mini|Hauptmann Otto Bertram (1940) Otto Bertram (* 30. April 1916 in Wilhelmshaven; † 8. Februar 1987 in Baden-Baden)Digitalisat der Geburtsurkunde:1_PDFsam_GU Bertram Otto 1916 Offizier.pdf war Offizier der Wehrmacht und später Oberstleutnant der Bundeswehr, Presseoffizier im Führungsstab der Bundeswehr und Luftwaffenattaché.
Leben Otto Bertram war der Sohn des Kaiserlicher Registrator Ernst Richard Otto Bertram und seiner Frau, Alma Gerda Bertram, geborene Heinkamp, in Rüstringen geboren. Das Paar lebte in der Gökerstraße in Rüstringen.Digitalisat der Geburtsurkunde: 1_PDFsam_GU Bertram Otto 1916 Offizier.pdf
Er war zwei oder dreimal verheiratet, (laut Randnotiz seiner Geburtsurkunde) zum ersten Mal am 11. Juli 1950 und zum 3. Mal am 6. August 1955 im Standesamt in Odenthal mit Eva Elisabeth geb. BrenkeEintrag im Sterbebuch der Stadt Baden-Baden; Digitalisat online einsehbar beim Stadtarchiv Baden-Baden unter Sterberegister 1987 Baden-Baden - Stadt Baden-Baden, Seite 92.. Über die zweite Hochzeit ist nichts bekannt.
Militärische Laufbahn Otto Bertram war einer von drei Brüdern, die 1935 in die Luftwaffe eintraten. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum Flugzeugführer. Ab März 1938 war Bertram als Leutnant bei der Legion Condor, die die Putschisten unter General Franco beim Sieg gegen Spaniens demokratisch gewählte Regierung unterstützte, u. a. durch die völkerrechtswidrige Bombardierung und Zerstörung des Ortes Guernica. Bertram gehörte zur 1. Staffel der Jagdgruppe 88 und erreichte acht Luftsiege. Am 4. Oktober 1938 wurde er bei einem seiner Einsätze von La Sénia aus von einer gegnerischen Polikarpow I-15 abgeschossen und musste notlanden. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er mit dem Spanienkreuz in Gold mit Brillanten ausgezeichnet, welches nur 28 mal verliehen wurde. Unter anderem erhielten es auch Werner Mölders und Hugo Sperrle für ihre „beispielhafte und herausragende Leistung“, so die Begründung in der NS-Propaganda, im dortigen Einsatz. Am 26. Oktober 1939 wurde Bertram zum Staffelkapitän ernannt.
Im Zweiten Weltkrieg war Oberleutnant Bertram in der Schlacht um Frankreich und zwischen dem 2. September und 6. September 1940 bei der Luftschlacht um England eingesetzt. Hier stieg er am 26. September 1940 zum Gruppenkommandeur der III. Gruppe des Jagdgeschwaders 2 "Richthofen" auf. Nachdem seine beiden Brüder Hans und Karl in der Luftschlacht um England gefallen waren, wurde Bertram aus dem dortigen Einsatz herausgezogen und am 28. Oktober 1940 zum Hauptmann befördert. Bertram selbst wurde als Jagdpilot abberufen und diente bis Kriegsende in verschiedenen Stabsstellungen bei der Luftwaffe: so vom Herbst 1940 bis 1941 an der Jagdfliegerschule 5 in Wien-Schwechat sowie von 1943 bis 1944 als Kommandeur im Stab des Jagdgeschwaders JG 101. Als Major wurde er im Februar 1945 der Gruppenkommandeur der I. Gruppe / Jagdgeschwader 6 bis zu dessen Auflösung.
Otto Bertram wurde nach der Wiederbewaffnung 1956 Major der Bundeswehr und Presseoffizier im Führungsstab der Bundeswehr. Er war Mitglied der Gemeinschaft der Jagdflieger e. V. in der Bundesrepublik. 1966 war er Oberstleutnant und Luftwaffenattaché in Belgien, gleichzeitig auch zuständig für Luxemburg.
Spätere zivile Aktivitäten und Tod In den 1970er-Jahren zog er nach Baden-Baden in ein Haus in der Große Dollenstr. 28 in Baden-Baden und Betrieb dort eine Handelsvertretung. In den 1980er-Jahren zog er mit seiner Ehefrau Eva Elisabeth um in die Fremersbergstr. 29. Ab den 1980er-Jahren waren beide am Ludwig-WIlheim-Platz 7 ansässig.Adressbücher der Stadt Baden-Baden; Digitalisate online unter Adressbuch 1976 - Stadt Baden-Baden Seite 144, Adressbuch 1981-1982 - Stadt Baden-Baden Seite 134, Adressbuch 1984-1985 - Stadt Baden-Baden Seite 76 Er verstarb in der Stadtklinik in Baden-Baden.
Auszeichnungen Flugzeugführerabzeichen Spanienkreuz in Gold mit Schwertern und BrillantenJörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945. Band 4. Württemberg II – Deutsches Reich. Zentralstelle für wissenschaftliche Ordenskunde, München 2001, ISBN 3-00-00-1396-2, S. 2091 Eisernes Kreuz (1939) II. und I. Klasse Verwundetenabzeichen (1939) in Silber Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 28. Oktober 1940Veit Scherzer: Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 218.
Siehe auch Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg
Literatur Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe 1939–1945, Band I Jagdflieger, Dieter Hoffmann Verlag 1966, S. 96.
Weblinks Die Bomber von Guernica auf freitag.de v. 10. Juni 2009
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Luftwaffenattaché (Luftstreitkräfte der Bundeswehr) Kategorie:Major (Luftwaffe der Wehrmacht) Kategorie:Oberstleutnant (Luftwaffe der Bundeswehr) Kategorie:Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes Kategorie:Person (Legion Condor) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1916 Kategorie:Gestorben 1987 Kategorie:Mann