mini|hochkant|Apparatur aus mehreren über Schliffe verbundener Glasgeräte:1 Rührstab/Siedesteinchen2 Rundkolben mit Destillationsvorlage3+8+9 Wasserabscheider (mit 3 Rektifikationskolonne, 8 Büretten-Einheit und 9 Ablasshahn)4 Thermometer5 Kühler6 Kühlwasser-Zulauf7 Kühlwasser-Ablauf10 Sammelgefäß (Rundkolben mit Destillat)

Unter Laborgeräten versteht man alle in einem Labor verwendeten Gefäße, Werkzeuge und sonstigen Hilfsmittel.

Chemielabore Laborgeräte bezeichnet in der Chemie alle im Chemielabor verwendeten Gefäße, Werkzeuge und sonstigen Hilfsmittel, die zur Durchführung von chemischen Verfahren wie Synthesen oder Analysen verwendet werden.Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 773–779.

Für die Verwendung im Chemielabor gibt es eine Reihe von speziellen Geräten. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie aus sehr widerstandsfähigen Werkstoffen bestehen, da sie vielen verschiedenen, oft aggressiven Chemikalien und teilweise extremen Temperaturen ausgesetzt sind. Verwendung finden hier in der Hauptsache Glas, insbesondere Borosilikatgläser, welche sich durch einen geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten auszeichnen und damit gegen plötzliche Temperaturschwankungen unempfindlich sind. Vorteile von Glas sind neben der Unempfindlichkeit gegen Säuren, Laugen und Hitze außerdem die Transparenz sowie die Möglichkeit, durch Glasbläserei individuell angepasste Geräte herzustellen bzw. zerbrochene Geräte zu reparieren. Weitere Werkstoffe sind Porzellan, fluorierte Kunststoffe wie PTFE (Teflon) oder PVDF und seltener Holz und Metalle. Die letzteren beiden kommen in der Regel dort zum Einsatz, wo wenig Berührung mit Chemikalien zu erwarten ist (Halterungen, Stative). Es gibt jedoch auch einige Gerätschaften, wie Abdampfschalen, Kristallisiergefäße oder Schmelztiegel aus Metallen (Nickel, Platin) sowie unterschiedliche Geräte aus Quarzglas (beispielsweise Rohre, Reagenzgläser, Schalen).

Grundsätzlich ist für Laborgeräte auch eine modulare Bauweise wichtig, sodass man die einzelnen Elemente nach Belieben wie aus einem Baukasten zusammensetzen kann. Besonders in der präparativen Chemie ist dies von Interesse, da hier je nach Syntheseaufgabe eine passende Apparatur zusammengebaut wird.

mini|hochkant|Stativstange mit Doppelklemme und Bürette mini|hochkant|Peleusball mini|hochkant|Laborzentrifuge mini|Pyknometer

Die Flexibilität beim Zusammenbau der Glasapparaturen wird durch die Verwendung von so genannten Normschliffen erreicht. Der Schliff sorgt dafür, dass man zwei Glasgeräte gasdicht miteinander verbinden kann. Die Verbindung kann zusätzlich durch Schlifffett oder Teflonhülsen abgedichtet und mit einer Schliffklemme gesichert werden. Größere und nicht standsichere Apparaturen werden durch Stativmaterial fixiert, das aus senkrechten Metallstangen mit Fuß besteht, an denen die Laborgeräte mittels Stativklammern festgehalten werden.

Glas- oder Kunststoffgefäße

Becherglas Dewargefäß Dosierzylinder Erlenmeyerkolben Gasbürette Gasentwickler Gaswaschflasche oder Waschflasche Gasometer Kappenflasche Kjeldahl-Kolben Kristallisierschale Mehrhalskolben Messkolben Messzylinder Mischzylinder Petrischale Pneumatische Wanne Reagenzglas Retorte Rundkolben Rückflusskühler Saugflasche Scheidetrichter Schlenkgefäß Spitzkolben Standzylinder Standkolben Tropftrichter U-Rohr

Sonstige Glasgeräte Aräometer Bürette, Gasbürette Claisen-Aufsatz Destillierbrücke Dimrothkühler Doppelspiralkühler Exsikkator Fritte Kolbenprober Kugelkühler Kühlfalle Kühlfinger Kükenhahn Küvette Liebigkühler Pyknometer Reaktionsrohr Scheidetrichter Schlangenkühler Siedekapillare Soxhlet-Extraktor Spiralkühler Trichter Trockenrohr Uhrglas Vorstoß Vorstoß nach Anschütz-Thiele Wellrohrkühler Zählkammer (zum Zählen von Zellen)

Porzellangeräte und -werkzeuge mini|Abdampfschalen aus Porzellan in verschiedenen Größen Abdampfschale Filternutsche Mörser Pistill Tiegel Filtertiegeluntersetzer

Sonstige Werkzeuge Abtropfbrett Bunsenbrenner / Teclubrenner Bunsenventil Dreifuß Drahtnetz Glasstab Gummiwischer („Ionenbesen“ oder „Molekülbesen“) zum Auswischen des Tiegels oder eines anderen Gefäßes bei der Gravimetrie Magnetrührstäbchen (Rührfisch) Pinzette Pipettierhilfe Pipette Spatel Spritzflasche Schliffklemme Stativstange mit Doppelmuffe und Klemmen Thermometer Tiegelzange Verbrennungslöffel Wasserbad Wasserstrahlpumpe

Elektrogeräte Agitator Brutschrank Gaschromatograf Heizbad Heizpilz Kugelrohr Laborwaage Magnetrührer oder Heizrührer Laborrührer Laborautomatisierungssystem Netzgerät Pipettie elektrisch Pipettierhilfe elektrisch Rotationsverdampfer Schüttler Schlauchschweißgerät Ultraschallbad Trockenschrank Vakuumpumpe Wärmeschrank Wasserbad elektrisch Zentrifuge

Laborgeräteindustrie Der Weltmarkt für Analyse- und Labortechnik belief sich 2013 auf rund 45 Mrd. US-Dollar. Die 330 deutschen Hersteller erwirtschafteten mit ihren rund 40.000 Beschäftigten im gleichen Jahr einen Umsatz von 6,7 Mrd. €, nachdem er 2011 bei 6,6 Milliarden Euro (bei einem Weltmarkt von rund 40 Milliarden Dollar) gelegen hatteManja Wühr: Analysen-, Bio- und Labortechnik auf Erfolgsspur. Meldung bei Process vom 17. Oktober 2012.. Der Inlandsumsatz betrug 3,1 Mrd. €, der Auslandsumsatz 3,6 Mrd. €. Dementsprechend lag die Exportquote bei 54 %.

Die wichtigsten Abnehmerbranchen der deutschen Hersteller sind derzeit die Industrie, die Öffentliche Hand sowie die Bereiche Pharma und Chemie. Etwa 85 Prozent des Inlandsumsatzes werden in diesen Märkten erwirtschaftet. Daneben gibt es aber noch zahlreiche weitere Sektoren und Nischen, in denen sich die Firmen erfolgreich behaupten. Beispiele dafür sind etwa die Bereiche Biotechnologie und Food. Zu den wichtigsten Zielländern der deutschen Ausfuhren von Analyse- und Labortechnik zählen die USA, China, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien, die Russische Föderation, die Republik Korea, Japan, die Niederlande und die Schweiz.Die deutsche Industrie für Analysen-, Bio- und Labortechnik – Jahrbuch 2014, Spectaris.

Weblinks

Website des Fachverbandes Analysen-, Bio- und Labortechnik bei Spectaris

Einzelnachweise

Laborgerate