mini|hochkant|Offizielles Logo der WHO für den Welttag des Hörens

Der Welttag des Hörens ( bzw. ) ist ein weltweiter Aktionstag, mit dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeinsam mit nationalen Partnern globale Aufmerksamkeit auf die Prävention und Versorgung von Hörminderungen und auf die Bedeutung des Gehörs lenken möchte. Hintergrund ist, dass etwa 5 Prozent der Weltbevölkerung (466 Mio. Menschen) hochgradig hörgemindert und dadurch behindert sind. Dies betrifft allein ein Drittel der über 65-Jährigen, aber auch 34 Mio. Kinder.factsheet Nr. 300. WHO; abgerufen am 12. Februar 2016. Gemäß den WHO-Kriterien liegt die Prävalenz von Schwerhörigkeit in Deutschland bei 12 Prozent. Dies würde bedeuten, dass etwa 10 Mio. Menschen in Deutschland schwerhörig sind.P. von Gablenz, I. Holube: Ergebnisse einer epidemiologischen Untersuchung zum Hörstatus (HÖRSTAT). In: HNO, 2015, Nr. 63, S. 195–214; abgerufen am 19. Februar 2016 5,8 Millionen Deutsche über 15 Jahren haben zudem einen beeinträchtigenden Hörverlust von mehr als 35 Dezibel – davon sind lediglich zwei Millionen mit Hörsystemen versorgt.

Der Aktionstag findet jährlich am 3. März statt (bis 2015 unter der Bezeichnung „International Ear Care Day“).Aktionsseite zum Welttag des Hörens. WHO (englisch); abgerufen am 8. Februar 2016.

Geschichte Der Welttag wurde 2007 auf der „Ersten Internationalen Konferenz zur Prävention und Rehabilitation von Hörminderungen“ (engl.: First International Conference on Prevention and Rehabilitation of Hearing Impairment) in Peking ins Leben gerufen.International Ear Care Day. WHO (englisch); abgerufen am 19. Februar 2016. Er hat ein jährlich wechselndes Schwerpunktthema (Auswahl, in Engl.):

2026: "From communities to classrooms: hearing care for all children"; deutschsprachige Kampagne: "„Klingt nach Leben - Das Leben mit allen Sinnen genießen, heute und in Zukunft!“ 2025: „Changing mindsets: Empower yourself to make ear and hearing care a reality for all!“; deutschsprachige Kampagne: „Mehr verstehen, mehr erleben“ 2024: „Changing Mindsets: Let’s make ear and hearing care a reality for all!“; deutschsprachige Kampagne: „Das Leben gehört gehört!“ 2023: „Ear and hearing care for all! Let’s make it a reality“; deutschsprachige Kampagne: „Hörvorsorge ab 50 – ICH geHÖRE daZU!“ 2022: “To hear for life, listen with care”; deutschsprachige Kampagne: „WIR geHÖREN ZU dir!“ 2021: „Hearing Care for all“ 2020: „Don’t let hearing loss limit you!“ 2019: „Check your hearing!“ 2018: „Hear the future and prepare for it“ 2017: „Action for Hearing Loss: Make a Sound Investment“ 2016: „Childhood Hearing Loss: Act Now, Here Is How!“Childhood Hearing Loss. Schwerpunktthema 2016, WHO (englisch); abgerufen am 10. Februar 2016. 2015: „Make Listening Safe“ 2014: „Ear Care Can Avoid Hearing Loss“ 2013: „Healthy Hearing, Happy Life – Hearing Health Care for Ageing People“International Care Day am 3. März. WHO (englisch); abgerufen am 19. Februar 2016

2019 beteiligten sich zum ersten Mal die Hörakustikerverbände in Österreich und in der Schweiz an der vom Bundesverband der Hörsysteme-Industrie koordinierten deutschsprachigen Kampagne zum Welttag des Hörens. Auch in den Folgejahren klärten sie in einer gemeinsamen „D-A-CH-Kampagne“ in drei Staaten über Ursachen und Risiken von Hörminderungen auf und vermitteln Experten für eine optimale Versorgung schwerhöriger Menschen.

Themen Im Vorfeld des 3. März veröffentlichten WHO und nationale Partnerorganisationen aktuelle statistische Daten zum jeweiligen Schwerpunktthema des Welttages.

