Bayer Giants Leverkusen ist ein Basketballverein aus Leverkusen und bildet eine Abteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen. Bis 2007/08 spielte die Profimannschaft der Herren, die sich bis zum Jahr 2000 „Die Riesen vom Rhein“ nannte, insgesamt 40 Jahre in der deutschen Basketball-Bundesliga und ist dort bis heute mit 14 deutschen Titeln Rekordmeister. In der „ewigen Tabelle“ der Bundesliga steht Leverkusen auf dem dritten Rang. Nach dem Abstieg aus der ProA 2023 spielte der Klub in Deutschlands dritthöchster Spielklasse, der ProB. Mit dem insgesamt dritten Titel in der ProB im Jahr 2025 sind die Giants auch Rekordmeister in eben dieser Spielklasse. 2025 kehrte der Verein in die ProA zurück. Am Ende der Saison 2025/26 stieg Leverkusen wiederholt in die ProB ab.

Geschichte Der Beginn (1961 bis 1969) 1958 entstand am Leverkusener Carl-Duisberg-Gymnasium eine Arbeitsgemeinschaft (AG) Basketball. 1961 wurde die Basketballabteilung des TuS 04 Leverkusen gegründet, indem eine Basketballschulmannschaft des Carl-Duisberg-Gymnasiums in den Verein eingegliedert wurde. 1968 stieg der Verein in die höchste deutsche Spielklasse, die Basketball-Bundesliga, auf. Im selben Jahr, im Oktober 1968, wurden die TuS-04-Bundesligaspieler Dieter Kuprella, Jochen Pollex, Norbert Thimm und Largo Wandel vom Bundestrainerrat des Deutschen Basketball Bundes (DBB), unter Vorsitz des damaligen Vize-Präsidenten des DBB Anton Kartak, in der Funktion des DBB-Sportwartes, in den fünfzigköpfigen Olympiakader für das Basketballturnier der Olympischen Sommerspiele 1972 in München berufen. Günter „Doc“ Hagedorn, der nach dem Aufstieg in die Basketball-Bundesliga Trainer in Leverkusen war, wurde nebenamtlich als Co-Trainer von DBB-Bundestrainer Miloslav Kříž tätig und wurde gleichzeitig vom DBB mit der Aufgabe des Stützpunkttrainings im Rahmen der Olympiavorbereitung des DBB betraut.Schreiben von Anton Kartak, Vizepräsident des Deutschen Basketball Bundes und Vorsitzender des Bundestrainerrates, am 10. Oktober 1968, an die fünfzig nominierten Basketballspieler des 'Olympiakaders 1972'.

Als Neulinge belegten die Leverkusener in der Bundesliga-Saison 1968/69 in der Nordstaffel den zweiten Rang, in den Halbfinalspielen um die deutsche Meisterschaft schied man gegen den Süd-Meister MTV Gießen aus: Das Auswärtsspiel bei den Mittelhessen verlor Leverkusen 51:65 und gewann in eigener Halle 60:57.

Die erste deutsche Meisterschaft (1970 bis 1979)

Saison Liga Platz Spiele Punkte Endrunde1968/69 BBL Nord 2 18 30:6 Halbfinale1969/70 BBL Nord 1 18 36:0 Deutscher Meister1970/71 BBL Nord 1 18 33:3 Deutscher Meister1971/72 BBL Nord 1 14 27:1 Deutscher Meister1972/73 BBL Nord 3 14 19:9 Halbfinale1973/74 BBL Nord 2 14 24:4 Halbfinale1974/75 BBL Nord 2 14 23:5 Halbfinale1975/76 BBL 1 18 30:6 nicht ausgetragen1976/77 BBL 3 18 26:10 2. Platz1977/78 BBL 3 18 28:8 3. Platz1978/79 BBL 2 18 26:10 Deutscher Meister

Trainer Hagedorn legte in der Saisonvorbereitung im Sommer 1969 insbesondere Wert auf die konditionelle Arbeit, um seine Mannschaft in guter körperlicher Verfassung ins Spieljahr 1969/70 zu schicken. Dabei nahm sich Hagedorn Anleihen aus dem Leichtathletiktraining und verordnete seinen Spielern auch Einheiten im Krafttraining, was damals im Basketball noch unüblich war. Die Arbeit zahlte sich aus: In der Saison 1969/70 feierte der Verein die erste Deutsche Meisterschaft. Dabei gewannen die Leverkusener alle ihre 25 Saisonspiele: 18 Partien in der Vorrunde, sechs in der Zwischenrunde sowie das Endspiel gegen den MTV Gießen (76:73). Ausgetragen wurde das Endspiel an einem neutralen Ort, in einer Halle in Dillingen. Während Leverkusen laut Norbert Thimm als Außenseiter in die Partie gegen Gießen gegangen war, empfand sich sein Mannschaftskamerad Dieter Kuprella mit dem TuS 04 in der Favoritenrolle. Den DBB-Pokal gewann man ebenfalls. Als Stärke der Meistermannschaft galt neben dem Auftreten als geschlossene Einheit auch das Vorhandensein von Ausnahmekönnern wie Norbert Thimm unter dem Korb, der große Einsatz der Spieler sowie Training und Mannschaftsführung von Günter Hagedorn, der nach Einschätzung von Dieter Kuprella „den Basketball revolutioniert“ hat. Nach der Rückkehr vom Meisterschaftsendspiel in Dillingen wurde die siegreiche Mannschaft vom Leverkusener Oberbürgermeister Wilhelm Dopatka empfangen und für ihren Erfolg geehrt.

