Der Kreis Mettmann ist ein Kreis mit Einwohnern () im Westen Nordrhein-Westfalens und gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Geographisch macht der Kreis Mettmann den größten Teil des Niederbergischen Landes aus, im Südwesten grenzt er an den Rhein. Durch seine zentrale Lage zwischen den rheinischen Großstädten Düsseldorf und Köln sowie dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Städtedreieck ist der Kreis Mettmann ein bedeutsamer Wirtschaftsstandort und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Als Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr gehört der Kreis zu einem Verdichtungsraum mit über zehn Millionen Einwohnern. Historisch und soziokulturell wird er zur Kulturregion Bergisches Land gerechnet.Regionale Kulturpolitik: Kulturregion Bergisches Land und Rheinschiene, rbk-direkt.de, abgerufen am 15. Juni 2020., kreis-mettmann.de, abgerufen am 15. Juni 2020.
Der Kreis Mettmann ist nach Einwohnerzahl der achtgrößte in Deutschland und nach Fläche der siebtkleinste, die Bevölkerungsdichte ist die höchste aller Landkreise in Deutschland. Der Kreis Mettmann existiert in seiner heutigen Form seit der kommunalen Gebietsreform von 1975 und der zum 1. Juli 1976 erfolgten Wiederausgliederung der Stadt Monheim aus der Stadt Düsseldorf. Damals wurde der Kreis Düsseldorf-Mettmann, aus dem mehrere Städte und Gemeinden (Angermund, Hubbelrath, Kettwig, Schöller, Wittlaer) und weitere Gebietsteile an die umliegenden Großstädte ausgegliedert wurden, um Teile des aufgelösten Rhein-Wupper-Kreises erweitert und in Kreis Mettmann umbenannt.§ 24 des Düsseldorf-Gesetzes vom 10. September 1974, GV. NRW. S. 890; § 2 des Gesetzes über Gebietsänderungen im Neugliederungsraum Düsseldorf vom 1. Juni 1976, GV. NRW. S. 214 Die einwohnerstärkste Gemeinde ist mit Einwohnern () die Stadt Ratingen, die einwohnerschwächste Gemeinde ist mit Einwohnern die Stadt Wülfrath. Verwaltungssitz ist die Kreisstadt Mettmann.
Geographie Lage Der Kreis Mettmann liegt am nordwestlichen Rand der deutschen Mittelgebirgsschwelle im Niederbergischen Land zwischen den Ballungsräumen des Rheinlandes, des Ruhrgebietes und des Bergischen Städtedreiecks. Das Kreisgebiet wird im Südwesten vom Rhein begrenzt, im Westen liegt die Landeshauptstadt Düsseldorf. Nördlich des Kreises Mettmann schließt sich direkt das Ruhrgebiet an, im Nordosten grenzt der Kreis im Deilbach bei Velbert-Langenberg an Westfalen. Im Osten wird das Kreisgebiet vom Bergischen Städtedreieck und im Süden von der Stadt Leverkusen begrenzt.
Die Landschaftsformen sind divers. Während die südwestlichen Teile des Kreises, sowie ein Teil des Nordwestens, zur Niederrheinischen Bucht und damit zur Norddeutschen Tiefebene gehören, steigt das Gelände nach Nordosten hin terrassenförmig bis zum niederbergischen Hügelland im Osten an. Die höchste Erhebung im Kreisgebiet befindet sich mit 303 m ü. NHN am Großen Fettenberg in Velbert. Der tiefste Punkt befindet sich am Rheinufer in Monheim mit 32 m ü. NHN. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 271 Metern.
Klima Der Kreis Mettmann liegt in der gemäßigten Klimazone. Das Klima ist durch die Nähe zur Nordsee ozeanisch geprägt. Westwinde tragen oft feuchte Luftmassen heran; die Sommer sind in der Regel humid und mäßig warm, die Winter verhältnismäßig mild. Trotz der vergleichsweise geringen Fläche des Kreises bestehen klimatisch teilweise deutlich spürbare Unterschiede. So ist es in den höheren Lagen im Nordosten meist etwas kühler als im tiefer gelegenen Südteil des Kreises, auch fällt im Nordosten tendenziell mehr Niederschlag als im Süden.
Gewässer Neben dem Rhein durchfließt auch die Düssel das Kreisgebiet. Sie entspringt in Wülfrath, fließt durch Wuppertal, Mettmann, Haan und Erkrath und mündet in Düsseldorf in den Rhein. Die Itter fließt von Solingen über Haan und Hilden nach Düsseldorf-Benrath, wo sie ebenfalls in den Rhein mündet. Von Velbert kommend fließt zudem die Anger durch Wülfrath, Heiligenhaus und Ratingen, ehe sie in Düsseldorf-Angermund in den Rhein mündet. Der Deilbach bildet bei Velbert-Langenberg die historische Grenze zwischen dem Rheinland und Westfalen. Bis auf wenige hundert Meter reicht der Kreis im Norden bei Heiligenhaus an die Ruhr und im Süden bei Langenfeld an die Wupper heran.
