mini|Trump zeigt bei einer Wahlkampfveranstaltung am 3. September 2015 in New York ein Dokument, das seine Loyalität zur Republikanischen Partei versichert, nachdem er zuvor ein Antreten als Unabhängiger nicht ausschloss. Auf Schildern seiner Anhänger ist eines der Kampagnenmottos zu lesen: The Silent Majority Stands with Trump („Die schweigende Mehrheit steht zu Trump“) mini|Gegner und Anhänger Trumps vor einer Veranstaltung der Kampagne in Wilmington, North Carolina im August 2016 Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2015/16 zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 erzeugte international ein großes Echo, polarisierte die Anhänger unterschiedlicher politischer Lager und führte schließlich am 8. November 2016 zur Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Mit seiner Nominierung auf dem Parteitag der Republikanischen Partei im Juli 2016 war Trump der erste Kandidat einer großen US-Partei, der zuvor kein politisches Amt bekleidet hatte, seit Dwight D. Eisenhower im US-Wahlkampf 1952. Auch war er seit dem Juristen und Geschäftsmann Wendell Willkie bei den US-Wahlen 1940 der erste Bewerber, der vorher weder ein politisches Mandat noch einen hohen militärischen Rang innehatte.

Trumps Wahlkampfslogan lautete „Make America Great Again“ (dt.: „Mach(t) Amerika wieder groß(artig)“). Nach seiner Nominierung wählte Trump den Gouverneur von Indiana und ehemaligen Kongressabgeordneten Mike Pence zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten.

Anfänge als Außenseiter Am 16. Juni 2015 kündigte der amerikanische Unternehmer und Milliardär Donald Trump an, sich in der Primary der Republikaner als Kandidat für die US-Präsidentschaftswahl im November 2016 zu bewerben.Reid J. Epstein, Heather Haddon: Donald Trump Enters 2016 Presidential Race. Reality-TV Personality and Real-estate Developer is 12th Candidate to Join Republican Race. In: The Wall Street Journal. 16. Juni 2015 (englisch). Trump versprach, es – anders als die bisherige US-Politik – mit den weltweiten Wirtschaftsgroßmächten aufzunehmen, die Zuwanderung wirksam zu begrenzen und als erfolgreicher Geschäftsmann außerhalb der Washingtoner Machtzirkel zu agieren. Er fügte hinzu, er werde „der großartigste Arbeitsplatz-Präsident“ sein, „den Gott je erschaffen hat“.Annie Karni, Adam B. Lerner: Trump says he's running for president, really. In: Politico. 16. Juni 2015 (englisch).

