Der Kreis Rendsburg-Eckernförde () ist der flächengrößte Kreis des Landes Schleswig-Holstein und gehört zur Kiel-Region, welche die Gebietskörperschaften im Großraum Kiel umfasst. Er wurde am 26. April 1970 gegründet.

Geographie Der Kreis Rendsburg-Eckernförde grenzt im Westen an den Kreis Dithmarschen, im Norden an den Kreis Schleswig-Flensburg, im Nordosten hat er eine Küste entlang der Ostsee, im Osten grenzt er an die kreisfreie Stadt Kiel, den Kreis Plön und die kreisfreie Stadt Neumünster und im Süden an die Kreise Segeberg und Steinburg.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat Anteil am schleswig-holsteinischen Hügel- und Geestland. Dabei gehören 55 % der Kreisfläche zum Östlichen Hügelland (Westensee-Endmoränengebiet, Dänischer Wohld, Schwansen, Hüttener und Duvenstedter Berge, Moränengebiet der Oberen Eider), 30 % zur Vorgeest (Holsteinische und Schleswiger Vorgeest, Eider-Treene-Niederung) und 15 % zur Hohen Geest (Heide-Itzehoer Geest).Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (Hrsg.): "Schutzgebiets- und Biotopverbundsystem Schleswig-Holstein – regionale Ebene – (Gebiete von überörtlicher Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz)" Kiel 2003

Zum Kreisgebiet gehören 20 Naturschutzgebiete mit insgesamt 2253 Hektar Fläche, das entspricht 0,97 % des Kreisgebietes.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde ist der einzige Kreis, der Festlandanteile sowohl von Schleswig als auch von Holstein vereinigt (dasselbe gilt für die kreisfreie Stadt Kiel; zudem hat der holsteinische Kreis Ostholstein in seinem Kreisgebiet noch die schleswigsche Insel Fehmarn, der Kreis Pinneberg die schleswigsche Insel Helgoland). Zu Holstein gehören die amtsfreien Gemeinden Kronshagen und Wasbek und die Ämter Achterwehr, Bordesholm, Eiderkanal, Eidertal, Jevenstedt, Mittelholstein und Nortorfer Land. Die Städte Büdelsdorf und Eckernförde, die amtsfreie Gemeinde Altenholz und die Ämter Dänischenhagen, Dänischer Wohld, Fockbek, Hohner Harde (außer Breiholz), Hüttener Berge und Schlei-Ostsee gehören zu Schleswig. Das Gebiet der Kreisstadt Rendsburg erstreckt sich über beide Landesteile, wobei die Altstadt historisch auf einem Werder des Grenzflusses Eider liegt.

Geschichte Der Kreis Rendsburg-Eckernförde entstand am 26. April 1970 im Zuge der Kreisreform in Schleswig-Holstein. Er wurde gebildet aus dem Kreis Rendsburg ohne 17 Gemeinden aus dem Süden des Kreises, die zum Kreis Steinburg wechselten, sowie ohne die Gemeinde Einfeld, die Teil der kreisfreien Stadt Neumünster wurde und ohne die Gemeinde Russee, die Teil der kreisfreien Stadt Kiel wurde. dem Kreis Eckernförde ohne die Gemeinden Kopperby und Olpenitz den Gemeinden Bissee, Böhnhusen, Brügge, Flintbek, Groß Buchwald, Negenharrie, Reesdorf, Schönhorst und Techelsdorf des Kreises Plön.

Einwohnerstatistik mini|400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Rendsburg-Eckernförde (Datenquelle: Zensus 2011)

Die Einwohnerzahlen bis 1970 beziehen sich auf den Gebietsstand am 27. Mai 1970.

Jahr Einwohner 1871 (1. Dez.) 93.360 1885 (1. Dez.) 95.960 1895 (2. Dez.) 102.670 1905 (1. Dez.) 108.340 1925 (16. Juni) 121.000 1939 (17. Mai) 135.290 1950 (13. Sep.) 257.510 Jahr Einwohner 1961 (6. Juni) 209.940 1970 (27. Mai) 223.346 1987 (25. Mai) 242.266 2002 (30. Juni) 272.214 2007 (31. Dez.) 272.488 2012 (31. Dez.) 268.058

Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2011 waren 58,2 % Einwohner evangelisch, 5,2 % römisch-katholisch und 36,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Zensus 2011 Bevölkerung nach Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit, Familienstand und Religionszugehörigkeit Kreis Rendsburg-Eckernförde Tabellenanhang Seite 63, Zensus 2011 Der Anteil der Protestanten und Katholiken am Gesamtbevölkerung ist seitdem mit 1 % jährlich gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren (Stand Mai 2022) 45,1 % der Einwohner evangelisch, 4,6 % katholisch und 50,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 20. Juli 2024Nordkirche Haushalt Synode 2022 Seite 16, abgerufen am 26. Dezember 2021

