Die Ortschaft Pont ist ein Teil der nordrhein-westfälischen Stadt Geldern und hatte im September 2025 2764 Einwohner.

Der Ort liegt in der Region Niederrhein an den Ufern der Niers. Sehenswürdigkeiten sind die neogotische Kirche von 1869 sowie die drei Wasserburgen Haus Ingenray, Haus Diesdonk und Haus Golten.

Geographie Geographische Lage Pont liegt linksrheinisch im niederrheinischen Tiefland, als Ortschaft der Stadt Geldern. Der Ort liegt im Durchschnitt . Er wird durchflossen von der Niers, einem Zufluss der Maas. In der Niersaue, etwas nördlich der Stadt Wachtendonk, trennt sich der Flussarm die „Kleine Niers“ von der „Großen Niers“ und vereinigt sich bei Haus Golten in Pont wieder mit dem Hauptfluss. Hierdurch ergibt sich eine Flussinsel in der u. a. das Niersbroeck liegt. Im Osten bildet, vom Niers-Maaskanal bis etwa zur Mündung der „Kleinen Niers“, die (Große)Niers die Ponter Grenze zu Geldern, während von dort aus bis bei Haus Bellinghoven, die „Kleine Niers“ zur Grenze zwischen Nieukerk-Baersdonk und Pont wird. Im Süden wird Pont von Straelen-Vossum, im Westen von Walbeck und im Norden von Veert begrenzt.

Nachbarorte im Gelderner Stadtgebiet Hartefeld Kapellen an der Fleuth Lüllingen Veert Vernum Walbeck Aengenesch Baersdonk Boeckelt

Wappen und Banner mini|100px|Banner der ehemaligen Gemeinde Pont

Pont und die Niers Wahrscheinlich verdankt die Ortschaft Pont einem Übergang (Pons lat. Brücke) über die Niers ihren Namen, da von der römischen Heeresstraße, welche durch Pont führte, eine römische Straße zum Rhein abzweigte.

Das Gebiet der Ortschaft Pont wird in östlicher Richtung durch die Niers und die Kleine Niers begrenzt. Durch Zusammenarbeit von Niersverband, Landschaftsbehörden, der Stadt Geldern und privaten Grundstückseigentümern ist es gelungen, die Niers zwischen Pont und Neerpont zu renaturieren und teilweise in ihr ursprüngliches Bett zu legen.

Das Niersauenkonzept Pont ist eine der ersten Renaturierungen auf der Grundlage des Niersauenkonzeptes.

Es beinhaltet die naturnahe Gewässerumgestaltung (Renaturierung der Niers) auf einer Strecke von rund 800 m Nierslauf, die Wiederherstellung auentypischer Biotopstrukturen (Auenrenaturierung) sowie Maßnahmen zur Lenkung der Erholungsnutzung und Verbesserung der Erlebbarkeit naturnaher Gewässer durch die Bevölkerung. Kernstück der „Niersrenaturierung Pont“ ist die Verlegung eines Teilabschnittes der Niers (300 m) in einen natürlichen Gewässerabschnitt (420 m).

Die Plangenehmigung gem. § 31 WHG für einen weiteren Abschnitt auf 1200 m Länge liegt vor. Die Ausführungsplanung wird zurzeit durchgeführt. Die Ausführung ist für den Sommer 2006 vorgesehen. Sie ist jedoch abhängig von der Zusage von Fördermitteln des Landes.

Geschichte Römerzeit

Pont liegt an einer Römerstraße, die von Xanten nach Tongeren (Belgien) führte. Die heutige B 58 liegt im Ortsgebiet von Pont größtenteils auf der römischen Trasse. Dies bestätigt eine Karte des Jakob van Deventer von 1560. Auch im Mittelalter hatte diese Straße überörtliche Bedeutung. Sie war eine wichtige Verbindung von Geldern über Pont bis an die Maas. In direkter Nähe der B 58 sind bei Haus Diesdonk römische Funde aufgetreten. Zuletzt wurde 1999 ein bronzenes römisches Fabelwesen gefunden, ein schlangenähnliches Wesen mit dem Kopf eines Panthers. Es wird auf die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts datiert. Südlich des Dorfes befand sich nachweislich eine römische Siedlung mit einem 120 Gräber umfassenden Gräberfeld. Reste der im Zweiten Weltkrieg teils abhandengekommenen Sammlung sind im Heimatmuseum in Kevelaer untergebracht. Die Siedlung bestand wahrscheinlich vom Ende des 1. bis zum Beginn des 3. Jahrhunderts n. Chr. Von der Siedlung ist nur wenig bekannt, da die Franken bei ihren Überfällen zwischen 200 und 250 n. Chr. alles Römische dem Erdboden gleichmachten.