In den darauf folgenden zwei Jahren verteidigte TuS 04 Leverkusen den deutschen Meistertitel. Mit dabei waren mehrere Spieler, die Basketball im eigenen Nachwuchsbereich gelernt hatten, darunter Achim Kuczmann, Reiner Frontzek und Rudi Kleen. In der Saison 1970/71 schloss man die Nordstaffel sowie die Zwischenrunde als Tabellenführer ab. In den beiden Endspielen um die deutsche Meisterschaft traf Leverkusen auf den USC München. Das Spiel in München endete mit einem Sieg der Gastgeber (85:78). Den Rückstand bog Leverkusen aber daheim im Rückspiel um, als man deutlich mit 80:51 siegte. Auch im DBB-Pokal errang Leverkusen erneut den Sieg (101:64 im Endspiel gegen den USC Mainz). 1971 wechselte der US-Amerikaner John Ecker nach Leverkusen, der in den folgenden Jahren durch seine verlässlichen Leistungen Maßstäbe setzte. 1971/72 zog der TuS 04 als ungefährdeter Erster der Nordstaffel und Zwischenrunde in die Spiele um die deutsche Meisterschaft ein. Dort gewann Leverkusen Hin- und Rückspiel gegen den MTV Gießen.

Zwischen 1972 und 1975 gehörte die Leverkusener Mannschaft zwar weiterhin zur Bundesliga-Spitzengruppe, zum Einzug in die Endspiele reichte es aber jeweils nicht. In der Saison 1972/73 wurde mit John Ecker erstmals ein Leverkusener Korbschützenkönig der Bundesliga, Ecker erzielte in Haupt- und Endrunde insgesamt 504 Punkte. 1974 gewann man durch ein 88:61 gegen den Hamburger TB erneut den DBB-Pokal. Bester Korbschütze im Endspiel in Böblingen war Rudi Kleen mit 20 Punkten.

Zurück an die Bundesliga-Spitze schaffte es der TuS 04 Leverkusen in der Saison 1975/76, als die Liga erstmals bundesweit eingleisig ausgetragen wurde. Leverkusen schloss das Spieljahr mit 30:6 Punkten als Tabellenerster und damit als neuer deutscher Meister ab. Trainer der Mannschaft war Bernd Röder. Unter seiner Leitung gewann man ebenfalls 1976 den DBB-Pokal. In der Saison 1976/77 wurde Leverkusen deutscher Vizemeister und 1977/78 Dritter. Im Spieljahr 1978/79 stellte der mittlerweile von Jörg Trapp trainierte TuS 04 Leverkusen wieder die beste Mannschaft des Landes: Als Zweiter der Hauptrunde ging man in die Endrunde und sicherte sich in dieser die deutsche Meisterschaft.

Umbruch und Professionalisierung der Basketballabteilung (1980 bis 1989)

Saison Liga Platz Spiele S N Endrunde1979/80 BBL 1 18 16 2 2. Platz1980/81 BBL 1 18 16 2 2. Platz1981/82 BBL 4 18 10 8 4. Platz1982/83 BBL 2 18 12 6 3. Platz1983/84 BBL 3 18 12 6 Halbfinale1984/85 BBL 5 18 10 8 Deutscher Meister1985/86 BBL 1 22 20 2 Deutscher Meister1986/87 BBL 1 20 18 2 2. Platz1987/88 BBL 1 22 19 3 2. Platz1988/89 BBL 3 22 17 5 2. Platz

In den 1980er Jahren bekamen die Leverkusener Basketballer starke Konkurrenz. In der Saison 1979/80 musste man sich dem SSC Göttingen geschlagen geben. Zum Nachteil gereichte den Leverkusenern, dass mit Reiner Frontzek (Achillessehnenabriss) und Norbert Thimm (Fersenbeinabriss) zwei Stammspieler unter anderem in der entscheidenden Phase des Spieljahres ausfielen. Am letzten Spieltag der Endrunde verlor Leverkusen gegen Göttingen mit 63:68, womit der Titelgewinn der Niedersachsen feststand. Bis 1984 bestimmten Göttingen und der BSC Saturn Köln das Bundesliga-Geschehen, während es in Leverkusen zu einem großen Umbruch kam. Altgediente Spieler wie Dieter Kuprella, Norbert Thimm, Rudi Kleen und John Ecker traten kürzer oder ab. Außerdem wurde während der 1980er der ehemalige Nationalspieler Otto Reintjes der erste hauptamtliche Manager der Basketballabteilung. Unter Reintjes wurde der Generationswechsel in wenigen Jahren vollzogen. Ab 1980 war der US-Amerikaner Chris Lee Bayer-Trainer und zeitweise in Doppelfunktion auch deutscher Nationaltrainer. In der Saison 1982/83 trat die Mannschaft, die vorher bereits von den Bayer-Werken unterstützt worden war, unter dem Namen TuS 04 Bayer Leverkusen an, ab 1984 dann als TSV Bayer 04 Leverkusen.