Der 16. Welttag des Hörens am 3. März 2026 stand international unter dem WHO-Motto „From communities to classrooms: hearing care for all children“. Im deutschsprachigen Raum wurde der Aktionstag unter dem Kampagnenleitmotiv „Klingt nach Leben - Das Leben mit allen Sinnen genießen, heute und in Zukunft!“ umgesetzt und rückte Hörgesundheit in den Zusammenhang mit dem Trendthema Longevity. Im Mittelpunkt stand dabei, dass hohe Lebensqualität im Alter eng mit einem guten Gehör verbunden ist. Der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI) betont in diesem Kontext die zentrale Bedeutung guten Hörens: Es stärkt die kognitive Leistungsfähigkeit, ermöglicht soziale Interaktion und trägt zur Orientierung und Sicherheit im Alltag bei. Bundesministerin Nina Warken übernahm die Schirmherrschaft für den Aktionstag. Auch weitere Politiker, wie Anette Wetekam, Dirk Bamberger, Sandra Funken und Birgit Heitland aus dem Hessischen Landtag, unterstrichen die Bedeutung von Hörgesundheit für gesellschaftliche Teilhabe in ihren Social Media Beiträgen. Darüber hinaus engagierten sich erneut zahlreiche Hörakustiker, HNO-Praxen, Kliniken, Selbsthilfegruppen und Verbände rund um den Aktionstag: Mit Veranstaltungen, Beratungsangeboten und Informationsformaten machten sie bundesweit auf die Bedeutung des Hörens aufmerksam und sensibilisierten für Prävention und Versorgung. Am 3. März 2025 fand der 15. Welttag des Hörens unter dem globalen Motto „Changing mindsets: Empower yourself to make ear and hearing care a reality for all!“ statt. In Deutschland stand der Tag unter dem Motto „Mehr verstehen, mehr erleben“ und hob die Bedeutung des Hörens für Lebensqualität und soziale Teilhabe hervor. Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach übernahm erneut die Schirmherrschaft und warnte vor den Folgen unbehandelter Hörminderungen. Mit besonderen Aktionen machte der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI) auf den Welttag des Hörens aufmerksam. Ein besonderes Highlight war die Aktion mit dem Philharmonischen Staatsorchesters Mainz, bei der mit Musikern Hörtests durchgeführt wurden. Ebenso viel Aufmerksamkeit erhielt die Aktion mit dem bekannten Straßenbahnfahrer aus Frankfurt am Main, Peter Wirth, alias der Bahn Babo. Beide Aktionen wurden von TV-Sendern begleitet und trugen zur erfolgreichen Reichweite des Welttags 2025 bei. Bundesweit informierten Hörakustiker, HNO-Praxen, Kliniken, Selbsthilfegruppe und Verbände mit Veranstaltungen und Beratungen über die Bedeutung der Hörgesundheit. Zum 14. Welttag des Hörens 2024 wählte die WHO das Motto „Changing mindsets: Let’s make ear and hearing care a reality for all!“, um falsche Vorstellungen und stigmatisierende Denkweisen im Zusammenhang mit Hörverlust abzubauen. In Deutschland informierten unter anderem Hörakustiker, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Audio-Therapeuten im Rahmen der Kampagne „Das Leben gehört gehört!“ unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Dr. Karl Lauterbach über die Vorteile rechtzeitiger Hörversorgung sowie die Vorbeugung möglicher gesundheitlicher Folgen einer unversorgten Schwerhörigkeit. 2023 stand der Welttag des Hörens in Deutschland unter dem Motto „Hörvorsorge ab 50 – ICH geHÖRE daZU!“. Die zentrale Forderung lautete, gesetzlich Krankenversicherten ab dem 50. Lebensjahr eine regelmäßige Überprüfung des Gehörs durch den HNO-Arzt als eine regelmäßige Vorsorgeleistung anzubieten. Die deutschlandweite Aufklärungskampagne ergänzte die internationale Kampagne „Ear and hearing care for all! Let’s make it a reality“ der WHO, die sich für die Aufnahme der Hörgesundheit in die Primärversorgung als wesentlichen Bestandteil der allgemeinen Gesundheitsversorgung starkmachte. Unter dem Motto „To hear for life, listen with care“ weist die WHO zum Welttag 2022 auf die Bedeutung und die Möglichkeiten der Prävention von Hörverlust durch sicheres (d. h. lärmarmes) Zuhören hin. Die WHO fordert Regierungen, Industriepartner und die Zivilgesellschaft auf, das