Der Landkreis Cloppenburg (Niederdeutsch: Landkreis Cloppenborg, Saterfriesisch: Loundkring Kloppenbuurich) liegt im westlichen Niedersachsen.
Geografie Lage mini|Thülsfelder Talsperre
Die Ausdehnung des Kreises beträgt Nord-Süd etwa 50 km und Ost-West 40 km. Das Gebiet ist Flachland mit einer mittleren Höhenlage von 30–40 m über NN. Nördlich von Cloppenburg bildet die Soeste einen etwa 3 km langen See, die Thülsfelder Talsperre. Der Landkreis ist Teil der Region Oldenburger Münsterland.
Bei Cloppenburg betrieb das IfAG bis in die Siebzigerjahre eine geodätische Satellitenstation.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Ammerland, Oldenburg, Vechta, Osnabrück, Emsland und Leer.
Geologie Im Landkreis wechseln sich Geest- mit Moorböden ab (vgl. auch Oldenburger Land und Landkreis Oldenburg).
Kulturlandschaft Die südliche Hälfte des Landkreises liegt innerhalb der geographischen Landschaft der Ems-Hunte-Geest, gegliedert in den Hümmling-Anteil im Westen von Lindern (Oldenburg) bis Friesoythe-Markhausen, in die zentrale Cloppenburger Geest und in den Randbereich der Delmenhorster Geest nördlich von Emstek am Ostrand des Kreises. Im Süden des Geestzuges gehört ein schmaler Streifen von Löningen bis Essen (Oldenburg) zur geographischen Landschaft Artland. Das Gebiet nördlich und nordwestlich der Geest von Garrel bis Barßel zählt zur Leda-Jümme-Niederung.
Klima mini|Klimadiagramm Cloppenburg
Der Landkreis liegt in der gemäßigten Klimazone Niedersachsens im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima der Nordseeküste und dem kontinentalen Klima im Süden und Osten und ist durch gemäßigtes Seeklima, beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee, geprägt.
Temperatur Zur Darstellung der Temperaturverhältnisse dienen die von Hoffmeister (1937) veröffentlichten Daten der von der Stadt Cloppenburg etwa 21 km entfernten Messstation in Löningen/Kreis Cloppenburg. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8,4 °C. Das Maximum der Monatsmittel liegt bei 16,7 °C im Juli. Der Januar als kältester Monat hat eine mittlere Temperatur von 0,8 °C. Die mittlere Zahl von Tagen mit mehr als 5 °C beträgt 288, bei 10 °C sind es 155 Tage (Hoffmeister, 1937).
Niederschlag Grundlage für die Beschreibung des Niederschlages sind Daten des Wasserwirtschaftsamtes Cloppenburg (o. J.) aus dem Zeitraum 1951–1988.
Der mittlere Jahresniederschlag beträgt 785 mm Jahr für den Zeitraum von 1951 bis 1980 und 801 mm Jahr für 1961–1988. Das Maximum wurde 1961 mit 1053 mm N/Jahr erreicht; der niedrigste Wert betrug 576 mm N/Jahr im Jahre 1969. Wie in der Abbildung zu erkennen ist, fallen die höchsten Niederschläge des Jahres im Juni. Im langjährigen Mittel sind es 81 mm N/Monat. Ein zweites Maximum besteht in den Wintermonaten, insbesondere im Dezember, in dem durchschnittlich 78 mm N/Monat fallen. Demgegenüber stehen zwei Minima im Februar und Oktober/September mit jeweils 49 und 58,4 mm N/Monat. Die relative Variabilität der mittleren Monatsniederschläge beträgt im Durchschnitt 50 % der Mittelwerte. Während der Vegetationsperiode von April bis September fallen mit 403 mm N 50 % des Jahresniederschlags; in der Hauptvegetationsperiode von Mai bis Juli sind es mit 224 mm N 28 %.
Die räumliche Verteilung des Niederschlages ist entscheidend von der Geesthochfläche bestimmt. Nach Norden in Richtung Leda-Jümme-Niederung nimmt der mittlere Jahresniederschlag um etwa 60 mm ab und beträgt 725 mm N/Jahr. Ebenso tritt dies im Süden im Bereich der Hase-Niederung ein. Bei Lohne im Kreis Vechta sinkt der mittlere Jahresniederschlag beispielsweise um 85 mm auf 700 mm/Jahr ab. Im Untersuchungsgebiet fällt nach der Niederschlagskarte ein mittlerer Jahresniederschlag von etwa 775 mm/Jahr
Geschichte Im 19. Jahrhundert existierten auf dem Gebiet des heutigen Landkreises die drei oldenburgischen Ämter Cloppenburg, Löningen und Friesoythe. 1879 wurde das Amt Löningen in das Amt Cloppenburg eingegliedert.
