Startklassen der paralympischen Sportarten sind Klassifizierungen von Behindertensportlern in Wettbewerben der paralympischen Sportarten, um eine möglichst große Vergleichbarkeit der individuellen Leistungen zu erlauben.Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp): Klassifizierungssystem Paralympics online oder Das Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten – Stand: Dezember 2014 (pdf 760 kB) Anm.: ist veraltet, die T60er fehlen Startklassen sollen Leistungen im Sinne der Chancengleichheit untereinander vergleichbar machen, so dass allein die individuellen Fähigkeiten, Kraft, Fitness, Ausdauer, taktisches und strategisches Geschick sowie mentale Stärke über den Erfolg in Leistungswettbewerben entscheiden.

Paralympische Sportarten Ausschließlich das Internationale Paralympische Komitee (IPC) legt fest, welche Sportarten sich paralympisch nennen dürfen. Um paralympisch zu werden und paralympisch zu bleiben, muss ein Sport Minimalvoraussetzungen erfüllen, z. B. das Vorhandensein von Startklassen, eine Infrastruktur für die Klassifizierung von Athleten sowie eine Mindestzahl an globalen und regionalen Sportwettbewerben pro Jahr: nicht nur Paralympische Spiele, sondern auch weitere hochkarätige Sportwettbewerbe. Zu nennen sind Weltmeisterschaften und Regionalmeisterschaften, aber auch Sportfeste und Pokalwettbewerbe. Außerdem sollte eine Sportart in mindestens 3 Kontinentalverbänden und 24 Landesverbänden (Teamsportart) oder 32 Landesverbänden (Individualsportart) aktiv betrieben werden.Internationales Paralympisches Komitee: Segeln und 7er-Fußball ab 2017 nicht mehr paralympisch, Taekwondo & Badminton werden paralympisch paralympic.org Federführend bei all dem muss ein Weltsportverband auf dem Gebiet der paralympischen Sportart sein, der zudem der direkte Ansprechpartner für das IPC ist.

Paralympische Sportarten (in Klammern die federführenden Weltsportverbände):Nationales Paralympisches Komitee Deutschland: Leitfaden paralympisches Klassifizierungssystem 2016 5er-Fußball (IBSA) 7er-Fußball (CPISRA) Biathlon (IPC) Boccia (BISFED) Para-Bogensport (WA) Gewichtheben (IPC) Goalball (IBSA) Para-Judo (IBSA) Para-Leichtathletik (IPC) Para-Badminton (BWF) Para-Dressursport (FEI) Para-Kanu (ICF) Para-Radsport (UCI) Para-Rudern (FISA) Para-Snowboarding (IPC) Paratriathlon (ITU) Rollstuhlbasketball (IWBF) Rollstuhlcurling (WCF) Rollstuhlfechten (IWAS) Rollstuhlrugby (IWRF) Rollstuhltennis (ITF) Segeln (IFDS) Sitzvolleyball (WPV) Ski Alpin (IPC) Ski Nordisch (IPC) Sledge-Eishockey (IPC) Para-Sportschießen (IPC) Para-Schwimmen (IPC) Para-Taekwondo (WTF) Para-Tischtennis (ITTF) Rollstuhltanz (IPC) ist paralympisch, IPC-Weltmeisterschaften werden organisiert, die Sportart ist jedoch nicht bei Paralympischen Spielen vertreten.

Klassifizierung von Athleten Die paralympischen Sportarten und ihre Startklassen decken einen weiten Bereich an Behinderungen von Athleten ab. Um als Athlet in paralympischen Sportarten Wettbewerbe bestreiten zu können, sind je nach Sportart Klassifizierungen und Einstufungen in Startklassen erforderlich. Diese werden meist individuell und persönlich von Experten vorgenommen, die über die oben genannten Weltsportverbände bestellt werden – oder aber nationale Behindertensportverbände klassifizieren im Auftrag der Weltsportverbände. Die zuständigen nationalen Behindertensportverbände in deutschsprachigen Ländern sind PluSport (CH), ÖBSV (AT) und DBS (DE).

An paralympischen Wettbewerben sind nur Athleten teilnahmeberechtigt, die mindestens eine der folgenden 10 paralympischen Beeinträchtigungskategorien dauerhaft aufweisen:Internationales Paralympisches Komitee: Beeinträchtigungskategorien ab 2017 paralympic.org Beeinträchtigung der Muskelkraft Beeinträchtigung der passiven Beweglichkeit Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen Unterschiedliche Beinlängen Kleinwuchs Muskelhypertonie (unwillkürliche Muskelanspannung, z. B. Spastiken) Ataxie (verschiedene Störungen der Bewegungskoordination, z. B. die Unfähigkeit zu stehen) Athetose (unwillkürliche Bewegungen von Händen oder Füßen) Beeinträchtigung der Sehfähigkeit Intellektuelle Beeinträchtigung Auch Beeinträchtigungen wie Cerebralparese, Querschnittlähmung und Spastik sind über die genannten 10 Kategorien abgedeckt. Manche der paralympischen Sportarten sind für alle akzeptierten Behinderungskategorien offen, andere nur für ausgewählte. Nicht paralympisch ist beispielsweise jedweder Sport für Gehörlose, für an den inneren Organen Erkrankte und für Organtransplantierte, so dass Sportler dieser Gruppen keine Startberechtigung in paralympischen Wettbewerben haben.

