Alt-Homberg (lokal meist: Alt-Homberch) ist ein linksrheinischer Stadtteil im Duisburger Stadtbezirk Homberg/Ruhrort/Baerl. Im Stadtteil (inkl. Haesen und Essenberg) leben insgesamt 15.219 Einwohner auf einer Fläche von 7,14 km². (Stand: 31. Dezember 2025)

Zusammen mit dem angrenzenden Stadtteil Hochheide bildete Alt-Homberg von 1907 bis zur Eingemeindung in die Stadt Duisburg im Jahre 1975 die kreisangehörige Stadt Homberg (Niederrhein), die zum Kreis Moers gehörte. Seit der Eingemeindung bildet Alt-Homberg zusammen mit den linksrheinischen Nachbarstadtteilen Hochheide und Baerl sowie dem südlich von Alt-Homberg gelegenen Stadtbezirk Rheinhausen den Duisburger Westen. Noch heute zieht der Rhein im Leben der Duisburger eine natürliche Grenze zum östlichen Duisburg.

Geographie Lage Das Homberger Gebiet lag früher bereits an einer Rheinfurt, die Händler vom Hellweg auf ihrer Reise zum Jakobsweg nutzten.

Die mittlere Höhenlage des Stadtkerns beträgt 31,7 m ü. NN.

Ortsteile Gliederung mini|hochkant|Auf der gegenüberliegenden Rheinseite stehendes „Rheinorange“ mit Rheinkilometerschild mini|Ufermauer bei Homberg mini|Plangemühle Duisburg-Homberg Der Stadtteil Alt-Homberg liegt am Rheinkilometer 780 und besteht aus den nachfolgend dargestellten Ortsteilen.In nordrhein-westfälischen Großstädten bilden Ortsteile inoffizielle Unterordnungen von Stadtteilen, die wiederum Teilmengen eines Stadtbezirks sind.

Alt-Homberg Der Ortsteil Alt-Homberg war zusammen mit Essenberg der Ausgangspunkt für die städtische Entwicklung der linksrheinischen Ortsteile des Stadtbezirks Homberg / Ruhrort / Baerl. Mit Schulen, ehemals vielen Geschäften in der Augustastraße, einem Frei- und Hallenbad, dem Rathaus sowie dem Malteser Krankenhaus St. Johannes-Stift ist Alt-Homberg das Zentrum des Bezirks. Um 1900 wurden die ersten Straßenzüge mit Wasser-, Strom- und Gasleitungen versorgt. Alt-Homberg hat heute noch etwas von seinem alten Kleinstadt-Flair behalten.

Essenberg Der Ortsteil Essenberg liegt zwischen Alt-Homberg und Rheinhausen-Asterlagen. Geprägt wird Essenberg durch die am Rhein angesiedelte Sachtleben Chemie. In den 1960er Jahren wurde außerdem eine Säurefabrik im Essenberger Bruch errichtet. 1970 wurde die Rheinbrücke Neuenkamp zwischen Essenberg und Neuenkamp fertiggestellt, im Vorfeld wurden viele Häuser abgerissen.

In den Haesen Der Ortsteil Haesen wird von Ein- und Mehrfamilien-Häusern seit den 1960er Jahren geprägt. Haesen grenzt an den Norden von Alt-Homberg. Im Westen liegt der Uettelsheimer See, nördlich hinter einem Wald ein Benzinlager, ein Logistikunternehmen und der Baerler Ortsteil Gerdt, östlich das Rheinufer.

Geschichte Name Der Name Homberg entstand aus den germanischen Silben „Hohon“ und „Berka“, was so viel bedeutet wie „Hoher Berg“.

Zu germanischer Zeit floss der Rhein bei höheren Wasserständen nicht nur östlich an Homberg vorbei, sondern auch westlich durch die schon am Ende der Weichsel-Kaltzeit entstandene Moerser Rinne. Die Höhen von Homberg und Baerl waren dadurch seit dem Ende der letzten Eiszeit inselartige hochwassersichere Siedlungsplätze.

Eine im 19. Jahrhundert von dem Forscher R. Pick aufgestellte Hypothese „berka“ würde in keltischer Ableitung von „bior“ „Wasser“ und „ka“ „Haus“, also „Siedlung am Wasser“, stammen, gilt heute als falsch. Es gibt keine linguistischen Belege und auch keine Entsprechungen keltischer Herkunft der Silbe „berka“ in benachbarten Ortsnamen. Hingegen zeugen zahlreiche benachbarten Ortsnamen wie Asberg, Scherpenberg, Essenberg, Ossenberg oder Rheinberg, die wie Homberg auf Kuppen lagen, von der Richtigkeit der germanischen Wortherkunft vom Homberg. Auch weiträumige Entsprechungen finden sich in ehemalig rechtsrheinischen Siedlungsgebieten der Germanen wie Homberg bei Mettmann und dem heute siedlungslosen Homberg im Mülheimer Stadtwald.

