Der Märkische Kreis ist ein seit 1975 bestehender Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Er liegt im Nordwesten des Sauerlands und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg und zur Region Südwestfalen.

Geografie Räumliche Lage Der Märkische Kreis umfasst den westlichen Teil des Sauerlandes. Im Norden wird er durch das Ruhrtal begrenzt, während der südliche Teil des Kreises sehr hügelig ist. Die höchste Erhebung ist die Nordhelle im Ebbegebirge mit . Der niedrigste Punkt mit liegt an der Ruhr bei Iserlohn-Rheinen.

Die wichtigsten durch das Kreisgebiet fließenden Flüsse sind die Lenne, die Volme, die Hönne, die Lister, die Oester sowie als Grenzfluss die Ruhr.

Kreisgliederung

Der Märkische Kreis setzt sich aus fünfzehn Gemeinden zusammen. Von diesen fünfzehn führen zwölf Gemeinden den Titel „Stadt“. Die Städte Hemer, Menden (Sauerland), Plettenberg und Altena sind Mittlere kreisangehörige Städte, da ihre Einwohnerzahlen zwischen 25.000 und 60.000 liegen bzw. in der Vergangenheit in dieser Spanne lagen (Altena, Plettenberg). Die beiden Städte Iserlohn und Lüdenscheid sind Große kreisangehörige Städte, da ihre Einwohnerzahlen über 60.000 liegen.

Die folgende Liste zählt die fünfzehn Gemeinden des Märkischen Kreises mit amtlichen Namen auf: Name Einwohner Fläche Einw./km² StatusMinisterium für Heimat Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen: Märkischer Kreis – Kommunenzugehörigkeit, abgerufen am 25. August 2024. AGS Altena  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 962 004 Balve  km² kreisangehörige Stadt 05 962 008 Halver  km² kreisangehörige Stadt 05 962 012 Hemer  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 962 016 Herscheid  km² kreisangehörige Gemeinde 05 962 020 Iserlohn  km² große kreisangehörige Stadt 05 962 024 Kierspe  km² kreisangehörige Stadt 05 962 028 Lüdenscheid  km² große kreisangehörige Stadt 05 962 032 Meinerzhagen  km² kreisangehörige Stadt 05 962 036 Menden (Sauerland)  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 962 040 Nachrodt-Wiblingwerde  km² kreisangehörige Gemeinde 05 962 044 Neuenrade  km² kreisangehörige Stadt 05 962 048 Plettenberg  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 962 052 Schalksmühle  km² kreisangehörige Gemeinde 05 962 056 Werdohl  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 962 060    km² Märkischer Kreis 05 962 (Einwohnerzahlen vom )

Nachbarkreise Der Märkische Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Kreise Unna, Soest, Hochsauerlandkreis, Olpe, Oberbergischer Kreis und Ennepe-Ruhr-Kreis sowie an die kreisfreie Stadt Hagen.

Geschichte Der Märkische Kreis entwickelte sich durch die Gebietsreform im Jahr 1975 aus unterschiedlichen historischen westfälischen Gebieten. So galt unter anderem das Hönnetal mit der Burg Klusenstein seit dem Mittelalter als natürliche Grenze zwischen dem Gebiet der Grafschaft Mark und der Grafschaft Arnsberg, die nach der Reformation katholisch geblieben war.

Der Name des Kreises leitet sich von dieser Grafschaft Mark ab, die von ihrer Stammburg im Dorf Mark – heute ein Stadtteil von Hamm im Stadtbezirk Hamm-Uentrop – aus einen Großteil der Fläche des heutigen Kreises umfasste. Das Gesamtgebiet der Grafschaft Mark umfasste Teile des Sauerlands, des bergisch-märkischen Hügellands an der Ruhr, des heutigen Ruhrgebiets und der Soester Börde.Aloys Meister: Die Grafschaft Mark, Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2 Bde., Dortmund 1909.Margarete Frisch: Die Grafschaft Mark. Der Aufbau und die innere Gliederung des Gebietes besonders nördlich der Ruhr. Aschendorff, Münster in Westfalen 1937.Uta Vahrenhold-Huland: Grundlagen und Entstehung des Territoriums der Grafschaft Mark. Dortmund 1968. Mit dem Namen Märkischer Kreis wird eine gemeinsame Vergangenheit suggeriert, die sich historisch nur bedingt belegen lässt. Der Märkische Kreis deckt weder das Territorium der ehemaligen Grafschaft Mark ab, noch waren alle 15 Städte und Gemeinden märkisch. Zum heutigen Kreis gehören auch einige Gebiete der Grafschaft Limburg und des ehemaligen kurkölnischen Herzogtums Westfalen.

