Stadel [] (im einheimischen Dialekt: [])Gabrielle Schmid: Stadel ZH (Dielsdorf). In: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5; und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 848. ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich in der Schweiz. Zur Unterscheidung von anderen Ortschaften desselben Namens wurde früher der Zusatz bei Niederglatt angefügt.

Zu Stadel gehören seit 1907 auch Windlach, Raat und Schüpfheim. Die Zivilgemeinde Windlach wurde per 1. Januar 2010 aufgelöst.Reglement über die Wasserversorgung. IX. Übergangsbestimmungen. Website der Gemeinde Stadel, 18. Oktober 2007 (PDF; 86 kB).

Wappen Blasonierung: In Blau zwei silberne Lilien, überhöht von einem gestürzten, gebildeten silbernen Halbmond

Der silberne Halbmond wurde aus dem Wappen der ehemaligen Obervogtei Neuamt übernommen.

Dorfwappen

Name Stadel wird 1173 erstmals urkundlich erwähnt; ein älterer Beleg stadala aus dem Jahr 1044 kann nicht sicher zugeordnet werden. Der Name geht auf ahd. stadal, mhd. stadel ‹Stall, Scheune› (bzw. für den Beleg von 1044 auf dessen Pluralform) zurück.

Geographie alternativtext=Stadel bei Niederglatt, Werner Friedli, 1. Mai 1950|mini|Luftbild (1950) von Werner Friedli Die Gemeinde Stadel liegt im Zürcher Unterland am Rande einer von Ausläufern der grossen Alpengletscher in der Eiszeit geschaffenen Ebene, die früher sumpfig war. Das Neeracher Ried ist ein Restbestand dieser Seenlandschaft. Von der Gemeindefläche dienen 56,5 % der Landwirtschaft, 30,5 % ist mit Wald bedeckt, 2,8 % ist Verkehrsfläche und 9,3 % Siedlungsgebiet, 0,5 % sind Gewässer und 0,4 % unproduktive Fläche (Stand 2018).Gemeindeporträts. Stadel. Flächen. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2018.

Geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle Im September 2022 gab die Nagra bekannt, dass sie das Haberstal in Windlach als Endlager-Standort für Atommüll vorschlägt. Im Sommer 2023 wurde das Rahmenbewilligungsgesuch beim Bund eingereicht.Nagra News. Juni 2023. Die drei hauptbetroffenen Gemeinden, Stadel, Weiach und Glattfelden, organisierten im Herbst 2022 und im Frühling 2023 Informationsveranstaltungen. Die drei Gemeindepräsidenten reisten nach Finnland und besichtigten dort das Tiefenlager Onkalo im Bau. In der Gemeinde Stadel entstand die Arbeitsgruppe «STADELaktiv», deren Slogan «Tiefenlager – aber bitte fair» lautet.Die Schweiz blickte nach Stadel – und dann? Nagra, 8. September 2023.

Bevölkerung + BevölkerungsentwicklungQuellen: 1634–1763: HLS, 1850–1950: Eidgenössische Volkszählungen, danach: Gemeindeporträts. Stadel. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2000–2022. Jahr 1634 1670 1689 1763 1850 1900 1950 2000 2005 2010 2015 2020 2022 Einwohner 686 965 1128 742 1452 1088 1012 1722 1809 1979 2210 2335 2348

Politik Gemeindepräsident für die Amtsdauer 2022–2026 ist Dieter Schaltegger (SVP).Gemeinderat, Website der Gemeinde Stadel.

Bei der Nationalratswahl 2019 erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: SVP 52,11 %, FDP 10,40 %, Grüne 10,19 %, glp 8,25 %, SP 6,60 %, CVP 3,73 %, EDU 3,43 %, EVP 2,15 %, BDP 1,83 % und andere (8) 1,32 %.

Die Wähleranteile bei der Nationalratswahl 2023: SVP 54,39 % (+2,28 %), SP 9,2 % (+2,60 %), FDP 8,1 % (−2,31 %), Grüne 7,46 % (−2,73 %), Die Mitte 7,16 % (+1,60 %), glp 6,36 % (−1,89 %), EDU 2,59 % (−0,84 %), EVP 2,45 % (+0,30 %), andere (12) 2,30 %.Nationalratswahl 2023. Kanton Zürich. 25. Oktober 2023.

Schulen Stadel ist ein lokales Zentrum, das die Oberstufenschule für die Nachbargemeinden Bachs, Neerach und Weiach beherbergt.

mini|Leuenbrunnen Sehenswürdigkeiten

Der Leuenbrunnen ist ein achteckiger Spätrenaissancebrunnen aus dem Jahre 1636. Die reich verzierte Säule enthält Löwenmasken, Wappen und einen sitzenden schildhaltenden Löwen.

Persönlichkeiten Jakob Albrecht (1825–1876), Viehhändler und liberaler Politiker Heinrich Hauser (1851–1905), Landwirt und liberaler Politiker Karl Hafner (1878–1947), reformierter Geistlicher und Politiker Hugo von der Crone (1929–2008), Jurist und Generaldirektor der Schweizerischen Kreditanstalt

Bilder

Literatur Gottlieb Binder: Geschichte der Gemeinde Stadel im einstigen Neuamt. Verlag der Gemeinde Stadel, Stadel 1939. Heinrich Guggenbühl: Stadel. Raat, Schüpfheim, Stadel und Windlach. Entwicklung einer Gemeinde. Hrsg. Gemeinde Stadel, Stadel 1994. Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Stadel (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1943, , S. 136–139 (Digitalisat). Regula Crottet, Anika Kerstan, Philipp Zwyssig: Der Bezirk Dielsdorf (= Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe. Band VII). Bern 2023.Der Bezirk Dielsdorf (= Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe. Band VII). Bern 2023. Thomas Weibel: Das Neuamt. Aarau 1996. Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, I. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons Zürich. Neue Folge, Zweiter Teil, Rechte der Landschaft. Band 1 (online), S. 340–381.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Stadel bei Niederglatt

Statistische Daten der Gemeinde Stadel bei Niederglatt

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Zürich

Kategorie:Ersterwähnung 1173