Der Schmölwall (dänisch: Smøl Vold auch Smølvold) ist eine abgegangene Wallburg bei der nordschleswigschen Siedlung Smøl am Rande des Ortes Broager auf der Nordseite der Flensburger Förde in Dänemark.Marsch und Förde. Smøl Vold, vom: 20. Juni 2004; abgerufen am: 29. April 2017
Hintergrund Die Rundburg entstand vermutlich in vorgeschichtlicher Zeit.Martin Becker: Kulturlandschaft Flensburger Förde, 2006, S. 107 Sie liegt auf einer 46 Meter hohen Erhebung, welche den höchsten Punkt zwischen Nybøl Nor und Broager darstellt und damit einen sehr guten Ausblick auf die Förde gewährt. Ihre kreisrunde Wallanlage besitzt einen Durchmesser von 50 Metern.Vgl. zu den Ausmaßen der Anlage auch: Graenseforeningen. Smøl Vold, vom: 6. Februar 2014; abgerufen am: 29. April 2017 Archäologen fanden bei Grabungen Tonscherben aus dem 5. Jahrhundert. Der Wall selbst ist aber vermutlich älter. Weshalb Schmöllwall errichtet wurde, ist unbekannt.Marsch und Förde. Smøl Vold, vom: 20. Juni 2004; abgerufen am: 29. April 2017 Ursprünglich könnte es sich beim Schmöllwall um eine Kultstätte gehandelt haben.Jesper Asmussen: Gendarmstien, Kapitel: Smøl VoldSmøl Vold (PDF), abgerufen am: 29. April 2017 Die spätere Nutzung der Anlage ist ebenso nicht ganz klar. Die Wallanlage zeigt jedoch offensichtlich eine gewisse Ähnlichkeit mit der Kajborg, die auf der nicht weit entfernt gelegenen Insel Alsen liegt. So diente die Anlage vielleicht auch als Volksburg, als Zufluchtsplatz der umliegenden Bevölkerung zum Schutz vor den feindlichen Wenden. Möglicherweise wurde aber beim Schmöllwall auch ein Signalfeuer beim Heranrücken von Feinden entfacht.1864 Historiskatlas. Smøl Vold, vom: 29. April 2017 Erzählungen von einem Tunnel zwischen Schmölwall und der Kirche von Broacker gelten heute als frei erfunden.Dänische Beschreibung zum Bild Udsigt fra Smøl Vold sowie Bild Udsigt fra Smøl Vold; jeweils abgerufen am: 29. April 2017
Im Jahr 1920 wurden Teile eines Schwertes aus dem 13. Jahrhundert gefunden,Graenseforeningen. Smøl Vold, vom: 6. Februar 2014; abgerufen am: 29. April 2017 das somit aus dem Mittelalter stammt, jedoch nicht aus der Wikingerzeit.Vgl. Jesper Asmussen: Gendarmstien, Kapitel: Smøl Vold Im Mittelalter sollen nach regionalen Sagen in der Wallburg ein Ritter mit seiner Familie oder alternativ auch zwei „zusammengewachse“ Schwestern (vgl. Siamesische Zwillinge) gewohnt haben. Diese Burgbewohner sollen die Kirche von Broager gebaut haben.Manfred-Guido Schmitz (Hrsg.): Hundert Sagen aus Nordschleswig. Nordstrand 2013, Seite 18Vgl. Hanns Christian Jessen und Nis-Edwin List-Petersen Sagen und Geschichten aus Nordschleswig, Husum 1991 Eine weitere Sage behauptet, dass die im Volksmund auch „Schwedenschanze“ (dänisch: Svenskeskansen) genannte Anlage zu Zeiten des Zweiten Nordischen Krieges im Jahr 1658 als Schutzwall gegen die Schweden von den bäuerlichen Bewohner des Kirchspiels Broagers ausgehoben wurde. Ihre Kriegstüchtigkeit sollen sie täglich mit Heugabeln, Dreschflegeln, Sensen und ähnlichem Gerät bei der Kirche von Broager trainiert haben. Dennoch sollen sie bei der Verteidigung des Schmölwalls gegen die Schweden gefallen sein. Später befreite der mit Dänemark verbündete Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Preußen die Gegend von den Schweden.Manfred-Guido Schmitz (Hrsg.): Hundert Sagen aus Nordschleswig. Nordstrand 2013, Seite 19. Nach dieser Vermutung hätte der Schmölwall, im Gegensatz zu anderen Schwedenschanzen, offenbar nichts mit dem Dreißigjährigen Krieg zu tun.
1864 nutzen preußische Soldaten Schmöllwall als Aussichtspunkt auf die Düppeler Schanzen.Dänische Beschreibung zum Bild Udsigt fra Smøl Vold sowie Bild Udsigt fra Smøl Vold; jeweils abgerufen am: 29. April 2017 Im Jahr 1931 kaufte eine dänische Gemeinschaft die Wallburg, um zu verhindern, dass die deutsche Minderheit das Gelände kauft. An einem Fahnenmast in der Mitte der Wallanlage ist heute gewöhnlich der Dannebrog geflaggt.Graenseforeningen. Smøl Vold, vom: 6. Februar 2014; abgerufen am: 29. April 2017Smøl Vold (PDF), abgerufen am: 29. April 2017Henning Dehn-Nielsen: Fortidsminder i Danmark, Eintrag: Smøl Vold
mini|Blick von Schmölwall in Richtung Flensburger Förde (Bild 2012)
Einzelnachweise
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