Air Seychelles ist die nationale Fluggesellschaft der Seychellen mit Sitz in Victoria und Basis auf dem Flughafen Seychellen. Sie ist Mitglied der Luftfahrtallianz Alliance Vanille.

Geschichte mini|Britten-Norman BN-2 Islander der Air Seychelles, 2000 Ursprünge und Gründung Air Seychelles wurde im Frühjahr 1979 gegründet.JP airline-fleets international, Edition 79 Ihre Ursprünge reichen auf die im Jahr 1972 von John Faulkner Taylor gegründete Air Mahé zurück, die zunächst mit einer Piper PA-34 und später mit Britten-Norman BN-2 Islander Lufttaxidienste vom Flughafen Mahé zu den Inseln Bird Island und Praslin anbot. Kurzzeitig setzte Air Mahé auch eine De Havilland DH.89 Dragon Rapide ein.

Am 12. August 1976 entstand mit der Inter Island Airways (ICAO-Code: HM) ein zweites privates Lufttaxi-Unternehmen, das seinen Flugbetrieb Anfang 1977 in Konkurrenz zur Air Mahé mit einer Britten-Norman BN-2 Islander und einer Britten-Norman Trislander aufnahm. Die Regierung der Republik Seychellen gründete am 15. September 1977 eine weitere regionale Fluggesellschaft, die Seychelles Airlines.Flight International, 26. Juli 19080 (in Englisch), abgerufen am 16. März 2017 Dieses Staatsunternehmen nahm seinen operativen Betrieb aber nicht auf, weil der Markt bereits von den zwei privaten Lufttaxi-Gesellschaften abgedeckt wurde. Im Mai 1978 kaufte Inter Island Airways ihre Konkurrentin Air Mahé auf und integrierte sie ins eigene Unternehmen.

Die Republik Seychellen erwarb anschließend die Mehrheitsbeteiligung an der Inter Island Airways und fusionierte diese Gesellschaft im März 1979 mit dem ruhenden Staatsunternehmen Seychelles Airlines, woraus die neue staatliche Fluggesellschaft Air Seychelles hervorging. Sie verwendete das Air Operator Certificate und den ICAO-Code der Inter Island Airways zur Fortführung des Flugbetriebs, der zunächst mit drei BN-2A Trislander und zwei BN-2 Islander erfolgte. Im Frühjahr 1980 setzte Air Seychelles zwei BN-2A Trislander und vier BN-2 Islander im nationalen Linienverkehr ein.JP airline-fleets international, Edition 80

1980er-Jahre mini|Der geleaste Airbus A300 im November 1985

Am 26. Oktober 1983 begann der internationale Flugbetrieb von Mahé nach London-Gatwick mit Zwischenstopp in Frankfurt. Die Gesellschaft ging hierzu eine Kooperation mit British Caledonian Airways ein, die eine McDonnell Douglas DC-10-30 auf dem wöchentlichen Flugpaar einsetzte. Ein Jahr später wurde die niederländische Martinair mit der Durchführung der internationalen Flüge beauftragt, wobei erneut eine DC-10 zum Einsatz kam. Im Oktober 1985 mietete Air Seychelles langfristig einen Airbus A300 von Air France.Rzjets: Airbus A300B4 F-BFGM Im Gegensatz zu den DC-10 trug der im Wetlease genutzte Airbus A300 eine Bemalung in Farben des Unternehmens. Mit dieser Maschine wurden London und Frankfurt zweimal pro Woche angeflogen sowie eine neue wöchentliche Verbindung über Rom nach Zürich eröffnet.Flight International, 19. September 1987 (in Englisch), abgerufen am 7. April 2017 Wegen der zu geringen Reichweite des Airbus A300 erfolgten alle Flüge nach/von Europa mit planmäßigen Zwischenlandungen in Dschidda (Saudi-Arabien). Auf den Inlandsrouten wurde ab April 1985 neben BN-2 Islander und Trislander erstmals eine DHC-6 Twin Otter eingesetzt.JP airline-fleets international, Edition 86

mini|Boeing 707 der Air Seychelles, 1989 Die erste von zwei gemieteten Boeing 707-320, die zuvor von VARIG betrieben worden waren, kam ab dem 8. Januar 1988 als Ersatz für den Airbus A300 zum Einsatz. Die zweite Boeing 707 folgte einen Monat später. Mit den beiden Flugzeugen wurden neben London, Frankfurt und Rom auch Paris und Singapur angeflogen. Die Gesellschaft übernahm im selben Jahr das für die Abfertigung am Flughafen Mahé zuständige Unternehmen Aviation Seychelles, das daraufhin in Air Seychelles Ground Service umfirmiert wurde. Im Juni 1989 leaste die Fluggesellschaft eine Boeing 767-200ER von ILFC, die am 27. Juli 1989 direkt vom Flughafen Grand Rapids (USA) nach Mahé überführt wurde und dabei eine Strecke von 14.311 Kilometern (8.892 Meilen) zurücklegte. Piloten an Bord dieses Fluges, der einen Rekord für zweistrahlige Verkehrsflugzeuge aufstellte, waren Kapitän Williamson und Kopilot Norman Mousbe. Nach der Übernahme der Boeing 767 wurden die zwei Boeing 707 zum 31. August 1989 an den Leasinggeber retourniert.

