Igensdorf ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Forchheim.

Geographie Geographische Lage Das Gemeindegebiet von Igensdorf liegt in der Fränkischen Alb am Südwestrand des Naturparks Fränkische Schweiz – Frankenjura und ist geprägt durch die Talauen der Schwabach, der Lillach und des Rüsselbachs. Die höchsten Erhebungen sind der Hetzleser Berg (), der Eberhardsberg () mit dem Naturdenkmal Teufelstisch und der Küheberg () mit dem westlichen Bergsporn Mitteldorfer Berg ( und dem Burgstall Hainburg). Tiefster Punkt ist der Bereich um die Kläranlage Obere Schwabach mit zirka .

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind von Norden beginnend im Uhrzeigersinn Gräfenberg, Weißenohe, Schnaittach, Eckental, Kleinsendelbach, Neunkirchen am Brand, Hetzles und Kunreuth.

Gemeindegliederung Der Markt Igensdorf hat 25 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Dachstadt, Igensdorf, Pettensiedel, Pommer, Rüsselbach und Stöckach. Die Gemarkung Igensdorf hat eine Fläche von 4,288 km². Sie ist in 1197 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3582,03 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Eichenmühle und Mitteldorf.

Klima Aufgrund der günstigen klimatischen Lage liegt Igensdorf in einem der größten Kirschenanbaugebiete Deutschlands.

Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Am 14. April 1109 wurde Igensdorf als „Diedungsdorf“, wohl nach einem Stammesführer namens Dieto benannt, in der Bestätigungsbulle, betr. die Stiftung des Klosters Weißenohe, erlassen von Papst Paschalis II., erstmals erwähnt. Es gehörte vom Beginn des 16. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zum nürnbergischen Pflegamt Hiltpoltstein. Am 30. Januar 1804 wurde Igensdorf preußisch, da es dem preußischen Stützpunkt Baiersdorf zugeschlagen wurde. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. 1809 wurde Igensdorf kurzzeitig österreichisch, danach bis 1811, als es zu Gräfenberg kam und somit wieder bayerisch wurde, französisch.

Bildung der neuen Gemeinde Igensdorf Zum 1. Januar 1972 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform die Gemeinde Igensdorf aus den Gemeinden Dachstadt, Igensdorf, Pettensiedel, Rüsselbach und Stöckach neu gebildet. Frohnhof wurde aufgrund einer Abstimmung zum 1. Juni 1972 in den Markt Eckental umgegliedert. Ursprünglich gehörte die Gemeinde Igensdorf der Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg an. Der hiesige Gemeinderat erkannte darin keine bürgernahe Lösung, zumal entscheidende Verwaltungsaufgaben in Gräfenberg wahrgenommen wurden und die Bürger sich zu einer Anfahrt dorthin genötigt sahen, um ihre Anliegen bearbeiten zu lassen. Mit dem Argument, dass eine Gemeinde von rund 3000 Einwohnern nicht zu klein sei, um funktionsgerecht arbeiten zu können, wurde von Seiten der Gemeindevertreter eine erneute Selbstständigkeit angestrebt und zum 1. Januar 1980 auch erreicht. Dies wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst feierlich begangen.

Die Verleihung des Marktrechts am 23. August 1980 für die Gemeinde Igensdorf stellte den Abschluss dieser Entwicklung dar.

Eingemeindungen Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Pommer eingegliedert. Die Gemarkung Pommer mit den Igensdorfer Gemeindeteilen Bremenhof, Neusleshof und Pommer ist eine Exklave von Igensdorf, da zwischen ihr und dem Hauptteil der Marktgemeinde die Gemeindegebiete von Gräfenberg und Neunkirchen liegen.