Startklassen je Sportart Die paralympischen Startklassen erfahren eine weite Akzeptanz und stellen den Standard in den paralympischen Sportarten dar. Sie erlauben die weltweite Vergleichbarkeit von Sportwettbewerben und sportlicher Leistungen.

Manche paralympischen Sportarten sehen eine enorme Anzahl von Entscheidungen in ihren Disziplinen vor. Die Leichtathletik (177 Entscheidungen), Schwimmen (152), Skilaufen (70), Radsport (50), Tischtennis (29) und Gewichtheben (20) stellen zusammen mehr als 80 % aller Entscheidungen bei Paralympischen Spielen.

Sommersportarten Die Sommersportarten werden vom IPC separat von den Wintersportarten klassifiziert.Internationales Paralympisches Komitee:

Blindenfußball (5er-Fußball), Goalball Alle Athleten haben visuelle Einschränkungen bis hin zur vollständigen Blindheit. Um gleiche Verhältnisse zu schaffen, tragen alle Athleten während des Spiels verdunkelte Brillen.

Startklassen „B“ Kategorie Mögliche Position B1 Visuelle Beeinträchtigung Feldspieler B2 Visuelle Beeinträchtigung Torwart B3 Visuelle Beeinträchtigung Torwart

Para Judo

Alle Athleten haben visuelle Einschränkungen bis hin zur vollständigen Blindheit.

Startklassen „J“ Kategorie J1 blind J2 sehbehindert

Leichtathletik Die Klassifizierungen und Startklassen wurden in den letzten Jahren weiter ausdifferenziert. Startklassen „T“ Startklassen „F“ Kategorien T11, T12, T13 F11, F12, F13 Visuelle Beeinträchtigung T20 F20 Intellektuelle Beeinträchtigung T32, T33, T34 F31, F32, F33, F34 Koordinationsstörungen: Ataxie / Athetose / Diplegie / Hemiplegie / Muskelhypertonie / Tetraplegie Start sitzend T35, T36, T37, T38 F35, F36, F37, F38 Start stehend T40, T41 F40, F41 Kleinwuchs T42, T43, T44 F42, F43, F44 Amputation, Fehlbildung von Gliedmaßen, eingeschränkte Muskelkraft oder passive Gelenkbeweglichkeit Beeinträchtigungen in den untere Gliedmaße(n) – Start stehend ohne Unterstützung T45, T46, T47 F45, F46 Beeinträchtigungen in den oberen Gliedmaßen – Start stehend ohne Unterstützung T51, T52, T53, T54 F51, F52, F53, F54, F55, F56, F57 Beeinträchtigungen der Beweglichkeit: Tetraplegie, Paraplegie – Start im Rollstuhl T61, T62, T63, T64 F61, F62, F63, F64 ein/beidseitige Ober/Unterschenkelamputation oder -dysmelie – Start stehend mit Prothese

„T“ (track) mit Lauf- und Sprungdisziplinen, in denen vor allem die Beinfunktionen wichtig sind „F“ (field) mit technischen Disziplinen, in denen vor allem die Armfunktionen wichtig sind (außer beim Hochsprung) 10er, 20er, 40er und 60er Ziffern sowie 35–38: es wird stehend gestartet 50er Ziffern sowie 31–34: es wird sitzend gestartet je niedriger die Nummer, desto höher der Grad der Einschränkung

