mini|Axel-Springer-Hochhaus in Berlin, Hauptsitz des Unternehmens seit 1967

Die Axel Springer SE mit Sitz in Berlin ist ein Medienkonzern mit mehreren multimedialen Marken wie Welt (bzw. Die Welt), Bild, Business Insider, Politico, Fakt oder Blesk. Haupteigentümer sind seit 2025 Friede Springer und Mathias Döpfner, die zusammen 95 Prozent der Anteile halten.

Das Unternehmen ist mit Tochtergesellschaften, Partnerschaften und Lizenzen in mehr als 40 Ländern aktiv. Gemessen am Umsatz ist es eines der größten Medienkonglomerate in Europa. Digitale Geschäftsfelder tragen zu über 70 % zum Gesamtumsatz bei.

Geschichte Gründung: 1940er bis 1950er Jahre

Im Jahr 1946 gründeten Axel Springer und sein Vater, der Verleger Hinrich Springer, den Axel Springer Verlag (ASV) in Hamburg als eine GmbH. Erste Publikationen waren die Hör Zu! und die Nordwestdeutschen Hefte. In den nächsten Jahren folgten Bild und das Hamburger Abendblatt. Im Jahre 1953 erwarb Springer die Zeitung Die Welt, aus der die Welt am Sonntag und Das neue Blatt entstanden. Springer weitete 1959 seine Beteiligung am Ullstein Verlag, der in Berlin die Blätter B.Z. und Berliner Morgenpost herausgab, zur Aktienmehrheit aus.

1960er bis 1980er Jahre mini|hochkant=0.7|links|Springer-Hochhaus in Hamburg, Hauptsitz von 1956 bis 1967

1968 wurde als Reaktion auf die sexuelle Revolution das Magazin Jasmin (Untertitel „Zeitschrift für das Leben zu zweit“) gegründet. Nach drei Monaten verkaufte Springer seine Münchner Zeitschriften-Tochtergesellschaft Kindler & Schiermeyer (Jasmin, Twen, Eltern und Bravo) an den Stuttgarter Verleger Hans Weitpert für einen Kaufpreis zwischen 70 und 80 Millionen Mark, außerdem das Neue Blatt an den Bauer-Verlag. Dem war der Günther-Kommissionsbericht zur Begrenzung der Marktanteile einzelner Verlage vorangegangen.

Der Verlag errichtete 1966 direkt an der Berliner Mauer in Berlin-Kreuzberg das Axel-Springer-Hochhaus als seinen Hauptsitz. Der Verlag wurde 1970 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Verlagsgründer Axel Springer, der beim Börsengang 1985 49,23 Prozent der Verlagsanteile verkauft hatte, starb am 22. September desselben Jahres. In der Folge erwarb der Medienunternehmer Leo Kirch einen Aktienanteil in Höhe von 10 Prozent an dem Unternehmen, den er 1992 auf 26 Prozent erhöhte und im Juni 1993 auf dann insgesamt 40 Prozent erneut aufstockte. Mit Sat.1 Text betrat der Verlag 1988 den Markt für neue Medien. Es folgten Beteiligungen am Telefondienstleister CompuTel sowie den Fernsehsendern Hamburg 1 und Business TV International.

Neuausrichtung ab den 1990er-Jahren mini|hochkant=0.7|Axel Springer, Gründer des Verlags Nach der Wiedervereinigung Deutschlands erweiterte der Verlag seine Aktivitäten im europäischen Ausland. Tochterfirmen und Beteiligungen in Mitteleuropa, Spanien, Frankreich und der Schweiz wurden gegründet und ausgebaut.

1999 erwarb der Konzern Beteiligungen an der Schwartzkopff TV-Productions und Studio Hamburg. Nach dem Zusammenschluss der Fernsehsender ProSieben und Sat.1 ist er an der ProSiebenSat.1 Media AG beteiligt.

Nach angemeldeter Insolvenz der Kirch-Gruppe schied Leo Kirch im Oktober 2002 aus dem Aufsichtsrat des Springer-Verlages aus. Das Kirch-Aktienpaket in Höhe von 40 Prozent wurde im Oktober zunächst von der Deutschen Bank und Friede Springer übernommen. Der Aktienbesitz der Deutschen Bank wurde 2003 an die US-amerikanische Private-Equity-Gruppe Hellman & Friedman (für 350 Mio. Euro, 19,4 Prozent) Axel Springer hat einen neuen Großaktionär. US-Finanzinvestor Hellman & Friedman übernimmt 19,4 Prozent an Europas größtem Zeitungshaus. Hamburger Abendblatt vom 10. Oktober 2003. und Friede Springer verkauft. Die Witwe des Verlagsgründers hielt damit die einfache Mehrheit der Anteile an der Aktiengesellschaft. Auf einer Hauptversammlung im April 2003 beschlossen die Aktionäre unter anderem eine Umfirmierung des Unternehmens in Axel Springer AG und ein neues Corporate Design.

