Caspar Richter (* 16. September 1944 in Lübeck; † 2. Februar 2023) war ein deutscher Dirigent.
Biografie Caspar Richter war eins von acht Kindern, sechs Söhnen und zwei Töchtern, des Pastors an der Aegidienkirche Karl Richter und dessen Frau Ilse. Peter Richter de Rangenier und Christoph Richter waren seine älteren Brüder.Jutta Kähler: „Wir waren acht“: Pastor Karl Richter, die Kinder und die Musik. In: Lübeckische Blätter 191 (2026), S. 226f (Digitalisat) Schon als 5-Jähriger erhielt er Klavierunterricht. Er sang in der Lübecker Knabenkantorei und erhielt Orgelunterricht bei Manfred Kluge.Jutta Kähler: Von Lübeck in die Welt: Caspar Richter. In: Lübeckische Blätter 184 (2019), S. 26–28 (PDF 3 MB) 1964 legte er das Abitur am Gymnasium Katharineum ab.
An der Musikhochschule Hamburg studierte er Dirigieren, Klavier, Schlagzeug und Komposition und initiierte die Ensembles für Neue Musik sowie die Hamburger Kammeroper. 1969 wurde er von Lorin Maazel an die Deutsche Oper Berlin verpflichtet.Nachruf der Deutschen Oper Berlin: https://deutscheoperberlin.de/de_DE/im-gedenken-an-caspar-richter Abgerufen am 13. Juli 2025. Ab 1972 dirigierte er dort vornehmlich zeitgenössische Opern, darunter Komponisten wie Boris Blacher, Gottfried von Einem, Hans Werner Henze, Luigi Dallapiccola, Antonio Bibalo und Aribert Reimann. Richter leitete auch die Uraufführung von Toshirō Mayuzumis Oper Kinkakuji sowie Klassiker der Moderne wie Moses und Aron und Wozzeck. Als Korrepetitor und Studienleiter arbeitete er u. a. mit Karl Böhm, Eugen Jochum, Bruno Maderna, Herbert von Karajan, Giuseppe Sinopoli, Michael Gielen zusammen.
Richter dirigierte auch im RIAS und die Kinderkonzerte der Berliner Philharmoniker. Er brachte neue Arrangements von Operetten Jacques Offenbachs heraus. 1982 leitete er die deutsche Erstaufführung von Leonard Bernsteins Mass, wurde dann aber an die Wiener Staatsoper engagiert (Generalmusikdirektor: Lorin Maazel). Dort dirigierte er modernes Repertoire und vielfach auch Ballette, aber auch an der Volksoper. Richter gründete 1987 das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien und fungierte als langjähriger Chefdirigent ebendort.Nachruf der VBW: https://www.musicalvienna.at/de-at/aktuelles/1176/VBW-trauern-um-Caspar-Richter Abgerufen am 13. Juli 2025. In dieser Rolle leitete er Ur- und Erstaufführungen von Musicals.
Zeitgleich trat Richter in Tschechien als Dirigent von sinfonischer Musik und Chefdirigent der Oper Brünn in Erscheinung. Auch als Dirigent von Gustav Mahlers 6. Symphonie in Toblach gastierte Richter mit der Philharmonie Brünn.Hinweis auf beide Tätigkeiten: https://gulda-school-of-music.com/en/news/musical-workshops-caspar-richter Abgerufen am 13. Juli 2025.
In seinen letzten Lebensjahren war Caspar Richter als Leiter der Masterclass für Chor und Ensembleleitung an der JAM Music Lab University und der Gulda School of Music tätig.Nachruf auf Caspar Richter: https://www.jammusiclab.com/de/news/ein-leben-fuer-die-musik-caspar-richter-1944-2023 Abgerufen am 13. Juli 2025.
Bis knapp vor seinem plötzlichen Tod arbeitete er an seiner Autobiografie, die posthum mit Erinnerungen künstlerischer Weggefährten ergänzt publiziert wurde.
Ehrungen, Mitgliedschaften 2008: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse der Republik Österreich
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Dirigent Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann Kategorie:Musiker (Wien)