mini|Uto-aztekische Sprachen im Präkolumbianischen Nordamerika. mini|Uto-aztekisch sprechende Gemeinschaften in Mexiko. Die uto-aztekischen Sprachen (bzw. seltener Uto-Nahuatl) bilden eine nord- und mittelamerikanische Sprachfamilie, die mit ungefähr 1,8 Millionen Sprechern zu den größten sowie auch zu den ältesten Sprachfamilien der amerikanischen Ureinwohner zählt. Ihre Sprachlandschaft umfasst Gebiete vom Westen der Vereinigten Staaten und Texas im Norden und zieht sich über Mexiko bis nach Panama im Süden.britannica.com Uto-Aztecan languages in Encyclopedia Britannica Der Name der Sprachfamilie als Uto-Aztekisch bzw. Uto-Nahuatl verweist auf die große geographische Verbreitung in Nordamerika als auch in Mittelamerika, da sie sowohl die Sprache der Ute von Utah und Colorado als auch die Nahuan- oder Nahuatl-Sprachen (auch: Aztekisch genannt) der Nahua-Ethnien des Aztekischen Dreibunds von Mexiko umfasst. Die nördlichste uto-aztekische Sprache ist das Shoshoni, das bis zum Lemhi River in Idaho gesprochen wird, während die südlichste das Nawat (Pipil) der Pipil von El Salvador ist. Sprecher der Nahuatl-Sprachen machen fast vier Fünftel der Gesamtzahl der Sprecher aller uto-aztekischen Sprachen davon aus.

Einige Sprachen und ihre Verbreitung Zu den nördlichen uto-aztekischen Sprachen gehört der nördlichste Zweig der Sprachfamilie, die Numic-Sprachen, mit den Sprachen der Ute, Shoshone, Comanchen und Paiute. Hier decken sich die Ethnonyme (Bezeichnungen der Ethnien) nicht immer mit den Einzelsprachen. So ist die traditionelle Sprache der nördlichen Paiute ein Shoshoni-Dialekt, während die südlichen Paiute einen Colorado-Dialekt sprechen. Einen eigenen Zweig bildet die Hopi-Sprache, die von den uto-aztekischen Sprachen der USA die meisten Sprecher hat. Kaum mehr gesprochen wird Cahuilla und Luiseño, die von Ethnien in Kalifornien verwendet wurden.

Die südlichen uto-aztekischen Sprachen umfassen unter anderem die in Arizona und New Mexico sowie in angrenzenden Gebieten von Mexiko beheimateten Pima-Pagago und Tepehuan-Sprachen. Im nördlichen Mexiko sind vor allem die Sprachen der Yaqui, Mayo und Raramuri (Tarahumara) zu erwähnen. Die meisten Sprecher hat mit etwa 1,6 Millionen Menschen das Nahuatl, dessen zentraler Zweig auch von den Azteken gesprochen wurde.Michael Dürr: Nord- und mesoamerikanische Sprachen. Abgerufen am 26. September 2013

Wortgleichungen + Liste mit Kognaten einiger uto-aztekischer Sprachen PROTO-UA Hopi Nahuatl Huichol Comanche Papago Pima Yaqui Mayo RaramuriWarijío Auge *pusi pūsi iš- hixie pui hehewo vuhi pūsim pūsi busí pusi Ohr *naka naqvi nakas- naka naki nahk naka nakam naka nalá nahka- Nase *yaka yaqa yaka- thahk daka yeka yeka aká yahka- Mund *tini moʔa tēn- teni tīpe chini teni tēni tēni riní Zahn *tami tama tlam- tame tāma tahtami tatami tamim tami ramé tame- Laus *ʔati atem- ʔate aʔati ete ete ehte Fisch *mutsi mich- musí Vogel *tsūtu tsiro tōtol- tosapiti' churugí chuʔruki Mond *mītsa mūyau mēts- metsa mïa mashath masadi mēcha mēcha micha mecha Wasser *pāʔ pāhu ā- ha pā waʔig bāʔam vāʔa bāʔwí paʔwi Feuer *tahi tle- tai taʔi taji tahi naʔi Asche *nasi neš- naxi mahta naposa naposa napisó nahpiso Name *tekwa tōka- te'ega team tewa riwá tewa schlafen *kotsi kochi- kutsi kohsig kosia koche kōche kochí kochi kennen *māti mati mātia machí machi sehen *pita itta bicha bicha sehen *tiwa tiwa mātia ritiwá tewa geben *maka maqa maka makia maka māka brennen *taha tlala tai- taya taya rajá taha- ich *naʔa niʔ ni-/no-/na ne ni ni āni/in inepo inapo nijé nē-/noʔo du ʔim mo- en am empo empo mujé amo/mū wer *ʔakw hak ak- hakari hedai heri jabē have ābu eins *sɨm- sūkya sem xewi sïmï hemako hemak sēun zwei *wō- lōyom ōme huta waha gohk goka gōi wōyi okuá woka drei *pahayu pāyom ēyi haika pahi waik baih bikiyá

Klassifikation Die Urheimat der uto-aztekischen Sprachen wird allgemein im Südwesten der Vereinigten Staaten oder möglicherweise im Nordwesten Mexikos vermutet. Eine alternative Theorie hat die Möglichkeit vorgeschlagen, dass die Sprachfamilie aus Südmexiko, innerhalb des mesoamerikanischen Sprachraums, stammt, aber dies wurde im Allgemeinen nicht als überzeugend angesehen. Die Uto-aztekische Sprachen werden allgemein geographisch in die „Nördlichen Uto-aztekischen Sprachen“ und in die „Südlichen Uto-aztekischen Sprachen“ unterteilt.

Die interne Klassifikation der Sprachfamilie unterteilt sie oft in zwei Zweige: einen „Nördlichen Zweig“ bzw. „Nördliche Uto-aztekische Sprachen“ mit allen Sprachen in den USA, und einen „Südlichen Zweig“ bzw. „Südliche Uto-aztekische Sprachen“ mit allen Sprachen im Südwesten der USA und in Mittelamerika; es ist bis heute jedoch umstritten, ob diese Unterteilungen als genetische Klassifikation oder als geographische zu verstehen ist. Innerhalb dieser geographischen Unterteilung werden folgende Hauptzweige/Hauptsprachen allgemein akzeptiert: Numic-Sprachen (inklusive Sprachen wie das „Shoshoni“ oder das Dialektkontinuum des „Colorado River Numic/Ute-Southern Paiute“) und die in Kalifornien beheimateten Sprachen (früher bekannt als „Takik-Sprachen“ – inklusive Cahuilla and Luiseño). Hopi und Tübatulabal werden als Isolierte Sprachen innerhalb der „Nördlichen Uto-aztekischen Sprachen“ betrachtet.

Innerhalb der „Südlichen Uto-aztekische Sprachen“ sind die Pima (Pimic) oder Tepiman-Sprachen (inklusive des „O'Odham (Pima-Papago)“ und „Tepehuán“), die Tarahumara-Guarijío bzw. Tarahumara-Sprachen (inklusive des „Tarahumara“ und „Huarijio/Guarijío“), die Cahita-Sprachen (einschließlich Yaqui und Mayo), die Corachol-Sprachen (einschließlich Cora und Huichol) und die Nahuan-Sprachen unterteilt.

Nördlicher Zweig (USA) Isolierte Sprachen Hopi oder Hopilàvayi („Sprache der Hopi“) im heutigen Arizona, vier regionale Dialekte First Mesa oder Polacca Mishongnovi (Musangnuve’e Hopilàvayi) oder Toreva Shipaulovi/Sipaulovi Third Mesa oder Oraibi (Orayvit Hopilàvayi) Tübatulabal oder Pahkaʼanil („Sprache“ der Tübatulabal im heutigen Kalifornien, vier regionale Dialekte, seit Juli 2008 †.) Bakalanchi (Pong-ah-lache) oder Toloim (Tulamni) Pakanapul (Pahkanapil), Bahkanapil oder eigentl. Tübatulabal Palegawan (Palagewan)

Numic-Sprachen bzw. Numic I. Zentrales Numic, Zentrale Numic-Sprachen, Zentraler Numic-Zweig Comanche oder Numinu (Nʉmʉ Tekwapʉ̲; Aussprache: – „Sprache des Volkes, d. h. der Comanche (Nʉmʉnʉʉ)“; evtl. mehrere regionale Dialekte / Subdialekte; Population: über 15.000, Sprecher: 100 (Golla 2007).)Das Comanche (Nʉmʉ Tekwapʉ) und der Dialekt der Östlichen Shoshone stehen sich so nahe, dass manche Linguisten das Comanche (Nʉmʉ Tekwapʉ) als weiteren Dialekt des Shoshoni (Newe Ta̲i̲kwappe / Neme Ta̲i̲kwappeh) betrachten; jedoch sind beide auf Grund einer Lautverschiebung im Comanche (Nʉmʉ Tekwapʉ) nicht gegenseitig verständlich. Einst bildete das Comanche (Nʉmʉ Tekwapʉ) neben dem Spanischen die Verkehrs- und Handelssprache der Stämme auf den Südlichen Plains und im Südwesten. Timbisha (Tümpisa), Panamint oder Koso (auch: „Tümpisa Panamint Shoshone“; Nümü nangkawih / Sosoni nangkawih – „Sprache des Volkes/der Shoshone“; ein Dialektkontinuum der Timbisha Shoshone mit drei regionalen Varietäten bzw. Dialekten; Population: ca. 120, Sprecher: 20.) Western/Westliches Timbisha Owens Lake, Lone Pine Coso Range, Saline Valley, Panamint Valley Central Timbisha (Death Valley) Eastern/Östliches Timbisha Grapevine Canyon Beatty Lida Shoshoni, Shoshone oder Shoshoni-Gosiute (Newe Ta̲i̲kwappe, Neme Ta̲i̲kwappeh – „Sprache des Volkes“ oder Sosoni' Ta̲i̲kwappe – „Sprache der Shoshone“; ein Dialektkontinuum mit vier regionalen Dialekten; Population: ca. 12.300, Sprecher: 1.000 sowie weitere 1.000 Halbsprecher)heute wird vermehrt die Sprache als Shoshoni und zur Unterscheidung die Stammesgruppe als Shoshone bezeichnet Western/Westliches Shoshoni (in Nevada sowie im Grenzgebiet Nevada-Idaho der Westlichen Shoshone (Newe)) Gosiute/Goshute (auch: Gosiute/Goshute-Dialekt im Westen Utahs und Osten Nevadas, da die Gosiute (Gutsipiuti oder Kuttuhsippeh) heute meist als separate Ethnie betrachtet werden) Duck Valley Big Smoky Valley Northern/Nördliches Shoshoni (im Süden Idahos und Norden Utahs der Nördlichen Shoshone (Neme oder Nemme sosoni'ihnee'e)) Lemhi Valley Fort Hall Eastern/Östliches Shoshoni (auch: „Wind River Shoshoni“, in Wyoming der Östlichen Shoshone (Newe)) II. Südliches Numic, Südliche Numic-Sprachen, Südlicher Numic-Zweig Kawaiisu (Nɨwɨ'abigidɨ, Nɨwɨ'abigipɨ, Aussprache: oder Nüwü'abigidü – „Sprache der Kawaiisu (Nɨwɨ oder Nüwü)“; Population: 150, Sprecher: 5) Colorado River Numic, Ute–Southern Paiute, Ute-Chemehuevi oder Southern Paiute bzw. Ute (ein Dialektkontinuum mit drei regionalen Dialekten; Population (gesamt): 6230, hiervon Ute: 4800 und Südliche Paiute (inklusive Chemehuevi): 1430 (lt. Golla 2007.), Sprecher: 1640) Chemehuevi-Dialekt (Ampagapü – „Sprache“ der Chemehuevi (Nüwüwü) in Kalifornien untergliedert in Subdialekte der geographischen Hauptgruppen; Population: 400, Sprecher: 13 (lt. Hinton 1994))Angelina Eduardovna Serratos: Topics in Chemehuevi Morphosyntax: Lexical Categories, Predication and Causation, University of Arizona 2008 Northern/Nördliches Chemehuevi (der Tantiitsiwi („die Nördlichen“) bzw. Nördlichen Chemehuevi) Desert/Wüsten Chemehuevi (der Tiiraniwiwi/Teeranewewe („Wüsten-Volk“) bzw. Wüsten Chemehuevi) Southern/Südliches Chemehuevi (der Tantivaitsiwi („die Südlichen“) bzw. Südlichen Chemehuevi) Southern/Südlicher Paiute-Dialekt (der Südlichen Paiute (Nuwuvi) in Utah und Nevada; Population: ca. 1430, Sprecher: ca. 730) Moapa Cedar City Kaibab San Juan Ute-Dialekt (Núu-'apaghapi – „Sprache des Volkes“ der Ute (Nuciu oder Noochew) in Colorado und Zentral-Utah mit zwei regionalen Subdialekten; Population: ca. 4800, Sprecher: ca. 900)Endangered Languages Project – Ute – Metadaten der Sprache Northern/Nördliches Ute (der Pahvant, Moanunts, Timpanogos (Utah Indians), Sanpits, Cumumba (Weber Utes), Seuvarits, Sabuaganaauf Grund Mischehen zwischen Westlichen Shoshone, Südlichen Paiute und Ute Bands werden die Pahvant und Moanunts heute als Ute-Paiute Bands betrachtet und die Timpanogos, Sanpits und Cumumba entweder als Ute-Westliche Shoshone Bands oder nur den Westlichen Shoshone zugerechnet, ihre Nachfahren identifizieren sich als „Shoshone“ und sind heute als „Northwestern Band of the Shoshone Nation“ auf Bundesebene offiziell als Stamm anerkannt, Uinta-at (Yoowetum), Yampa und Parianuche (White River Utes) Bands; Population: ca. 2000, Sprecher: ca. 300) Southern/Südliches Ute (der Muache, Capote, Tabeguache (Uncompahgre) und Weeminuche Bands; Population: ca. 2800, Sprecher: ca. 600) III. Westliches Numic, Westliche Numic-Sprachen, Westlicher Numic-Zweig Mono oder Nim (mit zwei regionalen Dialekten sowie mehreren Subdialekten; Population: ca. 2300, Sprecher: ca. 50) Western/Westliches Mono oder Monachi/Monache (der Westlichen Mono (Nyyhmy oder Nim), besser bekannt als „Mono/Monache“ oder „Mono Lake Paiute“; Population: ca. 1300, Sprecher: 20 sowie ca. 100 Halbsprecher) San Joaquin River Mono (Oberlauf des San Joaquin River, North Fork und Auberry) Kings River Mono (Oberlauf des Kings River, Sycamore Valley, Dunlap) Kaweah River Mono (Oberlauf des Kaweah River) Eastern/Östliches Mono oder Owens Valley Paiute (Nüümü Yadoha – „Sprache des Volkes“ der Östlichen Mono (Numa), besser bekannt als „Owens Valley Paiute“; Population: ca. 1000, Sprecher: unter 30) Northern Owens Valley Mono Benton Bishop Fish Lake Valley Mono Southern Owens Valley Mono Big Pine Fish Springs Independence Lone Pine