Gescheiterte Übernahme von ProSiebenSat.1 Anfang 2005 war die Springer AG bereits am Hamburger Lokalsender Hamburg 1 sowie an zwei Produktionsgesellschaften beteiligt. Im Sommer 2005 kündigte Springer an, es wolle den bisherigen Anteil an der ProSiebenSat.1 Media AG (die TV-Sender ProSieben, Sat.1, Kabel 1, N24, 9Live) erheblich ausweiten und neben allen (stimmberechtigten) Stammaktien auch rund ein Viertel der Vorzugsaktien erwerben. Das Gebot des Springer-Konzerns an die Investorengruppe um den US-Amerikaner Haim Saban betrug vier Milliarden Euro.

Im November 2005 wurde die Übernahme vorläufig untersagt. Die Medienkommission KEK kritisierte ein Meinungsmonopol, wenn die Bild-Zeitung und ProSiebenSat.1 in einer Hand lägen. Im Januar 2006 verbot das Bundeskartellamt die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den Springer-Konzern. Dennoch gab das Verlagshaus am 24. Februar bekannt, dass es vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts Beschwerde einlegen werde. Im November 2008, kurz vor der Urteilsverkündung der Klage, zeigte der Springer-Konzern nach wie vor großes Interesse an einem Einstieg ins Fernsehgeschäft. Als Möglichkeit dafür wurde die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG genannt.dwdl.de: Springer nach wie vor an ProSiebenSat.1 interessiert. Abgerufen am 22. November 2008. Im Mai 2007 kaufte der Konzern zusammen mit der PubliGroupe AG die Zanox.de AG. Dafür wurden rund 214,9 Mio. Euro bezahlt. Im Juni 2007 übernahm das zu Springer gehörende Zürcher Unternehmen Jean Frey die Zeitschriften Tele, TV4 und TV2 vom Schweizer Ringier-Verlag.

Ebenfalls im Juni 2007 kaufte der Konzern 41,4 % des französischen Frauen-Internetportalbetreibers auFeminin.com. Dafür bezahlte Springer 284 Mio. Euro.

Am 28. Juni 2007 wurde bekanntgegeben, dass Springer den Postdienstleister PIN Group für 510 Mio. Euro übernimmt. 2008 gab der Verlag bekannt, dass alle Veranstaltungen im Jahr 2009, darunter auch die Verleihungen der Goldenen Kamera, des Medienpreises Osgar und des Goldenen Lenkrads, sowie der Neujahrsempfang und das Sommerfest abgesagt werden. Begründet wurde die Absage mit der internationalen Finanzkrise. Axel Springer AG beschließt Veranstaltungspause für 2009.

Unternehmungen mit Ringier in Europa 2007 hatte Springer über die Schweizer Tochtergesellschaft Jean Frey AG die deutschsprachigen TV-Programmzeitschriften TELE, TV4 und TV2 von Ringier erworben., Medienmitteilung der Axel Springer AG, 21. Juni 2007. Im März 2010 gaben Springer und das größte Schweizer Medienhaus Ringier AG die Absicht zur Gründung einer gemeinsamen Holding-Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich bekannt, an der beide Unternehmen zu je 50 Prozent beteiligt sind. Die Axel Springer AG leistet in das Joint Venture eine Bareinlage in Höhe von 50 Mio. Euro und zahlt zudem rund 125 Mio. Euro Ausgleich an Ringier. In dieser Holding, die in drei bis fünf Jahren an die Börse gehen soll, wurden Aktivitäten im mitteleuropäischen Markt der beiden Konzerne gebündelt. Die Axel Springer AG brachte das Geschäft seiner Tochtergesellschaften in Polen, Tschechien und Ungarn ein, Ringier sein Geschäft in Serbien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Die beiden Unternehmen hatten dort zusammen über 100 Printtitel (34 Zeitungen, 73 Zeitschriften) und über 70 Online-Angebote auf dem Markt (Stand 2010). Es kam auf Basis der Geschäftszahlen von 2009 auf einen Umsatz von etwa 414 Mio. Euro (500 Mio. Schweizer Franken) und eine Zahl von rund 4800 Mitarbeitern. CEO der Holding wurde Florian Fels., Medienmitteilung der Ringier AG, 4. Januar 2010.Ringier-CEO Unger: «Ein Verkauf ist nicht geplant», Klein-Report, 4. Januar 2010. Vorsitzender des paritätisch besetzten Verwaltungsrats wurde Ralph Büchi, Präsident von Axel Springer International., 23. März 2010., 24. März 2010., 23. März 2010.