Bewusstsein für evidenzbasierte Standards, die sicheres Zuhören fördern, zu schärfen und diese umzusetzen. Die deutschsprachige (D, A, CH) Kampagne ergänzt die präventive Botschaft der WHO um Informationen zu den an der Hörversorgung beteiligten Akteursgruppen (wie HNO-Ärzte, Hörakustiker, Hersteller, Logopäden, Audiotherapeuten). Diese werden in der Kampagne „Wir geHÖREN ZU dir“ vorgestellt und ihr Beitrag für eine optimale Hörversorgung anhand dreier Schwerpunktthemen erläutert: Hörversorgung von Kindern, Schwerhörigkeit im Alter, Hörimplantate. Am 2. März 2021 veröffentlichte die WHO den ersten World Report on Hearing, eine globale Untersuchung zu Hörminderung und ihrer Versorgung im internationalen Vergleich. Demnach leben 1,5 Milliarden Menschen weltweit mit einem Hörverlust. Von den 10 Millionen Menschen in Deutschland, die nach eigenen Angaben mit einer Schwerhörigkeit leben, sind fast 6 Millionen signifikant beeinträchtigt. Allerdings unternimmt nur ein Drittel etwas dagegen. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer virtuellen Lunch Debate am 3. März 2021 mit Vertretern aus Politik, Gesundheit & Wirtschaft diskutiert und in den deutschen Kontext eingeordnet. 2020 nahm der Welttag des Hörens die hohe Zahl unversorgt Schwerhöriger zum Anlass, den Appell „Hör nicht auf!“ an die Menschen zu richten – angelehnt an das WHO Motto „Don’t let hearing loss limit you!“. Ziel war es, darauf aufmerksam zu machen, dass eine Hörminderung kein Hindernis für ein aktives Leben sein muss. Eine adäquate Versorgung steigert die Lebensqualität, erleichtert soziale Kontakte und erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr. Begleitet wurde der Welttag von der technischen Neuerung von Bluetooth LE Audio, die künftig eine noch umfassendere Inklusion hörgeminderter Menschen im Alltag ermöglichen wird. Im Vorfeld des Welttages 2019 veröffentlichte die Hear-it AISBL aktuelle Zahlen zu Folgekosten unversorgter Hörminderung. Demnach verursacht unversorgte Hörminderung in der EU Schäden von 185 Mrd. Euro pro Jahr – auf Deutschland entfallen davon 39 Mrd. Euro, verursacht durch geminderte Lebensqualität und Produktivitätsverluste. Ermittelt wurden die Zahlen in einer Metastudie unter dem Titel „Hearing Loss – Numbers and Costs“ an der Brunel University London. Hierfür wurden in den letzten zwei Jahrzehnten Hunderte von wissenschaftlichen Studien und Aufsätzen über die Prävalenz und die Folgen von Hörverlust sowie den Einsatz und die Vorteile von Hörgeräten analysiert und verglichen. Schirmherr der deutschsprachigen Kampagne zum Welttag war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.Mitteilung zu Folgekosten unversorgter Hörminderung in Europa. Hear-it AISBL; abgerufen am 9. April 2019. 2018 stellte die WHO die drastisch ansteigende Zahl von Hörminderungen in den Fokus. Aktuelle Analysen weisen darauf hin, dass 2030 knapp 630 Millionen Menschen an Gehörverlust leiden könnten, wenn keine präventiven und behandelnden Maßnahmen dagegen eingeleitet werden. 2050 wären es schon mehr als 900 Millionen Menschen weltweit. Gründe hierfür sieht die WHO in der steigenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Anzahl älterer Menschen in der Bevölkerung.Infografik. WHO (englisch); abgerufen am 19. Juni 2018. 2017 wies die WHO die jährlichen Kosten aus, die unbehandelte Hörminderungen weltweit verursachen. Demnach können jährlich rund 750 Milliarden US-Dollar (ca. 700 Mrd. Euro) gespart werden, würden Hörminderungen zeitnah und richtig behandelt. Diese Summe setzt sich laut WHO zusammen aus Gesundheitsausgaben (67–107 Mrd. US-Dollar), Erziehungs- und Betreuungsaufwänden für schwerhörige Kinder (3,9 Mrd. US-Dollar), Produktivitätseinbußen aufgrund frühzeitiger Verrentungen (105 Mrd. US-Dollar) und gesellschaftlichen Kosten als Resultat sozialer Isolation und Ausgrenzung aufgrund von Schwerhörigkeit (573 Mrd. US-Dollar).Informationsbroschüre zu den globalen Kosten unbehandelter Hörminderungen. (PDF) WHO (englisch); abgerufen am 16. Juni 2017.