mini|Der erste Großlogentag in Deutschland nach 1945 fand im Mai 1948 in Erlangen statt

Die ersten deutschen Freimaurer wurden Anfang des 18. Jahrhunderts in England aufgenommen. In den Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD) sind fünf Großlogen mit 485 Freimaurerlogen und rund 15.300 Mitgliedern organisiert.freimaurer.org: , abgerufen am 8. Februar 2016 Diese werden als reguläre Freimaurerei bezeichnet. Zu den liberalen Großlogen gehören unter anderen die Freimaurergroßloge Humanitas, Le Droit Humain und der Souveräne GrossOrient von Deutschland. Derzeit existieren in Deutschland 32 Frauenlogen sowie drei Arbeitskreise (Stand Juli 2025). , abgerufen am 17. Juli 2025.

Der Anfang Eine der frühesten bekannten Freimaurerpersönlichkeiten war Graf Albrecht Wolfgang von Schaumburg-Lippe.

1729 wurde der Herr Thuanus, außerordentlicher Gesandter von Braunschweig-Lüneburg, durch den englischen Großmeister zum Provinzial-Großmeister von Niedersachsen ernannt mit dem Ziel, Logen in Deutschland zu gründen. Eine Tätigkeit dieses Provinzial-Großmeisters ist nicht bekannt.

1733 wurden elf deutsche Gentlemen in London zu Freimaurern aufgenommen und erhielten von Großmeister Earl of Strathmore die Erlaubnis, in Hamburg eine Loge zu gründen. Auch dies misslang offenbar.

Am 6. Dezember 1737 wurde durch den Deputierten Großmeister des Königreichs Preußen und des Kurfürstentums Brandenburg in Hamburg eine Loge gegründet. Diese erste deutsche Loge hatte noch keinen Namen und gehörte auch keiner Großloge an. Das Dokument, das diese Gründung belegt, ist in französischer Sprache verfasst.Fondation, Règles, charges, Loix et Minutes de la très vénérable Société des acceptés Maçons Libres de la Ville de Hambourg, érigée l’an MDCCXXXVII, le sixieme Décembre - siehe auch die Loge St. Georg zum Kaiserhof Hamburg#1737 in Hamburg – Erste urkundlich belegte Gründung einer Loge in Deutschland. Die Loge gab sich 1743 den Namen Absalom. Sie arbeitete in zwei Graden: Lehrling und Meister nach der sogenannten Prichardschen Verräterschrift. Ihr dritter Meister vom Stuhl ließ sie in das Großlogenregister in London mit der Matrikelnummer 108 eintragen. Am 23. Oktober 1740 erschien sie im Register der Logen der Londoner Großloge unter der Bezeichnung Bunch of Grapes, Becker Street Hamburg.

Eine Delegation dieser Loge, geleitet durch Baron von Oberg, nahm in Braunschweig, in der Nacht vom 14. zum 15. August 1738, den Kronprinzen von Preußen und späteren König Friedrich den Großen im alten Kornschen Gasthaus zum Freimaurer auf. Der Kronprinz gründete in seinem Schloss Rheinsberg eine eigene Loge mit dem Namen La loge première/La loge du Roi notre grand maître. Von Oberg wurde Kammerherr des Kronprinzen und leitete diese Freimaurerloge. Ab 1739 übernahm Kronprinz Friedrich selbst die Aufgabe des Meisters vom Stuhl, nach seiner Thronbesteigung führte er die Loge weiter und hielt er am 20. Juni 1740 die erste Tempelarbeit in Schloss Charlottenburg ab.

1738 wurde in Dresden durch Graf Rutowski die Loge Aux trois aigles blancs gegründet, die einen so großen Zulauf hatte, dass sich innerhalb von zwei Jahren noch zwei weitere Logen aus ihr gründeten. Zahlreiche weitere Logen entstanden u. a. in Berlin: Aux trois Globes (13. September 1740), in Bayreuth: Zur Sonne (31. Januar 1741), in Leipzig (20. März 1741), in Meiningen: Aux trois boussoles (September 1741), in Breslau: Aux trois squelettes (18. Mai 1741), in Frankfurt an der Oder eine Deputationsloge (1741) und in Frankfurt am Main.: L’Union (1741). Letztere besaß von der Londoner Großloge ein eigenes Patent und legte sich die Befugnisse einer Mutterloge zu. Die in Berlin 1740 gegründete Loge Aux trois Globes nannte sich ab 1744 Große königliche Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ und ist somit die älteste heute noch bestehende Freimaurer-Großloge in Deutschland. 1780 wurde in Minden zum einen die Johannisloge Wittekind zur Westfälischen Pforte nach der Lehrart der Großen königlichen Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ gegründet, und zum anderen wurde die Johannisloge Aurora von der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland zu Berlin gestiftet.Alfred Kollmeyer: Zur Geschichte der Mindener Freimaurerlogen. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 52 (1980), S. 112–126.