Heute verläuft die Diözesangrenze der katholischen Kirche zwischen dem Erzbistum Paderborn und dem recht jungen Bistum Essen durch den Märkischen Kreis; historisch war er Teil des Erzbistums Köln.

Gebietsreform mini|Kreishaus I in Altena mini|hochkant|Eingang zum Kreishaus I mini|Kreishaus in Lüdenscheid mini|Luftbild vom Kreishaus in Lüdenscheid

Der Märkische Kreis entstand im Rahmen der Kommunalreform am 1. Januar 1975 (Sauerland/Paderborn-Gesetz) als Zusammenschluss der kreisfreien Stadt Iserlohn, des Kreises Iserlohn – ohne Schwerte und ohne die ehemalige Stadt Hohenlimburg –, des Kreises Lüdenscheid sowie der Stadt Balve samt dem Amt Balve und der Gemeinde Asbeck aus dem Kreis Arnsberg. Der Kreis Lüdenscheid war erst 1969 durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Altena und der kreisfreien Stadt Lüdenscheid als Zusammenschluss des Landkreises Altena mit der kreisfreien Stadt Lüdenscheid entstanden.

Der Märkische Kreis unterhält neben dem nach der Gebietsreform in Lüdenscheid neu gebauten Kreishaus bis heute weitere Verwaltungsgebäude in den ehemaligen Kreisstädten Iserlohn und Altena.

Einwohnerentwicklung mini|400px|rechts|Bevölkerungspyramide für den Märkischen Kreis (Datenquelle: Zensus 2011)

Jahr Einwohner 19611 399.213 1962 406.876 1965 424.001 19701 432.405 1970 435.991 1975 428.896 1980 425.294 1985 411.507 19871 421.321 1990 443.026 1995 458.221 2000 457.465 Jahr Einwohner 2005 448.800 2006 445.043 2007 441.704 2008 437.785 2009 434.031 2010 430.965 2012 419.976 2014 413.820 2016 414.886 2019 410.222 2022 410.346

Die Daten vor 1977 wurden auf den Gebietsstand vom 1. Juli 1976 umgerechnet. Quelle: Landesdatenbank NRW, abgerufen am 27. August 2011Landesdatenbank NRW: Bevölkerungsstand Märkischer Kreis

Anmerkung

1 1961, 1970 und 1987: Bei diesen Daten handelt es sich um Volkszählungsergebnisse und wurden im Mai oder Juni des jeweiligen Jahres erhoben. Alle anderen Daten zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres erhoben worden.

Prognose: Lt. IT.NRW von 2014 verliert der Kreis in den kommenden zehn Jahren bis zum Jahr 2025 etwa 37.200 Einwohner, mithin knapp zehn Prozent. Gem. Prognose aus 2015 von IT.NRW wird der Rückgang von 2014–2040 über zwanzig Prozent betragen.

Für den gleichen Zeitraum (2014–2040) prognostiziert das IT.NRW jedoch auch aufgrund des demographischen Wandels (Altenquote) einen deutlicheren Rückgang der Erwerbspersonen, nämlich um 28,6 Prozent (von 200.500 auf 143.100, mithin – 57.400). Konfessionsstatistik Laut der Volkszählung 2011 waren 36,5 % der Einwohner evangelisch, 31,0 % römisch-katholisch und 32,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2011 Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Gemäß der Volkszählung 2022 waren 30,0 % der Einwohner evangelisch, 26,7 % katholisch und 43,3 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15. Mai 2022, Religion), abgerufen am 27. Juli 2024

Politik

Hauptamtlicher Landrat 1997–1999: Klaus Tweer (SPD) 1999–2009: Aloys Steppuhn (CDU) 2009–2020: Thomas Gemke (CDU) 2020–2025: Marco Voge (CDU) seit 2025: Ralf Schwarzkopf (CDU)

Ehrenamtlicher Landrat (bis 1997) 1975–1994: Walter Hostert (CDU) 1994–1997: Klaus Tweer (SPD)

Oberkreisdirektor (bis 1997) 1975–1986: Jürgen Albath (CDU) 1986–1997: Bernhard Schneider (CDU)

Kreistag Die Tabelle und die Diagramme zeigen die Stimmanteile und Sitzverteilung für den Kreistag. Für die Wahlperiode 2014–2020 hatten CDU und SPD eine Koalition geschlossen.spdfraktion-mk.de

