mini|Miriam Rothschild 1988 in der britischen Late-Night-Show After DarkDame Miriam Louisa Rothschild, DBE (* 5. August 1908 in Ashton Wold, Oundle, Northamptonshire; † 20. Januar 2005 ebenda) war britische Meeresbiologin und Zoologin.
Leben und Wirken Rothschild war die älteste Tochter des Bankiers und Entomologen Nathaniel Charles Rothschild und die Nichte von Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild (aus dem englischen Zweig der sehr wohlhabenden Bankiersfamilie Rothschild) und Rózsika Edle von Wertheimstein (die Familie Wertheimstein aus Österreich-Ungarn war die erste jüdische Familie in Europa, die in den Adelsstand erhoben wurde, ohne dass sie zuvor zum christlichen Glauben konvertierte).
Sie besuchte keine Schule, sondern wurde privat unterrichtet. Obwohl sie keinen Universitätsabschluss hatte, wurden ihr mehrere Ehrendoktorwürden verliehen. Bereits als Kind begann sie sich – unter Anleitung ihres Vaters – für die Insektenkunde zu interessieren, sie untersuchte Schmetterlinge und Marienkäfer, später kam dann ihre Liebe zu den Flöhen hinzu, was ihr den Namen „Herrin der Flöhe“ einbrachte. Sie bewahrte die Flöhe in ihrem Schlafzimmer in Plastiktüten auf. Sie galt, wie ihr Vater, als herausragende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Flohforschung. Sie war die erste Präsidentin der Royal Entomological Society of London (ab 1993) und Mitglied der Royal Society.Miriam Rothschild, High-Spirited Naturalist, Dies at 96 – Teil 1
1938 wurde sie in den protokollarischen Rang der Tochter eines Barons erhoben.The London Gazette: Nr. 34496, S. 2003, HMSO, 25. März 1938. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie in Bletchley Park als Spezialistin für Sprachen.Miss Miriam Louisa Rothschild in der Roll of Honour of B.P., abgerufen am 27. Mai 2024 (englisch). 1982 wurde sie als Commander in den Order of the British Empire aufgenommenThe London Gazette: Nr. 49008, S. 9, HMSO, 11. Juni 1982. und 1999 als Dame Commander desselben OrdensThe London Gazette: Nr. 55710 (Supplement), S. 8, HMSO, 31. Dezember 1999. geadelt.
Sie trug auch zum Wolfenden-Bericht von 1957 bei, der zur Entkriminalisierung von Homosexualität in Großbritannien führte.Renee Ghert-Zand: No longer just pretty faces, Rothschild family women take center stage in new book: Captivating, meticulously researched historical work brings to light myriad ways banking dynasty’s ‘silent’ mothers, daughters, and wives exerted key soft power for three centuries, The Times of Israel, 31 October 2022
Rothschild war Mutter von sechs Kindern und war Gutsherrin. Sie hatte zahlreiche Ämter in britischen Fachgesellschaften und Museen inne. Sie veröffentlichte viele Fachbücher und mehr als 300 wissenschaftliche Artikel. Ihren sechsbändigen Katalog der Flöhe widmete sie ihrem Vater und ihrem Onkel Walter, dem 2. Baron Rothschild.Miriam Rothschild, High-Spirited Naturalist, Dies at 96 – Teil 2
Ihr Labor finanzierte Rothschild durch Erträge ihres Gutshofs. Sie erhielt Goldmedaillen für ihre Obstanpflanzungen, bekannt wurden ihre qualitativ hochwertige Stachelbeeranpflanzungen.A Tribute to Mirfam Rothschild: Entomologist Extraordinaire und vor allem ihr Kampf für die Erhaltung der Artenvielfalt britischer Wiesen und Weiden, der auch von Prinz Charles unterstützt wurde. Für ihn legte sie in Highgrove eine Wiese an.Ursula Buchan 2007. Garden People. London, Thames and Hudson, 76 Sie stellte als eine der ersten Samenmischungen für Naturwiesen zusammen, die bekannteste ist „Farmer's Nightmare“.Ursula Buchan 2007. Garden People. London, Thames and Hudson, 76
Nachdem ihre Schwester Elizabeth Charlotte Rothschild (1909–1988), genannt „Liberty“, an Schizophrenie erkrankte, kümmerte sie sich um sie und gründete die Forschungsstiftung den Schizophrenia Research Fund zur Erforschung und Entwicklung von Behandlungsmethoden von Schizophrenie zu fördern.
Im Universum-History-Dokudrama Die Rothschild-Saga – Aufstieg, Glanz, Verfolgung (2021) beleuchtete Klaus T. Steindl die Geschichte der Familie Rothschild aus der Perspektive von Miriam Rothschild, dargestellt von Alina Fritsch.
Literatur Helen Penn: Englische Gärtnerinnen. Gertrude Jekyll, Vita Sackville-West, Rosemary Verey und viele andere. Mit einem Vorwort von Penelope Hobhouse. Aus dem Englischen von Susanne Vogel. Köln (DuMont) 1996, ISBN 3-7701-3694-2. Kathrin Briest: Miriam Louisa Rothschild. In: Heide Inhetveen, Mathilde Schmitt (Hg.): Pionierinnen des Landbaus. Uetersen (Heydorn Verlag) 2000, S. 103–106, ISBN 3-934816-02-9. Natalie Livingstone: The Women of Rothschild: The Untold Story of the World's Most Famous Dynasty, 2021, ISBN 978-1529366716
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Einzelnachweise
Kategorie:Zoologe Kategorie:Frau in Bletchley Park Kategorie:Dame Commander des Order of the British Empire Miriam Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der Royal Society Miriam Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 2005 Kategorie:Frau