Drachensage Es wird erzählt, dass um 878 die Herren Wichard und Lupold von Pont gegen einen feuerspeienden Drachen kämpften. Sie fanden ihn unter einem Mispelbaum und einer der beiden durchbohrte den Drachen mit seinem Speer. Während der Drachen verendete, röchelte er noch zwei- oder dreimal „Gelre! Gelre!“ Die Stadt Geldern wurde daraufhin von den Herren von Pont als Erinnerung an diese Heldentat am Zusammenfluss von Fleuth und Niers gegründet.

Ausschnitt aus der Drachensage Der Draak von Pont nach Heinrich van de Locht (1868–1947) in Ponter Platt:

Vör dusend Joar, du hätt in Pont ’Ne lelken draak gewoant. Dat woar en Bies, so lelk on quoad, Dat Dire on Menße froat.

De Schiäper on de Müehleknech On Buere van de Kluus, Die froat hen van de Landstroat wech Wie Worsch on Kappesmus.

On hen soat, soap on froat – Et woar en rein Schandal – De Maid met de Geit, De Feß van den Deß, Dat woar öm ganz egal.

De Graf van Pont, den hat twee Söen, Die fonden dat nit schöen. Se saije: „Vader, lot ons goan, Den Draak es onsen doan. …

Berühmte Tochter des Ortes Die heilige Adelheid von Vilich ist weit über die Grenzen der Ortschaft Pont bekannt. Sie war die Tochter des Vogtes Megingoz von Geldern (973–1001), der auch als Graf von Geldern bekannt ist, auch wenn Geldern zu dieser Zeit noch keine Grafschaft war.

Adelheid wurde im Stift St.Ursula in Köln erzogen. Sie war die erste Äbtissin des Klosters Vilich, das von ihren Eltern nach dem Tod ihres einzigen Bruders, der 978 im Böhmenkrieg fiel, gegründet wurde. Sie half den Armen und Notleidenden. Als eine große Dürre in Vilich herrschte, besuchte sie dieses Dorf und verteilte Nahrung an die hungernde Bevölkerung. Als die Leute sie anflehten, sie möge sie von dem Unheil befreien, sendete sie Stoßgebete zum Himmel und stach mit ihrem Stab in den Boden. An dieser Stelle schoss Wasser aus der Erde.

Diese Quelle wird daher auch Adelheid-Pützchen genannt. Das Wasser dieser Quelle soll Augenkrankheiten heilen können. Heute ist diese Quelle immer noch Ziel von Wallfahrten.

Adelheid wurde in Vilich beigesetzt. Auch ihre Reliquien ruhen dort.

Gebietsreform Die Stadt Geldern entstand in der heutigen Form am 1. Juli 1969 beim 1. kommunalen Neugliederungsprogramm, einer Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinden Kapellen und Vernum sowie die Gemeinden Pont, Veert und Walbeck des Amtes Walbeck wurden mit der Stadt Geldern zusammengeschlossen.

Dorfentwicklung Der Ortskern Pont bestand ursprünglich aus einer lockeren Ansammlung von einigen landwirtschaftlichen Anwesen und Tagelöhnerhäusern um die Ponter Kapelle. Im weiteren Umfeld verstreut lagen Bauernhöfe und Kastelle. Nach dem letzten Weltkrieg wurde zunächst eine kleine Siedlung für Heimatvertriebene und Landarbeiter errichtet. Danach wurden an der Peripherie des Ortes nach und nach neue Baugebiete ausgewiesen. Auch innerhalb des Ortes wurden sukzessive Baulücken geschlossen, so dass sich allmählich der Ort zu einem Runddorf formte, in dem die Kirche fast in der Mitte lag. Die Wasserversorgung sowie eine Kanalisation wurden geschaffen und die Straßen wurden befestigt und ausgebaut. Im Außenbereich haben sich in „Neerpont“ die „weiße“ Siedlung und der Goltenhof aus ehemaligen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstellen zu kleineren Wohnsiedlungen ausgebildet. In den letzten Jahrzehnten begann eine Ausweitung des engeren Ortsbereiches vor allem in nördlicher Richtung. Obwohl die landwirtschaftlichen Betriebe ausgelagert wurden, bestimmen die ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude heute nach wie vor wesentlich das Ortsbild. Sie dienen jetzt als Wohnungen oder werden zu Erwerbszwecken genutzt. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Büro Schröder in Aachen wurde mit großem Engagement der Bevölkerung (Workshops, Arbeitskreise, Heimat- und Förderverein) Mitte der neunziger Jahre der Dorfentwicklungsplan erstellt und in wesentlichen Teilen bereits realisiert, teils durch die Kommune, aber auch zum großen Teil durch das Handeln des Heimat- und Fördervereins und der Bewohner und Nachbarschaften der einzelnen Straßen. Im Norden an der Walbecker Straße und im Westen an der Kreisstraße K 34 (Möhlendyck) konnten Gewerbegebiete ausgewiesen werden, in denen sich Betriebe, Handwerk, Handel und Dienstleistungen für den örtlichen und überörtlichen Bedarf ansiedeln und erweitern konnten und somit Arbeitsplätze im Ort zur Verfügung stellen. Im Ortskern sind handwerkliche Betriebe, Geschäfte, und Dienstleistungsunternehmen angesiedelt. Auch die Pfarrgemeinde St. Antonius arbeitet an dieser Entwicklung mit. Umfangreiche Flächen wurden zur Verfügung gestellt. Der ehemalige Garten des Pfarrhauses ist heute ein Bürgerpark.

