miniatur|Altheim von Klosterholz aus gesehen
Essenbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Landshut. Er ist seit 1. Mai 2025 Sitz der LandkreisverwaltungBayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt vom 15. November 2024 GVBl. 2024, Seite 558 und damit Kreishauptort.
Geographie
Geographische Lage Der Markt Essenbach liegt links der Isar nördlich der kreisfreien Stadt Landshut und der Bundesautobahn 92 an der Bundesstraße 15.
Gemeindegliederung
Der Markt Essenbach weist auf seiner Internetseite eine Gliederung nach sechs Ortsteilen aus, die, mit einer Ausnahme (Wattenbach), wie die Gemarkungen heißen, wobei Martinshaun nicht zu diesen sechs Ortsteilen gehört. Die sechs Ortsteile mit Bevölkerung im Hauptwohnsitz zum 1. Juni 2024: Essenbach (3.664) Mirskofen (1.937) Altheim (1.896) Wattenbach, (Ober- und Unter-) (994) Ohu (2.866) Mettenbach (926) Es gibt 31 Gemeindeteile geordnet nach Gemarkungen (früheren Gemeinden):
Altheim, Essenbach, Mettenbach, Mirskofen, Oberwattenbach, Ohu und Martinshaun (nur Gemarkungsteil 1).
GemarkungEssenbach GemarkungMartinshaun GemarkungAltheim GemarkungMirskofen Essenbach Sankt Wolfgang Westen Hirnkofen Oberunsbach Unterunsbach Altheim Duniwang Holzen Koislhof Lengermühle Oberholzen Mirskofen Artlkofen Bruckbach Gaunkofen Ginglkofen Kreut Pettenkofen Steinmühle GemarkungOberwattenbach GemarkungMettenbach GemarkungOhu Oberwattenbach Unterwattenbach Wattenbacherau Mettenbach Oberröhrenbach Unterröhrenbach Veitsberg Ohu Gaden Oberahrain Unterahrain miniatur|Blick auf Kreut
Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Die Gemarkung ist Siedlungsgebiet seit der Steinzeit; der Gemeindeteil Altheim ist Namensgeber einer neolithischen Kulturstufe, die ca. 3800–3400 v. Chr. in Süddeutschland verbreitet war (Altheimer Gruppe).
Für die Römerzeit ist auf dem Gebiet des namensgebenden Ortsteils eine Ziegelei nachgewiesen, auf dem Gebiet des Ortsteils Unterwattenbach weisen archäologische Funde auf eine weitere Ziegelei hin.Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
Aus aktuellen archäologischen Ausgrabungen ist ein Anwesen mit Hofbestattungen der ausgehenden Merowingerzeit (um 700 n. Chr.) bekannt.
Der Ortsname ist 928 als Ezinpah ersturkundlich genannt. Es liegt der althochdeutsche Personenname Etzo/Ezzo/Eso zugrunde.
1386 erwarben die Landshuter Herzöge vom Hochstift Regensburg Essenbach. Die Hofmark unterstand bis weit ins 17. Jahrhundert dem Kasten Landshut. Von 1688 bis 1797 waren die Herren von Leyden Inhaber der geschlossenen Hofmark. Essenbach gehörte in der Folge dem Freiherrn von Etzdorf.
Die Gemeinde Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Das Patrimonialgericht wurde im Jahr 1848 aufgelöst.
Das Landgericht Landshut (älterer Ordnung), zu dem Essenbach gehörte, wurde 1862 dem Bezirksamt Landshut zugeordnet, dem Vorläufer des Landkreises Landshut.
Aufgrund der rasanten Fortentwicklung der Gemeinde wurde Essenbach am 19. September 1998 durch das Bayerische Staatsministerium des Inneren zum Markt erhoben.
Essenbach wurde zum 1. Mai 2025 Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Landshut und damit Kreishauptort. Das Landratsamt zog im selben Jahr in einen Neubau am Ortsrand von Essenbach.
