Die Zeittafel Botanik enthält Angaben zu verschiedenen Forschungsrichtungen dieses Fachs. Eingeschlossen ist auch die Mykologie, da diese zumindest früher zur Botanik gezählt wurde und noch heute an botanischen Instituten vielfach pilzkundliche Forschung betrieben wird.

Soweit möglich wurden auch Ergebnisse angewandter botanischer Forschung, etwa zur Phytopathologie berücksichtigt. Im Artikel wird möglichst der Originaltitel der Arbeit genannt, in der der betreffende Forscher oder die betreffende Forscherin die Ergebnisse veröffentlicht hat. Die Beiträge von Botanikerinnen – der Anteil von Frauen war in der Botanik, verglichen mit anderen Naturwissenschaften, von jeher bemerkenswert hoch – sind in der interaktiven bio-bibliographischen Datenbank „Women in Botany“ ausgewiesen, die etwa 10.000 in allen Gebieten der Botanik aktive Frauen erfasst.Women in Botany, auf womeninbotany.ur.de

Bis 1500 Zeit Person(en) Info um 322 v. Chr. Aristoteles (384–322 v. Chr.) Begründer der wissenschaftlichen Pflanzenkunde und Schöpfer der Naturgeschichte. um 300 v. Chr. Theophrastos von Eresos (370–285 v. Chr.) Schüler des Aristoteles. Verfasser des ältesten wissenschaftlichen Werkes über Pflanzen und somit Begründer der Botanik als wissenschaftliche Disziplin. um 65 Lucius Iunius Moderatus Columella († um 70 n. Chr.) In De re rustica werden 400 Pflanzenarten und deren Krankheiten beschrieben. um 77 Gaius Plinius Secundus (um 23–79 n. Chr.) In Naturalis historia werden zahlreiche Pflanzenarten, Pflanzenkrankheiten und Möglichkeiten zu deren Bekämpfung beschrieben. um 100 Pedanios Dioskurides [Dioscorides] (~ 70 n. Chr.) Mit ca. 500 beschriebenen Pflanzenarten umfangreichste Pflanzenliste des Altertums. Prägte die Bezeichnung Botanik. 812 Walahfrid Strabo (um 809–849) Gartenpflanzen wie Gemüse, Gewürze, Arzneipflanzen und Zierpflanzen werden im Capitulare de villis vel curtis imperii von Karl dem Großen katalogisiert. um 1130 Hildegard von Bingen (1098–1179) Über 300 Gewächse werden im lateinischen Text mit deutschen Bezeichnungen versehen. 1254 Albertus Magnus (~1200–1280) De vegetabilibus libri – Einführung in die Botanik in 7 Büchern mit Hinweisen zu Morphologie, Physiologie, Standortskunde, Heilpflanzen, Bäume und Kräuter (390 Arten), sowie Ackerbau und Nutzpflanzen. um 1300 Marco Polo (1254–1324) Mit seinen Berichten das Wissen über Pflanzen, Länder, Völker und Tiere vermehrt. U. a. werden Bambus, Gewürznelke, Ingwer, Baumwolle, Zuckerrohr, Indigo, Rhabarber, Kampfer, Pfeffer und Muskatnuss beschrieben. 1303 Petrus de Crescentiis (~1230–~1320) In Liber Commodorum Ruralium werden Kulturpflanzen und ihre Krankheiten dargestellt. Beschreibung der Weinrebe. um 1450 Nikolaus von Kues (1401–1464) Postulat, dass Pflanzen unter Aufnahme von Wasser assimilieren. 1485 Johann Wonnecke von Kaub (~1430–1503/04) Gart der Gesundheit, eines der ersten Kräuterbücher erscheint. 1500 Hieronymus Brunschwig (um 1450–um 1512) Kleines Destillierbuch, erster Druck mit ausgedehnten floristischen Angaben.