2010 bis zur Gegenwart mini|Redaktionsraum, 2012

Im März 2010 genehmigten die russischen Kartellbehörden die Übernahme der Russland-Tochter des Zeitschriftenkonzerns Gruner + Jahr durch Axel Springer Russia. Hierzu gehören russische Ausgaben der Titelfamilie Geo (Geo, Geo Lenok, Geo Traveller) und die Gala Biografia, die unter demselben Titel in Lizenz weitergeführt werden sollen, sowie die Internet-Portale dieser Titel. Axel Springer Russia verlegt bereits die russischen Lizenzausgaben des Forbes Magazine, der Computer Bild sowie das über Prominente berichtende Magazin OK! und betreibt auch die zugehörigen Internet-Portale., horizont.net, 22. März 2010.

80 Prozent der Russland-Tochter sollten 2015 wegen eines neuen Gesetzes wieder verkauft werden, da es ausländischen Verlagen nicht gestattet ist, mehr als eine Beteiligung von 20 Prozent an russischen Massenmedien zu halten. Axel Springer wollte (Stand 2015) 80 Prozent der Anteile seiner Tochtergesellschaft an die Artcom Media Group von Alexander Fedotow verkaufen.Die Verleger von Forbes (ru) haben vereinbart, ihre Medien in Russland zu verkaufen, rbc.ru, 5. September 2015.ITAR-TASS: , 23. September 2014. Die restlichen Anteile soll laut Axel Springer seine bisherige Russland-Generaldirektorin Regina von Flemming übernehmen.

Im Dezember 2013 gab das Unternehmen die Umwandlung von einer AG in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea/SE) bekannt. Der Verlag begründete diesen Schritt damit, dass „die neue Rechtsform … die europäische und internationale Marktausrichtung des Unternehmens unterstreichen und erleichtern“ solle.

Ab April 2016 baustelle.strabag.com Webcams Deutschland. Axel-Springer-Neubau in Berlin (abgerufen am 13. März 2018) ließ die Axel Springer SE in Berlin neben dem Axel-Springer-Haus an der Ecke Zimmerstraße/Axel-Springer-Straße auf einem rund 10.000 m² großen GrundstückAxel Springer-Neubau in Berlin. ulmaconstruction.de vom 30. November 2017 (abgerufen am 13. März 2018) ein neues Verlagsgebäude errichten. Entworfen wurde der Neubau von dem Architekten Rem Koolhaas. Laut Springers Selbstdarstellung soll „[d]ie außergewöhnliche Architektur […] nicht nur für die Zukunft des Arbeitens (stehen), sie ist auch Symbol für die digitale Transformation von Axel Springer.“ Die Grundsteinlegung fand am 2. Mai 2017 statt. Das dreizehngeschossige Bürogebäude soll mit einer Gesamtmietfläche von 52.000 m² rund 3500 Mitarbeitern als Arbeitsplatz dienen.Axel-Springer-Neubau. vom 2. Mai 2017 (abgerufen am 13. März 2018) Im Juli 2017 wurde bekannt, dass Springer die Immobilie für 425 Millionen Euro an den norwegischen Staatsfonds, die Norges Bank Real Estate Management verkauft hat.Immobilien. Axel-Springer-Neubau verkauft. handelsblatt.com vom 17. Juli 2017 (abgerufen am 13. März 2018) Nach Fertigstellung des Gebäudes erfolgte am 19. Dezember 2019 die symbolische Schlüsselübergabe. Ab dem Frühjahr 2020 zogen nach und nach diverse Bereiche und Unternehmen der Axel Springer SE ein.

mini|links|Axel-Springer-Neubau in Berlin, eingeweiht 2020

Im Juni 2019 gab das Unternehmen den Abschluss einer Vereinbarung mit der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft KKR bekannt. Darin kündigt KKR ein freiwilliges Übernahmeangebot in Höhe von 63 Euro je Aktie an, welches das Unternehmen mit EUR 6,8 Mrd. bewertet.Eigenkapitalwert in Reuters KKR offers 40 % premium to buy out Axel Springer minorities, 12. Juni 2019.sueddeutsche.de: "Welt" auf dem Prüfstand, 10. Juni 2019.

KKR erreichte im August 2019 einen Anteil von 42,5 %. Weil dadurch der Streubesitz auf unter 5 % fiel, wurde die Aktie im August 2019 aus dem Börsenindex MDAX ausgeschlossen. Mit Ablauf des 6. April 2020 ist die Aktie nicht mehr an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Auch der Handel im Freiverkehr an den Wertpapierbörsen Berlin, Düsseldorf, Hannover, München und Stuttgart sowie Tradegate Exchange wurde in der Folge beendet.