1990er-Jahre mini|Eine Boeing 767-300ER der Air Seychelles

Die Flotte des Unternehmens bestand Anfang 1990 aus zwei BN-2A Islander, einer Cessna 172, drei DHC-6-300 Twin Otter sowie der Boeing 767-200ER.JP airline-fleets international, Edition 90/91 Ab dem 14. August 1992 nutzte das Unternehmen zusätzlich eine Boeing 767-300ER der italienischen Air Europe, die in deren Farbgebung bis Anfang 1993 betrieben wurde. Am 29. März 1993 übernahm Air Seychelles eine geleaste Boeing 757-200ER, mit der sie neue Linienrouten von Mahé über Nairobi (Kenia) nach Johannesburg (Südafrika) sowie nach Bahrain und Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) einrichtete. Weitere internationale Ziele waren zu dieser Zeit Frankfurt, London, Madrid, Paris, Singapur und Zürich. Ab dem 28. April 1995 wurde Bombay (Indien) einmal wöchentlich mit der Boeing 757 über Dubai angeflogen. Linienverbindungen nach Tel Aviv (Israel) sowie nach Manchester (Großbritannien) folgten im Dezember 1995 beziehungsweise im Februar 1996. Die Boeing 757 wurde im Dezember 1996 durch eine langfristig von ILFC geleaste Boeing 767-300ER ersetzt, so dass die internationale Flotte Anfang 1997 aus einer Boeing 767-200ER und einer 767-300ER bestand. Im Inselverkehr betrieb die Gesellschaft gleichzeitig eine BN-2 Islander und vier DHC-6-300 Twin Otter.JP airline-fleets international, Edition 97/98

2000er-Jahre mini|Die DHC-6-300 Twin Otter (S7-AAJ) in Sonderbemalung

Air Seychelles ersetzte die Boeing 767-200 im April 2001 durch eine zweite gemietete Boeing 767-300ER.Rzjets, Boeing 767-200ER S7-AASRzjets, Boeing 767-300ER VH-NOE Am 21. November 2001 erfolgte die Auslieferung einer geleasten werksneuen Boeing 737-700, die das Unternehmen bis Mai 2005 betrieb.Rzjets, Boeing 737-700 S7-SEZ Mit diesem Flugzeug wurden neue Linienstrecken nach Mauritius, Mayotte und Moroni auf den Komoren eingerichtet. Parallel dazu flog die Gesellschaft international auch Dubai, Frankfurt, London, Johannesburg, Male, Mumbai, München, Paris, Rom, Singapur und Zürich an.Flight International, 12. März 2002 (in Englisch), abgerufen am 19. März 2017 Im Inlandsverkehr betrieb Air Seychelles im Frühjahr 2003 eine BN-2 Islander, drei Twin Otter sowie eine Shorts 360, die sie ab September 2002 langfristig geleast hatte. Das Unternehmen beschäftigte zu dieser Zeit 640 Mitarbeiter.JP airline-fleets international, Edition 2003/04 Zur Aufnahme von Frachtflügen nach Kenia, Mayotte und Mauritius entstand im selben Jahr die kurzlebige Firmensparte Air Seychelles Cargo, die eine Antonow 12 der kenianischen Astral Aviation im Wetlease nutzte. (in Englisch), abgerufen am 21. März 2017 Die Gesellschaft gab ihre Verbindungen nach Frankfurt und Zürich im November 2004 sowie nach Dubai zum Jahresende 2004 mangels Auslastung auf.Seychelles Nation, Air Seychelles to drop Zurich, Frankfurt flights, 15. November 2004 (in Englisch), abgerufen am 24. März 2017 Mit Rückgabe der geleasten Boeing 737 wurden im Frühjahr 2005 auch die Linienflüge über Male (Malediven) nach Mumbai (Indien) sowie nach Mayotte und Moroni eingestellt, wodurch das Unternehmen international nur noch Johannesburg, London, Mauritius, Paris, Rom und Singapur bediente.Seychelles Nation, Air Seychelles launches Mumbai sales drive, 4. August 2008 (in Englisch), abgerufen am 21. März 2017

