Kuchl ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Salzburger Land im Bezirk Hallein (Tennengau) in Österreich.

Geografie mini|Kuchl mit Pfarrkirche mini|Blick von Voregg auf das Salzachtal bei Kuchl; hinten das Roßfeld (Hahnenkamm), links Göllstock, rechts der Untersberg Die Gemeinde liegt im Golling-Halleiner Becken im Salzburger Land am Fuße des Hohen Gölls und des Roßfelds (Berchtesgadener Alpen). Das Gemeindegebiet wird von der Salzach durchflossen. Die östlichen Gebiete zwischen Salzach und dem Langenberg gehören zur Osterhorngruppe (Salzburger Voralpen beziehungsweise Salzkammergutberge).

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus fünf Katastralgemeinden Georgenberg, Jadorf, Kellau, Kuchl und Weissenbach.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortschaften (Einwohner Stand ) Garnei – an der Salzach abwärts bis zur Tauglmündung () Gasteig – an Fuß des Roßfeld, Südhang des Weißenbachtals gegenüber dem Göll () Georgenberg – Talraum östlich Kuchl bis zum Kertererbach und Langbühel () Jadorf – nördlich Moos () Kellau – Talraum flussaufwärts vom Kertererbach Richtung Golling () Kuchl – Hauptort, an der Salzach rechtsufrig () Moos – salzachabwärts nördlich Kuchl () Unterlangenberg – Talraum zwischen Georgenberg, Taugl und Außerbühel () Weißenbach – Tal und unbesiedeltes Bergland links der Salzach ()

Zählsprengel 000 Kuchl-Zentrum (für den Hauptort) 001 Garnei-Jadorf-Moos (der Norden, KG Jadorf, mit Unterlangenberg) 002 Kuchl-Süd und West (Kellau, Weißenbach, Gasteig) 003 Georgenberg

Bis Ende Mai 1923 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Golling, seit dem 1. Juni 1923 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Hallein.

Nachbargemeinden

Geschichte Der Ort hat römische Wurzeln: Cucullae, Cucullis, eine Poststation der Römerstraße Virunum–Iuvavum, die in der Tabula Peutingeriana, einer römischen Straßenkarte, verzeichnet ist. Der Name steht vielleicht zu .vgl. Kogel; Angabe Ludwig Steub: Die romanischen Ortsnamen im Lande Salzburg. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) 21, 1881, S. 99 (ganzer Artikel S. 98–102, eReader, ANNO online). Bekannt ist Kuchl auch durch die Vita Sancti Severini mit dem dort beschriebenen Kerzenwunder des Heiligen Severin (5. Jh.).

Die enge Mischung der romanischen (Kuchl), slawischen (Golling) und germanischen Ortsnamen zeigt die wohl weitgehend friedliche Siedlungskontinuität vom Abzug der Römer im 5. Jahrhundert über Ansiedlung der Alpenslawen bis zur Missionierung durch den irischen Mönch und Bischof Rupert und die baiuwarische Landnahme ab 700.

997 führte ein Tauschvertrag des Kuchler Dienstmannes Gezo mit dem Erzbischof von Salzburg zur Errichtung einer Mutterpfarre in Kuchl und schließlich zur Einrichtung einer Grafschaft samt Landgericht, das bis Mitte des 15. Jahrhunderts existierte. Gegen 1380 erfolgte die Erhebung Kuchls zum Bannmarkt. 1850 wurde aus den Steuergemeinden Kuchl, Georgenberg, Kellau, Unterlangenberg und Weißenbach die politische Marktgemeinde Kuchl gebildet.

Bevölkerungsentwicklung

mini|Pfarrkirche, davor die Totenkapelle mini|Filialkirche St. Georg

Politik mini|Gemeindeamt Kuchl Gemeinderat

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 25 Mitglieder. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2004 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 11 ÖVP, 6 SPÖ, 5 Unabhängige Liste – Lebenswertes Kuchl, und 3 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2009 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 14 ÖVP, 5 SPÖ, 3 Unabhängige Liste – Lebenswertes Kuchl, 2 Freie Liste Kuchl – Bündnis Zukunft Österreich, und 1 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2014 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 13 ÖVP, 6 Grüne, 4 SPÖ, und 2 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2019 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 15 ÖVP, 6 SPÖ, 3 Grüne, und 1 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2024 hat die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 15 ÖVP, 7 SPÖ, 2 FPÖ und 1 Grüne.

Bürgermeister

1938–1940 Max Huber 1945–1959 Johann Siller 1959–1969 Peter Hofer 1969–1987 Josef Eichriedler 1987–2004 Pius Züger 2004–2018 Andreas Wimmer (ÖVP)Kuchl: Bürgermeister Andreas Wimmer gestorben auf ORF Salzburg vom 9. Dezember 2018, abgerufen am 8. Dezember 2018. seit 2018 Thomas Freylinger (ÖVP)Kuchl: Freylinger interimistisch Bürgermeister auf ORF Salzburg vom 21. Dezember 2018, abgerufen am 21. Dezember 2018.