Die Kreisstadt und Sitz des Kreistages ist Lüdenscheid. Historische Sitzverteilung im Kreistag Wahl CDU SPD GRÜNE FDP UWG LINKEAfD NPDPIRATEN REP BSW Gesamt 2004 32 22 6 5 5 —— 1— 1 — 72 2009 26 19 6 7 4 3— 1— — — 66 201427215333211——66 20202918116534————76 20253216745516———186

→ Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen im Märkischen Kreis ab 1969

Kreiswappen mini|Flagge des Märkischen Kreises mit aufgelegtem Wappen

Wappenbeschreibung

„Das Wappen des Märkischen Kreises zeigt, durch einen dreireihig rot-weiß (-silbern) geschachten Balken geteilt, oben in Gelb (Gold) wachsend einen schwarzen rotbewehrten Löwen, unten in Weiß (Silber) ein durchgehendes schwarzes Kreuz.“

Bedeutung

Der obere Teil des Wappens lehnt sich an das Kreiswappen des Altkreises Altena an. Der schon darin enthaltene geschachte märkische Balken ist dem Wappen der Grafen von der Mark, den Herren und Begründern der Grafschaft Mark entlehnt. Der ebenfalls dort zu findende Löwe im Wappen ist das Wappentier der alten Grafschaft Altena, welche später in der Grafschaft Mark aufging.

Schon Adolf I. von der Mark Graf von der Mark, Altena und Krieckenbeck aus dem Haus Berg-Altena, Begründer der Grafschaft Mark und des Hauses Mark führte das Wappen mit dem Schachbalken und dem halben aufsteigenden Löwen auf goldenem Grund. Die Farbgebung des Löwen hingegen ist nicht überliefert, wird jedoch als Schwarz auf goldenem Grund mit roten Waffen angenommen, so wie sie in den Bleifenstern auf Burg Altena dargestellt wurden. Diese sind jedoch selbst Rekonstruktionen aus der Zeit der Wiederherstellung von Burg Altena. Die Grafen Adolf I. und Otto sind dabei die einzigen Familienmitglieder des Hauses Mark, für die dieses Wappen nachgewiesen ist. Spätere Grafen verwendeten nur noch den märkischen Schachbalken, welcher nach Stirnberg eine Zusammenziehung der Doppelzinnen des Altena-Märkischen Stammhauses Berg ist. Dieses Stammhaus erlosch 1225, erst danach gelangte der Limburgische Löwe in abgewandelter Form in das Bergische Wappen, da die Herzöge von Limburg den Grafen von Berg nachgefolgt waren. Die besagte Abwandlung ist heute als Bergischer Löwe bekannt und findet sich in zahlreichen Wappen des Bergischen Landes, teilweise mit der älteren Doppelzinne wieder. Der Bergische Löwe wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts ohne Krone von den Grafen von Limburg adaptiert. Diese hatten sich nach ihren Schutzherren, den Herzögen von Limburg und Grafen von Berg sowie nach der durch den Herzog von Limburg errichteten Burg Hohenlimburg benannt. Hier, wie in Berg, ist der Löwe rot. Teile der alten Grafschaft Limburg kamen mit den Teilen des Altkreises Iserlohn in den märkischen Kreis, so dass der Löwe auch für diese Teile steht, ohne jedoch der Bergische/Hohenlimburgische Löwe zu sein.

Das schwarze Kreuz unten im Wappen steht für die kurkölnischen Besitztümer wie Menden, Balve und Meinerzhagen-Valbert, die neben den Ländereien der Grafschaft Mark das heutige Kreisgebiet ausmachten. Von politischer Seite war es nicht gewollt, dass ein roter Löwe auf das Wappen gelangt, um sich nicht den Vorwurf machen zu lassen, man habe das – inzwischen erloschene – Wappen des Amtes Meinerzhagen neu aufgelegt.

Kreispartnerschaften Vom Kreis Iserlohn wurde die seit 1970 bestehende Kreispartnerschaft mit dem Wrexham County Borough in Wales übernommen.

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde eine Partnerschaft zum brandenburgischen Landkreis Finsterwalde aufgebaut, die – nach kommunaler Neuordnung – von dessen Nachfolgekreis Elbe-Elster fortgeführt wird.

Des Weiteren besteht seit 2001 eine Partnerschaft mit dem polnischen Powiat (Kreis) Racibórz.

Seit 2023 hat der Märkische Kreis auch eine Partnerschaft mit dem County Waterford in Irland.

Wirtschaft und Infrastruktur Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Märkische Kreis Platz 270 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko-Mix“ für die Zukunft.