Im November 1984 trat Lee zurück, nachdem die Mannschaft zuvor im DBB-Pokal gegen den damaligen Zweitligisten Bayreuth ausgeschieden war und schon in den vorherigen Wochen schwierige Zeiten durchgemacht hatte. Unter anderem hatte man gegen Saturn Köln haushoch (70:104) verloren. Reintjes trainierte die Mannschaft übergangsweise, im Januar 1985 kam der US-Amerikaner Jim Kelly als neuer Trainer. Diese Verpflichtung erwies sich als guter Schachzug. Denn unter Kelly nutzte die Mannschaft ihre kleine verbleibende Restchance auf den Einzug in die Meisterrunde und profitierte auch von einem Punktabzug gegen den SSV Hagen, der ausgesprochen wurde, nachdem Reintjes beim Verband Unterlagen vorgelegt hatte, die Zweifel an der Spielberechtigung eines Hageners aufkommen ließen. Man schaltete auf dem Weg in die Endspielserie Titelverteidiger ASC Göttingen aus und setzte sich im Kampf um den Meistertitel dann gegen den DTV Charlottenburg, den Vorläufer von Alba Berlin, durch. Nach sechsjähriger Wartezeit wurde Leverkusen somit wieder deutscher Meister. 1986 gewann Leverkusen unter Kelly neben der Meisterschaft auch den DBB-Pokal, im April 1986 gab Manager Reintjes das Ziel aus, sich „mittelfristig in den nächsten vier Jahren in der europäischen Spitze“ zu etablieren. Der mit US-amerikanischer und britischer Staatsbürgerschaft ausgestattete John Johnson (ab 1985 bei Bayer) war der herausragende Leverkusener Spieler in diesen Jahren. Mit dem Erreichen des Halbfinales im Europapokal der Pokalsieger (später ULEB Eurocup) in der Saison 1987/88 machte Leverkusen auch in einem internationalen Wettbewerb auf sich aufmerksam: Im Kampf um den Endspieleinzug traf Leverkusen auf Joventut de Badalona. Das Hinspiel in Spanien wurde mit 74:97 verloren, beste Korbschützen der Rheinländer in dieser Partie waren John Johnson (21 Punkte) und John Devereaux (19 Punkte). Das Rückspiel in der Wilhelm-Dopatka-Halle gewann man angeführt von Devereaux (23 Punkte) mit 97:80, was knapp nicht zum Weiterkommen reichte.

1989 wurde Dirk Bauermann vom Assistenz- zum Cheftrainer befördert. Er hatte bereits vor seiner zweijährigen Tätigkeit in den Vereinigten Staaten in Leverkusens Nachwuchsarbeit als Trainer gewirkt. Sein zwischenzeitlicher Wechsel nach Kalifornien (Fresno State University) war dank der finanziellen Unterstützung Bayers zustande gekommen, als Gegenleistung sagte Bauermann zu, nach seiner Rückkehr nach Deutschland wieder in den Trainerstab von Bayer Leverkusen einzusteigen. Er arbeitete erst mit Kelly zusammen und erhielt als Co-Trainer den Verantwortungsbereich Verteidigung zugewiesen. Erwägungen, dem jungen Bauermann 1989 einen erfahrenen Trainer an die Seite zu stellen, wurden letztlich verworfen, die Sportliche Leitung übertrug ihm die Hauptverantwortung, was sich ob der Erfolge der kommenden Jahre als richtige Entscheidung entpuppte.

Sieben deutsche Meisterschaften in Serie: Die Bayer-Basketballer prägen die 90er (1990 bis 1999)

Saison Liga Platz Spiele S N Endrunde1989/90 BBL 2 22 20 2 Deutscher Meister1990/91 BBL Nord 1 32 30 2 Deutscher Meister1991/92 BBL Nord 1 32 28 4 Deutscher Meister1992/93 BBL Nord 1 32 26 6 Deutscher Meister1993/94 BBL Nord 1 32 28 4 Deutscher Meister1994/95 BBL Nord 1 32 28 4 Deutscher Meister1995/96 BBL 1 26 24 2 Deutscher Meister1996/97 BBL 4 26 15 11 Halbfinale1997/98 BBL 8 24 12 12 Viertelfinale1998/99 BBL 5 26 16 10 Halbfinale