hochkant|mini|Harald Schmidt (2015) Harald Schmidt (* 18. August 1957 in Neu-Ulm) ist ein deutscher Fernsehmoderator, Entertainer, Schauspieler, Kabarettist und Kolumnist. Er wurde vor allem durch Sendungen wie Schmidteinander und Die Harald Schmidt Show bekannt, die er ab den 1990ern präsentierte.

Leben Jugend, Ausbildung und Privates mini|Von Winfried Albiez 1973 gebaute Orgel in der Nürtinger Johanneskirche, an der Schmidt spielte Harald Schmidt wurde 1957Harald Schmidt: Brockhaus – Die Enzyklopädie in 30 Bänden. 21. Auflage. F. A. Brockhaus, Leipzig und Mannheim 2005–2006 (Online-Ausgabe), abgerufen am 18. Juli 2012 in Neu-Ulm geboren und wuchs in Nürtingen zusammen mit einem fünf Jahre jüngeren Bruder auf. Seine Eltern waren als Sudetendeutsche aus der Tschechoslowakei vertrieben worden. Sein Vater Anton Schmidt (1916–2010) stammte aus Karlsbad in Westböhmen, seine Mutter Martha Schmidt (1936–2021) aus Nikolsburg in Südmähren.Interview mit Harald Schmidt in der Fernsehdokumentation Hier ist ein Mensch Hier ist ein Mensch – Peter Alexander. Porträt zum 90. Geburtstag, Erstsendung: 31. Januar 2016 im Schweizer Fernsehen.

Schmidt war als Kind bei den katholischen Pfadfindern und wuchs nach eigenen Angaben in einer streng katholischen Familie auf.Kath.net: Gottesdienst muss Latein sein und mindestens vier Stunden dauern. 28. Februar 2007. Später wurde er nach einer Ausbildung an der Kirchenmusikschule in Rottenburg am Neckar Kirchenmusiker mit C-Abschluss und wirkte als Organist in der katholischen Gemeinde St. Johannes in Nürtingen. Nach dem Besuch des Max-Planck-Gymnasiums und des Hölderlin-GymnasiumsHarald Schmidt ungeschnitten: Das ganze Interview, Stuttgarter Zeitung, 24. Juni 2019Jörg Thomann: Um uns herum gibt es ja sonst nix, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Oktober 2007. legte Schmidt 1977 das Abitur ab.Lustvoll vom Hölzchen aufs Stöckchen

Nach der Ableistung des Zivildienstes in einem katholischen Pfarrbüro studierte er von 1978 bis 1981 Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Um Kontakte zum Fernsehen zu knüpfen und vor allem aufgrund seiner Frustration bei einem Augsburger Theaterengagement, bewarb sich Schmidt 1983 bei der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Er scheiterte in der Endauswahl unter etwa einhundert Mitbewerbern.Aufstieg ohne Weihe... Auf Erfolg getrimmt... von Sellmair, Die Zeit  Nr. 23 aus dem Jahr 2000

Harald Schmidt lebt mit seiner Lebensgefährtin Ellen Hantzsch, die er als bei Schmidteinander jobbende Kabelträgerin kennengelernt hatte, in Köln-Marienburg und hat mit ihr vier Kinder. Aus einer früheren Beziehung mit der Fernsehredakteurin Elke Maar stammt ein weiteres Kind.Harald Schmidt – Ich bin die Nackte aus dem Pudding! von Christine Claussen und Ulrike Posche auf: stern.de, 16. April 2009Harald Schmidt schenkt seinen drei Kindern nichts zu Weihnachten auf: bz-berlin.de, 25. November 2000

Schauspieler und Kabarettist Theater und Kabarett mini|Harald Schmidt und Manuel Andrack, 2005, Stadthalle Karlsruhe 1978 hatte Schmidt einen Auftritt als Statist in Claus Peymanns Inszenierung des Stücks Drei Schwestern von Anton Tschechow am Württembergischen Staatstheater Stuttgart. Sein erstes Engagement hatte er von 1981 bis 1984 an den Städtischen Bühnen in Augsburg. Seine erste Rolle dort war der zweite Mameluk in Lessings Nathan der Weise, der nur den Satz „Nur hier herein!“ zu sprechen hat.WDR2 MonTalk vom 16. Dezember 2013 mit Christine Westermann und Harald Schmidt

1984 wechselte Schmidt zu Kay Lorentz ans Düsseldorfer Kom(m)ödchen, wo er bis 1989 blieb und seine kabarettistische Laufbahn unter Anleitung von Lore Lorentz begann. 1985 ging er mit seinem ersten Soloprogramm Ich hab’ schon wieder überzogen auf Tournee. Weitere Soloprogramme waren 1988 Überstehen ist alles und 1992 Schmidtgift.

