Hüttenberg ist eine seit 1977 bestehende Gemeinde im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Der Gemeindename nimmt Bezug auf die historische Landschaftsbezeichnung Hüttenberger Land, das seit dem Mittelalter für lange Zeit als Amt Hüttenberg verwaltet wurde.
Geographie mini|Hüttenberg, Luftaufnahme 2007
Geographische Lage Die Gemeinde Hüttenberg liegt zwischen Wetzlar, Butzbach und Gießen südlich der Lahn.
Der des Lahn-Dill-Kreises befindet sich auf der Grenze zur Stadt Linden.
Nachbargemeinden
Gliederung Die Gemeinde besteht aus den sechs Ortsteilen Hüttenberg (zuvor Hochelheim und Hörnsheim), Rechtenbach, Reiskirchen, Vollnkirchen, Volpertshausen und Weidenhausen. Der Name „Hüttenberg“ steht nicht nur für die 1977 gegründete Gemeinde, sondern seit dem Mittelalter für die ganze Landschaft am Kleebach und seinen Zuflüssen, die über Jahrhunderte einen eigenständigen Verwaltungs- und Gerichtsbezirk bildete. Die heutige Gemeinde umfasst nur noch den westlichen Teil des ursprünglichen Hüttenbergs.
Geschichte Geschichte des Hüttenbergs Der Hüttenberg war ein bewaldeter Höhenrücken zwischen den Dörfern Niederkleen und Lang-Göns der Nachbargemeinde Langgöns, auf dem im Mittelalter Gerichtsversammlungen für das Hüttenberger Land im Amt Hüttenberg abgehalten worden sein sollen. Das Wappen der Gemeinde zeigt deshalb mit Bezug auf diese Geschichte einen Berg mit Bäumen und die Waage als Zeichen der Gerichtsbarkeit. Auch das Logo der Gemeinde symbolisiert den Hüttenberg mit den Bäumen. Über die Geschichte und Zugehörigkeiten hinweg waren es diese Merkmale, die mit dem Hüttenberg in Verbindung gebracht wurden.
Zusammenschlüsse 1968 und 1971 Erste Bestrebungen, die Verwaltung der einzelnen Dörfer effektiver zu gestalten, gab es ab den 1960er Jahren. Nach langen Verhandlungen schlossen sich zum 1. August 1968 die ohnehin schon zusammengewachsenen Dörfer Groß- und Klein-Rechtenbach zur Gemeinde Rechtenbach zusammen. Nach noch längeren Verhandlungen gelang zum selben Datum der Zusammenschluss von Hochelheim und Hörnsheim zur Gemeinde Hüttenberg. Am 31. Dezember 1971 vereinigten sich Rechtenbach, Vollnkirchen und Weidenhausen zur Gemeinde Schwingbach, die mit der Neuordnung von 1977 aber wieder aufgelöst wurde.
Gründung der Gemeinde Hüttenberg 1977 mini|Entstehung der Gemeinde Hüttenberg in Graphischer Übersicht
Als im Rahmen der Gebietsreform in Hessen 1977 die Großgemeinde Hüttenberg aus den vier damaligen Gemeinden Hüttenberg (Orte: Hochelheim und Hörnsheim), Reiskirchen, Schwingbach (Orte:Rechtenbach (Klein- und Groß-Rechtenbach), Vollnkirchen und Weidenhausen) und Volpertshausen gebildet wurde, blieben die beiden Zusammenschlüsse von 1968 (Hüttenberg und Rechtenbach) bestehen. So kommt es, dass Hüttenberg heute sechs Ortsteile hat, von denen einer – zur großen Verwirrung für alle Fremden – ebenfalls den Namen Hüttenberg trägt. Für die Ortsteile Hüttenberg, Reiskirchen, Rechtenbach, Weidenhausen, Volpertshausen und Vollnkirchen wurden Ortsbezirke gebildet.
Nach dem Krieg kamen zahlreiche aus dem Sudetenland Vertriebene in die Gemeinde und trugen wesentlich zum wirtschaftlichen Aufstieg, zur kulturellen Modernisierung und zum Wandel der Gemeinde bei.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hüttenberg (bestehend aus Hochelheim und Hörnsheim) angehört(e):
ab 14. Jahrhundert: Heiliges Römisches Reich, Amt Hüttenberg (Kondominium: Grafschaft Nassau und Landgrafschaft Hessen) ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Amt Hüttenberg (Kondominium: Grafschaft Nassau und Landgrafschaft Hessen-Marburg)Die Zugehörigkeit des Amtes Hüttenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: hessischer Anteil strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Amt Hüttenberg (Kondominium: Grafschaft Nassau und Landgrafschaft Hessen-Darmstadt) ab 1703: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Weilburg, Oberamt Atzbach, Amt Hütten- und Stoppelberg ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Hüttenberg ab 1816: Königreich Preußen, Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis WetzlarAbtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Atzbach). ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar1849: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung. ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar, Gemeinde Hüttenberg ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Hüttenberg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Hüttenberg
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Hüttenberg 10.532 Einwohner. Darunter waren 412 (3,9 %) Ausländer, von denen 117 aus dem EU-Ausland, 208 aus anderen europäischen Ländern und 87 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 10,5 % einen Migrationshintergrund. Die Einwohner lebten in 4350 Haushalten. Davon waren 1170 Singlehaushalte, 1259 Paare ohne Kinder und 1428 Paare mit Kindern, sowie 394 Alleinerziehende und 99 Wohngemeinschaften. 6294 Einwohner gehörten der evangelischen (59,8 %) und 1287 Einwohner der katholischen (12,2 %) Konfession an.