Größere natürliche Seen finden sich nicht im Kreis Mettmann. In Langenfeld, Monheim, Hilden und Ratingen finden sich einige Baggerseen, die heute überwiegend als Naherholungsgebiete dienen, wie etwa der Blaue See. Ferner finden sich in Ratingen, Velbert, Wülfrath und Mettmann Seen in ehemaligen Kalksteinbrüchen.
Nachbarkreise und -städte Der Kreis Mettmann grenzt, im Nordwesten beginnend im Uhrzeigersinn, an die kreisfreien Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Essen, an den Ennepe-Ruhr-Kreis, an die kreisfreien Städte Wuppertal und Solingen, an den Rheinisch-Bergischen Kreis, an die kreisfreien Städte Leverkusen und Köln und schließlich an den Rhein-Kreis Neuss und an die kreisfreie Stadt Düsseldorf. Mit elf angrenzenden Kreisen bzw. kreisfreien Städten hat der Kreis Mettmann die meisten „Nachbarn“ in Nordrhein-Westfalen.
Siedlungsstruktur Der Nordteil des Kreises ist im Vergleich zum südlichen Kreisgebiet dünner besiedelt. Er macht 65,3 % der Gesamtfläche aus, dafür leben 52,6 % der Einwohner in diesem Gebiet. Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 960 Einwohnern pro Quadratkilometer. Rund um die Städte Heiligenhaus, Velbert, Wülfrath und Mettmann dominieren landwirtschaftlich genutzte Flächen das Landschaftsbild, in Ratingen gibt es zudem größere, zusammenhängende Waldflächen. Die einzelnen Städte sind überwiegend nicht miteinander verwachsen. Während Wülfrath, Mettmann und Heiligenhaus zum jeweils größten Teil nur aus einem bzw. zwei größeren Siedlungskernen bestehen, teilt sich das Stadtgebiet von Ratingen und Velbert auf mehrere Stadtteile auf.
Im südlichen Teil des Kreises zeigt sich ein vom Nordkreis deutlich abweichendes Bild. Der Südkreis macht nur 34,7 % der Gesamtfläche aus, während 47,4 % der Einwohner hier leben. Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 1630 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Städte Erkrath, Haan, Hilden, Langenfeld und Monheim sind zum Teil untereinander und mit ihren Nachbarstädten jenseits der Kreisgrenzen verwachsen.
Kreisangehörige Städte Im Kreis Mettmann gibt es zehn kreisangehörige Gemeinden, die alle den Titel Stadt führen und Mittelstädte sind. Die Städte Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Hilden, Langenfeld (Rhld.), Mettmann, Monheim am Rhein und Wülfrath sind mit 20.000 bis 60.000 Einwohnern mittlere kreisangehörige Städte. Die beiden Städte Ratingen und Velbert sind mit mehr als 60.000 Einwohnern große kreisangehörige Städte.
+ Gemeinden des Kreises Mettmann (Einwohnerzahlen zum ) Name Einwohner Fläche Einw./km² Status AGS Erkrath km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 158 004 Haan km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 158 008 Heiligenhaus km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 158 012 Hilden km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 158 016 Langenfeld (Rheinland) km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 158 020 Mettmann km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 158 024 Monheim am Rhein km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 158 026 Ratingen km² große kreisangehörige Stadt 05 158 028 Velbert km² große kreisangehörige Stadt 05 158 032 Wülfrath km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 158 036 Gesamt (10) km² Kreis Mettmann 05 158
Geschichte Der heutige Kreis Mettmann existiert unter diesem Namen seit der kommunalen Neugliederung 1975. Seine Ursprünge gehen bis auf den 1816 und wiederum 1860 eingerichteten preußischen Kreis Mettmann und davor auf das Amt Mettmann im Herzogtum Berg zurück. Er ist rechtlich mit dem bis zum 31. Dezember 1974 bestehenden Kreis Düsseldorf-Mettmann identisch.§ 24 des Düsseldorf-Gesetzes vom 10. September 1974, GV. NRW. S. 890
Das heutige Kreisgebiet wurde im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts mehrfach neu gegliedert und war zeitweilig Bestandteil der Kreise Elberfeld, Essen, Düsseldorf, Solingen, Rhein-Wupper und Düsseldorf-Mettmann. Letzterer umfasste auch Gebiete im heutigen Ruhrgebiet, so die heutigen südlichen Stadtteile von Mülheim an der Ruhr (Mintard, ehemaliger Stadtteil von Kettwig) und Essen (ehemalige Stadt Kettwig).