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Politik Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat von Igensdorf hat 20 Mitglieder (bis 2020 noch 16) zuzüglich des Ersten Bürgermeisters. Die Gemeinderatswahlen führten zu folgenden Ergebnissen: CSU Igensdorfer Umland SPD Freie Wähler (FW) Junge Bürger (JB) Grüne Aus Rüsselbach - Gemeinsam für ein starkes Igensdorf (ARFI) FDP Bürger Union Igensdorf (BUI) Gesamt 2026 8 3 2 - 3 3 1 - - 20 Sitze 2020 6 6 2 2 1 3 - 0 - 20 Sitze 2014 3 6 2 1 1 2 - - 1 16 Sitze 2008 5 4 3 2 2 - - - - 16 Sitze 2002 7 2 4 3 - - - - - 16 Sitze (Stand: Gemeinderatswahl am 8. März 2026)

Bürgermeister Amtszeit Name Partei1972–2008 Erwin H. Zeiß CSU2008–2020 Wolfgang Rast Igensdorfer Umlandseit 2020Edmund UlmCSU Erwin H. Zeiß wurde am 11. Januar 2009 zum Ehrenbürger des Marktes Igensdorf ernannt.

Wappen

Gemeindepartnerschaften mini|Saint-Martin-la-Plaine Am 26. September 1992 wurde in einem Festakt die Partnerschaft zwischen der Gemeinde Saint-Martin-la-Plaine und dem Markt Igensdorf geschlossen. Seither bestehen rege Kontakte auf den Gebieten der Kultur, des Vereinslebens und des Schüler- und Jugendaustausches.

St. Martin la Plaine liegt etwa 25 Kilometer südwestlich von Lyon und hat etwa 3500 Einwohner. Seine Fläche beträgt etwa 970 Hektar. Die durchschnittliche Höhe beträgt 430 Meter über dem Meeresspiegel. Die Gegend um St. Martin la Plaine ist von landwirtschaftlicher Nutzung, Obst- und Weinbau geprägt. Die Partnergemeinde hat eine lange Tradition im Schmiedehandwerk. Heute sind die meisten Werkstätten geschlossen, man betätigt sich nur noch mit Kunstschmiedearbeiten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

mini|St.-Georgs-Kirche in Igensdorf, Baumeister war Johann Trost 1687 Die Gemeinde ist Träger einer Sing- und Musikschule. Alljährlich findet der Igensdorfer Kultursommer mit zahlreichen Konzertveranstaltungen mit überwiegend klassischer Musik statt.

In den Ortsteilen Oberrüsselbach und Pettensiedel haben sich einige Künstler niedergelassen. Sehenswert ist die 1687 erbaute und 2006 renovierte St.-Georgs-Kirche, vor allem ihre Ausstattung.

Neu angelegt wurde der Sonnen- und Planetenweg. In verkleinertem Maßstab werden die Entfernungen zwischen den einzelnen Planeten und der Sonne dargestellt. Die Elemente wurden vom Künstler Dieter Erhard projektiert.

Verkehr Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 2 und an der Gräfenbergbahn, auf der die Linie RB 21 (Nürnberg Nordost–Gräfenberg) verkehrt. In Igensdorf zweigt die Staatsstraße 2236 nach Forchheim ab. Bahnhöfe befinden sich in Weidenbühl (Bahnhof Rüsselbach), Igensdorf und Weißenohe.

Medien In Igensdorf wird seit 1994 wöchentlich mittwochs eine Ausgabe des wochenblatt kostenlos an alle Haushalte verteilt. Es berichtet aus dem Gemeindeleben, von den Vereinen, Verbänden, Kirchen und kommunalen Einrichtungen. Das Wochenblatt erscheint in einer Auflage von 17.000 Exemplaren in Eckental, Heroldsberg, Kalchreuth und Igensdorf.

Literatur

Weblinks

Markt Igensdorf Partnergemeinde St. Martin la Plaine

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Forchheim Kategorie:Ersterwähnung 1109 Kategorie:Markt in Oberfranken

Kategorie:Ort an der Schwabach (Regnitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Forchheim