Religionen Pfarrämter (römisch-katholisch) befinden sich in: Altheim, Dorfstraße 76, Pfarrkirche St. Peter Essenbach, Schulstraße 1, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Mettenbach, Kirchplatz 2, Pfarrkirche St. Dionysius Mirskofen, Moosstraße 6, Pfarrkirche Mater Dolorosa Oberahrain, Landshuter Straße 4, Pfarrkirche St. Erhard Unterahrain, Kirchstraße 21, Pfarrkirche St. Josef
Eingemeindungen Bereits 1949 wurden die Orte Hirnkofen, Unterunsbach und Oberunsbach der damaligen nördlichen Nachbargemeinde Martinshaun in die Gemeinde Essenbach eingemeindet. Der verbleibende Hauptteil der Gemeinde Martinshaun kam am 1. Januar 1978 zu Ergoldsbach.
Im Rahmen der Gemeindegebietsreform wurden am 1. April 1971 die Gemeinden Altheim und Mirskofen eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Oberwattenbach hinzu. Am 1. Mai 1978 folgten Mettenbach und Ohu.
Am 1. Januar 1980 wurde aus dem gemeindefreien Gebiet Untere Au ein Teil mit einer Fläche von 45,23 Hektar (rund ein Drittel des Gebiets) in die Gemarkung Ohu und in die Gemeinde Essenbach eingegliedert. Das verbleibende gemeindefreie Gebiet wurde zwei Jahre später aufgelöst und als Gemarkungsteil Ohu der Stadt Landshut zugeschlagen. Laut Karte handelt es sich dabei um einen Abschnitt der Isar mit Uferstreifen.
Einwohner Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt: Jahr Einwohner 1960 5.896 1970 6.254 1980 6.879 1990 8.245 1995 9.403 2000 10.393 2005 10.976 Jahr Einwohner 2006 11.027 2007 11.132 2008 11.166 2009 11.196 2010 11.207 2011 11.162 2012 11.335 Jahr Einwohner 2013 11.478 2014 11.547 2015 11.804 2016 11.899 2017 11.997 2018 12.027 2020 12.054
Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 5402 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 84,40 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren wuchs die Einwohnerzahl um 7,05 (5,75) Prozent.
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 7.957 auf 12.027 um 4.070 Einwohner bzw. um 51,2 %.
+ Altersstruktur der Bevölkerung Essenbachs gemäß Zensus 2011. Alter Einwohner nach AlterLfStaD: jünger als 18 19,0 % 18 bis 29 13,9 % 30 bis 49 31,2 % 50 bis 64 20,4 % älter als 65 15,5 %
Politik
miniatur|Rathaus von Essenbach
Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage.INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 – 2006
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2020 umgerechnet ca. 14,2 Mio. Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 3,8 Mio. Euro.
Der Markt ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:Bayerischer Behördenwegweiser – Markt Essenbach: Mitgliedschaften in Zweckverbänden und Anzahl behördlicher Leistungen., online auf www.verwaltungsservice.bayern.de, abgerufen am 2. November 2019. Regionaler Planungsverband Landshut Wasserzweckverband Mallersdorf Zweckverband zur Wasserversorgung der Isar-Gruppe I Zweckverband zur Wasserversorgung Rottenburger Gruppe Pattendorf
Außerdem nimmt sie teil am Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung Landshut.
Die Gemeindeverwaltung erbringt 304 verschiedene behördliche Leistungen.
Marktgemeinderat Partei/Liste202620202014Der Wahlleiter des Markts Essenbach: Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl des Marktgemeinderats am 16. März 2014. PDF; online auf essenbach.de. Abgerufen am 19. April 2014.Markt Essenbach: Online auf essenbach.de. Abgerufen am 19. April 2014.2008LfStaD: %Sitze%Sitze%SitzeSitzeCSU30,2737,94936,6798Freie Wähler33,9834,68930,46710AfD13,03–––––Grüne7,72–––––ÖDP8,3214,10312,7132SPD6,9213,28316,0143FDP––––5,1511
Bürgermeister Fritz Wittmann (Freie Wähler) war seit 1991 Bürgermeister und trat 2014 nicht zur Wiederwahl an.Fritz Wittmann: , Landshuter Zeitung am 22. Mai 2019; online auf freiewaehler-essenbach.de. Abgerufen am 2. September 2019. Die erste Runde der Kommunalwahl 2014 ergab keine absolute Mehrheit für einen der fünf Kandidaten.Der Wahlleiter des Marktes Essenbach: Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl des ersten Bürgermeisters am 16. März 2014. PDF; online auf essenbach.de. Abgerufen am 19. April 2014. In der Stichwahl am 30. März 2014 wurde Dieter Neubauer (CSU) mit 77,4 Prozent der Stimmen zu seinem Nachfolger gewähltDer Wahlleiter des Marktes Essenbach: Bekanntmachung des Ergebnisses der Stichwahl zur Wahl des ersten Bürgermeisters am 30. März 2014. PDF; online auf essenbach.de. Abgerufen am 19. April 2014. und 2020 mit 66,28 % der Stimmen im Amt bestätigt.