Seit 1979 befindet sich in einem weiteren Außenbereich an der kleinen Niers die Justizvollzugsanstalt Geldern.

2005 lebten in Pont 2150 Einwohner, davon 1603 im engeren Ortsbereich ohne die Siedlungsbereiche in Neerpont. Der örtliche Heimat- und Förderverein mit seinem Arbeitskreis „Umwelt und Verschönerung“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die kommunalen Maßnahmen zu begleiten, fortzuführen und dabei darauf zu achten, das ländlich-dörfliche Ambiente des Ortes zu bewahren. Daher wird er stets in die öffentlichen Planungsaufgaben eingebunden. Der Heimat- und Förderverein engagiert sich auch durch Eigenleistungen und finanziellen Einsatz bei der verschönernden Gestaltung des Dorfes.

Wirtschaftliche Entwicklung Am Dorfrand sind Arbeitsplätze durch die Justizvollzugsanstalt, den Schlachthof und den Gewerbe- und Dienstleistungspark Opheis entstanden.

Medien Der Werner Terlinden-Verlag veröffentlicht die „Lokalen Nachrichten“ für die Ortschaften der Stadt Geldern: Hartefeld, Pont, Aengenesch, Vernum, Poelyck, Baersdonk und Boeckelt.

Religionen Die Bevölkerung der Ortschaft Pont ist größtenteils katholisch. Die einzige Kirche im Ort ist die St.-Antonius-Kirche. Das Ponter Gotteshaus wird erstmals 1452 erwähnt; hier ist allerdings die alte Kapelle und nicht die heutige Kirche gemeint. 1667 wird St. Antonius als Pfarrkirche von Pont bezeichnet.

Soziale Einrichtungen

Sprachheilkindergarten Der Sprachheilkindergarten unter der Trägerschaft des Caritasverbandes Geldern betreut 24 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren aus dem gesamten Kreisgebiet. Bis zu 15 Fachkräfte kümmern sich um die besondere Förderung der benachteiligten Kinder.

Kindergarten Der Kindergarten St. Antonius liegt in kirchlicher Trägerschaft. Vier Erzieherinnen betreuen hier in zwei Gruppen 50 Kinder. Die räumliche Nähe zum oben genannten Sprachheilkindergarten erlaubt eine gute Zusammenarbeit beider Einrichtungen.

Kinderhaus In der Schanz Das Kinderhaus „In der Schanz“ befindet sich in privater Trägerschaft. Dort finden 13 Kinder und Jugendliche ab dem schulpflichtigen Alter ein Zuhause.

Spielgruppe Eine Spielgruppe trifft sich wöchentlich im Pfarrheim. Eltern und ihre Kinder im Alter von 1,5 bis 3,5 Jahren spielen und basteln dort gemeinsam; Erfahrungen werden ausgetauscht.

Altenheim „Haus Golten“ Den 99 Bewohnern des Altenheims wird die Teilnahme am dörflichen Leben ermöglicht. Pfarrfest, Kirmes, Seniorentage usw. werden gemeinsam gefeiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke St.-Antonius-Kirche Das Ponter Gotteshaus wird erstmals 1452 erwähnt; hier ist allerdings die alte Kapelle und nicht die heutige Kirche gemeint. 1667 wird St. Antonius als Pfarrkirche von Pont bezeichnet. Im Jahr 1866 wird mit dem Neubau der Kirche nach Plänen von Friedrich von Schmidt begonnen. Diese wird am 17. November 1869 eingesegnet für das Jahr 1872 ist eine Kirchweihe überliefert. Im Kriegsjahr 1945 wurde die Kirche von sechs Artillerietreffern an Turm, Dach und Fenstern beschädigt. Die Schäden wurden im Laufe der folgenden Jahre behoben.

Haus Golten