Bis 1754 wurden insgesamt 19 Logen in Deutschland gegründet. Nach und nach etablierten sich auch entsprechende Provinzial-, Groß- und Mutterlogen, wie die Provinzial-Großloge von Hamburg 1740, die Mutterloge l’Union von Frankfurt 1741, die Großloge von Obersachsen 1741 und die Große königliche Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ von 1744.

Entstehung der höheren Grade in Deutschland Mitte des 18. Jahrhunderts entstand in Deutschland die Strikte Observanz (unbedingter Gehorsam), ein freimaurerisches Hochgradsystem. Populär wurde die Organisation durch die vom Ordensgründer Karl Gotthelf von Hund und Altengrotkau verbreitete Legende, die Strikte Observanz entstamme der Tradition der Tempelritter. Er knüpfte damit an Templerlegenden an, die um 1737 entstanden waren. Weiter wurde behauptet, die Lehre der Strikten Observanz enthalte ein streng gehütetes Geheimnis und „Geheime Obere“ würden die Organisation leiten.

Als von Hund 1776 verstarb, wurde der spätere König der Schweden, Karl XIII. zu seinem Nachfolger gewählt. Auf dem Konvent von Lyon begann man damit, von der direkten Abstammung der Tempelritter abzulassen. An ihre Stelle traten die „Chevaliers bienfaisants de la Cité Sainte“. Auf dem Konvent von Wolfenbüttel im Jahr 1778 hatte die Berliner National-Mutterloge politische Bedenken und zog sich von der Strikten Observanz zurück.

Am 16. Juli 1782 trat die Strikte Observanz ein letztes Mal beim Konvent vom Wilhelmsbad zusammen. Es sollte 50 Tage dauern. Man ließ die Legende der Abstammung vom Templerorden fallen und Johann Christoph Bode bezeichnete die „Unbekannten Oberen“ als Erfindung von Johann Christian Schubarts von Kleefeld. Daraufhin distanzierte man sich auch von dieser Legende.

Zu dieser Zeit waren zahlreiche Freimaurerlogen, darunter die Mutterloge Zu den drei Weltkugeln von den Gold- und Rosenkreuzern unterwandert und die Mutterloge wurde zum Hauptsitz der Rosenkreuzer in Deutschland. Nach einer Legende der Rosenkreuzer sei ihr Orden durch ägyptische „Ormusse“ oder „Licht-Weise“ in Schottland unter dem Namen „Bauleute des Ostens“ gegründet worden.

Während des Konvents forderte die rosenkreuzerische Alte schottische Loge Friedrich zum goldenen Löwen aus Berlin Ferdinand von Braunschweig und alle anderen anwesenden Freimaurer dazu auf, sich den Rosenkreuzern zu unterwerfen, aber dieser Versuch schlug fehl.

Eine weitere Reform der Strikten Observanz scheiterte, so dass die Mehrzahl der Freimaurerlogen und Großlogen der Strikten Observanz entsagten. Damit war ihr Ende besiegelt.

Die Zeit der Aufklärung miniatur|links|hochkant|Danksagung von Goethe an die Weimarer Loge Amalia zu seinem 50-jährigen Maurerjubiläum (1830)

