mini|Alsterpavillon (2013), der 6. Bau am Ort Der Alsterpavillon ist ein traditionsreiches Café in Hamburg. Das mittlerweile sechste Gebäude dieses Namens befindet sich am Jungfernstieg unmittelbar am Ufer der Binnenalster.

Geschichte mini|1. Alsterpavillon um 1830 Der erste Pavillon wurde am 20. August 1799 von dem Franzosen Augustin Lancelot de Quatre BarbesAndere Schreibweise: „Quatrebarbes“, Literatur: P. Piper: Altona und die Fremden, insbesondere die Emigranten, vor hundert Jahren. Festschrift zum Stadtjubiläum am 23. August 1914, Harder Verlag, Altona 1914, S. 196. (Die dem französischen Adel angehörige Familie Quatrebarbes lässt sich bis ins 13. Jh. zurückverfolgen.) eröffnet, der als Adliger vor den Verfolgungen während der Französischen Revolution nach Hamburg geflohen war. Er brachte u. a. die Kenntnisse zur Herstellung von Speiseeis aus Frankreich mit, weshalb vom Alsterpavillon als der vermutlich ersten „Eisdiele“ in Deutschland stellenweise zu lesen ist. Zwei Jahre später im Mai 1801 wurde der aus dem schweizerischen Kanton Graubünden stammende Konditor Richard Ruben Betreiber. 1809 überließ er den Pavillon seinem Bruder Donat Ruben,Seit Anfang September 1794 Hamburger Bürger. (Verzeichnis derjenigen, so Bürger geworden). In: Privilegirte gemeinnützige wöchentlichen Nachrichten von und für Hamburg. 10. September 1794, S. 612 ; europeana.eu der ihn bis zu seinem Tode im Oktober 1828 führte.Todes-Anzeigen. In: Privilegirte gemeinnützige wöchentlichen Nachrichten von und für Hamburg. 11. Oktober 1828, S. 5; europeana.eu

mini|2. Alsterpavillon (Wimmel) um 1860 Johannes Sprecher, der für Ruben gearbeitet hatte, stammte wie seine Vorgänger aus der Schweiz. Er ließ 1835 von Carl Ludwig Wimmel einen neuen Pavillon im klassizistischen Stil bauen. Nach seinem Tode im Dezember 1836Johannes Sprecher verstarb am 1. Dezember 1836 in der Schweiz und hinterließ testamentarisch seinen Eltern und seinem Bruder Ulrich den Alsterpavillon (Proclamata. In: Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, 22. Februar 1837, S. ; sub.uni-hamburg.de) Die Angabe „1844“ zitiert nach Melhop, S. 474, ist daher falsch. übernahm den Pavillon Sprechers Schwiegersohn Franz Dürst. Nach dessen Tod im März 1848Franz Dürst verstarb am 3. März 1848. – Todesanzeige von Ursula Dürst, geb. Sprecher. In: Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, 9. März 1848, S. ; sub.uni-hamburg.de bewirtete Johannes Sprechers Sohn Heinrich die Gäste bis 1874.

mini|3. Alsterpavillon (Haller) um 1880 Als nächster Pächter ließ Johannes Schwarting 1874 und 1876 den bestehenden Pavillon von dem Architekten Martin Haller umbauen und erweitern. Alsterpavillon, Um- und Anbauten, 1874 und 1876/78, Mitarbeiter: Leopold Lambrecht in: Wilhelm Hornbostel, David Klemm (Hrsg.): Martin Haller. Leben und Werk 1835–1925. Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 1999, ISBN 3-930802-71-6, S. 228 Johannes Schwarting, der auch Direktor der Marienthaler Brauerei AG war, verstarb im Oktober 1885.Tages-Neuigkeiten. In: Hamburgischer Correspondent. 12. Oktober 1885, S. 1, (Digitalisat); Tagesbericht. In: Hamburger Fremdenblatt, 13. Oktober 1885, S. ; sub.uni-hamburg.de Anschließend übernahm seine Frau Marie Schwarting das Alsterpavillon.

mini|4. Alsterpavillon (Hauers) um 1905 Aufgrund einer Erweiterung des Jungfernstieges entstand 1900 ein Neubau nach Entwurf von Wilhelm Hauers.Der neue Alsterpavillon. In: General-Anzeiger (=Hamburger Anzeiger), 1. Oktober 1899, 7. Beilage, S. ; europeana.eu Der massive Bau mit polierten Granitsäulen und glasierten Mettlacher Steinen erhielt den Spitznamen „Kachelofen“.

mini|5. Alsterpavillon (Rambatz & Jollasse) um 1938 Am 9. Juni 1914 wurde als inzwischen fünftes Gebäude ein Neubau nach Entwurf der Hamburger Architekten Johann Gottlieb Rambatz und Wilhelm Jollasse eröffnet. Während des Dritten Reiches fanden dort noch lange Zeit Swing-Konzerte statt, obwohl die Musik bei den Nationalsozialisten verpönt war. Am 26. Juli 1942 wurde der Pavillon während eines Bombenangriffs zerstört.Hans Brunswig: Feuersturm über Hamburg. Stuttgart 1979, ISBN 3-87943-570-7, S. 143.

Das heute existierende halbkreisförmige sechste Gebäude mit Flachdach wurde 1952–1953 nach Plänen des Architekten Ferdinand Streb auf dem erhaltenen Sockelgeschoss erbaut und 1992–1994 umgebaut.

Schweizerpavillon Unweit des Alsterpavillons und ebenfalls am Jungfernstieg auf Höhe des Neuen Walls gab es von 1813 bis 1842 noch einen zweiten Pavillon: Im Jahr 1813 hatte der französische Gastwirt Hyacinthe Dubernet die Erlaubnis erhalten, das bisherige Wachgebäude „Nilus“ als zweiten Pavillon an der Alster zu pachten. 1815 nahm Dubernet den Pächter des Alsterpavillons Richard Ruben als Teilhaber auf. Im Gegensatz zum Alsterpavillon, der seinerzeit im Volksmund auch „Rauchpavillon“ genannt worden war, durfte im Schweizerpavillon nicht geraucht werden.Georg Nicolaus Bärmann: Hamburg und Hamburgs Umgegend. Ein Hand- und Hülfsbuch für Einheimische und Fremde. Friedrich Hermann Nestler, Hamburg 1822, S. 160; google.de/books Heinrich Heine hat den Schweizerpavillon regelmäßig besucht.Heinrich Heine: Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski. Artemis & Winkler Verlag, 1969; 1. Teil, zu Beginn des 4. Kapitels; Beim Hamburger Brand im Mai 1842 wurde der Schweizerpavillon zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Literatur Carl Düsterdieck: 150 Jahre Alsterpavillon am Jungfernstieg. Alsterpavillon Jepp, Hamburg 1949; . Wilhelm Melhop: Die Alster. Paul Hartung, Hamburg 1932; 83. Der Alsterpavillon. S. 472 ff.; sub.uni-hamburg.de 84. Der Schweizer Pavillon. S. 479 ff.; sub.uni-hamburg.de

Zur Geschichte des Alsterpavillons. In: Mitteilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte, 1898/1899, 19. Jg., S. 193–195; Hamburg 1900,

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Gastronomiebetrieb (Hamburg) Kategorie:Pavillon Kategorie:Bauwerk im Bezirk Hamburg-Mitte Kategorie:Alster Kategorie:Hamburg-Neustadt