Der Kreis Düren ist ein deutscher Kreis im Westen von Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Köln. In dem zwischen Aachen und Köln gelegenen Kreis leben über 278.000 Menschen. Durch den 941,37 km² großen Kreis fließt die Rur.

Die größte von insgesamt 15 Kommunen ist die namensgebende Stadt Düren mit rund 95.000 Einwohnern, gefolgt von Jülich mit gut 35.000 Einwohnern, das früher selbst Zentrum eines Kreises war. Der heutige Kreis Düren entstand 1972 nach einer Kommunalreform durch das Aachen-Gesetz.

Als Landrat ist seit November 2025 Ralf Nolten im Amt. Er gehört der CDU an, die seit 1972 fast durchgehend die stärkste Partei im Kreistag ist.

Kulturell hat der Kreis Düren Museen zu Papier, Töpferei, Kunst und Geschichte zu bieten. Konzerte und andere Veranstaltungen finden unter anderem in der Arena Kreis Düren, auf Burg Nideggen und im Jülicher Brückenkopf-Park statt. Außerdem sorgen die Annakirmes als großes Volksfest in Düren und der Karneval jedes Jahr für Unterhaltung.

Neben Burgen und Sakralbauten sind zahlreiche weitere Baudenkmäler im Kreis Düren zu finden. Zur Naherholung bieten sich weitläufige Waldgebiete im Nationalpark Eifel, das Naturschutzgebiet Drover Heide, mehrere Parkanlagen und die Wege entlang der Rur an.

Wirtschaftlich ist der Kreis Düren von der Papierindustrie, dem Maschinenbau und dem Braunkohle-Tagebau mit all seinen Folgen im Strukturwandel geprägt. Als moderne Entwicklung kommt Energie aus Wasserstoff hinzu. Mit dem Forschungszentrum Jülich liegt eine der größten Forschungseinrichtungen Deutschlands im Kreisgebiet. Als Verkehrsmittel und Wege stehen der RurUfer-Radweg, das ÖPNV-Netz mit Rurtalbus und Rurtalbahn sowie mehrere Autobahnen und Bundesstraßen zur Verfügung.

Geografie miniatur|Rur im Waldgebiet zwischen Nideggen-Brück und Heimbach

Geografische Lage Der Kreis Düren liegt im westlichen Rheinland zwischen den Großstädten Aachen und Köln. Im Norden erstreckt sich die zur Niederrheinischen Bucht gehörende Jülich-Zülpicher Börde und im Süden beginnt die Eifel. Durch den Kreis fließt von Süd nach Nord die Rur.

Nachbarkreise Der Kreis Düren grenzt, im Westen beginnend im Uhrzeigersinn, an die Städteregion Aachen, an den Kreis Heinsberg, den Rhein-Kreis Neuss, den Rhein-Erft-Kreis, den Kreis Euskirchen.

Flächennutzung Das Kreisgebiet umfasst eine Fläche von 94.137 Hektar oder 941,37 km². Mehr als die Hälfte der Fläche wird laut Kommunalprofil von der Landwirtschaft genutzt. Gut ein Fünftel ist mit Wald bedeckt, womit der Anteil größer ist als die gesamte Verkehrs- und Siedlungsfläche.

Flächennutzung im Kreis Düren Nutzungsart Fläche in ha Anteil Landwirtschaftsfläche 52121 55,4 % Waldfläche 19900 21,1 % Gebäude- und Freifläche, Betriebsfläche 7993 8,5 % Verkehrsfläche 6034 6,4 % Abbauland 4711 5,0 % Wasserfläche 1511 1,6 % Erholungsfläche, Friedhofsfläche 1422 1,5 % Moore, Heide, Unland 313 0,3 % Flächen anderer Nutzung 132 0,1 %

Städte und Gemeinden

Der Kreis Düren setzt sich aus fünf Städten und zehn weiteren Gemeinden zusammen. Die größte Stadt im Kreis ist die Stadt Düren, die mit gut 90.000 Einwohnern als große kreisangehörige Stadt einzuordnen ist, gefolgt von Jülich, das eine mittlere kreisangehörige Stadt ist.

Die folgende Liste zeigt alle Orte im Kreis Düren mit den Einwohnerzahlen auf dem Stand vom

Name Einwohner Fläche Einw./km² Status AGS Aldenhoven  km² kreisangehörige Gemeinde 05 358 004 Düren  km² große kreisangehörige Stadt 05 358 008 Heimbach  km² kreisangehörige Stadt 05 358 012 Hürtgenwald  km² kreisangehörige Gemeinde 05 358 016 Inden  km² kreisangehörige Gemeinde 05 358 020 Jülich  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 358 024 Kreuzau  km² kreisangehörige Gemeinde 05 358 028 Langerwehe  km² kreisangehörige Gemeinde 05 358 032 Linnich  km² kreisangehörige Stadt 05 358 036 Merzenich  km² kreisangehörige Gemeinde 05 358 040 Nideggen  km² kreisangehörige Stadt 05 358 044 Niederzier  km² kreisangehörige Gemeinde 05 358 048 Nörvenich  km² kreisangehörige Gemeinde 05 358 052 Titz  km² kreisangehörige Gemeinde 05 358 056 Vettweiß  km² kreisangehörige Gemeinde 05 358 060    km² Kreis Düren 05 358 (Einwohnerzahlen vom )

Geschichte Geschichte bis 1971

Auf dem Gebiet des heutigen Kreis Düren waren im Laufe der Geschichte die Römer, die Franken sowie die Grafen und Herzöge von Jülich an der Macht. 1794 fiel es an die Franzosen und wurde Teil des Département de la Roer.