Politik Kreistag

Ergebnisse vergangener Kreistagswahlen Parteien und Einzelbewerber Stimmen2023 Anteil2023 Sitze2023 Stimmen2018 Anteil2018 Sitze2018 Stimmen2013 Anteil2013 Sitze2013 Stimmen2008 Anteil2008 Sitze2008CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands44.92636,5 %2348.11939,9 %2549.27941,4 %2051.63542,5 %25GRÜNEBündnis 90/Die Grünen19.78816,1 %1019.21515,9 %1014.86712,5 %611.0539,1 %5SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands23.02518,7 %1227.66522,9 %1437.32431,3 %1634.23828,2 %16FDPFreie Demokratische Partei6.8065,5 %36.9185,7 %46.1815,2 %311.3969,4 %5SSWSüdschleswigscher Wählerverband11.2929,2 %64.5433,8 %25.9675,0 %27.0045,8 %3DIE LINKE.Die Linke1.7591,4 %14.0593,4 %22.2811,9 %16.0955,0 %2AfDAlternative für Deutschland9.1677,4 %54.9494,1 %3——————WGKWählergemeinschaft Kreis Rendsburg-Eckernförde3.9953,2 %24.1343,4 %2——————PIRATENPiratenpartei Deutschland700,1 %-———3.1782,7 %1———Die PARTEIPartei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative1.0420,8 %19690,8 %———————ZENTRUMDeutsche Zentrumspartei—————————200,0 %—dieBasisBasisdemokratische Partei Deutschland1.2521,0 %1——————--—Gesamt123.12299,964120.57199,962119.07710049121.47410056Wahlbeteiligung in %54,553,754,255,6

Der Abgeordnete der Piraten wechselte im Oktober 2014 seine Parteizugehörigkeit zu Neue Liberale.

Landräte + Landräte Kreis Rendsburg-Eckernförde von bis Name Partei 1. Juni 1956 31. Mai 1975 Carl JacobsenCarl Jacobsen war der letzte Landrat des Kreises Rendsburg und der erste Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde. (bis 1945 Mitglied der NSDAP) 1. Juni 1975 30. Juni 2000 Geerd Bellmann CDU 1. Juli 2000 30. Juni 2008 Wolfgang von Ancken CDU (Austritt 2010) 1. Juli 2008 30. Juni 2024 Rolf-Oliver Schwemer parteilos 1. Juli 2024 30. Juni 2032 Ingo Sander CDU

Landratswahl 2008 Landrat im Rahmen der Wahlen 2008 wurde Rolf-Oliver Schwemer, der bei der Stichwahl zum Landrat am 15. Juni 2008 bei einer Wahlbeteiligung von 27,0 % als parteiloser Kandidat der CDU zum Nachfolger Wolfgang von Anckens gewählt wurde, welcher schon im ersten Wahlgang ausgeschieden war.

Kandidat Partei Stimmen AnteilRolf-Oliver Schwemerparteilos, nominiert durch CDU31.16852,0 %Frank MartensSPD28.72548,0 %Gesamt 59.893 100

Landratswahl 2016 Nach Abschaffung der Direktwahl wurde Rolf-Oliver Schwemer am 14. März 2016 vom Kreistag für eine zweite achtjährige Amtszeit wiedergewählt. Er erhielt in geheimer Wahl 37 von 40 abgegebenen Stimmen (zwei Nein-Stimmen, eine Enthaltung).

Landratswahl 2024 Am 22. Januar 2024 wurde der CDU-Politiker Ingo Sander vom Kreistag im ersten Wahlgang mit 43 Stimmen von 63 anwesenden Abgeordneten gewählt. 8 Stimmen fielen auf Simon Preuß, 6 auf Klaus Sälzer, es gab 6 Enthaltungen. Er trat sein Amt am 1. Juli 2024 offiziell an.

Wappen Das Wappen wurde am 31. Juli 1972 genehmigt.

Blasonierung: „Schräglinks im Wellenschnitt geteilt. Oben in Gold die beiden schreitenden, blauen Schleswigschen Löwen übereinander, unten in Rot das silberne holsteinische Nesselblatt.“