Im Herbst 2001 war er am Berliner Ensemble bei einem Gastspiel des zuvor in seiner Show als Dramolett aufgeführten Texts Claus Peymann kauft sich keine Hose, geht aber mit essen von Benjamin von Stuckrad-Barre zu sehen. Im Frühjahr 2002 kehrte er als Diener Lucky in Becketts Warten auf Godot ans Theater zurück und wurde im April Mitglied des Ensembles am Bochumer Schauspielhaus. Im Sommer 2002 spielte Schmidt ebenfalls in Bochum in dem Stück Die Direktoren von Daniel Besse die Rolle des Vize-Vorstandsvorsitzenden Montparnasse. Eine Einladung von Claus Peymann, während der Pause seiner Show ab 2003 am Berliner Ensemble zu spielen, lehnte Schmidt ab.

Von Juli 2004 an war er zusammen mit Manuel Andrack und dem eigenen zweistündigen Kabarettprogramm Sprechstunde, Einspruch und Summa cum unterwegs. 2007 spielte Schmidt den Doktor Diafoirus in dem Stück Der eingebildete Kranke von Molière auf der Bühne des Bolongaro-Palastes in Frankfurt-Höchst.Harald Schmidt spielt Molière – und wird kaum erkannt. Berliner Morgenpost, 7. August 2007

Seit der Spielzeit 2007 ist Schmidt Ensemblemitglied am Staatstheater Stuttgart. Im Oktober 2007 fand die Premiere des Liederabends Elvis lebt. Und Schmidt kann es beweisen statt.Stuttgarter „Liederabend“: Schmidt trifft Elvis, Baader trifft Hitler. Spiegel Online, 13. Oktober 2007. Im Oktober 2008 hatte dort die Inszenierung des von Schmidt konzipierten Hamlet-Musicals Der Prinz von Dänemark unter der Regie von Christian Brey Premiere, bei dem er auch einige Rollen selbst spielt.Kritik und Kritikenrundschau zum Musical Der Prinz von Dänemark auf nachtkritik.de Danach trat Schmidt wiederholt in Inszenierungen des Autorregisseurs René Pollesch auf.Kritik und Kritikenrundschau auf nachtkritik.de zu René Polleschs Drei Western mit Harald SchmidtKritik und Kritikenrundschau auf nachtkritik.de zu René Polleschs Wenn die Schauspieler mal einen freien Abend haben wollen, übernimmt Hedley Lamarr mit Harald Schmidt 2012 auf Deutschland-Tour mit dem Concerto Köln, sprach Schmidt in Mozarts Singspiel Der Schauspieldirektor die Titelrolle und sang eine Bariton-Partie. 2019 übernahm er die Sprechrolle des Haushofmeisters in der Stuttgarter Produktion von Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos.

Schmidt trat zu Beginn seiner Karriere mehrmals im Münchner Hinterhoftheater auf. Gage war die „Beteiligung am Eintrittserlös; Anreise und Unterkunft sind vom Künstler selbst zu bezahlen“. Seit Sommer 2019 moderiert Schmidt die regelmäßig alle ein bis zwei Monate im Schauspielhaus des Staatstheaters Stuttgart stattfindende Stand-up- und Interview-Show Echt? Schmidt?.Echt? Schmidt? auf der Website des Stuttgarter Schauspielhauses In der Operette Die Dubarry von Carl Millöcker, der Eröffnungspremiere von Intendantin Lotte de Beer, gab er an der Volksoper Wien im September 2022 an der Seite von Annette Dasch König Ludwig XV.

Film 1995 war Schmidt in dem Kinofilm Nich’ mit Leo zusammen mit Jürgen von der Lippe zu sehen. 1999 folgte eine Hauptrolle im Film Late Show, wo er den Programmdirektor Conny Scheffer spielte. Außerdem trat er an der Seite zahlreicher Comedians mit einem Kurzauftritt in Otto Waalkes’ Kinofilm 7 Zwerge – Männer allein im Wald auf. In dem Film Vom Suchen und Finden der Liebe von Helmut Dietl spielte Schmidt an der Seite von Anke Engelke eine Nebenrolle.

Schmidt war Nebendarsteller in der 13. Staffel der Familienserie Unser Charly. Seit Anfang 2007 spielt er in der ZDF-Reihe Das Traumschiff die Rolle eines Gentleman Hosts bzw. den Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle. In dem zweiteiligen Fernsehfilm Teufelsbraten (2008) von Hermine Huntgeburth war er als Unterwäschevertreter zu sehen.

