Der Kreis Kleve liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten des Landes Nordrhein-Westfalen. Er gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf und ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland. Sitz des Kreises ist die Stadt Kleve.
Geografie Kreisgebiet
Teile des Kreises gehören zum Naturpark Maas-Schwalm-Nette.
Kreisangehörige Gemeinden
Der Kreis Kleve gliedert sich in 16 kreisangehörige Gemeinden, von denen fünf Mittlere kreisangehörige Städte sind. Für ihre örtlichen Angelegenheiten sind diese Gemeinden grundsätzlich selbst zuständig, während der Kreis für kleinere Gemeinden örtliche und ansonsten überörtliche Aufgaben übernimmt.
Name Einwohner Fläche Einw./km² Status AGS Bedburg-Hau km² kreisangehörige Gemeinde 05 154 004 Emmerich am Rhein km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 154 008 Geldern km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 154 012 Goch km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 154 016 Issum km² kreisangehörige Gemeinde 05 154 020 Kalkar km² kreisangehörige Stadt 05 154 024 Kerken km² kreisangehörige Gemeinde 05 154 028 Kevelaer km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 154 032 Kleve km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 154 036 Kranenburg km² kreisangehörige Gemeinde 05 154 040 Rees km² kreisangehörige Stadt 05 154 044 Rheurdt km² kreisangehörige Gemeinde 05 154 048 Straelen km² kreisangehörige Stadt 05 154 052 Uedem km² kreisangehörige Gemeinde 05 154 056 Wachtendonk km² kreisangehörige Gemeinde 05 154 060 Weeze km² kreisangehörige Gemeinde 05 154 064 km² Kreis Kleve 05 154 (Einwohnerzahlen vom )
Nachbarkreise bzw. -provinzen
Der Kreis Kleve grenzt an die Kreise Borken, Wesel und Viersen. Im Westen grenzt er an die Provinz Limburg, im Norden und Nordwesten an die Provinz Gelderland (beide in den Niederlanden).
Geschichte mini|Gebäude der Kreisverwaltung in Kleve
Am 23. April 1816 wurde im Zuge der Preußischen Verwaltungsorganisation der Kreis Kleve als einer von 29 Kreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der späteren Rheinprovinz gebildet. Das Kreisgebiet setzte sich aus den in der Franzosenzeit gebildeten Kantonen Kalkar, Kleve und Kranenburg sowie einem Teil des Kantons Goch zusammen. Vor der Franzosenzeit hatte das Kreisgebiet zum Herzogtum Kleve gehört, das seit 1666 zu Preußen gehörte und 1815 auf dem Wiener Kongress erneut Preußen zugeschlagen wurde.
Der Kreis gehörte bis zu dessen Auflösung 1822 zum Regierungsbezirk Kleve und seitdem zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Er umfasste ein Gebiet von Goch im Süden, entlang der deutsch-niederländischen Grenze nach Norden bis zum Rhein im Osten und nach Süden bis Kalkar. Nach dem Inkrafttreten der Gemeindeordnung für die Rheinprovinz von 1845 und der Rheinischen Städteordnung von 1856 für die beiden Städte Goch und Kleve war der Kreis wie folgt gegliedert:Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885 Bürgermeisterei Städte und Gemeinden (1885) Appeldorn Appeldorn, Hanselaer, Hönnepel, Niedermörmter Asperden Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm Goch Goch (Stadt) Grieth Bylerward, Emmericher Eyland, Grieth, Huisberden, Wissel, Wisselward Griethausen Brienen, Griethausen, Kellen, Salmorth, Schenkenschanz, Warbeyen, Wardhausen Kalkar Altkalkar, Kalkar, Neulouisendorf Keeken Keeken, Rindern Keppeln Keppeln, Uedemerbruch Kessel Kessel Kleve Kleve (Stadt) Kranenburg Kranenburg Materborn Donsbrüggen, Hau, Materborn Niel Mehr, Niel, Wyler, Zyfflich Bürgermeisterei Pfalzdorf Pfalzdorf Till Louisendorf, Schneppenbaum, Till-Moyland Uedem Uedem, Uedemerfeld Die Gemeinde Schenkenschanz wurde 1911 in die Gemeinde Salmorth eingegliedert. Die aus mehreren Gemeinden bestehenden Bürgermeistereien wurden seit 1927 als Ämter bezeichnet. Im Jahre 1952 wurden die beiden neuen Gemeinden Reichswalde und Nierswalde gegründet.Amtsblatt der Regierung Düsseldorf 1952 Am 1. April 1958 wurde aus dem rechtsrheinischen Teil der Gemeinde Grieth die neue Gemeinde Grietherort gebildet, die dem Kreis Rees zugeordnet wurde.