Der in Verbindung mit der Gebietsreform des Jahres 1970 gebildete Kreis Rendsburg-Eckernförde umfasst im Wesentlichen das Gebiet der 1867 entstandenen Kreise Rendsburg, Eckernförde und Bordesholm. Der Kreis Bordesholm wurde bereits 1932 aufgelöst und teilweise in den Kreis Rendsburg eingegliedert. 1970 trat der Kreis Rendsburg-Eckernförde siebzehn Gemeinden an den Kreis Steinburg ab. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde ist der einzige schleswig-holsteinische Kreis, der Gebietsteile nördlich und südlich der Eider umfasst und damit sowohl im Landesteil Schleswig wie im Landesteil Holstein gelegen ist. Das Kreiswappen greift deshalb nicht auf die Hauptfiguren der Wappen der Ursprungskreise, Burg und Eichhörnchen, zurück, sondern verwendet, wie vorher das Rendsburger Kreiswappen lediglich in seinen Beizeichen, die Landessymbole, ist also, mit der Eider als Teilungslinie, eine Variante des Landeswappens. Die Löwen repräsentieren den dem Landesteil Schleswig zugehörigen Teil des Kreises, somit im Wesentlichen das Gebiet des früheren Kreises Eckernförde und die Hohner Harde, das Nesselblatt den holsteinischen Teil des Kreises, somit in der Hauptsache das Gebiet des früheren Kreises Rendsburg und den in diesem aufgegangenen Westteil des Kreises Bordesholm.

Das Wappen wurde von dem Brunsbütteler Heraldiker Willy „Horsa“ Lippert und dem Rendsburger Otto Engmann gestaltet.

mini|hochkant|Flagge des Kreises Rendsburg-Eckernförde Flagge Die Flagge wurde am 29. Januar 1981 genehmigt.

Auf einem im Wellenschnitt „schräglinks“ geteilten Flaggentuch oben in Gelb zwei blaue, rot bewehrte schreitende Löwen übereinander, unten in Rot ein weißes Nesselblatt.

Sprachen Wie allgemein in Schleswig-Holstein werden im Kreis Rendsburg-Eckernförde mehrere Sprachen gesprochen. Dies sind neben Hochdeutsch Plattdeutsch (im Landesteil Schleswig in den Unterdialekten des Schleswigsch, im Landesteil Holstein in den Unterdialekten des Holsteinischen) und im Landesteil Schleswig Reichsdänisch (vor allem als Sydslesvigdansk). Historisch wurde in Schwansen und im angrenzenden Streifen bis Schleswig Synnejysk in der Dialektform Angeldansk gesprochen, und es existierte eine jiddisch sprechende Minderheit.

Wirtschaft und Infrastruktur Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Rendsburg-Eckernförde Platz 192 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“.

Zwischen der Landeshauptstadt Kiel im Osten und der Metropolregion Hamburg im Süden liegt der flächengrößte Kreis Schleswig-Holsteins, Rendsburg-Eckernförde. Mit 2186 km² ist er fast so groß wie das Saarland, hat rund 268.000 Einwohner und bietet optimalen Zugang zu drei Verkehrswegen von europäischer Bedeutung: der Bundesautobahn A 7, der wichtigsten Eisenbahnstrecke in Nord-Süd-Richtung über die historische Eisenbahnhochbrücke Rendsburg und dem Nord-Ostsee-Kanal, der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt.

Der Wirtschaftsraum mit rund 110.000 Erwerbstätigen ist geprägt von einigen großen Arbeitgebern und zahlreichen mittelständischen Betrieben. Bestimmende Branchen sind dabei neben verarbeitendem Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, Tourismus und Landwirtschaft vor allem die Energie- und Umwelttechnik. Neben den vier Städten Rendsburg, Eckernförde, Büdelsdorf und Nortorf umfasst der Kreis vier amtsfreie Gemeinden und 157 Gemeinden in 16 Ämtern.

Unternehmen und Industrie Der Kreis Rendsburg-Eckernförde ist Kern eines im Wirtschaftsraum Rendsburg entstehenden Clusters für regenerative Energien. Das Branchenspektrum ist weit gefächert und bildet ebenso Schwerpunkte in Medizin-, Schiffsbau- und erneuerbare Energietechnik.

Technik- und Ökologiezentrum Eckernförde (TÖZ) Im TÖZ finden Unternehmen mit Bezug zu den Bereichen Umwelttechnik, ökologisches Bauen, Gesundheit und Kommunikation ein umfangreiches Beratungs- und Unterstützungsangebot sowie günstige Büro- und Produktionsräume. Der Industrie- und Bürobau bietet Platz für junge Unternehmen und ihre Mitarbeiter sowie für Konferenzen, Tagungen und Seminare. Das TÖZ wurde im November 1995 durch die Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein, Heide Simonis, eingeweiht. Die Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus erfolgte im August 1998. Eigentümerin des Gebäudes ist die Stadt Eckernförde. Betreiberin des TÖZ ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde mbH & Co. KG. Den Existenzgründern stehen 3150 m² vermietbare Fläche zur Verfügung. Die Aufenthaltszeit im TÖZ ist auf fünf Jahre begrenzt. Nach dieser ersten Aufbauphase sollten die Unternehmen sich weit genug entwickelt haben, um allein im Wettbewerb bestehen zu können.

Gründerzentrum Hohenwestedt (GZH)