Der Kreis Olpe liegt im Südosten von Nordrhein-Westfalen im Sauerland. Er gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg, ist Teil des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und gehört zur Region Südwestfalen. Sitz und bevölkerungsstärkste Stadt des Kreises ist die Stadt Olpe. Dieser Kreis weist mit ca. 135.000 Einwohnern von allen Kreisen in Nordrhein-Westfalen die niedrigste Bevölkerungszahl auf.

Geographie Der Kreis Olpe hat eine Fläche von ca. 710 km². Der Durchmesser in Nord-Süd-Ausrichtung beträgt ca. 36 km, in Ost-West-Ausrichtung ca. 38 km. Der niedrigste Punkt des Kreises Olpe liegt in der Gemeinde Finnentrop nordwestlich von Rönkhausen mit 224 m über NN.

Die höchsten Punkte über NN des Kreises Olpe sind die Berge: Härdler (Stadt Lennestadt) 756 m Hohe Hessel (Gemeinde Kirchhundem) 743 m Wildhöfer (Gemeinde Kirchhundem) 725 m Riesenberg (Gemeinde Kirchhundem) 720 m

Nachbarkreise Der Kreis Olpe grenzt, im Westen beginnend im Uhrzeigersinn, an den Oberbergischen Kreis, den Märkischen Kreis, den Hochsauerlandkreis und den Kreis Siegen-Wittgenstein (alle in Nordrhein-Westfalen) sowie an den Landkreis Altenkirchen (Westerwald) (in Rheinland-Pfalz).

Geschichte Nach dem Übergang des ehemaligen Herzogtums Westfalen an Preußen entstand im Jahr 1817 zunächst der Kreis Bilstein mit Sitz in Bilstein. Zum 1. Januar 1819 wurde der Sitz des Kreises nach Olpe verlegt und gleichzeitig der Kreis nach der neuen Kreisstadt umbenannt. Die Gemeinde Schönholthausen aus dem Kreis Bilstein wurde in den neu gebildeten Kreis Eslohe eingegliedert.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Arnsberg, Stück 61, 2. Oktober 1818, Nr. 8, S. 546.

Erster Landrat war Caspar Freusberg. In den 1820er Jahren wurde der Kreis in die sieben Bürgermeistereien Attendorn, Bilstein, Drolshagen, Kirchhundem, Olpe, Valbert und Wenden unterteilt, von denen die Bürgermeisterei Valbert 1832 in den Kreis Altena umgegliedert wurde.

Nach Einführung der Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westfalen wurden die Bürgermeistereien in den 1840er Jahren in Ämter überführt.Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westphalen vom 31. Oktober 1841 (PDF; 1,6 MB) Die Stadt Attendorn war seit 1843 und die Stadt Olpe seit 1858 amtsfrei. Im Kreis Olpe bestanden seitdem sechs Ämter und insgesamt 21 Gemeinden:

Amt Gemeinden Attendorn Landgemeinde Attendorn und Helden Bilstein Elspe, Förde, Kirchveischede und Rahrbach Drolshagen Stadt Drolshagen und Landgemeinde Drolshagen Kirchhundem Heinsberg, Kirchhundem, Kohlhagen, Lenne, Oberhundem und Saalhausen Olpe Kleusheim, Landgemeinde Olpe und Rhode Wenden Römershagen und Wenden

Teile des Kreises Olpe waren in vorindustrieller Zeit wirtschaftliches Zentrum des Herzogtums Westfalens. Vor allem die Blechherstellung rund um Olpe war von überregionaler Bedeutung. Auch andere eisenindustrielle Betriebe waren von erheblicher Bedeutung. Gegen die industrielle Konkurrenz konnten diese Produkte freilich nicht bestehen. Daher kam es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Prozess der Deindustrialisierung und Agrarisierung. Damit verbunden waren überdurchschnittlich hohe Aus- und Abwandererzahlen. Im Wesentlichen ohne personelle Kontinuität entwickelte sich, nicht zuletzt dank einer Eisenbahnverbindung in den 1860er-Jahren, eine industrielle Blechherstellung. Außerdem waren der Bergbau und andere gewerbliche Bereiche von großer Bedeutung (siehe Liste von Bergwerken im Kreis Olpe). Es gab bis ins 20. Jahrhundert eine bedeutende Lederindustrie.