Einwohnerentwicklung Hochelheim 1961: 1591, davon 1251 evangelische (= 78,63 %), 329 katholische (= 20,68 %) Einwohner
Hörnsheim 1834: 422 evangelische, 13 jüdische Einwohner 1961: 860, davon 705 evangelische (= 81,98 %), 137 katholische (= 15,93 %) Einwohner
Hüttenberg
Erwerbstätigkeit Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen: Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk HessenSozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2018 1.959 94.365 369.286 2.584.005 Veränderung zu 2000 38,7 % +15,3 % +16,3 % +18,8 % davon Vollzeit 2018 66,3 % 73,4 % 69,1 % 71,5 % davon Teilzeit 2018 33,7 % 26,6 % 30,9 % 28,5 % Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2018 566 16.828 71.730 369.892 Veränderung zu 2000 −9,7 % −1,2 % +12,9 % +7,9 %
Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk HessenProduzierendes Gewerbe 2000 47,9 % 49,2 % 38,6 % 30,6 % 2018 40,8 % 41,4 % 33,9 % 24,2 %Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 25,8 % 19,4 % 21,3 % 25,1 % 2018 26,9 % 19,4 % 19,8 % 24,0 %Unternehmensdienstleistungen 2000 7,1 % 8,2 % 10,1 % 20,2 % 2018 10,9 % 14,0 % 14,3 % 26,2 %Sonstige Dienstleistungen 2000 17,5 % 22,5 % 28,3 % 22,5 % 2018 20,8 % 25,1 % 31,6 % 25,2 %Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 1,7 % 0,8 % 1,7 % 1,5 % 2018 0,7 % 0,2 % 0,4 % 0,4 %
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Hüttenberg erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - Hüttenberg, auf wahlen.hessen-kw26.23degrees.eu> in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Gemeindevertretung – Kommunalwahlen 2026
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 30,3927,8933,41127,4922,9724,28 25,7826,4826,6826,2827,5923,87 17,7519,869,4314,657,326,12 14,7516,8523,6725,9833,51037,111 nah.dran nah.dran-hüttenbergnah.dran-hüttenberg9,23—————————— 2,41————1,403,212,71 FÖBH Freie Ökologische Bürgerliste Hüttenberg——9,237,024,515,726,02 Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 62,4 58,6 54,4 52,2 45,1 60,0
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Hüttenberg neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sieben weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. Januar 2024 Oliver Hölz (FWG). Er wurde als Nachfolger von Christof Heller (CDU), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 24. September 2023 im ersten Wahlgang bei 62,06 Prozent Wahlbeteiligung mit 61,46 Prozent der Stimmen gewählt.Votemanager: Bürgermeisterwahl Gemeinde Hüttenberg 2023
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2024–2029 Oliver Hölz (FWG)FWG Hüttenberg, 13. Dezember 2013: Bürgermeister Christof Heller verabschiedet und Oliver Hölz zum neuen Bürgermeister ernannt: „Seine Amtszeit beginnt im Rathaus der Gemeinde Hüttenberg am 01. Januar 2024.“ 2012–2023 Christof Heller (CDU)Gießener Allgemeine, 11. September 2011: Christof Heller gewinnt Bürgermeisterwahl in Hüttenberg und 6. Februar 2023: Christof Heller tritt nicht mehr an 2000–2011 Manfred Schmidt (SPD)Gießener Allgemeine, Dezember 2011: Wechsel in Hüttenberg: Dr. Schmidt übergab an Heller 1968–1999 Hans Schmidt (FWG) (1935–2021)Traueranzeigen Hans Schmidt - mittelhessen.de, 6. September 2021: Hüttenbergs Ehrenbürgermeister Hans Schmidt ist im Alter von 87 Jahren gestorben
Ortsbeiräte Es bestehen Ortsbezirke für die ehemaligen Gemeinden Hüttenberg (zuvor Hochelheim und Hörnsheim), Rechtenbach, Reiskirchen, Vollnkirchen, Volpertshausen und Weidenhausen mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Die Ortsbezirke sind durch das Gebiet der ehemaligen Gemeinden abgegrenzt und bestehen je nach Größe aus drei oder fünf Mitgliedern. Die Wahl der Ortsbeiräte erfolgt im Rahmen der Kommunalwahlen. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin. Zur Zusammensetzung siehe die jeweiligen Ortsteile.
Ortsbeirat Hüttenberg Für Hüttenberg besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Hüttenberg) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 61,16 %. Dabei wurden gewählt: je ein Mitglied der „Freien Ökologischen Bürgerliste Hüttenberg“ (FÖBH), dem Bündnis 90/Die Grünen, und der „Freien Wählergemeinschaft“ (FWG) und zwei Mitglieder der CDU. Der Ortsbeirat wählte Silke Hoffmann-Gally (CDU) zur Ortsvorsteherin.
Partnerschaften Hüttenberg unterhält seit 1991 partnerschaftliche Beziehungen zu der Marktgemeinde Göstling an der Ybbs in Niederösterreich, zu Oberschönau in Thüringen (seit 1992) und seit 1993 zu der französischen Gemeinde Crémieu östlich von Lyon.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler in Hüttenberg