfeld, Berg- und Universitätsstadt () Goslar, Kreisstadt, Große selbständige Stadt () Langelsheim, Stadt () Liebenburg, Gemeinde () Seesen, Stadt, selbständige Gemeinde ()

gemeindefreies Gebiet Harz (Landkreis Goslar) (371,76 km², unbewohnt)

Bevölkerungsdichte Der Landkreis Goslar hat inklusive des gemeindefreien Gebiets Harz eine Bevölkerungsdichte von 139 Einwohnern/km². Nimmt man das gemeindefreie Gebiet heraus, besitzt der restliche Teil eine Bevölkerungsdichte von 236 Einwohnern/km², was über dem Wert Niedersachsens liegt und dem Deutschlands entspricht.

Ehemalige Gemeinden Die folgende Tabelle listet alle Gemeinden, die jemals dem Landkreis Goslar angehört haben und ihre heutige Zugehörigkeit:territorial.de: Landkreis Goslar GemeindespätereZugehörigkeitDatum derEingemeindungAnmerkung Alt Wallmoden WallmodenLangelsheim 1. März 19741. November 2021 Altenau Clausthal-Zellerfeld 1. Januar 2015 bis 1. Juli 1972 Landkreis Zellerfeld Bad Harzburg Bad Harzburg bis 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Beinum Salzgitter 1. April 1942 Beuchte SchladenSchladen-Werla 1. März 19741. November 2013 seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Braunlage Braunlage bis 1. Juli 1972 Landkreis Blankenburg Bredelem Langelsheim 1. Juli 1972 1. Juli 1972 bis 1. August 1977 Landkreis Gandersheim Clausthal-Zellerfeld Clausthal-Zellerfeld bis 1. Juli 1972 Landkreis Zellerfeld Dörnten Liebenburg 1. Juli 1972 Dorstadt Dorstadt seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Flachstöckheim Salzgitter 1. April 1942 Gielde Schladen-Werla 1. November 2013 seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Gitter am Berge Salzgitter 1. April 1940 seit 25. April 1949 eigenständiger Stadtteil von Salzgitter Goslar Goslar 1. April 1922 bis 1. Juli 1972 kreisfreie Stadt Groß Döhren Liebenburg 1. Juli 1972 Groß Flöthe Flöthe 1. März 1974 seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Groß Mahner Salzgitter 1. April 1942 Hahausen Langelsheim 1. November 2021 bis 1. August 1977 Landkreis Gandersheim Hahndorf Goslar 1. Juli 1972 Hahnenklee-Bockswiese Goslar 1. Juli 1972 Haverlah Haverlah seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Heiningen Heiningen seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Heißum Liebenburg 1. Juli 1972 Hohenrode Salzgitter 1. April 1942 Immenrode VienenburgGoslar 1. Juli 19721. Januar 2014 Jerstedt Goslar 1. Juli 1972 Klein Döhren Liebenburg 1. Juli 1972 Klein Flöthe Flöthe 1. März 1974 seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Klein Mahner Liebenburg 1. Juli 1972 Kniestedt Salzgitter 1. April 1938 Langelsheim Langelsheim bis 1. August 1977 Landkreis Gandersheim Lengde VienenburgGoslar 1. Juli 19721. Januar 2014 Lewe Liebenburg 1. April 1937 Liebenburg Liebenburg 1. Juli 1972 Liebenhalle Salzgitter 30. September 1928 im 19. Jhd. Gemeinde, zuletzt Gutsbezirk Lochtum VienenburgGoslar 1. Juli 19721. Januar 2014 Lutter am Barenberge Langelsheim 1. November 2021 bis 1. August 1977 Landkreis Gandersheim Neuenkirchen Liebenburg 1. Juli 1972 Ohlendorf Salzgitter 1. April 1942 Ohrum Ohrum seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel OkerGoslar1. Juli 1972 Ostharingen Liebenburg 1. Juli 1972 bis 1. April 1942 Landkreis Gandersheim Ostlutter Lutter am BarenbergeLangelsheim 1. März 19741. November 2021 bis 1. August 1977 Landkreis Gandersheim Othfresen Liebenburg 1. Juli 1972 Ringelheim Salzgitter 1. April 1942 Salzgitter-Bad Salzgitter 1. April 1942 Sankt Andreasberg Braunlage 1. November 2011 bis 1. Juli 1972 Landkreis Zellerfeld Schladen Schladen-Werla 1. November 2013 seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Schulenberg im Oberharz Clausthal-Zellerfeld 1. Januar 2015 bis 1. Juli 1972 Landkreis Zellerfeld Seesen Seesen - bis 1. August 1977 Landkreis Gandersheim Steinlah Haverlah 1. März 1974 seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Upen Liebenburg 1. Juli 1972 Vienenburg Goslar 1. Januar 2014 Vorsalz Salzgitter 1. April 1926 Wallmoden Langelsheim 1. November 2021 bis 1. August 1977 Landkreis Gandersheim Weddingen VienenburgGoslar 1. Juli 19721. Januar 2014 Wehre SchladenSchladen-Werla 1. März 19741. November 2013 seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Werlaburgdorf Schladen-Werla 1. November 2013 seit 1. März 1974 Landkreis Wolfenbüttel Wiedelah VienenburgGoslar 1. Juli 19721. Januar 2014 Wildemann Clausthal-Zellerfeld 1. Januar 2015 bis 1. Juli 1972 Landkreis Zellerfeld