Die preußische Regierung bildete 1816 die damaligen Landkreise. Der erste Kreis Düren entstand aus den ehemaligen französischen Kantonen Düren und Froitzheim sowie Teilen der Kantone Eschweiler, Kerpen und Linnich. Dazu gehörten außer der Stadt Düren die Gemeinden Langerwehe und Weisweiler sowie 22 Bürgermeistereien. Parallel entstand der Kreis Jülich aus 19 Bürgermeistereien. Beide Kreise gehörten zum Regierungsbezirk Aachen in der Provinz Jülich-Kleve-Berg. In den folgenden Jahrzehnten kam es zu mehreren Änderungen der Kreisgebiete.

Geschichte seit 1972 Am 1. Januar 1972 trat eine umfangreiche Kommunalreform nach dem Aachen-Gesetz in Kraft. Der Kreis Jülich wurde aufgelöst und Teil des neuen Kreises Düren. Heimbach aus dem bisherigen Kreis Schleiden sowie Schmidt und Vossenack aus dem bisherigen Kreis Monschau kamen ebenfalls neu hinzu. Heimbach und Schmidt wurden Teil der Kommune Nideggen. Bezüglich Heimbach wurde die Entscheidung am 4. August 1972 vom Oberverwaltungsgericht aufgehoben, Vossenack wurde durch das Aachen-Gesetz der neu gebildeten Gemeinde Hürtgenwald. Einige Gemeinden wie Weisweiler gingen vom Kreis Düren an die Stadt Eschweiler.

Ebenfalls 1972 wurde der Regierungsbezirk Aachen aufgelöst und der Kreis Düren kam zum Regierungsbezirk Köln.

Am 1. Januar 1975 trat eine weitere Gebietsreform nach dem Köln-Gesetz in Kraft. Dabei wurden die Ortsteile Wissersheim, Pingsheim und Dorweiler von Erftstadt nach Nörvenich im Kreis Düren umgegliedert.

Am 25. Mai 2009 erhielt der Kreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Im November 2021 gab Landrat Spelthahn bekannt, dass der Kreis in Rurkreis Düren-Jülich umbenannt werden solle. Am 7. Dezember 2021 stimmte der Kreistag Düren mit großer Mehrheit für die Namensänderung. Aus dem Protest von Bürgern entstand ein Bürgerbegehren gegen die Umbenennung, bei dem bis Ende März rund 13.000 Unterschriften gesammelt wurden. Der Kreistag entschied sich am 19. Mai dafür, einen Bürgerentscheid durchzuführen, und nahm die Entscheidung zur Umbenennung nicht zurück. Der Bürgerentscheid wurde am 18. August 2022 ausgezählt und ergab eine Mehrheit von 83 % Ja-Stimmen für die Beibehaltung des bisherigen Namens.

Einwohnerentwicklung Der Kreis Düren hatte nach der großen Kommunalreform 1972 zum Jahresende 237.706 Einwohner. Den bisherigen Höchstwert gab es Ende 2004 mit 272.936 Einwohnern. In den folgenden Jahren sank die Zahl auf aktuell 264.638 Menschen. Die Bevölkerungsdichte beträgt damit 281 Einwohner je km². Im Sommer 2020 stellte der Kreis Düren eine „Wachstumsoffensive“ vor. Demnach soll die Einwohnerzahl bis 2025 auf 300.000 Menschen steigen.

Etwa die Hälfte der Einwohner sind nach Angaben im Kommunalprofil von 2015 über 50 Jahre alt und 16,8 % unter 18 Jahre alt. Knapp 10 % der Einwohner sind dort als „nichtdeutsch“ aufgeführt. In den Jahren 2009 bis 2015 gab es jeweils ein Geburtendefizit mit Werten zwischen 673 und 1048.

Die meisten neuen Einwohner zogen aus den benachbarten Großstädten Aachen und Köln sowie aus Eschweiler und Kerpen nach Düren; dorthin zogen umgekehrt auch die meisten Menschen aus Düren. mini|400px|right|Bevölkerungspyramide für den Kreis Düren (Datenquelle: Zensus 2011.)

Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2011 waren 60,8 % der Einwohner römisch-katholisch, 13,4 % evangelisch, und 25,8 % waren konfessionslos oder gehörten einen anderen Glaubensgemeinschaft an., abgerufen am 8. September 2025 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder ist seitdem gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren 49,0 % der Einwohner römisch-katholisch, 11,6 % evangelisch und 39,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15. Mai 2022, Religion), abgerufen am 31. August 2025

Laut Statistik des Bistums Aachen sank der Anteil der katholische Kirchenmitglieder an der Bevölkerung mit 5,5 Prozentpunkte zwischen Jahresende 2022 und Jahresende 2025.Kirchliche Statistik 2022: Region Düren, abgerufen am 31. August 2025 Region Düren – Überblick Kirchliche Statistik 2025

Religion miniatur|St. Anna Düren

Katholische Kirche Die Katholiken bilden die größte Glaubensgemeinschaft im Kreis Düren und sind im Bistum Aachen organisiert. Etwa 52 % der Einwohner waren 2011 laut Zensus katholisch.

Evangelische Kirche Die Protestanten im Kreis Düren bilden gut 13 % der Bevölkerung. Die Evangelische Gemeinde zu Düren umfasst weite Teile des Kreises. Sie gehört dem Kirchenkreis Jülich an.

Islam Die Fatih-Moschee in Düren ist das bekannteste muslimische Gotteshaus im Kreis. Sie wird von DİTİB verwaltet.

Judentum Es gab zwei Synagogenbezirke im Gebiet des Kreises Düren, nämlich den Synagogenbezirk Düren und den Synagogenbezirk Jülich. Die heutigen Juden sind in der Jüdischen Gemeinde Aachen organisiert.

Politik

Kreistag Seit der kommunalen Neugliederung in Folge des Aachen-Gesetzes gab es zehn Kreistagswahlen. Dabei wurde die CDU außer 1989 immer die stärkste Partei. Die FDP war von 1975 bis 2014 immer im Kreistag vertreten, bis ihre Reserveliste wegen formaler Fehler nicht zur Wahl 2014 zugelassen wurde.

Die Sitzverteilung im Kreistag nach Fraktionen und Gruppen ist seit der Kommunalwahl 2025 wie folgt: Die Wahlbeteiligung lag bei 60,1 %.

+ Ergebnisse der Wahlen zum Kreistag seit 1975 – Stimmenanteile und Sitze Jahr CDU SPD FDP Grüne Linke JÜL/UWG NPD Piraten AfD BSW Volt 1975 55,6 % 39,4 % 5,0 % 1979 53,9 % 40,7 % 5,2 % 1984 48,2 % 40,3 % 5,2 % 6,3 % 1989 42,9 % / 24 44,6 % / 25 6,5 % / 3 6,0 % / 3 1994 45,7 % / 25 42,1 % / 23 4,0 % / 2 8,1 % / 4 1999 52,6 % / 28 35,9 % / 19 3,6 % / 2 5,3 % / 3 1,4 % / 1 2004 52,2 % / 28 28,9 % / 16 5,5 % / 3 8,0 % / 4 2,9 % /2 2,3 % / 1 2009 45,4 % / 25 27,0 % / 15 8,2 % / 4 9,3 % / 5 3,4 % / 2 4,3 % / 2 2,0 % / 1 2014 42,8 % / 25 30,4 % / 17 3,9 % / 0 9,9 % / 6 4,0 % / 2 3,9 % / 2 2,6 % / 1 2,4 % / 1 2020 41,0 % / 25 25,2 % / 15 4,4 % / 3 15,0 % / 9 2,6 % / 2 4,3 % / 3 1,1 % / 1 6,4 % / 4202538,6 % / 2721,0 % / 152,8 % / 29,0 % / 63,8 % / 34,1 % / 318,0 % / 132,1 % / 10,7 % / -Ergebnisse auf eine Nachkommastelle gerundet; JÜL/UWG = Jülichs überparteiliche Liste/Unabhängige Wählergemeinschaft

Landräte und Oberkreisdirektoren Seit dem 1. November 2025 ist Ralf Nolten Landrat des Kreises Düren.

Bis zur vorläufigen Suspendierung durch die Bezirksregierung Köln und der Ernennung Ferdinand Aßhoffs als Landesbeauftragten durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen im November 2024 war Wolfgang Spelthahn seit 1999 hauptamtlicher Landrat und leitete neben seinen repräsentativen Aufgaben die Kreisverwaltung sowie die Polizeibehörde des Kreises.

Nach der Neugliederung des Kreises Düren 1972 war der seit 1964 amtierende Landrat Johannes Kaptain (CDU) noch bis 1989 im Amt. Sein Nachfolger wurde der SPD-Politiker Adolf Retz. Auch von 1994 bis 1999 war mit Manfred Lucas ein Sozialdemokrat in dieser Funktion tätig. Neben den Landräten gab es auch Oberkreisdirektoren. Im Kreis Düren übernahmen Gustav Innecken (1972–1981), Josef Hüttemann (1981–1997) und Annemarie Frage-Münch (1997–1999) dieses Amt. 1999 wurde Wolfgang Spelthahn erster hauptamtlicher Landrat im Kreis Düren, weil die Doppelspitze abgeschafft wurde.

Die Amtsinhaber vor 1972 sind im Artikel Kreis Düren (1816–1971) aufgeführt.

Wappen und Logo