Eygurande-et-Gardedeuil (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Double Landais. Die Einwohner werden Eygurandais und Eygurandaises genannt.

Geografie

Eygurande-et-Gardedeuil liegt etwa 34 Kilometer nordöstlich von Libourne, etwa 48 Kilometer westsüdwestlich von Périgueux und etwa 37 Kilometer nordwestlich von Bergerac im Westen des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Gironde. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft der Double. Ihr Gebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Duche, auf es auf etwa 500 Meter im Süden begrenzt, ferner von der Petite Duche, die es von Nord nach Süd durchquert, ferner von den Flüsschen Guirandolle, Charbonnier, Ruisseau de Chante-Loup, Ruisseau des Celles sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern. Zahlreiche, zeitweise trockenfallende Nebenflüsse der Petite Duche werden zu Teichen aufgestaut.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Eygurande-et-Gardedeuil liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, die aus dem Känozoikum datieren.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich vollständig im Wald der Double in einer leicht gewellten Hügellandschaft. Der topografisch höchste Punkt liegt mit im Norden am Lieu-dit Bois du Juges an der Grenze zur Nachbargemeinde La Roche-Chalais, der tiefste Punkt mit im äußersten Süden beim Austritt der Duche aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum im Dorf Eygurande liegt auf etwa Höhe.

Rund 67 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 32 % werden landwirtschaftlich genutzt, rund 1 % entfällt auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.

Eygurande-et-Gardedeuil wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte der Quellung und Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Eygurande-et-Gardedeuil Natürliche Risiken manifestieren sich in der Gemeinde Eygurande-et-Gardedeuil neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Dürren Waldbrände Bodensetzungen

Eygurande-et-Gardedeuil ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, ist das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die zentral das Gemeindegebiet durchquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.

Etymologie und Geschichte Der Name von Eygurande ist durch seine Kirche bereits im 11. Jahrhundert in der Form Ecclesia Sanctus Stephani de Arguironda belegt. Die Schreibweise im 14. Jahrhundert war Ayguranda (1315), auch mit einer Änderung des initialen Ay- zu Ey- (1365). Der Name setzt sich aus zwei ursprünglich gallischen Wörtern zusammen: °equa, das dem lateinischen aequa () entspricht und °-runda (), was sich insgesamt als „Grenze, die sich über ein Abkommen festgelegt wurde“ übersetzen lässt. Es ist wahrscheinlich, dass das initiale Ay- auf den Einfluss des okzitanischen aiga, aus dem lateinischen aqua stammend, zurückzuführen ist. Dieses lateinische Wort für „Wasser“ hat sein exaktes Äquivalent im Keltischen, was den Ursprung des ersten Teils von Eygurande sein könnte, verstanden als „Grenze der Wasser“. Nach Meinung von Émile Thévenot sind jedoch von allen Ortsnamen, die mit vorrömischen Grenzen in Verbindung stehen, die mittelalterlichen Varianten die deutlichsten, am weitesten verbreiteten und somit auch die aufschlussreichsten. Die meisten lägen an Straßen, an Verbindungsstellen zwischen Städten.

Der Name von Gardedeuil wurde am ausgehenden 11. Jahrhundert im Namen eines Priorats, Sanctus Leonardus de Gardadel, belegt (1099), in der Folge in Prieuré de Gardadels im 16. Jahrhundert. Der Name ist wahrscheinlich zusammengesetzt aus dem okzitanischen garda () und einer alten oder veränderten Form del(s) für deu, diu (, ). Eine solche Bezeichnung für ein Priorat ist nicht ungewöhnlich. Es gibt Garde-Dieu als Namen für ein Priorat der Zisterzienser im Département Tarn-et-Garonne. Der Name wurde im Französischen mit deuil () in Verbindung gebracht, das an anderer Stelle als Ortsnamen existiert, wie beispielsweise Deuil-la-Barre im Département Val-d’Oise. In diesem Fall hat deuil nichts mit Trübsal zu tun. Es ist das Ergebnis einer Entwicklung vom gallischen °devo- (), gefolgt von °-ialo ().Siehe Tanet, Hordé, Seiten 148–149

Die ersten schriftlichen Erwähnungen der Gemeinden Eygurande und Gardedeuil stammen aus dem Kopialbuch der Abtei von Baignes. Tatsächlich war die Kirche von Eygurande vom Bischof von Périgueux Renaud de Thivier (1081–1099) dem Kloster in der Charente geschenkt worden, als er Ende des 11. Jahrhunderts die Kirche von Gardeuil weihte. Die lokale Legende besagt, dass die Kirche von Gardedeuil auf einem isolierten Hügel errichtet wurde, um an eine der Stationen zu erinnern, die während der Rückführung der sterblichen Überreste des französischen Königs Ludwig IX. aus Tunis durchgeführt wurden. Im Jahr 1304 „schickte“ Erzbischof Bertrand de Goth seine Besucher dorthin, während er das Priorat von Parcoul (in der Nähe von Saint-Aulaye) besuchte. Im 16. Jahrhundert wurde es als „Priorat von Gardadels“ bezeugt.