Wappen 60px|links Blasonierung: „In Blau auf grünem Boden ein nach rechts springender naturfarbener Hirsch.“

Das Wappen geht auf das Geschlecht der Kuchler zurück. Die Verleihung erfolgte am 26. Juli 1930.Friederike Zaisberger, Nikolaus Pfeiffer: Salzburger Gemeindewappen. Winter Verlag, Salzburg 1985, ISBN 3-85380-048-3.

Gemeindepartnerschaften San Giovanni al Natisone in der italienischen Provinz Udine

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke

Pfarrkirche Kuchl mit Totenkapelle und ÖlbergkapelleDehio Salzburg, 1986, Kuchl. S. 196–200. Filialkirche St. Georg am Georgenberg auf dem GeorgenbergDehio Salzburg, 1986, Georgenberg. S. 110 ff. Ölbergkapelle Unterlangenberg in Unterlangenberg Pfarrhof Kuchl hervorgegangen aus dem Turm der Kuchler/Panicher, im Kern von 1565 Mesnerhaus Römerbrücke über die Taugl, von 1613 Tauglbrücke an B 159, mit Figur Hl. Severin von Hans Pacher von 1954 Getreidekasten Rußegg in Kellau-Rußegg Modermühle in Unterlangenberg (alte Mühle)ein Foto auf geocaching.com (zu Modermühlen) Hiasenbauer-Mühle bei Golling-Kellau (alte Mühle, jüngst revitalisiert) Volksschule, von Architekt Gerd Wittfeld Fachhochschule Salzburg, Bauteil 2 der Architekten Dietrich Untertrifaller Sägehalle des Holztechnikums, von Architekt Paul Schweizer Internatsgebäude dazu aus Holz, von Architekt Simon Speigner Marktkreuz Kuchl: Barockes Kruzifix an der Hauptstraße Wegkapelle in Unterlangenberg Barocker Bildstock mit Zeltdach mit Figur kniender Schmerzensmann am Georgenberg Relief Predigt des Hl. Severin an der Salzachbrücke von Josef Zenzmaier aus 1960 Figur Hirte an der Straße nach St. Koloman von Max Rieder aus 1973 Marktbrunnen vor dem alten Gemeindeamt von Josef Zenzmaier aus 1979 Marktbrunnen vor dem neuen Gemeindeamt von Josef Zenzmaier aus 2013kuchl.net Grabsteine der Kuchler beim Doserbauer (Georgenberg 58) Grenzstein am Ecker Sattel (beim Purtschellerhaus, 1413 m) aus 1818 mit den Inschriften „KBG“ (Königlich Bayerische Grenze) und „KKOEG“ (Kaiserlich Königlich Österreichische Grenze)

Museen Museum Kuchl: Dauerschau insbesondere mit römischen Grabungsfunden, Bruderschaftswesen und historischen Gebrauchsgegenständen der Gegend.Museum Kuchl mini|hochkant|Tauglbrücke und -schlucht Wichtige Funde Weihealtar des L. Pomp. Aquilinius Potens aus Kellau (Salzburg Museum) Bedeutende archäologische Fundorte, die jedoch nicht zu besichtigen sind: Bronzezeitliche und römische Funde am Georgenberg Römische Villa des L. Pomp. Aquilinius Potens in Kellau (1920er befundet, dann zugeschüttet)Olivier Klose: Römische Gebäudereste in Kemeting bei Maria Plain und in der Kellau bei Golling In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) Band 65, 1925, B. Die Villa des L. Pomp. Aquilinius Potens. S. 95–112 (ganzer Artikel ab S. 73, eReader, anno.onb.ac.at; Plan S. 112/1). Reste der Römerstraße Virunum–Iuvavum bei Kuchlbach, iuvavum.org.

Brauchtum Schusterjahrtag: Am ersten Montag nach Mariä Geburt (8. September) wird in Kuchl der Schusterjahrtag gefeiert. Es ist ein Feiertag für alle Beschäftigten und ihre Arbeitgeber in den Kuchler Betrieben. Heutzutage feiern alle Lehrlinge mit ihren Lehrherren. An diesem Tag versammeln sich die Beteiligten vor der Zunftherberge (Goldene Stiege) und marschieren in die Kirche und nach einer Messfeier durch den Markt. Der Festzug wird vom Zunftvater angeführt, der das Zunftkreuz trägt. Dahinter folgen die Fahnenträger mit der Zunftfahne. Anschließend findet in der Herberge die Jahreshauptversammlung statt. Dort werden die ausgelernten Lehrlinge freigesprochen: Der Zunftvater überreicht ihnen den Gesellenbrief. Auch neue Meister werden in die Zunft aufgenommen. Benannt ist der Jahrtag nach den Schustern, die bis zum Jahr 1896 in der Herberge freigesprochen wurden.