Im Rahmen der oldenburgischen Verwaltungsreform von 1933 wurden die Ämter Cloppenburg und Friesoythe zum Amt Cloppenburg zusammengefasst. Gleichzeitig wurden einige der alten Gemeinden zu neuen Großgemeinden zusammengefasst.Oldenburgisches Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung vom 27. April 1933 Aus dem vergrößerten Amt Cloppenburg wurde 1939 der Landkreis Cloppenburg. Von 1934 bis 1945 war Willi Meyer-Wendeborn NSDAP-Kreisleiter für den Landkreis Cloppenburg.
Die Gemeindereformen von 1933 wurden 1948 teilweise wieder rückgängig gemacht. Bösel, Lindern, Markhausen, Neuscharrel, Ramsloh, Scharrel und Strücklingen wurden dadurch wieder zu eigenständigen Gemeinden.Gesetz über die Neubildung von Gemeinden im Niedersächsischen Verwaltungsbezirk Oldenburg vom 26. April 1948.
Seinen heutigen Zuschnitt erhielt der Landkreis Cloppenburg im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen am 1. März 1974:Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Raum Vechta/Cloppenburg vom 11. Februar 1974
Die Gemeinden Ramsloh, Scharrel und Strücklingen (ohne die Ortschaft Idafehn) wurden zu einer neuen Gemeinde Saterland zusammengeschlossen. Die Gemeinden Altenoythe, Markhausen und Neuscharrel sowie die Gemeinden Gehlenberg und Neuvrees aus dem Landkreis Aschendorf-Hümmling wurden in die Stadt Friesoythe eingegliedert. Die Gemeinde Wachtum aus dem Landkreis Meppen wurde in die Gemeinde Löningen eingegliedert. Die Ortschaft Idafehn schied aus dem Landkreis aus und wurde in die Gemeinde Ostrhauderfehn im Landkreis Leer eingegliedert.
Einwohnerentwicklung mini|400px|Einwohnerentwicklung des Landkreises Cloppenburg von 1933 bis 2017 400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Cloppenburg (Datenquelle: Zensus 2011.) Jahr Einwohner Quelle 1933 61.958 1939 66.753 1950 94.794 1960 89.500 1970 104.100 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 109.800 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981 1990 120.441 2000 149.647 2010 158.194 2017 167.925 2020 172.632 mini|hochkant=1.4|Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffern in Deutschland nach Landkreisen und kreisfreien Städten
Der Landkreis Cloppenburg hat eine hohe Geburtenrate.
Im Landkreis Cloppenburg gibt es viele Arbeitsplätze für Geringqualifizierte in der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft.
Im Landkreis Cloppenburg hat ungefähr ein Viertel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Anfang 2019 lebten dort ungefähr 19.000 Ausländer, davon 3623 Kinder und Jugendliche und 11.000 Arbeitsmigranten. Der Ausländeranteil betrug 11,2 %.
Religionen Der Landkreis Cloppenburg gehört wie der Landkreis Vechta, der Landkreis Emsland, die ehemaligen Stifte Osnabrück und Hildesheim und das Untereichsfeld zu den Regionen in Niedersachsen, die eine katholische Mehrheit haben. Seit 1990 verändert sich diese Struktur im Landkreis aufgrund des hohen Zuzuges evangelischer Spätaussiedler.Deutschlandradio: Russen auf dem platten Land. Der Anteil der Katholiken im Landkreis Cloppenburg ist von 89,3 Prozent im Jahr 1933 bis 2007 auf 62,0 Prozent gesunken, während die evangelischen Christen im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von 10,5 auf 20,1 Prozent und so genannte „sonstige“ Religionsgemeinschaften von 0,2 auf 17,9 Prozent zu verzeichnen haben.Katholische Dominanz im Kreis gebrochen 2011 waren 20,3 % der Einwohner evangelisch, 60,4 % katholisch und 19,3 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2011.
Politik
Der Landkreis Cloppenburg gilt als CDU-Hochburg. Er gehört zum Bundestagswahlkreis Cloppenburg – Vechta, wo der CDU-Direktkandidat bei allen Bundestagswahlen von 1953 bis 1990 sogar über 70 % der Erststimmen erhielt.
Kreistag Der Kreistag besteht ab der Kreiswahl 2026 aus 52 Mitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für einen Landkreis mit einer Einwohnerzahl zwischen 175.001 und 200.000 Einwohnern.§ 46 NKomVG – Zahl der Abgeordneten Sie erhöhte sich damit um vier Sitze gegenüber der vorherigen Wahl. Hinzu kommt der direkt gewählte hauptamtliche Landrat.
Die allgemeine Wahlperiode beginnt am 1. November nach der letzten Wahl und endet nach fünf Jahren zum 31. Oktober.§47 NKomVG-Wahlperiode Das Ergebnis der Kreistagswahl am 13. September 2026 ist in den Diagrammen dargestellt.
