Bürmoos ist eine Gemeinde im Norden des österreichischen Bundeslandes Salzburg mit Einwohnern (Stand ).

Geografie Die Gemeinde Bürmoos liegt rund 25 km nördlich der Landeshauptstadt Salzburg im Nordwesten des Bezirkes Salzburg-Umgebung (Flachgau) auf einer Seehöhe von 436 Metern und umfasst 7 km². Der Ort grenzt im Süden, Westen und Norden an die Gemeinde St. Georgen bei Salzburg und im Osten an Lamprechtshausen. Bürmoos gehört zum Gerichtsbezirk Seekirchen am Wallersee.

Die Ortschaft wurde auf einem ehemaligen Moorgebiet erbaut, das Gelände ist durchwegs flach und zum Teil noch von Moorwald und renaturierten Moorflächen geprägt.

Der besiedelte Teil der Gemeindefläche von Bürmoos ist fast zur Gänze von Waldungen umgeben. Es gibt lediglich einen kleinen Abfluss des Bürmooser Sees und im westlichen Teil der Gemeinde mit dem RothbachDer Name lautet gemäß dem Geographischen Informationssystem des Landes Salzburg (SAGIS) zur Unterscheidung zu anderen Gewässern desselben Namens Rothbach-Bürmoos. Alternativ zur amtlichen Bezeichnung existiert auch die Schreibung Rottbach, die auch in Bürmoos Anwendung findet. () ein 3,2 km langes Gewässer, die beide in den kleinen Pladenbach münden. Dieser bildet im Osten und Süden von Bürmoos die Gemeindegrenze zum benachbarten Lamprechtshausen und fließt wenige Kilometer flussabwärts im Gemeindegebiet von St. Georgen in die Moosach, welche selbst kurz darauf in die Salzach mündet.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Bürmoos umfasst die – im verwaltungstechnischen Sinne – einzige Ortschaft gleichen Namens und die Gemeindefläche ist identisch mit der ebenfalls einzigen und gleichnamigen Katastralgemeinde. Diese entstand 1968 und wurde aus den angrenzenden Katastralgemeinden Arnsdorf, Lamprechtshausen, Holzhausen und St. Georgen bei Salzburg herausgelöst. Sie unterteilt sich in neun Gemeindeteile, die im Flächenwidmungsplan Riede genannt werden:Wolfgang Bauer, Reinhard Kaiser: 50 Jahre Gemeinde Bürmoos. Das Glasbläserdorf im Moor. Herausgegeben von der Gemeinde Bürmoos 2017, S. 386f.

Das im Süden des Gemeindegebiets räumlich abgesetzte Stierling wird statistisch als Rotte, alle anderen Ortsteile werden als Siedlungen gewertet. Dabei zeigt allein Zehmemoos eine eigene kleinräumige, örtliche Identität. Bürmoos Ort ist ein kleiner Bereich zwischen katholischer und evangelischer Kirche, Moorfeld ist der unbesiedelte Bereich des Bürmooser Moores, der zum Teil als Erholungsraum genutzt wird, und das ehemalige Industrieareal ist heute noch das Gewerbegebiet Ringofen. Die im Westen liegende Kellerwaldsiedlung grenzt an den namensgebenden Wald, der sich vom südlichen Stierlingwald fortsetzt.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|150px|Die Grundlose Straße, der seinerzeit erste Weg durchs Moor

Das Gebiet des heutigen Bürmoos war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts praktisch unbesiedelt, in großen Teilen auch eine nicht begehbare, torfhaltige Moorlandschaft. Einzige Ausnahme war ein Knüppelweg zum jetzt nicht mehr vorhandenen Grundlosen See und weiter durch das Moor zum westlich gelegenen Laubschacher, einem Schotterhügel, den der eiszeitliche Gletscher übrig ließ. Im Grundlosen See wurden bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts menschliche Überreste, später eine endständige LappenaxtVgl. Urgeschichte des Kronlandes Salzburg, bearbeitet von Georg Kyrle. Kunstverlag Anton Schroll, Wien 1918, S. 24, Abschnitt „Lamprechtshausen“ (online auf www.literature.at, abgerufen am 20. Juli 2014). aus der Hallstatt-A-Periode sowie 1947 neun Bronzenadeln aus der Bronzezeit gefunden. Auch die frühgeschichtlichen Funde in den umgebenden Gemeinden St. Georgen (Ortschaften Eching und Vollern), Göming, Nußdorf und Michaelbeuern zeugen von der Besiedlung des Gebietes im nördlichen Flachgau und lassen den Schluss zu, dass das Moor begangen wurde.

