Hundeschläger (mittelhochdeutsch Huntslaher,Moriz Heyne: Das deutsche Nahrungswesen von den ältesten geschichtlichen Zeiten bis zum 16. Jahrhundert. S. Hirzel, 1901, S. 227 (). Huntsleger;Reinhard Froehner: Kulturgeschichte der Tierheilkunde: Geschichte des deutschen Veterinärwesens. Terra-Verlag, 1954, S. 135 (). Jäger vor dem Wald;Georg Wolfgang Karl Lochner: Die Einwohnerzahl der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg. Schmid, 1857, S. 27 (). mittellateinisch canicidaJohann Georg Kruenitz: Oekonomische Encyclopaedie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft in alphabetischer Ordnung von Johann Georg Krünitz [fortgesetzt von - Bd 73-77: Friedrich Jakob Floerke, Bd 78-123: Heinrich Gustav Flörke, Bd 124-225: Johann Wilhelm David Korth, sow. teilw. Ludwig Kossarski u. Carl Otto Hoffmann, 226-242: Carl Otto Hoffmann]. Poculi, 1782, S. 399 ().Carl-Ludwig Bauer: Deutsch-Lateinisches Wörterbuch. B. Ph. Bauer, 1827, S. 752 ().) war ein mittelalterlicher Beruf. Er galt als unehrlicher Beruf.Alois von Bergenstamm: Wien im Jahre 1725. Von Jos. A. C. v. Bergenstamm. Gedruckt bei A. Strauß's Wittwe und Sommer, 1847, S. 44 ().
Hundeschläger fingen streunende Hunde ein und töteten sie gegen eine vorher festgelegte Bezahlung. Auch für die Entfernung der Kadaver von Hunden sowie anderen Tieren wie Katzen wurden Hundeschläger (etwa Mitte des 15. Jahrhunderts) eingesetzt.Wolfgang Schneider: Volkskultur und Alltagsleben. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band 1 (2001): Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. ISBN 3-8062-1465-4, S. 491–514 und 661–665, hier: S. 514. Die Hundeschläger des Mittelalters und der frühen Neuzeit unterstanden in der Regel dem Scharfrichter bzw. waren Scharfrichtersknechte;Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt. Dumont Buchverlag, 2013, ISBN 978-3-832-18736-1, S. 227 (). andere Organisationsformen waren je nach Stadt denkbar. Die Tätigkeit des Hundeschlägers war – gänzlich anders als die des Hundepeitschers – auf das Töten von Hunden ausgerichtet. Hintergrund war die große Zahl streunender Hunde in und nahe bei den mittelalterlichen Städten. So ist für Wien belegt, dass im Jahre 1444 durch Hundeschläger und Henker 866 verwilderte Hunde beseitigt wurden.Eberhard Isenmann: Die deutsche Stadt im Mittelalter, 1150-1550. Böhlau Verlag Köln Weimar, 2014, ISBN 978-3-412-22358-8, S. 68 ().
Das Hundeschlagen wurde in Norddeutschland im Wesentlichen in den Sommermonaten in Form einer Treibjagd betrieben. Fälschlich behauptet wurde, davon werde der Begriff der Hundstage abgeleitetW.A. Holäufer.: Wöchentliche Nachrichten für Freunde der Geschichte, Kunst und Gelahrtheit des Mittelalters. W.A. Holäufer., 1816, S. 131 ().. Damit sollte der „Hundswut“ (Tollwut) eingedämmt werden. In Süddeutschland hat das Hundeschlagen dagegen bevorzugt in der Zeit „Fastelabende“ (Fastnacht) stattgefunden.Otto Beneke: Von unehrlichen Leuten: Kulturhistorische Studien und Geschichten aus vergangenen Tagen deutscher Gewerbe und Dienste. SEVERUS Verlag, 2011, ISBN 978-3-863-47004-3, S. 165 ().Otto Adalbert Beneke: Von unehrlichen Leuten. Perthes, 1863, S. 176 ().
Der Beruf des Hundeschlägers fand Einzug in Sprichwörter, die bis in das 19. Jahrhundert genutzt wurden:Karl Friedrich Wilhelm Wander: Deutsches Sprichwörterlexikon. Brockhaus, 1870, S. 903 ().Samuel Christoph Wagener: Sprichwörter-Lexikon. 1813, S. 64 ().
Einzelnachweise
Kategorie:Historischer Beruf Kategorie:Hund als Thema