Geschichte Der (bis auf Hohegeiß) in Ostfalen gelegene Landkreis Goslar war früh im Fokus der Geschichte. Über Jahrhunderte war sein Territorium zersplittert zwischen verschiedenen Grundherren, später hauptsächlich zwischen dem Kurfürstentum Hannover, dem Hochstift Hildesheim und dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Ab 1290 war Goslar eine freie Reichsstadt, deren Einfluss und Umgebung durch verschiedene Schutzburgen (Liebenburg, Harliburg, Harzburg u. a.) gesichert. Daneben drangen zeitweilig auch andere Mächte in das Territorium ein, so versuchten die Grafen von Wernigerode im 13. und 14. Jahrhundert, Einfluss zu gewinnen.

Historisch erwuchs der heutige Landkreis Goslar aus: dem Altkreis Goslar (Liebenburg, ehemalige Gemeinde Vienenburg, teilw. Langelsheim-Lutter am Barenberge und Langelsheim-Wallmoden), Freistaat Preußen der kreisfreien Stadt Goslar, Freistaat Preußen dem Landkreis Gandersheim (Langelsheim, Seesen, Liebenburg-Ostharingen), Freistaat Braunschweig dem Landkreis Wolfenbüttel (Bad Harzburg, Oker), Freistaat Braunschweig dem Landkreis Zellerfeld (ungefähr mit Harz (Landkreis Goslar) und Stadt Clausthal-Zellerfeld deckungsgleich), Freistaat Preußen dem Landkreis Blankenburg (Braunlage ohne St. Andreasberg), Freistaat Braunschweig dem Landkreis Hildesheim-Marienburg (Groß Rhüden, Mechtshausen, Bilderlahe), Freistaat Preußen.

Verwaltungsgeschichte mini|Landkreis Goslar nach der Ausgliederung der Stadt Goslar (1922) und vor der Ausgliederung der Gutsbezirke Grauhof und Riechenberg (1928); das Gebiet entsprach dem Ostteil des 1802 aufgelösten Hochstifts Hildesheim.