In einem Text aus dem Jahr 1477 wird eine Markierung erwähnt, die die Grenze zwischen den Herrschaften Fronsac, Montpon und Saint-Aulaye an einem Lieu-dit namens Champmartin markiert und den Konvergenzpunkt der Provinzen Angoumois, Périgord und Guyenne anzeigt. Dieser Lieu-dit namens Champ Martin existiert noch immer und liegt in der früheren Pfarrgemeinde Eygurande, wo sich die Gemeinden Eygurande-et-Gardedeuil, Saint-Antoine-sur-l’Isle und La Roche-Chalais treffen. Dort wurde 2009 von der Groupe de Recherches Archéologiques et Historiques de Coutras (GRAHC) bei einer Untersuchung ein Stein entdeckt, dessen Eigenschaften nicht mit der Beschreibung im Text vom Ende des 15. Jahrhunderts übereinstimmen, in dem er erwähnt wird, sondern mit einer später angebrachten Markierung übereinstimmen könnten.

Die Karte von Belleyme zeigt, dass die beiden ehemalige Pfarrgemeinden größer waren als das heutige Gemeindegebiet. Der Bach Petite Duche bildete seine östliche Grenze. Im Jahr 1792 wurde die ehemalige Gemeinde Gardeseuil durch königlichen Erlass vom 21. September 1827 der Nachbargemeinde Saint-Barthélémy-de-Bellegarde und dann der Gemeinde Eygurande angegliedert. Der Hauptort wurde dann in Eygurande gegründet, die alte Kirche von Gardedeuil wurde in eine Kapelle umgewandelt und mehrere Grundstücke wurden von Saint-Barthélémy-de-Bellegarde abgezogen. Seitdem hat das Gebiet der Gemeinde Eygurande-et-Gardedeuil eine größere Fläche und umfasst alle Weiler am linken Ufer des Baches Petite Duche, von Pallem bis Grand Fonmassonnade und Chantelouette. Der einzige Überrest der alten Grenze ist die Enklave Saint-Barthélémy-de-Bellegarde, einschließlich der Étangs de la Devise, östlich des Dorfes.

In Eygurande-et-Gardedeuil, einer Waldgemeinde mit sandigem Gelände, entstanden im 16. Jahrhundert zahlreiche Glashütten, von denen einige noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Betrieb waren. Eine von ihnen wurde erstmals 1541 am Lieu-dit Champ Martin erwähnt. Dies ist wahrscheinlich eine der ersten Glasproduktionswerkstätten in der Double-Region. Die Quellen erwähnen ihn erneut in den Jahren 1556, 1572 und 1607. Dort ist zu erfahren, dass er zur Linie der Herren der Familie Juilhot gehört. Eine weitere Glashütte ist seit 1556 in der Pfarrgemeinde Gardedeuil urkundlich erwähnt.

Ab dem 18. Jahrhundert veranlasste die besorgniserregende Gesundheitssituation auf dem Double-Plateau, wo Fieber die Bevölkerung dezimierte, die Behörden dazu, Maßnahmen zur Säuberung von Feuchtgebieten, zur Verbesserung der Waldbewirtschaftung und landwirtschaftlichen Techniken sowie zur Öffnung des Plateaus zu ergreifen. Im Jahr 1863 wurde im Rapport sur la Double der Annales de la Société d’Agriculture eine Karte veröffentlicht, auf der Gebiete mit einer hohen Dichte an Feuchtgebieten und Teichen aufgeführt waren. Das Gebiet von Eygurande-et-Gardedeuil umfasst drei Hektar Teiche pro km2 und eine Bevölkerung von 33 Einwohnern pro km². Zu den damaligen Aufforstungsmaßnahmen zur Vermeidung stagnierender Gewässer zählen Anpflanzungen von Eichen südöstlich von Gardedeuil, um die ausgedehnten Hochwälder des Anwesens der Familie Collot am Lieu-dit La Mole wieder aufzufüllen. Neben der Pflege der alten Hochwälder wird auch die Anpflanzung von See-Kiefern oder verschiedenen anderen Arten unternommen. Die Toponymie bewahrt die Erinnerung beispielsweise am Lieu-dit La Grande Pinière westlich des Dorfes.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Étienne in Eygurande, im 19. Jahrhundert vermutlich auf älteren Fundamenten, romanischer oder gotischer Bauart errichtet Kapelle Saint-Léonard oder Notre-Dame des Victoires in Gardedeuil aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert Schloss La Molle aus dem 17. Jahrhundert

Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 183 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Eygurande-et-Gardedeuil erwerbstätig, entsprechend 78,5 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersgruppe, wobei der Anteil der Männer (80,7 %) höher war als bei den Frauen (76,6 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 24 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (28). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 15,4 % (2016) auf 13,1 % (2022). Die Zahl der Arbeitslosen in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen verringerte sich dabei um 22,4 %.

Branchen und Betriebe 43 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Eygurande-et-Gardedeuil wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt43Fertigung, Bergbau und andere Industrien24,7 %Baugewerbe716,3 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie920,9 %Information und Kommunikation37,0 %Immobilien24,7 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1125,6 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln49,3 %Andere Dienstleistungen511,6 %

Landwirtschaft