mini|hochkant|Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung am 19. August 2015 im wichtigen Vorwahlstaat New Hampshire Trump sorgte zu Anfang seiner Kandidatur, aber auch in den folgenden Wochen mit einigen Äußerungen für Aufsehen. Während seiner Verkündung zur Präsidentschaftskandidatur sagte er unter anderem: „Wenn Mexiko seine Leute schickt, dann schicken sie nicht ihre besten. […] Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität. Sie sind Vergewaltiger, und einige, nehme ich an, sind auch gute Leute.“Wahlkampf der Dumpfbacken. In: Spiegel Online. 9. Juli 2015.Donald Trump Announces Presidential Bid By Trashing Mexico, Mexicans, nbcnews.com, abgerufen am 13. Januar 2017. Daraufhin trennte sich eine Reihe von Geschäfts- und Medienpartnern von ihm;Hudson Hongo: A Comprehensive List of Everyone Trying to Sever Ties With Donald Trump. In: Gawker. 7. Juli 2015 (englisch).Armando Tinoco: Everyone Hates Donald Trump. 18 People, Companies Who’ve Dumped Him Over Racist Comments. In: Latin Times. 2. Juli 2015 (englisch). zwei Sender, Univision und NBC, stellten ihre Übertragung der von ihm produzierten Miss-Wahlen ein.Nicolas Richter: Das Phänomen Donald Trump. In: Süddeutsche Zeitung. 4. Juli 2015. Republikanische Parteifreunde distanzierten sich von ihm, selbst die anderen Präsidentschaftskandidaten mit Ausnahme von Ted Cruz.Es wird einsam um Donald Trump. In: Spiegel Online. 4. Juli 2015. Donald Trump und auch seine Tochter Ivanka kritisierten einige Tage später die angeblich falsche Darstellung der Äußerungen in einigen Medien; er habe über illegale Migranten und die poröse Grenze gesprochen. Trump sagte: „Ich [fühle mich] persönlich angegriffen durch den Versuch der Mainstreammedien, meine Kommentare über Mexiko und seine großartigen Menschen zu verdrehen.“ Er führe erfolgreiche Geschäftsbeziehungen mit mexikanischen Firmen und sei eng mit vielen Mexikanern befreundet. Zudem habe er nie das mexikanische Volk kritisieren wollen, sondern die US-amerikanische Einwanderungspolitik. Er habe enormen Respekt für die mexikanischen politischen Anführer, die viel klüger und hartnäckiger als die amerikanischen seien.Trump stands by immigration remarks, blames media. cnn.com, abgerufen am 13. Januar 2017. Umfragen unter den Anhängern der Republikaner ergaben Mitte Juli 2015, dass Trump auf Platz zwei knapp hinter Jeb Bush aufrückte oder sogar in Führung ging.Dante Chinni: Trump Surge Leaves All but Jeb Bush in Donald’s Dust. In: The Wall Street Journal. 18. Juli 2015 (englisch). Der Cook Political Report führte das auf die große Bekanntheit und geschickte Nutzung der Aufmerksamkeitsökonomie durch Trump zurück; zudem habe er mit dem Thema Immigration einen politischen Nerv getroffen. Die Einschätzung, dass Trump trotz seines Höhenfluges vor dem eigentlichen Beginn des Primary-Wahlkampfs real fast keine Chance auf die Nominierung habe,Amy Walter: In: Cook Political Report. 15. Juli 2015 (englisch).John Sides: Why Is Trump Surging? Blame the Media. In: The Washington Post. 20. Juli 2015 (englisch). teilte auch der Datenjournalist Nate Silver.Nate Silver: In: FiveThirtyEight. 6. August 2015 (englisch).Andrew Prokop: Donald Trump is Surging in the Polls. Here’s Why He Won’t Win. In: Vox. 2. Juli 2015 (englisch).

Mit seiner aggressiven Rhetorik sorgte Trump für Kritik im Establishment der eigenen Partei; so fürchtete der US-Senator John McCain, der 2013 eine überparteiliche, letztlich erfolglose Einwanderungsreform mitentworfen hatte, Trumps Äußerungen könnten den rechten Flügel, die „Bekloppten“ („crazies“), stärken,Ryan Lizza: John McCain Has a Few Things to Say About Donald Trump. In: The New Yorker. 16. Juli 2015 (englisch). während einige Mitbewerber als qualifizierte, verdiente Politiker an den Rand gedrängt würden.Niall Stanage: Trump Crowds Out GOP’s Second Tier. In: The Hill. 16. Juli 2015 (englisch). Als Trump daraufhin McCain das militärische Heldentum absprach, weil dieser im Vietnam-Krieg in Kriegsgefangenschaft geraten war (und dort schwer gefoltert wurde), brach ein Sturm der Entrüstung in der Republikanischen Partei aus.Stephen F. Hayes: In: The Weekly Standard. 19. Juli 2015 (englisch). Politische Beobachter erwarteten darauf einen Wendepunkt seiner Kampagne aufgrund der zutage tretenden politischen wie persönlichen Außenseiterposition.

Trotz der Empörung über seine Äußerungen zu McCain setzte sich Trump in Umfragen bis Ende Juli an die Spitze des republikanischen Bewerberfeldes. Er erreichte am 30. Juli 2015 aggregiert knapp 20 Prozentpunkte und lag damit vor Jeb Bush und Scott Walker mit 13 respektive 12 Prozent.Chuck Todd, Mark Murray, Carrie Dann: A Showdown in Kentucky Could Be the Last of the Obama Wars. First Read. In: NBC News, 30. Juli 2015 (englisch). Seine Unterstützer waren dabei diffus in fast allen Teilen der Partei zu finden.Harry Enten: In: FiveThirtyEight. 16. Juli 2015 (englisch).Ben Schreckinger, Cate Martel: The Mystery of the Trump Coalition. In: Politico. 17. Juli 2015 (englisch). In den sozialen Medien konnte er mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als jeder Kandidat beider Parteien.Natalie Andrews: Donald Trump Winning Facebook by a Landslide. In: The Wall Street Journal, 30. Juli 2015 (englisch).