Die südlichen Städte des Kreises, Monheim am Rhein und Langenfeld (Rheinland), wurden von dem am 1. Januar 1975 aufgelösten Rhein-Wupper-Kreis übernommen, davon Monheim – nach einer zeitweiligen Eingemeindung nach Düsseldorf – erst am 1. Juni 1976.
Bevölkerung Einwohnerstatistik mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Mettmann (Datenquelle: Zensus 2011)
Jahr EinwohnerLandesdatenbank Nordrhein-Westfalen 1976 469.516 1980 482.974 1985 477.052 1990 499.372 1995 504.698 2000 507.699 2005 504.972 2010 495.155 2015 483.279 2020 484.322 2022 489.794
Konfessionsstatistik Laut der Volkszählung 2011 waren 29,7 % der Einwohner evangelisch, 33,2 % römisch-katholisch und 37,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2011 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren (2022) 23,4 % der Einwohner evangelisch, 28,4 % katholisch und 48,2 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 30. Juli 2024
Laut der Statistik des Erzbistums Köln hat die Anzahl der katholischen Kirchenmitglieder im Jahr 2023 mit 4750, im Jahr 2024 mit 4000 abgenommen und im Jahr 2025 mit 3900.Erzbistum Köln Kirchenstatistik 2022Erzbistum Köln Kirchenstatistik 2023Erzbistum Köln Kirchenstatistik 2024Erzbistum Köln Kirchenstatistik 2025, abgerufen am 28. März 2026
Politik Kreistag Die Sitzverteilung im Kreistag nach Fraktionen und Gruppen ist seit der Kommunalwahl 2025 wie folgt: Die Wahlbeteiligung betrug 57,3 %.
Der Kreistag setzte sich seit den Kommunalwahlen 1975 folgendermaßen zusammen: Wähleranteil und Sitze WahlperiodeCDUSPDBündnis 90/Die GrünenFDP Sonstige Sitze Wähleranteil (PDF; 71 kB) VIII: 1975–197646,8 % – – – 44,6 % – – – – – – – 8,6 % – – – – – – – k. A. VIII: 1976–1979 45,2 % – – – 45,8 % – – – – – – – 8,9 % – – – – – – – k. A. IX: 1979–198447,4 % +0,6 15px|class=noviewer – 43,7 % −0,9 15px|class=noviewer – – – – – 7,9 % −0,7 15px|class=noviewer – 1,0 % +1,0 15px|class=noviewer – k. A. X: 1984–198944,3 % −3,1 15px|class=noviewer – 38,8 % −4,9 15px|class=noviewer – 9,9 % +9,9 15px|class=noviewer – 6,3 % −1,6 15px|class=noviewer – 0,7 % −0,3 15px|class=noviewer – k. A. XI: 1989–199440,1 % −4,2 15px|class=noviewer – 40,0 % +1,2 15px|class=noviewer – 8,9 % −1,0 15px|class=noviewer – 8,4 % +2,1 15px|class=noviewer – 2,6 % +1,9 15px|class=noviewer – k. A. Wähleranteil und SitzeErgebnisse der Kreistagswahlen 1994 und 1999 (Wähleranteile und Sitze) XII: 1994–199942,9 % +2,8 15px|class=noviewer 30 38,8 % −1,2 15px|class=noviewer 27 10,6 % +1,7 15px|class=noviewer 7 5,3 % −3,1 15px|class=noviewer 3 2,4 % −0,2 15px|class=noviewer 0 67 XIII: 1999–2004 51,9 % +9,0 15px|class=noviewer 34 31,6 % −7,2 15px|class=noviewer 21 6,9 % −3,7 15px|class=noviewer 5 5,9 % +0,6 15px|class=noviewer 4 3,7 % +1,3 15px|class=noviewer 2 66 XIV: 2004–2009 46,3 % −5,6 15px|class=noviewer 33 29,3 % −2,3 15px|class=noviewer 21 10,1 % +3,2 15px|class=noviewer 7 7,8 % +1,9 15px|class=noviewer 6 6,3 % +2,6 15px|class=noviewer 5 72 XV: 2009–2014 41,5 % −4,8 15px|class=noviewer 33 23,3 % −6,0 15px|class=noviewer 19 13,4 % +3,3 15px|class=noviewer 11 10,6 % +2,8 15px|class=noviewer 9 11,1 % +4,8 15px|class=noviewer 8 80 XVI: 2014–2020 42,5 % +1,0 15px|class=noviewer 33 27,7 % +4,4 15px|class=noviewer 21 11,8 % −1,6 15px|class=noviewer 9 4,9 % −5,7 15px|class=noviewer 4 13,1 % +2,0 15px|class=noviewer 11 78 XVII: 2020–2025 38,6 % −3,9 15px|class=noviewer33 17,3 % −10,4 15px|class=noviewer 15 22,5 % +10,7 15px|class=noviewer 19 6,4 % +1,5 15px|class=noviewer 5 15,3 % +2,2 15px|class=noviewer 14 86