Triathlon Differenzierung der Startklassen

PTWC1 – Zumeist Rollstuhlfahrer, die ein Handbike und einen Rennrollstuhl nutzen und schwerwiegende Einschränkungen aufweisen, z. B. nicht ohne Unterstützung aufstehen können. PTWC2 – Zumeist Rollstuhlfahrer oder Sportler mit hohen Amputationen oder neurologischen Erkrankungen, die ein Handbike und einen Rennrollstuhl nutzen und schwere Einschränkungen aufweisen, jedoch eigenständig aufstehen können oder einen „tiefen Querschnitt“, bspw. im Lendenwirbelbereich aufweisen. PTS2 – Sportler der stehenden Klasse, die gravierende Einschränkungen aufweisen, bspw. Oberschenkelamputationen, schwerwiegende neurologische Erkrankungen. Für die einzelnen Sportarten werden Orthesen, Prothesen oder andere technische Hilfsmittel benötigt. PTS3 – Sportler der stehenden Klasse, die deutliche Einschränkungen aufweisen, bspw. beidseitige Unterschenkelamputationen, Hemiparesen, Spastik und/oder Ataxie im Ober- und Unterkörper. Für die einzelnen Sportarten werden Orthesen, Prothesen oder andere technische Hilfsmittel benötigt. PTS4 – Sportler der stehenden Klasse, die milde Einschränkungen aufweisen, bspw. Oberarmamputationen, Unterschenkelamputationen, moderate neurologische Erkrankungen aufweisen, Hemiparesen, Spastik und/oder Ataxie im Ober- oder Unterkörper. Für die einzelnen Sportarten werden Orthesen, Prothesen oder andere technische Hilfsmittel z. T. benutzt. PTS5 – Sportler der stehenden Klasse, die leichte Einschränkungen aufweisen, bspw. Unterarmamputationen, Fußamputationen oder neurologische Erkrankungen einer Extremität. Für die einzelnen Sportarten werden Orthesen, Prothesen oder andere technische Hilfsmittel z. T. benutzt. PTVI1 – Sportler, die „vollblind“ sind. Während des Wettbewerbs wird ein Guide des gleichen Geschlechts benötigt. Für das Radfahren wird ein Tandem benutzt. Beim Schwimmen und Laufen wird durch ein Verbindungsstück (Seil) der Kontakt gehalten. PTVI2 – Sportler, die ein starkes partiell eingeschränktes Sehen haben. Während des Wettbewerbs wird ein Guide des gleichen Geschlechts benötigt. Für das Radfahren wird ein Tandem benutzt. Beim Schwimmen und Laufen wird durch ein Verbindungsstück (Seil) der Kontakt gehalten. PTVI3 – Sportler, die ein deutliches bis moderates partiell eingeschränktes Sehen haben. Während des Wettbewerbs wird ein Guide des gleichen Geschlechts benötigt. Für das Radfahren wird ein Tandem benutzt. Beim Schwimmen und Laufen wird durch ein Verbindungsstück (Seil) der Kontakt gehalten.

Schwimmen

Es gibt drei Kategorien mit Startklassen in der Leichtathletik. Diese drei Kategorien decken alle 10 offiziellen paralympischen Beeinträchtigungskategorien ab. Schwimmen ist die einzige paralympische Sportart, die alle Arten von körperlichen Beeinträchtigungen miteinander in funktionelle Relation bringt und gegeneinander über ein Punktesystem in Beziehung setzt. Startklassen „S“ Startklassen „SB“ Startklassen „SM“ Kategorie S1, S2, S3, S4, S5S6, S7, S8, S9, S10 SB1, SB2, SB3, SB4, SB5SB6, SB7, SB8, SB9 SM1, SM2, SM3, SM4, SM5SM6, SM7, SM8, SM9, SM10 Körperliche Beeinträchtigung S11, S12, S13 SB11, SB12, SB13 SM11, SM12, SM13 Visuelle Beeinträchtigung S14 SB14 SM14 Intellektuelle Beeinträchtigung „S“ – Freistilschwimmen, Rückenschwimmen, Schmetterlingsschwimmen; „SB“ – Brustschwimmen; „SM“ – Lagenschwimmen niedrige Klassenziffern je Kategorie zeigen einen höheren Grad der Beeinträchtigung an als hohe Klassenziffern

Radfahren (Bahn, Straße) Für das Paracycling gibt es gemeinsame Startklassen sowohl für den Bahnradsport als auch für den Straßenradsport. Acht der zehn offiziellen paralympischen Beeinträchtigungskategorien sind im Para-Radsport zugelassen; Athleten mit intellektueller Beeinträchtigung und Athleten mit Kleinwuchs dagegen nicht. Die Klassierung wird von der UCI aufgestellt:Union Cycliste International: Klassierungsprofile für den Para-Radsport uci.ch Startklassen „H“(Handbike) Startklassen „T“(Dreirad) Startklassen „C“(Zweirad) Startklasse „T“(Tandem) Kategorie H1, H2, H3 (H3.1/H3.2), H4 Körperliche Beeinträchtigung, ohne Beinfunktion (keine Amputationen) T1, T2 Schwere Stabilitäts- und Koordinationsstörungen, mit Beinfunktion(Muskelkraftverlust, Ataxie, Athetose, Muskelhypertonie, Cerebralparese) H5 C1, C2, C3, C4, C5 Sonstige körperliche Beeinträchtigung TB Visuelle Beeinträchtigung Niedrige Ziffern je Kategorie zeigen einen höheren Grad der Beeinträchtigung an als hohe Ziffern, Athleten werden nur dann in andere Klassen als C1-C5 eingeordnet, wenn kein Zweiradfahren möglich ist,