Am 24. Dezember 1930 wurde die Gemeinde Förde in Grevenbrück umbenannt.

Im Gegensatz zu verschiedenen Nachbarkreisen blieb der Umfang des Kreises Olpe bei der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen weitgehend unverändert. Durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Olpe wurden 1969 zwanzig Gemeinden des Kreises mit drei Gemeinden des Amtes Serkenrode (Kreis Meschede) zu sieben neuen amtsfreien Gemeinden zusammengeschlossen. Die sechs Ämter des Kreises wurden aufgelöst. Gleichzeitig wurde die Kreisgrenze zwischen dem Kreis Olpe und dem Oberbergischen Kreis durch Gebietsaustausch im Bereich Drolshagen/Lieberhausen verändert. Der Hauptteil der Gemeinde Lenne wurde durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz am 1. Januar 1975 in die Stadt Schmallenberg im Hochsauerlandkreis eingegliedert.

Einwohnerentwicklung mini|400px|right|Bevölkerungspyramide für den Kreis Olpe (Datenquelle: Zensus 2011)

Jahr Einwohner 1819 23.959 1832 22.820 1871 30.949 1880 34.142 1900 41.179 1910 50.279 1925 59.946 1939 66.479 1950 85.660 Jahr Einwohner 1960 93.800 1970 119.800Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972. 1980 122.619Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen 1990 130.471 2000 141.207 2010 138.961 2020 133.362 2022 134.439 Politik Kreistag

mini|Kreishaus Olpe

Die Sitzverteilung nach Fraktionen und Gruppen ist seit der Kommunalwahl 2025 wie folgt:

Die Wahlbeteiligung lag bei 60,8 %.

Landräte Im Zuge der Kommunalwahl 2025 wurde Theo Melcher (CDU) mit 60,8 % im ersten Wahlgang zum Landrat gewählt.

Frühere ehrenamtliche Landräte waren: Landrat Amtszeit Caspar Freusberg 1817–1836 Adolf Freusberg 1837–1869 Joseph Freusberg 1870–1883 Friedrich Freusberg 1886–1916 Caspar Freusberg 1917–1926 Bernhard Wening 1926–1933 Herbert Evers 1933–1941 Heinrich Otto Spies 11. April 1945 – 20. Juli 1945 Richard Klewer 21. Juli 1945 – 21. Februar 1946 Josef Schrage (CDU) 19. Juni 1946 – 22. Okt. 1953 Josef Metten (CDU) 1. Nov. 1953 – 30. Juli 1966 Helmut Kumpf (CDU) 4. Okt. 1966 – 27. Jan. 1971 Horst Limper (CDU) 28. April 1971 – 15. Juli 1984 Hanspeter Klein (CDU) 30. Sept. 1984 – 30. Sept. 1999

Wappen Das Kreiswappen ist von Silber und Gold gespalten; vorne in Silber ein schwarzes Kreuz, hinten in Gold zwei rote Balken. Mit dem Kreuz wird an die historische Zugehörigkeit des Kreisgebietes zu Kurköln erinnert, mit dem hinteren Teil des Wappens wird auf die jahrhundertealte Verbindung mit dem Haus von Fürstenberg hingewiesen.Kreiswappen auf kreis-olpe.de, abgerufen am 18. September 2023.

