Nadwirna (; ) ist eine Kleinstadt in der Westukraine und das Zentrum des gleichnamigen Rajons mit 22.100 Einwohnern. Die Stadt befindet sich etwa 37 Bahn- bzw. Straßenkilometer in südsüdwestlicher Richtung vom Oblastzentrum Iwano-Frankiwsk. Nadwirna liegt am Fuße der Karpaten am Ufer des Flusses Bystryza, verfügt über einen Bahnanschluss und bekam 1939 den Stadtstatus verliehen. mini|links|Blick auf die Innenstadt

Wirtschaft Industrie In Nadwirna betreibt der ukrainische Erdöl- und Erdgaskonzern Naftohas Ukrajiny über seine Erdölgesellschaft die Raffinerie .

Verkehr Von Nadwirna führt eine der wenigen wichtigen Straßen- und Schienenverbindung über die Karpaten nach Rachiw in der Oblast Transkarpatien.

Der Nahverkehr wird mit Bussen und Marschrutkas abgewickelt.

Bahnstrecken Iwano-Frankiwsk–Nadwirna–Jaremtsche–Worochta–Rachiw–Sighetu Marmației Nadwirna–Deljatyn

Zwischen 1897 und 1968 führte von der Bahnstrecke Sighetu Marmației–Iwano-Frankiwsk im Bahnhof Nadwirna ausgehend die Waldbahn Nadwirna in südwestliche Richtung durch das Bystryzjatal in die Karpatenwälder nach Selena und Bystryzja.narrow.parovoz.com

Geschichte Nadworna teilt weitgehend die Geschichte der Ukraine bzw. Galiziens/Polens. miniatur|links|Rathaus im Ort

Die Gründung der Ortschaft war vermutlich im Jahr 1596,Ortsgeschichte Nadwirna in der Geschichte der Städte und Dörfer der Ukrainischen SSR; abgerufen am 6. November 2017 (ukrainisch) es lag damals in der Adelsrepublik Polen-Litauen in der Woiwodschaft Ruthenien.Rizzi Zannoni, Woiewodztwo Ruskie, Część Krakowskiego, Sędomirskiego y Bełzkiego z granicami Węgier, y Polski, ktore gory Karpackie nakształt łańcucha wyciągnione, od góry Wolska aż do Talabry, wyznaczaią.; 1772 Nach der ersten Teilung Polens 1772 fiel die Stadt an Österreich, hier war sie ab 1850 Sitz der Bezirkshauptmannschaft NadwórnaReichsgesetzblatt vom 8. October 1850, Nr. 383, S. 1741. sowie eines Bezirksgerichts ab 1867. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges fiel der Ort 1919 an Polen und lag hier ab 1921 in der Woiwodschaft Stanislau. 1939 fiel sie mit Beginn des Zweiten Weltkriegs an die Ukrainische SSR. In den dreißiger Jahren gab es verstärkte Aktivitäten der ukrainischen nationalistischen Bewegung OUN unter Stepan Bandera in der Region. 1941 bis 1944 war Nadworna von der deutschen Wehrmacht besetzt und fiel anschließend wieder an die Sowjetunion.

Unter Leitung von Hans Krüger führten Angehörige der deutschen Sicherheitspolizeistelle Stanisławów am 6. Oktober 1941 in Nadwirna eine Massenerschießung polnischer Juden durch und eine weitere, beim so genannten Blutsonntag vom 12. Oktober, am Stadtrand von Stanisławów. Diesen beiden Mordaktionen fielen mehr als 10.000 Menschen zum Opfer;Klaus-Peter Friedrich (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945 (Quellensammlung) Band 9: ' Polen: Generalgouvernement August 1941–1945, München 2013, ISBN 978-3-486-71530-9, S. 20. davon vermutlich 1200 bis 2000 in Nadwirna. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde die Stadt Teil der unabhängigen Ukraine.

Gemeinde Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Nadwirna (). Zu dieser zählen auch noch die 12 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer,Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 714-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Івано-Франківської області" bis dahin bildete es die gleichnamige Stadtratsgemeinde Nadwirna (Надвірнянська міська рада/Nadwirnjanska miska rada) im Rajon Nadwirna.

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Nadwirna Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch polnisch Hwisd Гвізд Гвозд (Gwosd) Hwozd Krasna Красна Красная (Krasnaja) Krasna Lisna Tarnowyzja Лісна Тарновиця Лесная Тарновица (Lesnaja Tarnowiza) Tarnowica Leśna Lisna Welesnyzja Лісна Велесниця Лесная Велесница (Lesnaja Welesniza) Weleśnica Leśna Lojewa Лоєва Лоевая (Lojewaja) Łojowa Mlyny Млини Млыны Mielniki Molodkiw Молодків Молодков (Molodkow) Mołotków Myrne Мирне Мирное (Mirnoje)

Nasawysiw Назавизів Назавизов (Naswysow) Nazawizów Paryschtsche Парище Парище (Parischtsche) Paryszcze Strymba Стримба Стримба (Strimba) Strymba Werchnij Majdan Верхній Майдан Верхний Майдан (Werchni Maidan) Majdan Górny

Söhne und Töchter der Stadt

Jadwiga Wołoszyńska (1882–1951), polnische Botanikerin Manfred Sakel (1900–1957), polnischer Psychiater Ljubomyr Polatajko (* 1979), Radsportler Wiktor Jastrebow (* 1982), Dreispringer Ihor Bojtschuk (* 1984), Skispringer Roman Hontjuk (* 1984), Judoka Fiïnka (* 1993), Sängerin

Partnerstädte Krnov, Tschechien Prudnik, Polen Northeim, Deutschland

Literatur Nadwórna. In: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009, ISBN 978-965-308-345-5, S. 509f.

Weblinks

http://www.kresy.co.uk/nadworna.html http://www.naftogaz.com/

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Iwano-Frankiwsk Kategorie:Rajon Nadwirna Kategorie:Gegründet 1596