Bei den jeweiligen Wahlen zum Kreistag seit 1996 kam es zu folgenden Ergebnissen: Parteien und Wählergemeinschaften %2026Kreiswahl 2026 Sitze2026 %2021Kreiswahl 2021 Sitze2021 %2016 Sitze2016 %2011 Sitze2011 %2006 Sitze2006 %2001 Sitze2001 %1996 Sitze1996 Christlich Demokratische Union Deutschlands 45,10 23 50,30 25 57,78 28 64,74 31 67,87 33 70,5 37 68,9 36 Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,31 9 22,37 11 21,68 10 18,93 9 17,60 8 18,3 9 18,5 9 Bündnis 90/Die Grünen 8,29 4 8,19 4 5,01 2 6,71 3 3,43 2 3,0 2 6,1 3 Freie Demokratische Partei 2,76 1 5,97 3 3,94 2 3,50 2 5,18 2 2,8 2 2,7 1 Alternative für Deutschland 20,39 11 5,16 2 3,32 2 – – – – – – – – Bürgerliche Liste Cloppenburg 3,71 2 4,62 2 – – – – – – – – – – Deutsche Zentrumspartei – – 1,57 1 1,63 1 0,32 0 – – – – – – Die Linke 3,48 2 1,54 0 1,64 1 0,28 0 – – – – – – Basisdemokratische Partei Deutschland – –0,24 0 – – – – – – – – – – Liberal-Konservative Reformer – – 0,04 0 – – – – – – – – – – Unabhängige Wählergemeinschaft Cloppenburg (UWG) – – – – 1,15 1 2,52 1 2,24 1 – – – – Einzelwahlvorschlag Tabeling – – – – 1,07 1 – – – – – – – – Unabhängige Wählergemeinschaft Cappeln (UWG Cappeln) – – – – 1,06 0 – – – – – – – – Initiative Bürgerbündnis Cloppenburg (IBC) – – – – 0,71 0 – – – – – – – – Bürger für Bürger (BfB) – – – – 0,59 0 1,59 1 1,65 1 – – – – Unabhängige Wählergemeinschaft Saterland (UWG Saterl.) – – – – 0,34 0 0,74 1 1,06 1 – – – – Wählergemeinschaft Löningen (WGL) – – – – – – 0,57 0 – – – – – – Sonstige – – – – – – – – – – 5,5 0 3,7 2 Gesamt 100 52 100 48 100 48 100 48 100 48 100 50 100 51 Wahlbeteiligung 62,05 % 55,03 % 55,13 % 53,21 % 54,47 % k. A. k. A.
Landräte 1933–1945 August Münzebrock (bis 1939 Amtshauptmann) 1945–1946 Hermann Ostmann 1946–1964 Hermann Bitter (CDU) 1964–1972 Reinhold Niermann 1972–1986 Georg Bührmann 1986–1991 Alfons Schewe 1991–2001 Hans Große Beilage 2001–2014 Hans Eveslage, CDU (erster hauptamtlicher Landrat) 2014–2026 Johann Wimberg (CDU) seit 2026 Dirk Gehrmann (CDU) Dirk Gehrmann wurde bei der Landratswahl am 13. September 2026 mit 52,63 % der Stimmen gewählt. Gehrmann tritt sein Amt zum 1. November 2026 an und löste den bisherigen Amtsinhaber Johann Wimberg ab, der nicht mehr kandidierte.Landratswahl 2026, abgerufen am 24. September 2026 Oberkreisdirektoren 1946–1947 Hermann Ostmann 1950–1959 Lothar Korn 1959–1966 Otto Kliebl 1966–1976 Joseph Schweer 1976–2001 Herbert Rausch
mini|hochkant|Kreiswappen an der Artlandstraße in Essen (Oldenburg) (Schild im traditionellen, nicht mehr aktuellen Design)
Wappen Das Wappen war im alten Amt Cloppenburg bis 1838 als Siegel gebräuchlich, wurde am 10. Juli 1958 vom Kreis erneut als Wappen angenommen und erhielt am 3. September 1959 Regierungsgenehmigung. Die Blasonierung des Wappens formulierte der Kreistag 1959:
Balken und Steckkreuz im oberen Teil des Wappens stammen aus dem oldenburgischen Landeswappen, da das vormals münstersche Amt Cloppenburg 1803 an das (Groß-)Herzogtum Oldenburg fiel. Im unteren Teil finden sich die Seerosenblätter aus dem Wappen der Grafen von Tecklenburg, die Ende des 13. Jahrhunderts die Cloppenburg errichteten und bis 1400 die Landesherrschaft ausübten. Der untere Rotbalken stammt aus dem Wappen des Bistums Münster und erinnert an die bischöfliche Landesherrschaft von 1400 bis 1803.Manfred Furchert: Oldenburgisches Wappenbuch. Band 1. Oldenburg 2003, S. 35
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