Danach besaß der Kreis Kleve bis 1969 die folgende Verwaltungsgliederung:
Gemeindekennziffer Name Fläche in km²(Gebietsstand 31.12.1968) Einwohnerzahl(Volkszählung vom 6.6.1961) amtsfreie Städte und Gemeinden 05 1 36 111 Goch, Stadt 12,96 15.195 05 1 36 112 Kleve, Stadt 7,16 21.483 05 1 36 113 Materborn 18,84 4.300 05 1 36 114 Pfalzdorf 29,43 3.839 Amt Asperden 72,93 5.655 05 1 36 211 Asperden 18,86 1.549 05 1 36 212 Hassum 9,35 1.164 05 1 36 213 Hommersum 6,51 432 05 1 36 214 Hülm 10,72 645 05 1 36 215 Kessel 19,67 1.120 05 1 36 216 Nierswalde 7,82 745 Amt Griethausen 50,93 9.654 05 1 36 311 Brienen 2,28 431 05 1 36 312 Emmericher Eyland 8,73 179 05 1 36 313 Griethausen 1,43 1.120 05 1 36 314 Huisberden 5,69 295 05 1 36 315 Kellen 9,68 6.567 05 1 36 316 Salmorth 11,31 311 05 1 36 317 Warbeyen 11,81 751 Amt Kalkar 79,48 9.033 05 1 36 411 Altkalkar 9,62 1.398 05 1 36 412 Appeldorn 17,41 1.510 05 1 36 413 Bylerward 7,22 97 05 1 36 414 Grieth 2,61 840 05 1 36 415 Hanselaer 4,04 125 05 1 36 416 Hönnepel 7,66 541 05 1 36 417 Kalkar, Stadt 2,23 2.420 05 1 36 418 Neulouisendorf 6,50 346 05 1 36 419 Niedermörmter 8,89 709 05 1 36 421 Wissel 9,97 955 05 1 36 422 Wisselward 3,33 92 Amt Kranenburg 59,44 6.333 05 1 36 511 Kranenburg 48,76 5.387 05 1 36 512 Wyler 1,45 473 05 1 36 513 Zyfflich 9,23 473 Amt Rindern 45,21 5.025 05 1 36 611 Donsbrüggen 4,45 1.078 05 1 36 612 Keeken 14,64 1.229 05 1 36 613 Mehr 8,44 520 05 1 36 614 Niel 8,72 264 05 1 36 615 Rindern 6,57 1.780 05 1 36 616 Wardhausen 2,39 154 Amt Till 63,38 12.806 05 1 36 711 Hau 10,07 7.218 05 1 36 712 Louisendorf 9,40 608 05 1 36 713 Reichswalde 9,87 983 05 1 36 714 Schneppenbaum 15,92 3.068 05 1 36 715 Till-Moyland 18,12 929 Amt Uedem 60,93 5.903 05 1 36 811 Keppeln 19,33 1.271 05 1 36 812 Uedem 5,51 3.581 05 1 36 813 Uedemerbruch 22,69 583 05 1 36 814 Uedemerfeld 13,40 468
Durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Kleve wurden zum 1. Juli 1969 in der ersten Phase der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen alle Ämter aufgelöst sowie die Gemeinden neu gegliedert. Dabei wurden im Wesentlichen die Gemeinden der einzelnen Ämter jeweils zu einer amtsfreien Gemeinde zusammengeschlossen. Abweichend davon wurde die Stadt Kleve mit der Gemeinde Materborn und den meisten Gemeinden der Ämter Griethausen und Rindern sowie die Stadt Goch mit der Gemeinde Pfalzdorf und den Gemeinden des Amtes Asperden vereinigt. Mehr und Niel (Amt Rindern) kamen an die neue Gemeinde Kranenburg, Reichswalde (Amt Till) an die Stadt Kleve, Huisberden (Amt Griethausen) an die aus dem Amt Till gebildete Gemeinde Bedburg-Hau und Emmericher Eyland (Amt Griethausen) an die Stadt Kalkar.