1500 bis 1600 Zeit Person(en) Info um 1530 Luca Ghini (1490–1556) Erstmaliger Vorschlag, Pflanzen zu pressen und zu trocknen und so in Herbarien zu konservieren. 1532 Otto Brunfels (1488–1534) Im „Contrafayt Kreüterbuch“ werden ca. 800 Pflanzenarten beschrieben. 1539 Hieronymus Bock [Tragus] (1494–1554) „New Kreütterbuch von Unterscheyd, Würkung und Namen der Kreuter, so in deutschen Landen wachsen…“ erscheint in Straßburg. Bock gliederte die Pflanzen nach vegetativen Merkmalen, nicht nach Blüten. 1542 Leonhart Fuchs (1501–1566) „De historia stirpium commentarii“ erscheint. 1551 Conrad Gessner (1516–1565) Erste nähere Beschäftigung mit Blüten und Fruchtteilen. Gliederung der Vegetation in Höhenregionen. 1551 Adam Lonitzer [Lonicerus] (1527–1586) Im Kräuterbuch werden 879 Pflanzenarten beschrieben. 1552 Hieronymus Bock [Tragus] (1494–1554) „De stirpium historia“, die lateinische Ausgabe des Kreütterbuch mit kleinformatigen Holzschnitten von David Kandel kommt in Straßburg heraus. Darin werden 840 Pflanzenarten, vorwiegend aus Mitteleuropa, darunter viele Drogen liefernde, beschrieben. 1552 Rembert Dodoens [Dodonaeus] (1517–1585) In seiner Flora werden 884 Arten beschrieben. 1553 Pierre Belon (1517–1564) In „Les observations de plusieurs singularites & choses memorables, trouvees en Grece, Asie, Judee, Égypte, Arabie, & autres pays etranges …“ Beschreibung zahlreicher Pflanzenarten des Mittelmeerraums und Arabiens. 1555 Conrad Gessner [Gesnerus] (1516–1565) „De raris et admirandis herbis, quae sive quod noctu luceant, sive alias ob causas, lunariae nominantur“ erscheint. 1555 Conrad Gessner [Gesnerus] (1516–1565) In „Descriptio montis fracti“ werden erstmals Vegetationsstufen am Beispiel des Bergmassivs Pilatus (Berg) bei Luzern beschrieben. 1557 Anton Schneeberger (1530–1581) Vegetation in der Umgebung von Krakau erscheint: „Catalogus stirpium quarundam Latine et Polonice conscriptus“. 1557 Adam Lonitzer [Lonicerus] (1527–1586) Neuauflage des Kräuterbuchs; unter anderem mit der ersten Darstellung von Mutterkorn (Claviceps) 1560 Pietro Andrea Mattioli (1501–1577) „Commentarii, in libros sex Pedacii Dioscoridis“ erscheint. 1561 Luigi Anguillara (~1512–1570) Beschreibung der Flora Mittel- und Norditaliens erscheint: „Semplici dell'eccellente … liquali in piu pareri a diuersi nobili huomini scritti appaiono. .“ um 1570 Matthias de L’Obel [Lobelius] (1538–1616) In „Plantarum seu Stirpium Historia, cui annexum est Adversariorum volumen“ werden erstmals einige der noch heute gültigen Gruppen (Familien, Ordnungen, Gattungen): Gräser, Lilien, Binsen, Riedgräser, Labiaten, Leguminosen beschrieben. 1576 Charles de l’Écluse [Carolus Clusius] (1526–1609) „Rariorum aliquot stirpium per Hispanias observatarum historia“ eine Liste von Pflanzen Spaniens und Portugals erscheint. 1583 Andrea Cesalpino (1519–1603) „De Plantis libri XVI“ mit neuen Ansätzen zu Morphologie, Anatomie, Biologie, Physiologie, Systematik und Nomenklatur der Pflanzen erscheint. 1583 Rembert Dodoens [Dodonaeus] (1517–1585) Kräuterbuch erscheint 1583 Pietro Andrea Mattioli (1501–1577) „Kreutterbuch, jetzt wiederumb mit vielen schönen newen Figuren“ erscheint. 1583 Charles de l’Écluse [Carolus Clusius] (1526–1609) “ Rariorum aliquot stirpium, per Pannoniam, Austria „, eine Liste von Pflanzen Ungarns und Österreichs und erscheint. 1583 Leonhard Rauwolf (1526–1609) In „Aigentliche beschreibung der Raiß … so er vor diser zeit gegen Auffgang inn die Morgenländer … selbs volbracht …“ Beschreibung zahlreicher Pflanzen des Vorderen Orients. 1586 Jacques Daléchamps (1513–1588) In seiner Flora werden über 3.000 Arten beschrieben. 1588 Joachim Camerarius der Jüngere (1534–1598) „Hortus Medicus et Philosophicus“ erscheint 1588 Jacob Theodor Tabernaemontanus (1522–1590) „New und vollkommen Kräuter-Buch“ erscheint. 1588 Johann Thal (1542–1583) Erste eigentliche Flora, in der alle bekannten Wildpflanzen des Harzes beschrieben werden, erscheint: „Sylva Hercynia …“. 1589 José de Acosta (1540–1600) In „De natura novi orbis“ Bericht über zahlreiche Kulturpflanzen in Südamerika. Erwähnt werden auch Pflanzenkrankheiten; wahrscheinlich erste Beschreibung von Phytophthora. 1590 Hans Janssen (†~ 1590) & Zacharias Janssen (*~1588–†~1632) Erfindung des Mikroskops. 1592 Prospero Alpini (1553–1617) Mit „De plantis Aegypti Liber“ erscheint die erste bedeutende außereuropäische Flora. 1594 Johannes Franke (1545–1617) In „Hortus Lusatiae“ werden Pflanzen und Pilze der Lausitz beschrieben. 1596 Caspar Bauhin (1560–1624) Verwendung binomischer Nomenklatur bei Pflanzen. 1598 Pierre Richer de Belleval (~1564–1632) Beschreibung der Vegetation des Languedoc erscheint: „Onomatologia seu nomenclatura stirpium, quae in horlo regio Monspeliensi recens constructo coluntur…“

1600 bis 1700