Parlaments-Abgeordnete Bundestag Florian Müller (CDU) vertritt den Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis I im Deutschen Bundestag. Er gewann 2021 das Direktmandat. Die unterlegene Kandidatin der SPD, Nezahat Baradari, gehört dem Parlament seit Januar 2019 über die Landesliste an. Von 1994 bis 2009 war Hartmut Schauerte (CDU) Volksvertreter für den damaligen Bundestagswahlkreis Olpe – Siegen-Wittgenstein II bzw. für den späteren Bundestagswahlkreis Olpe – Märkischer Kreis I, zu dem der ganze Kreis Olpe und der südliche Teil des Märkischen Kreises (Halver, Herscheid, Kierspe, Lüdenscheid, Meinerzhagen und Schalksmühle) gehören. Den Kreis Olpe vertrat von 2009 bis 2021 Matthias Heider (CDU). Er gewann stets das Direktmandat.

Landtag Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 wurde Jochen Ritter (CDU) mit 54,7 Prozent der Stimmen als direkt gewählter Kandidat des Wahlkreises Olpe in den Landtag Nordrhein-Westfalen gewählt, bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2022 wurde Ritter wiedergewählt. Zuvor hatte Theodor Kruse (CDU) dieses Mandat inne.

Wirtschaft und Verkehr Im Zukunftsatlas 2019 belegte der Kreis Olpe Platz 138 von 401 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „leichten Chancen“. In der Ausgabe von 2016 lag er auf Platz 168 von 401.

Schienen- und Busverkehr Der Kreis Olpe wird von zwei Eisenbahnstrecken erschlossen: der zweigleisigen elektrifizierten Ruhr-Sieg-Strecke, auf der der Dortmund-Siegerland-Express (RE 34) von Dortmund über Werdohl und Finnentrop nach Siegen, die Intercity-Linie 34 von Münster über Dortmund und Siegen nach Frankfurt sowie die Ruhr-Sieg-Bahn (RB 91) von Hagen nach Siegen mit Halt an allen Zwischenstationen verkehren, und der eingleisigen Bahnstrecke Finnentrop–Freudenberg, auf der der Biggesee-Express (RB 92) von Finnentrop nach Olpe verkehrt, der von der Dreiländerbahn betrieben wird. Hier kommen Dieseltriebfahrzeuge vom Typ LINT27 zum Einsatz.

Straßen Der Kreis Olpe wird von zwei Bundesautobahnen durchquert: der A 4 (E 40) Aachen–Görlitz und der A 45 (Sauerlandlinie, E 41) Dortmund–Aschaffenburg.

Außerdem führen mit der B 54 (Meinerzhagen – Olpe – Kreuztal), B 55 (Bergneustadt – Drolshagen – Olpe – Lennestadt – Eslohe), B 236 (Plettenberg – Finnentrop – Lennestadt – Schmallenberg) und B 517 (Kreuztal – Kirchhundem – Lennestadt) vier Bundesstraßen durch das Kreisgebiet.

Flugplätze Im Kreis Olpe befinden sich zwei Sonderlandeplätze: Flugplatz Attendorn-Finnentrop (ICAO-Code EDKU) auf dem Gebiet der Gemeinde Finnentrop und Flugplatz Hünsborn (ICAO-Code EDKH) auf dem Gebiet der Gemeinde Wenden.

Gemeinden

Der Kreis Olpe gliedert sich in sieben kreisangehörige Gemeinden, von denen drei den Status Mittlere kreisangehörige Stadt tragen.

Name Einwohner Fläche Einw./km² Status AGS Attendorn  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 966 004 Drolshagen  km² kreisangehörige Stadt 05 966 008 Finnentrop  km² kreisangehörige Gemeinde 05 966 012 Kirchhundem  km² kreisangehörige Gemeinde 05 966 016 Lennestadt  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 966 020 Olpe  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 966 024 Wenden  km² kreisangehörige Gemeinde 05 966 028    km² Kreis Olpe 05 966 (Einwohnerzahlen vom )

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Olpe bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen OE zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks

Website des Kreises Olpe

Einzelnachweise

Olpe