Frühzeit und römische Zeit Schon vor über fünftausend Jahren zogen Reisende durch das Homberger Gebiet und über die Rheinfurt zum Vorläufer des Hellwegs. Zahlreiche Funde zeugen von der Besiedlung in römischer Zeit. An der ehemaligen Ziegelei am Uettelsheimer See wurde ein römischer Gutshof und zugehörige Gräber gefunden. Auch oberhalb des Essenberger Bruchgrabens wurden römische Gefäße und Reste von Fachwerkbauten einer Siedlung ausgegraben. Die Gutshöfe dienten unter anderem der Versorgung der im Kastell Asciburgium stationierten Truppen und deren in einem Vicus lebenden zivilen Bewohnern. In frührömischer Zeit befand sich im heutigen Essenberger Bruch eine Altrheinschleife mit dem Kastell-Hafen. Der Stützpunkt war Teil des niedergermanischen Limes und besaß zunächst entscheidende Bedeutung für die Sicherung der Ruhrmündung und des südlich verlaufenden Vorläufer des Hellwegs.Tilmann Bechert: Die Römer in Asciburgium (= Duisburger Forschungen, Bd. 36). Braun, Duisburg 1989, ISBN 3-87096-047-7, S. 16–18. Ab etwa 50 n. Chr. verlandete der Altrheinarm langsam. Eine spätmittelalterliche Kopie einer Karte auf der Asciburgium auf der gegenüberliegenden Rheinseite eingezeichnet ist, könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Siedlung sich von der Homberger Seite zum heutigen Duisburg hin verlagerte. Ende des 4. Jahrhunderts kam es zu einem Verfall der Herrschaft der Römer und zur Landnahme durch die germanischen Franken.

Mittelalter Ab dem 7. Jahrhundert bildeten sich unter den fränkischen Karolingern die oft mächtigen Hausmeier, wobei Homberg zur Grafschaft Moers gehörte. 855 wurde Homberg als Hohon Berka zum ersten Mal im Heberegister der Abtei Werden a. d. Ruhr erwähnt. Seit dem 9. Jahrhundert besteht eine enge Verbindung mit Ascmeri (später Escmeri, heute Essenberg). Es folgten vier Jahrhunderte der Herrschaft durch spanische, holländische, französische, kroatische und andere kriegerische Heere.

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts erfolgte ein Rheindurchbruch und trennte Homberger Uferwiesen ab, auf dem sich das heute rechtsrheinische gelegene Ruhrort entwickelte.

Neuzeit und Industrialisierung 1571 wurde die evangelische Kirchengemeinde Homberg gegründet. Im Jahre 1587 errichteten die Spanier auf Essenberger Gebiet die sogenannte Kamillenschanze am Rhein, die zehn Jahre später durch Prinz Moritz von Oranien geschleift wurde. 1648 endete durch den Westfälischen Frieden der Dreißigjährige Krieg. Raub und Mord als auch die Pest und Rote Ruhr hatten die Bevölkerung stark dezimiert. Am Anfang des 17. Jahrhunderts ging die Erbfolge von Grafschaft Moers an das Haus Oranien in Haag. Zwischen 1672 und 1683 war Homberg durch Franzosen besetzt.

Nach dem Erbstreit zwischen Preußen und dem Haus Nassau gelang Fürst Leopold I. von Dessau („Alter Dessauer“) am 8. September 1712 die Einnahme der Stadt Moers, so entstand preußischer Einfluss im Rahmen des Fürstentums Moers. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gewann Essenberg Bedeutung als Umschlagplatz für den niederrheinischen Salzhandel.

Von 1756 bis 1763 wurde die Stadt wie auch die anderen Städte in der Umgebung vom Siebenjährigen Krieg heimgesucht. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Handel in Homberg durch die preußische Regierung gefördert.

Der Weiler Hochheide wurde 1787 erstmals urkundlich erwähnt, bevor das Gebiet 1794 französisch besetzt wurde. 1795 und 1801 verlor Preußen im Frieden zu Basel zunächst Teile und schließlich im Frieden von Luneville das gesamte linke Rheinufer. Während dieser Zeit bildete Homberg eine Mairie nach französischem Vorbild und gehörte zum Kanton Moers im Arrondissement Krefeld des Rur-Departements.GenWiki: Kanton Moers

Beim erneuten Übergang des linken Rheinufers als Ergebnis des Wiener Kongresses an Preußen (1815) kam der Kanton Moers mit Homberg zum Regierungsbezirk Kleve der preußischen Rheinprovinz. Aus der Mairie der Franzosenzeit wurde die preußische Bürgermeisterei Homberg, die seit 1816 zum Kreis Rheinberg, nach dessen Auflösung 1823 zum Kreis Geldern und seit 1857 zum neugebildeten Kreis Moers gehörte. Die Bürgermeisterei umfasste die drei Gemeinden Essenberg, Hochheide und Homberg. Sie wurde von 1819 bis 1901 in Personalunion mit der Bürgermeisterei Hochemmerich geführt.