Mit dem einsetzenden Torfabbau begann die Erschließung des Gebietes. Die dicke Lehmschicht unterhalb des Moores wurde ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts zur Ziegelproduktion verwendet. Im späten 19. Jahrhundert kam es aufgrund des billigen Brennstoffs zur Aufnahme einer bis 1929 betriebenen Glasproduktion durch den aus Böhmen stammenden Fabrikanten Ignaz Glaser. Mit ihm waren einige ebenfalls von dort stammende Familien nach Bürmoos gekommen.

mini|150px|Aus der Francisko-Josephinischen Landesaufnahme Um die Jahrhundertwende wurde Bürmoos noch nicht als eigene Ansiedlung geführt. So verzeichnet eine Landkarte von 1900 für das Gebiet der heutigen Gemeinde nur die Glasfabrik sowie einen Ziegelofen auf Höhe Zehmemoos und die Eisenbahnstation Bürmoos der noch neuen Bahnstrecke Salzburg–Lamprechtshausen.Aus der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme, Karte „Salzburg“ auf http://lazarus.elte.hu/ (abgerufen am 11. September 2011).

Nach 1945 wurde Bürmoos der erste Anlaufort für zahlreiche Flüchtlinge aus Südosteuropa. Von den 1950er Jahren bis zur Jahrtausendwende konnte die Gemeinde einen großen wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnen, der mit einer Verdreifachung der Einwohnerzahl verbunden war.

Die einzelnen Siedlungsgebiete der heutigen Gemeinde Bürmoos waren bis 1967 Teile von St. Georgen und Lamprechtshausen. Erst am 1. Juli 1967 wurde Bürmoos zu einer selbständigen Gemeinde ernannt und ist damit die jüngste des Landes Salzburg. Am 20. Oktober 1967 fand die konstituierende Sitzung der ersten gewählten Gemeindevertretung statt und Karl Zillner, der seit der Gemeindegründung als „Gemeindeverwalter“ fungierte, wurde einstimmig zum ersten Bürgermeister des Ortes gewählt. Das neu geschaffene Bürmoos zählte zu diesem Zeitpunkt 2.604 Einwohner.

Namensgebung und Aussprache Das Gebiet wird nach seiner landschaftlichen Beschaffenheit, dem Moor bzw. (als sprachliche Variante) nach dem „Moos“ benannt. Das Wort Bürmoos bezeichnete ursprünglich das hier existierende Moor selbst; die Benennung hat sich im Laufe der Entwicklung einer menschlichen Ansiedlung auf diese übertragen, und das Moorgebiet trägt heute die Bezeichnung Bürmooser Moor.

Der Wortteil Bür- im Ortsnamen leitet sich lt. sprachwissenschaftlicher Fachliteratur von Birke her. Die lautliche Entwicklung erfolgte dabei von Birkmoos zu Birchmoos, weiter zu Biermoos und letztlich zu Bürmoos.Franz Hörburger: Salzburger Ortsnamenbuch, bearbeitet von Ingo Reiffenstein und Leopold Ziller, herausgegeben von der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Eigenverlag, Salzburg 1982. Die gleiche Herkunft wird auch vertreten in Ingo Reiffenstein und Thomas Lindner: Historisch-Etymologisches Lexikon der Salzburger Ortsnamen (HELSON). Band 1 – Stadt Salzburg und Flachgau, Edition Tandem, Salzburg 2015 (= 32. Ergänzungsband der Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde), ISBN 978-3-902932-30-3. Die heutige Ortsgegend war demnach ein ursprünglich mit Birken durchwachsenes Moor und grenzte sich somit vom nördlich davon befindlichen Flurgebiet Weidmoos ab. In einem HeimatkundebuchAlois Fuchs: Bürmoos. Ein Lesebuch. Berichte, Fakten, Dokumente und Bilder aus der Geschichte einer Gemeinde. Eigenverlag, Bürmoos 1992, ISBN 3-9500164-0-6. wird die Ansicht vertreten, dass der Name Biermoos von den Beeren herkomme.