Natur mini|hochkant|Gollinger Wasserfall, untere Stufe Gollinger Wasserfall mit Schwarzbachhöhle: Bildet die Gemeindegrenze zwischen Golling und Kuchl. Der Gollinger Wasserfall für Besucher durch Steiganlagen erschlossen (Naturdenkmal). Georgenberg: Inselberg, mit Kirche (Naturdenkmal) Schleierfall im Ortsteil Unterweißenbach bei Stockach Tauglgries: Schwemmland und Schotterbänke der Taugl (Europa- und Naturschutzgebiet) Freimoos hinter dem Georgenberg (geschützter Landschaftsteil) Heiligensteiner Au, Auwaldrest der Salzach in Unterweißenbach nördlich Stockach (geschützter Landschaftsteil) Kaiserlinde Kühschwalb, Hochtal am Nordfuß des Hohen Gölls, bergfex.at (ist aber kein Naturpark)

Das Göllmassiv gehört zum Europa- und Naturschutzgebiet Kalkhochalpen, am Roßfeld ist das Landschaftsschutzgebiet Roßfeldstraße ausgewiesen, und im Südosten liegt das Landschaftsschutzgebiet Rabenstein–Kellau.

Kuchl ist auch ein Standort für das Wiederansiedelungsprojekt des Waldrapp.

Sport Tischtennis: Kuchl ist als Hochburg im Tischtennissport bekannt; viermal wurde die Österreichische Staatsmeisterschaft gewonnen, wobei Gottfried Bär und Heinz Hiegelsberger die herausragenden Spieler des Vereins waren. Überregional bekannt ist auch der örtliche Fußballverein SV Kuchl. Wassersport: Beliebt bei Flusssurfern und Kajakfahrern ist der Kuchler Schwall in der Salzach.

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Kuchl ist durch den hohen Anteil an Sägewerks-, Zimmerei- und Tischlereibetrieben, wie auch das Holztechnikum als „Holzgemeinde“ bekannt. Folgende Unternehmen sind von Bedeutung: Delino GmbH (Reinigungsunternehmen) Döllerer Vinothek elastica, Hersteller von Matratzen Emco-Test Prüfmaschinen GmbH, Erzeuger von Härteprüfgeräten graph-ix, Agentur für Fotografie und Grafikdesign Holz Stefl Kaspar Kaindl GmbH, Sägewerk Kässbohrer Hersteller von Pistengeräten Kuchler Blockhaus Moldan Baustoffe MSH Maschinenbau Neureiter Maschinen UNTHA Shredding Technology, Zerkleinerungsmaschinen Wimmer Holz Hettegger & Sohn

Neben dem Gipsbergbau Moldan (seit dem 17. Jh.) ist in jüngsten Jahren das Gewerbegebiet Brennhoflehen in Kellau bedeutender Standort geworden., Gemeinde Kuchl, kuchl.net.

Bildung

Volksschule Kuchl (die Kellau gehört großteils zum Schulsprengel Golling) StF: LGBl. Nr. 52/1992 (i.d.g.F. online, ris.bka). Neue Mittelschule Kuchl Holztechnikum Kuchl/Campus Kuchl: Das Holztechnikum Kuchl/Campus Kuchl umfasst: HTL für Wirtschaftsingenieurwesen/Holztechnik, Fachschule für Holzwirtschaft, Werkmeisterschule Holztechnik - Produktion (Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht). Das Internatsgebäude für 180 Schüler wird 2023 mit 6 Holzmodul-Stockwerken auf Betonerdgeschoß in 9 Monaten neu errichtet.Holzhochhaus für Internat: Baustart Anfang Jänner orf.at, 25. Dezember 2022, abgerufen am 25. Dezember 2022. Landesberufsschule und Schülerheim Private Schule für Einrichtungsberater Fachhochschule SalzburgCampus Kuchl, fh-salzburg.ac.at FH mit mehreren Studiengängen

Verkehr Kuchl ist auf der Salzburg-Tiroler-Bahn mit der Linie S3 der S-Bahn Salzburg halbstündlich von der Landeshauptstadt Salzburg zu erreichen – mit den Haltestellen Kuchl (in Kuchl) und Kuchl Garnei (in Seeleiten); für den Süden liegt der Bahnhof Golling-Abtenau näher. Die Tauernautobahn A 10 (Anschlussstelle Kuchl, Exit 22, bei Speckleiten) sowie die Salzachtal Straße B 159 verlaufen durch das Gemeindegebiet. Das Gemeindegebiet wird durch die deutsche Roßfeldhöhenringstraße berührt, die aber keine direkte Anbindung zum österreichischen Straßennetz besitzt.

Trivia