Ab 1851 siedelte sich, zunächst mit dem Sägewerk Gebr. Cloos (am Ende Hornitex unter Sonae Industrie) Industrie in Homberg an, 1854–1856 wurde als Flussquerung des Eisenbahnverkehrs das Trajekt Ruhrort–Homberg mit den Hebetürmen an beiden Ufern erbaut, der Homberger Hebeturm wurde zum Wahrzeichen des Stadtteils. Der Unternehmer Franz Haniel veranlasste im selben Jahr Bohrungen nach Kohle, die erfolgreich verliefen.

In den 1850er Jahren entstanden örtliche Einrichtungen wie die Pfarrgemeinde St. Johannes und die Freiwillige Feuerwehr Homberg; 1872 wurde mit der Kohleförderung begonnen. Die Pfarrgemeinde eröffnete 1894 das Krankenhaus St.-Johannis-Stift mit 40 Betten und vollendete im Jahr 1903 den Turm der St.-Johannes-Kirche. Der Rheinpreußen-Hafen wurde 1906 als zusätzlicher Umschlagpunkt für die Zeche Rheinpreußen fertiggestellt.

Schließlich vereinigten sich am 1. Januar 1907 Essenberg, Homberg und Hochheide zu einer Gemeinde, im selben Jahr wurde die erste Rheinbrücke fertiggestellt. Am 9. Dezember 1911 wurde das Schulgebäude an der Wilhelmstraße eröffnet, das seit April 1957 städtisches Homberger Gymnasium ist und den Namen Franz-Haniel-Gymnasium trägt.

Belgische Besatzung 1918–1926 Im Rahmen der Rheinlandbesetzung nach dem Ersten Weltkrieg wurden in Homberg ab dem 10. Dezember 1918 die Rheinbrücke als Grenze des Besatzungsgebietes gesperrt und rund 830 belgische Soldaten und dazu auch Familienangehörige der Offiziere einquartiert.Zeitung „Der Grafschafter“, Ausgaben zwischen 1918 und 1926; Stadtarchiv Moers: Bestand 2 Nr. 33–78 Kasernen und Truppenlager, Bestand 2 Nr. 33–82 Besatzungsschäden, Bestand 2 Nr. 33–83 Besatzungskosten Später sollen es bis zu 1500 Belgier gewesen sein. Wegen Klagen der Bevölkerung und unzumutbaren Zuständen für die Besatzer zogen diese später in ein hölzernes Barackenlager um, das im Park Im Hackenfeld (heute Friesenpark) errichtet wurde. Der Sportplatz diente als Exerzierplatz. Das Verhalten der Soldaten und Widerstand der Homberger führten immer wieder zu Konflikten. Belastend war auch, dass Kontakte zu Familienangehörigen auf der anderen Seite der Rheingrenze kaum möglich waren. Frauen, die ungenehmigt belgische Soldaten heirateten, drohte eine Gefängnisstrafe. Am 29. Januar 1926 endet für Homberg die Besatzungszeit. Die Baracken wurden später abgerissen.

Die Rote Ruhrarmee besetzte Homberg nach dem Kapp-Putsch während der März-Unruhen im Jahr 1920.

Weimarer Republik, Nationalsozialismus 1921 erhielt die zum ansehnlichen Industrieort angewachsene Gemeinde die Stadtrechte. In diesem Jahr rückte am 8. März das französische Infanterie-Regiment 168 wegen ausstehender Reparationen in die Städte Duisburg und Düsseldorf ein. Im Januar 1923 begannen französische und belgische Truppen an den Brückenköpfen Homberg und Duisburg mit der Besetzung des Ruhrgebiets. 1928 entstand ein neues Rathaus in Homberg.

Während des von 1939 bis 1945 andauernden Zweiten Weltkriegs fielen Pfingsten 1940 die ersten Bomben auf Hochheide. Alliierte Truppen griffen am 16., 17. und 19. Februar 1945 im linksrheinischen Abschnitt von Homberg bis Wesel an der Stelle an, wo sich eine historische Furt durch den Rhein befindet. Noch in der Endphase des Krieges wurde 1945 die nach Admiral Scheer benannte Rheinbrücke von deutschen Truppen gesprengt.

Nachkriegsgeschichte mini|Luftbild von Essenberg, 1953 mini|links| Luftbild von Alt-Homberg, 1953 Nachdem ab 1946 der Wiederaufbau der zerbombten Stadt begonnen hatte, wurde 1954 die Friedrich-Ebert-Brücke wiederhergestellt; 1960 wurde das Rathaus erweitert. Die Bergwerkschächte wurden im selben Jahr verfüllt; der Malakow-Turm über Schacht 1 blieb als Industriedenkmal erhalten.