Ziegenburg (oberfränkisch: ZimmborchE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach. S. 201. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „dsīmborich“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Marktschorgast im Landkreis Kulmbach (Regierungsbezirk Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Ziegenburg hat eine Fläche von 1,387 km² und ist in 172 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 8061,50 m² haben.

Lage Das Dorf liegt an der Eichleite (). Im Ort entspringt ein namenloser rechter Zufluss des Perlenbachs. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Gundlitz zur Kreisstraße HO 22 (2,6 km nördlich) bzw. nach Marktschorgast zur Kreisstraße KU 1 (1,8 km südlich).

Geschichte 1348 wurde das Waldgebiet „Zigenpuhel“ erwähnt. Hier bauten die Herren von Wallenroth eine Burg. Diese wurde 1426 als „Ziegenburg“ erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser gehörten bereits ein Hof und eine Sölde.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 187f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ziegenburg aus 12 Anwesen (9 Gütlein, 2 Häuser, 1 Mühle). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Marktschorgast. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Marktschorgast. Alleiniger Grundherr war mittelbar das bambergische Kastenamt Stadtsteinach für die Amtsverwaltung Ziegenburg.

Mit dem Gemeindeedikt wurde Ziegenburg dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Marktschorgast zugewiesen. 1812 entstand die Ruralgemeinde Ziegenburg, zu der Rauhholz gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Gefrees zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Gefrees. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Ziegenburg in die Munizipalgemeinde Marktschorgast eingegliedert. Ein Jahr später wurde Ziegenburg wieder selbständig. Zu der Gemeinde gehörten nun auch Mittelpöllitz, Oberpöllitz, Pulst, Rohrersreuth und Unterpöllitz. 1840 wurde die Gemeinde an das Landgericht Berneck und an das Rentamt Marktschorgast überwiesen (1919 in Finanzamt Marktschorgast umbenannt). Ab 1862 gehörte Ziegenburg zum Bezirksamt Berneck. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Berneck (1879 in Amtsgericht Berneck umgewandelt). 1929 wurde die Gemeinde schließlich an das Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt) und das Finanzamt Kulmbach abgegeben.R. Barth: Kulmbach, S. 777f. 1964 hatte die Gemeinde eine Fläche von 6,691 km². Am 1. April 1971 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktschorgast eingemeindet.

In die Schlagzeilen geriet das Dorf 2012 durch den Mord an Hannelore von Luxburg (auch bekannt als Susi Cartun), die in Ziegenburg ihren Wohnsitz hatte.nordbayerischer-kurier.de.infranken.de. Ziegenburg zeichnet sich unter anderem mit einem Blick in die Landschaft und Wanderwegen aus.

Baudenkmäler Haus Nr. 17: Türrahmung mit Keilstein

Einwohnerentwicklung Gemeinde Ziegenburg Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 273 321 345 372 354 307 309 318 308 285 263 263 253 231 228 220 221 186 246 229 211 175 130HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 42 41 42 44 35 38 39 Quelle

Ort Ziegenburg Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 81 88 173 126 149 108 103 99 83 49 31Häuser 14 23 23 19 20 21 16Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis. S. 727.

Im 17. Jahrhundert standen im Dorf 17 Häuser und es hatte ca. 100 Einwohner.Geographische Beschreibung des Erzbisthums Bamberg nebst kurzer Übersicht der Suffragan-Diöcesen Würzburg, Eichstätt und Speyer. S. 439, Fr. Humann, 1833, Online bei Google Books.

Religion Ziegenburg ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Katholiken sind bis heute nach St. Jakobus der Ältere (Marktschorgast) gepfarrt. Die Protestanten waren bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach St. Johannis (Wirsberg) gepfarrt, seitdem ist Marktschorgast zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Marktschorgast) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1426 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach