Cloppenburg (; ) ist Kreisstadt und zugleich größte Stadt im nach ihr benannten Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen und liegt im Oldenburger Münsterland.

Geographie Stadtgliederung

Cloppenburg liegt im Oldenburger Münsterland zwischen Osnabrück und Oldenburg. Die Stadt Cloppenburg ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus der Kernstadt und den acht Ortschaften Ambühren/Schmertheim, Bethen, Emstekerfeld, Galgenmoor, Kellerhöhe, Staatsforsten, Sternbusch und Vahren/Stapelfeld.

Kellerhöhe

mini|Innenansicht der Kirche St. Marien in Kellerhöhe Kellerhöhe ist eine Anfang des 20. Jahrhunderts gegründete „Kolonie“ am Rande der Stadt Cloppenburg, in der das Land für den Ackerbau und die Viehzucht urbar gemacht wurde. Am Schnittpunkt der drei Kolonate Hoheging, Kellerhöhe und Bürgermoor, die bis 1933 zur Gemeinde Krapendorf gehörten, aber heute auf drei verschiedene politische Gemeinden aufgeteilt sind, liegt die 1923 erbaute Kirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien Hoheging-Kellerhöhe-Bürgermoor.

Naturräumliche Gliederung Cloppenburg befindet sich in der naturräumlichen Haupteinheit Cloppenburger Geest bzw. in der Untereinheit Cloppenburger Lehm-Geest. Diese ist auch das Haupteinzugsgebiet der Soeste bis Cloppenburg. Diese naturräumliche Einheit ist als ein schwachwelliges Grundmoränengebiet gekennzeichnet, dessen vorwiegend lehmige Böden (gleyartige Braunerden) meist von einer dünnen Flott- oder Flugsanddecke überlagert sind und durch Stau von Oberflächenwasser in schwerdurchlässigem Untergrund (Geschiebelehm) frisch bis feucht, in Mulden gelegentlich nass sind.Heinz-Josef Lücking: Ökologische Bewertung des Soestetals zwischen Cloppenburg und Stedingsmühlen (LK Cloppenburg, Nordwest-Deutschland) aus der Sicht des Naturschutzes unter besonderer Berücksichtigung der Vegetation, Gewässergüte und des ökomorphologischen Gewässerzustandes. BSH/NVN naturspecial Report, Heft 21, 1995, ISBN 3-923788-29-0. (Diplomarbeit im Fach Geographie an der Justus-Liebig-Universität, Gießen, 1992).Bundesanstalt f. Landeskunde u. Raumforschung (Hrsg.), Sofie Meisel: Die Naturräumlichen Einheiten auf Blatt 70/71 Cloppenburg/Lingen. Selbstverlag, Bonn-Bad Godesberg 1959, S. 27.

Westlich von Cloppenburg, zwischen den Ortschaften Bühren und Schmertheim, grenzt die Untereinheit der Cloppenburger Sand-Geest an. Die Grenze zur Cloppenburger Lehm-Geest ist nicht eindeutig linienhaft zu ziehen. Die Cloppenburger Sandgeest ist nach Meisel ein „vorwiegend sandiges, schwachwelliges Grundmoränengebiet, das stellenweise größere Dünenfelder trägt und nur von einzelnen schmalen, flachmoorgefüllten Niederungen gegliedert wird. […] Ein großer Teil der Böden, die früher Stieleichen-Birkenwälder trugen, war lange Zeit verheidet […] Grünland kommt nur in den schmalen Niederungen vor, die früher Erlen-Bruchwälder trugen.“Sofie Meisel: Die Naturräumlichen Einheiten auf Blatt 70/71 Cloppenburg/Lingen. 1959, S. 28.

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Das Stadtgebiet von Cloppenburg gehört hydrologisch zum Flusssystem der Ems.

Das bedeutendste Gewässer im Stadtgebiet ist die Soeste, die Cloppenburg von Südosten nach Nordwesten durchfließt. Sie prägt die naturräumliche Gliederung der Stadt und übernimmt eine zentrale Funktion für die Entwässerung der umliegenden Niederungsgebiete. Darüber hinaus existieren zahlreiche Entwässerungsgräben und begradigte Bachläufe, die im Zuge landwirtschaftlicher Nutzung und Meliorationsmaßnahmen angelegt oder verändert wurden.

Im Gebiet der Stadt Cloppenburg sind Moore und andere Feuchtgebiete heute nur noch in eingeschränktem Umfang erhalten. Ursprünglich war die Landschaft durch zahlreiche Moor- und Bruchgebiete geprägt, die jedoch seit dem 18. und 19. Jahrhundert durch Entwässerung und Kultivierung weitgehend verändert wurden. Die bedeutendsten Feuchtgebiete innerhalb des Stadtgebiets befinden sich im Tal der Soeste. Hier treten vor allem Niedermoore auf, die sich in den Niederungen des Flusses entwickelt haben. Diese Flächen werden heute überwiegend landwirtschaftlich genutzt, insbesondere als Grünland, und sind nur noch teilweise in naturnahem Zustand erhalten. Daneben existieren kleinflächige Feuchtbiotope in Senken und Mulden der Geestlandschaft, die durch stauende Böden und einen hohen Grundwasserstand gekennzeichnet sind.

Untergrundverhältnisse Cloppenburg liegt im Oldenburger Münsterland innerhalb der naturräumlichen Einheit der Cloppenburger Geest, einer durch eiszeitliche Prozesse geprägten Landschaft der norddeutschen Tiefebene.

Die Geologie Cloppenburgs ist durch quartäre, eiszeitlich geprägte Lockersedimente bestimmt, die eine typische Geestlandschaft bilden. Hydrogeologisch dominieren Porengrundwasserleiter in sandigen und kiesigen Schichten, die durch tonige und lehmige Horizonte gegliedert sind. Der erste Grundwasserleiter liegt meist nur 2-6 m Meter unter der Geländeoberfläche, während ein zweiter, ergiebiger Aquifer in Tiefen um 25–30 m vorkommt.

Geschichte Der Name

Die Herkunft des Namens ist nicht ganz geklärt, er hat aber zwei mögliche Entstehungsursachen:Jürgen Udolph: Jahrbuch Oldenburger Münsterland 2002. Der Name gehört zum mdl. kloppen, was als klopfen, schlagen, prügeln in Bezug auf die Entstehung der mittelalterlichen Trutzburg zu setzen ist. Englische Ortsnamen wie Clopton, Clapton oder Clophill stehen zum niederdeutschen Wort clop = Berg, Hügel in Beziehung. Diesbezüglich sind Straßennamen recht aufschlussreich. In der Nähe der St. Andreas-Kirche befindet sich eine Bergstraße. Dieser Bereich gehört aber zu Krapendorf, das erst 1855 Bestandteil von Cloppenburg wurde. Die St. Andreas-Kirche, Cloppenburgs Stadtkirche, an der Grenze zu Krapendorf, ist auf dem höchsten Punkt der Stadt erbaut, zu dem die Krapendorfer Bergstraße hinaufführt.

Der Name Cloppenburg wurde urkundlich erstmals 1297 erwähnt.

Vor- und Frühgeschichte Durch das Gebiet der Stadt Cloppenburg führt ein Fernweg, den es bereits in der Bronzezeit gegeben haben soll und der von den Niederlanden über die Ems und die Weser zur Lüneburger Heide führt. Der Abschnitt des Wegs im Bereich der Gemeinde Emstek und der Stadt Cloppenburg wurde nach 1563 von der Bevölkerung Herzog-Erich-Weg genannt. Die Herzog-Erich-Ring genannte Straße bildete bis vor Kurzem die südliche Bebauungsgrenze der Stadt Cloppenburg.

Mittelalter Cloppenburg erwuchs aus ursprünglich zwei nach Alter und Entstehungsgeschichte unterschiedlichen Siedlungskernen.

Über die ältere, auf dem Geestrand gewachsene Siedlung Krapendorf gibt es erste schriftliche Aufzeichnungen von 819; die Gründung der Pfarrei Krapendorf erfolgte durch die Missionszelle in Visbek. Nachdem ab 780 n. Chr. von Karl dem Großen neun Missionssprengel zur Christianisierung der unterworfenen Sachsen errichtet worden waren, wurden von der Missionszelle Visbek aus durch Abt Gerbert Castus – den Apostel des Oldenburger Münsterlandes – die ersten Kirchengemeinden in der Umgebung gegründet.. Abgerufen aus dem Webarchiv am 3. Oktober 2017. Zu diesen zählte im Lerigau die Pfarrkirche Krapendorf.. Abgerufen am 11. Oktober 2013. Die Grafen von Tecklenburg errichteten in der Nähe der Siedlung Krapendorf an der Soeste-Niederung die Befestigungsanlage Cloppenburg, um in diesem Gebiet endgültig die Landeshoheit zu sichern. Am 20. Oktober 855 kommt Krapendorf mit Visbek an das Kloster Corvey.

mini|Die Ruinen der Burg Cloppenburg. Das Amtsgericht im Hintergrund Um 1100 ging der Kirchenzehnte von Croppendorf nach über hundert Jahren tecklenburgischer Herrschaft infolge häufiger Fehden der Tecklenburger Grafen mit den Bischöfen von Münster und Osnabrück in münsterschen Besitz über. Um 1150 erscheint Kroppendorf im Verzeichnis der Corveyer Patronatskirchen. Um 1200 erscheint der Haupthof curia Gropendorf im Besitzverzeichnis des Klosters Corvey. Am 5. Januar 1297 wurde durch eine Urkunde über den Grundstückstausch dokumentiert, dass Graf Otto III. von Tecklenburg auf einem Hof in Hemesburen (Hemmelsbühren) die Burg Cloppenburg erbauen ließ.

Am 18. Juni 1393 schlossen die Bischöfe und die Städte von Münster und Osnabrück ein Bündnis zur Belagerung der Cloppenburg, die noch im selben Jahr erobert wurde. Am 28. Dezember 1396 trat Bischof Dietrich von Osnabrück seinen Cloppenburger Anteil an den Bischof von Münster, Otto IV. von Hoya, ab.

Am 25. Oktober 1400 verzichtete Graf Nikolaus II. von Tecklenburg auf Herrschaft, Amt und Burg. Im Friedensvertrag von 1400 zwischen Münster und Tecklenburg wurden die Gebiete um Cloppenburg und Friesoythe als Amt Cloppenburg dem Hochstift Münster angegliedert. Trotz der geografischen Lage zwischen Hamburg und Osnabrück gehört es noch zum Bistum Münster. Am 9. März 1411 erhielt der zwischen 1400 und 1411 errichtete Burgflecken vom Bischof von Münster das Weichbildrecht (stadtähnliche Freiheiten und Privilegien) verliehen. Am 5. Januar 1435 verlieh der Bischof Cloppenburg das Stadtrecht mit eigener Gerichtshoheit sowie ein Stadtwappen mit dem Bild des heiligen Paulus.

Im Jahre 1435 wurde die Kirche in Krapendorf von den Osnabrückern zerstört, was aber die Bedeutung Krapendorfs nicht nachhaltig beeinträchtigte, da sie zügig wiederaufgebaut wurde. Vor 1450 war die Befestigung der Stadt Cloppenburg mit Wall und Graben vollendet. Trotz der räumlichen Nähe wurde Krapendorf nicht in die Befestigung einbezogen. Im Jahre 1537 wurde Wilke Steding, Erbauer des Gutes Stedingsmühlen, Drost von Cloppenburg.

1500 bis 1800 Religionsstreit Am 6. Juli 1543 führte Bischof Franz von Münster und Osnabrück das evangelische Bekenntnis ein. 1600 entstand die Stadtschule mit lateinischem und deutschem Unterricht. 1613 wurde das katholische Bekenntnis wieder eingeführt.

Dreißigjähriger Krieg Im Jahre 1622 fiel Graf von Mansfeld in das Niederstift Münster ein und besetzte Cloppenburg. Im weiteren Verlauf des Krieges waren kaiserliche, dänische und schwedische Truppen in Cloppenburg. Im Jahre 1623 schlug Tilly sein Lager in Bethen bei Cloppenburg auf. Bei einem Brand (1638) wurden 61 Häuser zerstört. Erst 1650 zogen die letzten schwedischen Truppen ab.

mini|hochkant|St. Andreas-Kirche Fürstbischöfe von Galen Durch einen Vertrag vom 19. September 1667 erwarb der Fürstbischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, die geistlichen Hoheitsrechte über das Niederstift, die bisher noch Osnabrück innehatte. Im Jahre 1668 wurden die neue Stadtkapelle und das Rathaus vom Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, der auch den Hochaltar für die Kapelle gestiftet hatte (Stadtkapelle und Rathaus bis 1892 in der Osterstraße vor der Drogerie König), eingeweiht. Im gleichen Jahr verlieh der Fürstbischof der Stadt zwei Jahrmärkte „zur Beförderung der gemeinnützlichen Commerzien“. Im Jahre 1669 weihte Christoph Bernhard von Galen die Gnadenkapelle Bethen ein.

Bei einem großen Brand in Cloppenburg kam es 1716 zur Zerstörung der Burggebäude, des Richthauses (jetzt Heukamp) und des Krapendorfer Tores. Im Jahre 1728 war der Neubau der St.-Andreas-Kirche in Krapendorf vollendet. Sie erhielt 1769 drei neue Altäre, die der Bildhauer Johann Heinrich König aus Münster (Westfalen) um 1769 angefertigt hatte, sowie eine neue Kanzel (1963 restauriert). Der neue Turm der Kirche wurde 1789 vollendet.

1800 bis 1900 mini|Cloppenburg 1805 Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde Cloppenburg Teil des Herzogtums Oldenburg. 1805 folgte die Sprengung des Burgturmes und Bau des Amtshauses. Von 1811 bis 1814 war der Ort unter Napoleon Sitz eines Kantons des Arrondissements Quakenbrück des Département de l’Ems-Supérieur.