Als am 1. April 1885 aus den Ämtern des ehemaligen Königreichs Hannover in der preußischen Provinz Hannover Kreise gebildet wurden, entstand auch der Landkreis Goslar (aus den Ämtern Liebenburg und Wöltingerode sowie der Stadt Goslar.Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)) Der Stadtforst Goslar, der bis dahin zum Herzogtum Braunschweig gehört hatte, wurde 1890 nach Preußen umgegliedert und vergrößerte so den Landkreis. Eine geringe Verkleinerung ereignete sich 1904, als ein etwa 4,5 km² großer, unbewohnter Landstrich in das braunschweigische Amt Harzburg umgegliedert wurde.

Zwei Verkleinerungen des Kreisgebiets erfolgten am 1. April 1922 mit der Auskreisung der Stadt Goslar und 1928 mit der Auflösung der Gutsbezirke in Preußen, von denen zwei in die Stadt Goslar eingegliedert wurden. Am 1. April 1942 musste der Landkreis sieben Gemeinden zur Bildung der Stadt Watenstedt-Salzgitter abgeben; gleichzeitig erhielt er die Gemeinde Ostharingen, die bis dahin eine Exklave des Landkreises Gandersheim gewesen war.

Größere Veränderungen erfolgten erst mit der Gebietsreform in Niedersachsen in drei Schritten: Zunächst kamen durch das Harzgesetz die nördlichen Teile der aufgelösten Landkreise Blankenburg und Zellerfeld zum Landkreis Goslar, in den außerdem die bis dahin kreisfreie Stadt Goslar eingegliedert wurde (1. Juli 1972). 1974 gab der Landkreis Goslar sieben Gemeinden an den Landkreis Wolfenbüttel ab; im Gegenzug wurde ihm die 1972 vergrößerte Stadt Bad Harzburg zugesprochen. Nachdem der Landkreis Goslar 1972 noch eine Gemeinde an den Landkreis Gandersheim abgeben musste, erhielt er am 1. August 1977 die östlichen Teile dieses aufgelösten Landkreises, und zwar die Gemeinden Hahausen, Langelsheim, Lutter am Barenberge, Seesen und Wallmoden.

Ab den 2010er Jahren erfolgten mehrere Gemeindefusionen im Landkreis Goslar: Zuerst wurde am 1. November 2011 die Bergstadt Sankt Andreasberg in die Stadt Braunlage eingemeindet. Am 1. Januar 2014 wurde die Stadt Vienenburg in die Stadt Goslar eingemeindet. Am 1. Januar 2015 wurde die Samtgemeinde Oberharz mit den Mitgliedsgemeinden Altenau, Clausthal-Zellerfeld, Schulenberg im Oberharz und Wildemann in eine Einheitsgemeinde mit dem Namen Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld umgewandelt. Am 1. November 2021 wurde die Samtgemeinde Lutter am Barenberge mit ihren Mitgliedsgemeinden Hahausen, Lutter am Barenberge und Wallmoden aufgelöst und die Mitgliedsgemeinden mit der Stadt Langelsheim fusioniert.Goslarsche Zeitung: . 29. November 2019.

Zugehörigkeit Ursprünglich als preußischer Kreis gebildet, kam der Landkreis am 1. November 1941 zusammen mit der kreisfreien Stadt Goslar zum Freistaat Braunschweig, der im Gegenzug den Landkreis Holzminden an den Freistaat Preußen abgeben musste.Verordnung über Gebietsbereinigungen im Raume der Hermann-Göring-Werke Salzgitter vom 25. Juni 1941. In: Reichsgesetzblatt, Teil I Nr. 72 vom 3. Juli 1941, Digitalisat (ALEX) Nach dem Krieg lag der Landkreis in der Britischen Besatzungszone und wurde Teil des Landes Niedersachsen und der Bundesrepublik Deutschland.

Einwohnerstatistik Heutiges Kreisgebiet mini|400px|Einwohnerentwicklung des Landkreises Goslar von 1821 bis 2017. Der untere rote Graph entspricht dem jeweiligen Gebietsstand. mini|400px|right|Bevölkerungspyramide für den Kreis Goslar (Datenquelle: Zensus 2011)