Seitdem bestand der Kreis Kleve aus den folgenden Gemeinden: Stadt Kleve, gebildet aus der alten Stadt Kleve, der amtsfreien Gemeinde Materborn, den meisten Gemeinden des Amtes Rindern, nämlich Donsbrüggen, Keeken, Rindern und Wardhausen, den meisten Gemeinden des Amtes Griethausen, nämlich Brienen, Griethausen, Kellen, Salmort und Warbeyen sowie der Gemeinde Reichswalde nebst einigen Grundstücken der Gemeinden Hau und Schneppenbaum aus dem Amt Till Stadt Kalkar, gebildet aus den Gemeinden des Amtes Kalkar, nämlich der alten Stadt Kalkar sowie Altkalkar, Appeldorn, Bylerward, Grieth, Hanselaer, Hönnepel, Neulouisendorf, Niedermörmter, Wissel und Wisselward sowie der Gemeinde Emmericher Eyland (Amt Griethausen) Stadt Goch, gebildet aus der alten Stadt Goch, der amtsfreien Gemeinde Pfalzdorf sowie den Gemeinden des Amtes Apserden, nämlich Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm, Kessel und Nierswalde Gemeinde Kranenburg, gebildet aus den Gemeinden des Amtes Kranenburg, nämlich der alten Gemeinde Kranenburg, Wyler und Zyfflich sowie den Gemeinden Mehr und Niel aus dem Amt Rindern Gemeinde Bedburg-Hau, gebildet aus den meisten Gemeinden des Amtes Till, nämlich Hau, Louisendorf, Schneppenbaum und Till-Moyland nebst einigen Grundstücken der Gemeinde Reichswalde sowie der Gemeinde Huisberden aus dem Amt Griethausen Gemeinde Uedem, gebildet aus den Gemeinden des Amtes Uedem, nämlich der alten Gemeinde Uedem, Keppeln, Uedemerbruch und Uedemerfeld
Am 1. Januar 1975 wurde in der zweiten Neugliederungsphase durch § 12 des Niederrhein-Gesetzes vom 9. Juli 1974 (GV. NRW. S. 344) der alte Kreis Kleve mit dem Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers (Rheurdt) und Rees (Emmerich und Rees) zu einem neuen Kreis Kleve zusammengefügt. Der neue Kreis Kleve ist dabei mit dem alten Kreis rechtlich nicht identisch, sondern lediglich dessen namensidentischer Rechtsnachfolger. Die südlichen acht Gemeinden, das heißt der frühere Kreis Geldern und die Gemeinde Rheurdt, werden auch als Südkreis Kleve bezeichnet.
Einwohnerstatistik 400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Kleve (Datenquelle: Zensus 2011.)
Jahr Einwohner Quelle 1816 36.895 1835 44.203 1871 47.517 Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885 1880 50.532 1890 52.724 1900 59.642 1910 71.326 1925 80.810 1939 87.462 Jahr Einwohner Quelle 1950 89.013 1960 98.500 1970 107.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 258.850 Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen 1990 269.149 2000 299.362 2010 307.807
Konfessionsstatistik
Gemäß dem Zensus 2011 waren 62,9 % der Einwohner römisch-katholisch und 17,1 % evangelisch. 20,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2011
Der Anteil an Katholiken ist laut Bistum Münster bis Ende 2019 auf 59,5 % gesunkenBistum Münster Statistik 2019, abgerufen am 30. Juni 2020 und bis Ende 2024 auf 52 %.Bistum Münster: 3703 Katholiken weniger im Kreis Kleve, abgerufen am 4. August 2025Bistum Münster Haushalt 2026, abgerufen am 30. Januar 2026 Mit Stand Dezember 2025 lebten im Kreis Kleve 164.486 Katholiken (fast 51 % der Gesamtbevölkerung).
Politik
Kreistag
Seit der Kommunalwahl am 14. September 2025 ist die Sitzverteilung im Kreistag nach Fraktionen und Gruppen wie folgt:
Die Wahlbeteiligung lag bei 52,95 %.
Landrat Landrätin des Kreises Kleve war seit der Landratswahl vom 27. September 2020 Silke Gorißen (CDU). Sie gewann die Stichwahl mit 54,2 % der Stimmen gegen Peter Driessen (45,8 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 31,4 %. Kommunales Rechenzentrum Niederrhein
Bei der Landratswahl am 13. September 2020 hatte kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht. Von den abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf Silke Gorißen (CDU) 48,7 %, auf Peter Driessen 24,0 %, auf Guido Winkmann 23,1 % und auf Friedrich Eitzert (AfD) 4,2 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,5 %.
Erstmals hatten sich die SPD, die Grünen, die FDP und die Vereinigten Wählergemeinschaften für die Landratswahl 2020 auf einen gemeinsamen Landratskandidaten geeinigt. Dieser Kandidat, Peter Driessen, trat allerdings formal als Einzelbewerber an.„Peter verbindet“: Landratskandidat Peter Driessen startet Wahlkampf – Klammer als Symbol, keine Subventionen für den Flughafen, Kleveblog, 18. Juni 2020
Durch die Ernennung von Silke Gorißen zur Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 29. Juni 2022, wurde eine Neuwahl nötig. Diese fand am 27. November 2022 statt; die Stichwahl erfolgte am 11. Dezember. Christoph Gerwers (CDU) setzte sich mit 62,31 % gegen Stefan Welberts (SPD) mit 37,69 % durch.
Wappen
Wappen des Kreises Kleve bis 1983 Klemens Stadler: Deutsche Wappen, Band 1, Bremen 1964, S. 52
Kultur Museen
Liste der Museen im Kreis Kleve
Jüdische Friedhöfe