Erster Bürgermeister von Essenbach: Fritz Wittmann (1991 – 2014) Dieter Neubauer (2014 – 2026) Daniel Braun (Seit 2026)
Wappen
Gemeindepartnerschaften Partnerschaften bestehen mitessenbach.de: : : Savigneux (Loire) (seit 1997) : Savignano Irpino (seit 2005)
Kultur und Sehenswürdigkeiten Das im Heimathaus untergebrachte Archäologische Museum zeigt zahlreiche ur- und frühgeschichtliche Funde aus dem Gemeindegebiet.
Die ESKARA (Essenbacher Sport- und Kulturarena) weist jährlich 60.000 Besucher bei verschiedensten Sport-, Kabarett-, Musik- und anderen Kulturveranstaltungen auf.ESKARA GmbH: mini|Kirche Maria Himmelfahrt in Essenbach
Kirchen
Katholische Pfarrkirche St. Peter und katholische Kirche St. Andreas in Altheim Katholische Kirche St. Michael in Artlkofen Katholische Filialkirche St. Johannes der Täufer in Bruckbach Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Essenbach: 1470 wurde der romanische Vorgängerbau in eine spätgotische Kirche mit Rippengewölbe und erweitertem Presbyterium umgestaltet. Katholische Pfarrkirche St. Dionysius in Mettenbach: barocker Turm der 1970 neuerbauten Pfarrkirche an Stelle einer älteren Kirche. Katholische Pfarrkirche Mater Dolorosa in Mirskofen: barocke Kirche aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit spätgotischem Turm. Katholische Filialkirche St. Salvator in Mirskofen Katholische Pfarrkirche St. Erhard in Oberahrain Katholische Pfarrkirche St. Josef in Unterahrain Katholische Filialkirche St. Ulrich und St. Martin in Unterröhrenbach Katholische Filialkirche St. Johann Baptist in Unterunsbach Katholische Filialkirche St. Ägidius in Unterwattenbach Katholische Nebenkirche St. Vitus auf dem Veitsberg Katholische Filialkirche St. Wolfgang in Sankt Wolfgang
Sonstige Baudenkmäler
Ehemaliges Herrenhaus von Gut Holzen Schloss mit Kapelle in Mirskofen diverse Bauernhäuser
Wirtschaft und Infrastruktur Im Jahr 2020 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 3144, im Bereich Handel und Verkehr 1047 sowie in sonstigen Wirtschaftsbereichen weitere 855 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 5405. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es 16 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 13 Betriebe. In den Industrie- und Gewerbegebieten in Essenbach, Altheim und Ohu haben sich zahlreiche renommierte Betriebe angesiedelt. Es gibt ein umfangreiches Nahversorgungsangebot vor allem in Essenbach und in Altheim an der AS Landshut/Essenbach.
Infolge einer entsprechenden Bewertung seiner Wirtschaftskraft wurden dem Markt Essenbach – wie bereits von 2015Landshuter Zeitung: Vitaminspritze für finanzschwache Kommunen, 12. Dezember 2015. bis 2019 – auch für das Jahr 2020 vom Freistaat Bayern keine Schlüsselzuweisungen zugeteilt.
+ Schlüsselzuweisungenin Euro Zuweisungen an Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Markt Essenbach 0 0 0Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2017 der Gemeinden, 17. Dezember 2016. 0Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2018, 20. Januar 2018. 0Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2019, 15. Februar 2019. 0Landshuter Zeitung: Kräftige Finanzspritze für die Region, 13. Dezember 2019.
Land- und Forstwirtschaft 2020 gab es in der Land- und Forstwirtschaft 138 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Im Jahr 2016 betrug die landwirtschaftlich genutzte Fläche 4854 ha. Davon waren 4618 ha Ackerfläche und 233 ha Dauergrünfläche.
Bestanden im Jahr 1999 noch 191 landwirtschaftliche Betriebe, ging deren Zahl bis 2020 auf 126 zurück.