In der im November 2009 ausgestrahlten Folge der ZDF-Krimireihe SOKO Stuttgart übernahm Schmidt eine Gastrolle als Leiter einer psychiatrischen Klinik. von Roland Müller in der Stuttgarter Zeitung, 4. März 2009 2011 war er als Moderator seiner eigenen Late-Night-Show in Andreas Dresens Drama Halt auf freier Strecke zu sehen. 2012 folgte eine Nebenrolle in Helmut Dietls Komödie Zettl. Seit 2015 spielt Schmidt in der ZDF-Reihe Das Traumschiff erneut die Rolle des Kreuzfahrtdirektors.Harald Schmidt heuert wieder auf dem „Traumschiff“ an. T-Online, 1. Februar 2015.

2016 spielte Schmidt eine Nebenrolle in der ZDF-Rosamunde-Pilcher-Verfilmung Ein Doktor & drei Frauen als Lord Hurrleton.Im ZDF macht Harald Schmidt jetzt auf Romantiker. Bild, 5. April 2016. Schmidt war für die Rolle des Kriminaloberrats Gernot Schöllhammer im SWR-Schwarzwald-Tatort mit dem neuen Ermittler-Duo Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) angekündigt, das Ende 2017 gestartet ist. 2017 gab er bekannt, die Rolle aus persönlichen Gründen nicht zu spielen.Harald Schmidt sagt „Tatort“ ab auf faz.de vom 20. Februar 2017 Schmidt war Ideengeber für die 2019 im SWR ausgestrahlte sechsteilige Miniserie Labaule & Erben, in der Uwe Ochsenknecht den Erben eines fiktiven Medienkonzerns spielt.Ab sofort online: „Labaule & Erben“ nach einer Idee von Harald Schmidt auf quotenmeter.de

2022 war Schmidt in der Amazon-Prime-Produktion One Mic Stand zu sehen. Bei dem Format handelt es sich um die Adaption eines US-Formats, bei dem deutsche Comedians auf fünf Persönlichkeiten ohne Stand-up-Erfahrung trafen, moderiert von Teddy Teclebrhan. Die Comedians sollen die Prominenten auf den ersten, eigenen Comedy-Auftritt vor Publikum vorbereiten. Schmidt war in der Folge „Trainingslager Deluxe“ mit den Weltmeistern Mats Hummels und Christoph Kramer zu sehen.

Moderator Anfänge bei der ARD Seinen ersten Fernsehauftritt hatte er 1987 in der Sendung Extratour mit einem kurzen Kabarettprogramm. Die Redakteurin der Sendung, Birgitt Reckmeyer, hatte Schmidt bei einer Kleinkunstmesse in Genf entdeckt. Zusammen mit Reckmeyer entwickelte Schmidt später auch die kurzlebige Sendung Gala.

Seine erste eigene Fernsehsendung hatte Schmidt ab März 1988 beim Sender Freies Berlin mit MAZ ab!, die ab 1989 im Ersten ausgestrahlt wurde. 1990 folgten die Sendungen Pssst … (eine Rateshow nach dem Vorbild der Show Was bin ich? von Robert Lembke) und Schmidteinander, die er gemeinsam mit Herbert Feuerstein bis Dezember 1994 moderierte. Beide Sendungen wurden vom Westdeutschen Rundfunk produziert und ausgestrahlt. Schmidteinander und Pssst … wurden ab 1994 bzw. 1995 im Ersten ausgestrahlt. Im Februar und März 2007 gab es dort im Vorabendprogramm eine Neuauflage von Pssst… mit zwölf Folgen, die aber nicht die erwarteten Einschaltquoten erzielen konnten. 1990 moderierte er eine Veranstaltung der SPD in der Dortmunder Westfalenhalle, die nach dem Attentat auf Oskar Lafontaine stattfand. Er stand mit Willy Brandt, Johannes Rau und Hans-Jochen Vogel auf der Bühne.

Von Dezember 1992 bis März 1993 folgte ein kurzes Zwischenspiel mit der vierteiligen, von Radio Bremen für die ARD produzierten Show Gala!. Von Oktober 1992 bis Mai 1995 moderierte er in der ARD die Show Verstehen Sie Spaß?, die er von Paola und Kurt Felix übernommen hatte, mit nur mäßigem Erfolg. Seine Comedy-Einlagen vertrugen sich nicht mit der für ein breites Publikum konfektionierten, damals üblichen Unterhaltung. Als sein Vorbild oder Idol bezeichnete Schmidt Rudi Carrell.

Die Harald Schmidt Show bei Sat.1 + Late-Night-Shows mit Harald Schmidt Sendung Sender Zeitraum Schmidteinander WDR, Das Erste 1990–1994 Die Harald Schmidt Show Sat.1 1995–2003 Harald Schmidt Das Erste 2004–2007 Schmidt & Pocher Das Erste 2007–2009 Harald Schmidt Das Erste 2009–2011 Die Harald Schmidt Show Sat.1 2011–2012 Die Harald Schmidt Show Sky 2012–2014