Im Zeitalter der Aufklärung trugen die Freimaurerlogen zur Herausbildung einer neuen Form von Öffentlichkeit bei. Wie die Salons, Clubs und Lesegesellschaften im 18. Jahrhundert, die ähnlich wirkten, agierten sie zwar im privaten Bereich. Ihr privater Charakter und ihre Arkanpraxis ermöglichten es aber erst, dass in ihnen sich Männer unterschiedlicher Konfession und unterschiedlichen Standes als Gleiche begegneten, unabhängig und zum Teil in Opposition zu den Formen der Öffentlichkeit, die sich im absolutistischen Ständestaat etabliert hatten, nämlich dem Fürstenhof und der Kirche. Zwar waren die Logen und die Aufklärungsgesellschaften nur nach oben durchlässig, Mitgliedern unterer Schichten blieb der Zugang verwehrt. Gleichwohl war es dieser neuen Form von Geselligkeit möglich, erstmals bürgerliche Gleichheit zwischen Angehörigen verschiedener Stände als Idee zu erproben und im Gespräch von gleich zu gleich an einer unzensierten Meinungsbildung mitzuwirken.Jürgen Habermas: Soziale Strukturen der Öffentlichkeit. In: Peter Pütz (Hrsg.): Erforschung der deutschen Aufklärung (= Neue wissenschaftliche Bibliothek, Bd. 94). Verlagsgruppe Athenäum, Hain, Scriptor, Hansen, Königstein 1980, S. 139–145; Ulrich Im Hof: Das Europa der Aufklärung. 2. Auflage. C.H. Beck, München, 2. Auflage 1995, S. 126–131; Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 1: Vom Feudalismus des Alten Reiches bis zur defensiven Modernisierung der Reformära 1700–1815. C.H.Beck, München, 3. Auflage 1996, S. 322 ff. Obwohl Gespräche über religiöse und politische Themen in den geöffneten Logen grundsätzlich nicht gestattet sind, trugen sie zur Verbreitung aufklärerischer Ideen bei. Dies gilt, obwohl es den deutschen Logen nicht immer gelang, sich von obskurantistischen und mystischen Strömungen freizuhalten. Diese zeigten sich unter anderem beim konkurrierenden Rosenkreuzertum wie bei der maurerischen Strikten Observanz mit ihrem mittelalterlich anmutenden Hochgradsystem und dem Gehorsam gegenüber „Unbekannten Oberen“. Noch im 19. Jahrhundert hielt es die Große Mutterloge des Eklektischen Freimaurerbundes für angezeigt, Ritterspiele, Aberglaube (Gespensterglaube, Spiritismus, Okkultismus, Glaube an magische Kräfte), Astrologie und dem Obskurantismus aller Art den Kampf anzusagen Insgesamt aber konnte sich, wie der Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler urteilt, in den Logen dennoch „bürgerliche Aufklärungsmentalität“ weiter entfalten.

Deutsche Großlogengründungen Nach dem Zeitalter der freimaurerischen Verirrungen und der Strikten Observanz bildeten sich in Deutschland mehrere mitgliederstarke und langlebige Großlogen heraus. Die Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ und die Große Mutterloge „Zur Sonne“ wurden bereits 1744 gegründet. Es folgten die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland 1770, die Große Mutterloge des Eklektischen Freimaurerbundes 1783 und die Große Loge von Preußen genannt Royal York zur Freundschaft 1798.

Frühere Versuche sind z. B. der Deutsche Freimaurerbund von 1790 und der Deutsche Großmeistertag von 1868. 1929 kam es noch zu dem Versuch, die humanitären Großlogen von Hamburg, Frankfurt, Bayreuth und Darmstadt zu einer Großloge „Zu den alten Pflichten“ zu vereinen, was aber bis zum Zweiten Weltkrieg nicht mehr gelang.

Auf Anregung Friedrich Ludwig Schröders begannen um 1801 Freimaurerlogen aus verschiedenen Großlogen sogenannte Logenvereine zu gründen. In der ersten Vereinigung dieser Art schlossen sich die Provinzial-Großloge von Hamburg, die Großloge von Hannover und die Großloge Royal York zur Freundschaft zusammen. Nach ihrem Vorbild gründete sich 1810 der Freimaurerverein der drei Großen Logen zu Berlin mit der Großen National-Mutterloge „3WK“, der Großen Landesloge und der Großloge „Royal York“. 1811 entstanden die Große Loge von Hamburg und die Große Landesloge von Sachsen. Der Hamburger Verein konzentrierte sich inhaltlich mehr auf wissenschaftliche Fragen, die Berliner kümmerten sich mehr um administrative Aspekte ihrer Großlogen. Der Berliner Verein schlief 1823 wieder ein. An seine Stelle trat 1839 der Großmeisterverein der drei altpreußischen Großlogen, der bis 1935 bestand. Aus diesem entwickelte sich tatsächlich eine enge Zusammenarbeit der Berliner Großlogen. Die Große Freimaurerloge „Zur Eintracht“ entstand 1846.

Die erste wirklich deutschlandweite Vereinigung waren die Deutschen Großmeistertage, die 1868 von Gustav Heinrich Warnatz, dem Großmeister der Großloge von Sachsen ins Leben gerufen und in Berlin im Haus der Drei Weltkugeln abgehalten wurden. Weitere Tagungen fanden 1869 in Dresden, 1870 in Hamburg, 1871 in Frankfurt am Main und 1872 wieder in Berlin statt.