Anlässlich des 30-jährigen Staatsjubiläums der Seychellen erhielt eine DHC-6-300 Twin Otter (Kennzeichen: S7-AAJ, Taufname: „Isle Of Desroches“) im Jahr 2006 eine Sonderbemalung. Anfang April 2007 orderte die Gesellschaft zwei DHC-6-400 des Herstellers Viking Air und wurde damit zum Erstkunden dieses Flugzeugtyps.Seychelles Nation, Air Seychelles is “launch customer” for new Twin Otter DHC6–400, 7. April 2007 (in Englisch), abgerufen am 21. März 2017 Zudem bestellte die Gesellschaft zwei Boeing 787, deren Auslieferung ursprünglich für 2010 geplant war, sich aber mehrfach verzögerte.JP airline-fleets international, Jahrgänge 2008 bis 2012 Eine bis zum Jahresende 2008 gemietete Boeing 767-200ER ergänzte am 11. November 2007 die Flotte.Rzjets, Boeing 767-200ER, S7-EXL, abgerufen am 8. April 2017 Am 17. Dezember 2007 wurde erstmals Bangkok (Thailand) als Zwischenstopp auf der Route nach Singapur angeflogen. Eine neue Verbindung nach Mailand-Malpensa (Italien) eröffnete das Unternehmen am 12. Januar 2008.Seychelles Nation, Air Seychelles announces new services to Bangkok and Milan – Increases frequency to Paris and Mauritius, 7. November 2007 (in Englisch), abgerufen am 26. März 2017

Zur Wiederaufnahme der Linienflüge nach Male und Mumbai stellte Air Seychelles im Oktober 2008 eine zweite geleaste Boeing 767-200ER in Dienst.Seychelles Nation, Air Seychelles’ third Boeing aircraft arrives, 20. Oktober 2008 (in Englisch), abgerufen am 21. März 2017 Die Gesellschaft flog ab März 2009 auch Frankfurt und Zürich erneut an und eröffnete im selben Monat eine weitere Route über Abu Dhabi nach Moskau-Wnukowo.airliners.de: Air Seychelles fliegt wieder von Deutschland, 13. November 2008, abgerufen am 24. März 2017Seychelles Nation, Air Seychelles launches new service to Moscow, 24. März 2009 (in Englisch), abgerufen am 24. März 2017 Auf Druck der nationalen Wirtschaftsverbände erlaubte es die seychellische Regierung den Unternehmen Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways im Jahr 2009, tägliche Flüge nach Mahé aufzunehmen. Air Seychelles sah sich daraufhin gezwungen, zu expandieren.Seychelles Weekly, Captain Savy broke his silence over Air Seychelles, 12. Dezember 2011 (in Englisch), abgerufen am 24. März 2017 Um die Anzahl ihrer Flugfrequenzen zu erhöhen und neue Routen erschließen zu können, übernahm die Gesellschaft am 10. April 2009 eine weitere gemietete Boeing 767-200ER sowie am 24. Juli 2009 zusätzlich eine geleaste Boeing 767-300ER.rzjets, Rzjets, Boeing 767-200ER S7-SEZrzjets, Rzjets, Boeing 767-300ER S7-FCSairliners.de: Air Seychelles baut Flotte aus, 14. August 2009, abgerufen am 24. März 2017 Diese Flugzeuge trugen einen leicht geänderten Schriftzug auf dem Rumpf. Gleichzeitig wurden im Inlandsverkehr drei DHC-6-300 Twin Otter und eine Short 360 betrieben. Daneben waren eine zweite Short 360 sowie eine BN-2 Islander auf das Unternehmen registriert, die Air Seychelles aber im Jahr 2009 nicht mehr nutzte und auf dem Flughafen Mahé eingelagert hatte.JP airline-fleets international, Edition 2010/11 Die Gesellschaft konnte ihre fünf Boeing 767 nicht dauerhaft auslasten und nahm Ende 2009 an einer Ausschreibung des britischen Verteidigungsministeriums teil, um Militärpersonal zwischen der RAF-Basis Brize Norton in Oxfordshire und dem Flugplatz Mount Pleasant auf den Falklandinseln zu befördern.Seychelles Nation, President welcomes Air Seychelles’ contract to serve Falklands, 27. Januar 2010 (in Englisch), abgerufen am 24. März 2017

2010er-Jahre mini|Boeing 767 der Air Seychelles auf der Insel Ascension

Nachdem Air Seychelles Anfang Januar 2010 den Beförderungsvertrag der Royal Air Force für die South Atlantic Airbridge gewonnen hatte, stationierte sie eine Boeing 767-300ER (Kennzeichen: S7-AHM) auf dem RAF-Stützpunkt Brize Norton in Großbritannien. Die militärischen Charterflüge zu den Falklandinseln begannen am 24. Januar 2010 und waren auf zwei Jahre befristet. Sie wurden in beiden Richtungen mit Zwischenlandungen in Wideawake auf der Insel Ascension durchgeführt.