Bei der ersten Fernsehdebatte zwischen den führenden zehn republikanischen Bewerbern am 6. August 2015 füllte er den größten Teil der Redezeit. Außer ihm debattierten Jeb Bush, Ben Carson, Chris Christie, Ted Cruz, Mike Huckabee, John Kasich, Rand Paul, Marco Rubio und Scott Walker. Bereits zu Beginn erklärte Trump, sich auch eine unabhängige Kandidatur offenzuhalten.Nicolas Richter: Wie Donald Trump die Republikaner ruiniert. In: Süddeutsche Zeitung. 7. August 2015. Auf die Frage nach frauenfeindlichen Äußerungen erklärte er: „Ein großes Problem dieses Landes ist, dass es politisch korrekt ist. Und ich habe keine Zeit, um politisch korrekt zu sein.“Lisa Nienhaus: Die Trump-Show. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. August 2015. Trump verlor seinen engsten politischen Berater Roger Stone, als er die Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly wegen ihrer harten Fragen kritisierte, indem er sagte, er habe „das Blut aus ihren Augen triefen sehen und sonst woher“, was teilweise als sexistischer Hinweis auf Unkontrolliertheit wegen der Menstruation aufgefasst wurde, auch wenn Trump später erklärte, er habe damit die Nase gemeint.Andreas Ross: Gegen die Schwerkraft. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. August 2015. Wieder erwarteten politische Experten einen Wendepunkt in Trumps Kampagne, da Fox News für die politische Meinungsbildung der Republikaner-Anhänger als unverzichtbar gilt.Nate Silver: In: FiveThirtyEight. 7. August 2015 (englisch). Als Trumps Unterstützung in Umfragen und Zuschriften von Fox-News-Zuschauern weiter anstieg, verständigte sich dessen Chef Roger Ailes mit Trump auf ein gegenseitiges verbales Abrüsten.Gabriel Sherman: Donald Trump and Roger Ailes Make Up — for Now. In: New York. 10. August 2015 (englisch).Brian Snyder: Fox News: Republican Trump Should Apologize After Latest Twitter Outburst. In: Reuters. 25. August 2015 (englisch).

Für den Fall, dass er sich von der Partei schlecht behandelt fühle, erwog Trump, als unabhängiger dritter Kandidat anzutreten, was laut Umfragen die Wahlaussichten der voraussichtlichen demokratischen Kandidatin Hillary Clinton deutlich verbessert hätte.Kevin Cirilli, Bob Cusack: Exclusive: Trump Threatens Third-party Run. In: The Hill. 23. Juli 2015 (englisch); Harry Enten: In: FiveThirtyEight. 24. Juli 2015 (englisch); Stephen Shepard: Insiders: Trump Independent Bid Would Ruin GOP Chances. In: Politico. 11. Dezember 2015 (englisch). Trumps Andeutung einer parteilosen Bewerbung löste in den Führungsgremien der Republikaner erhebliche Bedenken aus. Am 3. September 2015 unterzeichnete Trump auf Drängen der Parteiführung im Beisein des Vorsitzenden des republikanischen Nationalkomitees Reince Priebus eine Loyalitätsbekundung (loyalty pledge), dass er auf eine Kandidatur als Unabhängiger verzichten und den republikanischen Bewerber unterstützen würde. Trotzdem brachte Trump daraufhin immer wieder eine parteilose Präsidentschaftskandidatur in die öffentliche Debatte, sollte er von den Republikanern „nicht fair behandelt werden“.Laura Meckler: Donald Trump: Open to Independent Bid if GOP Doesn’t Treat Him ‘Fairly’. In: The Wall Street Journal. 22. November 2015 (englisch)Trump droht mit eigenständiger Kandidatur. In: Frankfurter Rundschau. 10. Dezember 2015.

Angesichts von Trumps hoher öffentlicher Präsenz über den Sommer 2015 (und darüber hinaus) sprachen etliche amerikanische Medien vom „Summer of Trump“.Amy Walter: In: Cook Political Report. 15. Juli 2015 (englisch); No, the Summer of Donald Trump Isn’t Over Yet. In: Bloomberg.com. 22. September 2015 (englisch).

Bis zum Beginn der Vorwahlen