Eingesessene Bürger des Ortes sprechen den Namen der Gemeinde noch in der lautgeschichtlich früheren Form Biermoos, also mit langem i [  ] aus, wie es auch schriftlich in alten Landkarten verzeichnet ist;Vgl. etwa die Katastralmappe im Franziszeischen Kataster, online im Geographischen Informationssystem des Landes Salzburg im Allgemeinen ist jedoch heute der Gebrauch von Bürmoos, also die Aussprache mit langem ü [  ], die Regel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als diese schon üblich war, empfand man aber die frühere Form mit i noch als die „richtigere“.Vgl. Hans Schreiber (Hrsg.): Die Moore Salzburgs. Verlag des Deutsch-österreichischen Moorvereins in Staab, Böhmen, Staab 1913, S. 164, Fußnote. – Bei dem Aussprachewandel von langem i [i:] zu einem langen ü [y:] handelt es sich um den gängigen Effekt einer sogenannten Vokalrundung. Zur Zeit des lautlichen Wandels von [i:] zu [y:] war vereinzelt auch die Schreibung Bührmoos anzutreffen. Aufgrund der Tatsache, dass die Bedeutung des vorderen Wortteiles Bür- nicht mehr klar ersichtlich ist, taucht – wie auch bei anderen Ortsnamen immer wieder anzutreffenEinen völlig gleich gelagerten Fall stellt der Name der Salzburger Stadt Hallein dar, der sowohl auf der ersten als auch auf der zweiten Silbe betont wird. Der Name der oberösterreichischen Stadt Leonding wird sowohl auf dem e als auch auf dem o betont. – das Phänomen auf, dass bei der Aussprache des Namens die Betonung nicht mehr ausschließlich auf der ersten Silbe vorgenommen wird, sondern das Wort oft auch auf dem hinteren Wortteil -moos betont wird.So beispielsweise in den Tonbandansagen in den Zügen der Salzburger Lokalbahn bis Ende 2014.

Bevölkerungsentwicklung Daten lt. Statistik AustriaStatistik Austria: Bevölkerungsentwicklung von Bürmoos (PDF-Datei; 35 kB).

Stand 2006: Die Bürmooser Bevölkerung besteht zu 48,9 % aus männlichen und 51,1 % aus weiblichen Bewohnern. Knapp ein Fünftel der Einwohnerschaft (19,1 %) ist unter 15 Jahre alt, etwas mehr als ein Achtel (13,0 %) ist 65 Jahre und älter.Gemeindedaten auf Statistik Austria (PDF-Datei; 10 kB), Zählung von 2006.

Religionszugehörigkeit: Gut zwei Drittel der Einwohner (67,8 %) bekennen sich zum katholischen Glauben, 8,5 % zum evangelischen sowie 2,1 % zum Islam. Weiters erklären sich 12,5 % der Bewohner ohne religiöses Bekenntnis, zum jüdischen Glauben jedoch bekennt sich keine einzige Person. In Bürmoos existiert für die römisch-katholische und für die evangelische Christengemeinde je eine Kirche, in Zehmemoos zusätzlich eine katholische Kapelle, in der auch Messen abgehalten werden. Zudem gibt es einen religiösen Treffpunkt der Freien Christengemeinde.

Herkunft und Staatsangehörigkeit: Mit Stand von 2006 haben 92,7 % der Bevölkerung von Bürmoos die österreichische und 7,3 % eine andere Staatsbürgerschaft, jedoch 12,9 % der Bewohner sind nicht in Österreich geboren. Von all diesen aus dem Ausland stammenden Personen überwiegen die sogenannten EU-Ausländer bei weitem (54,6 %), gefolgt von Angehörigen aus dem ehemaligen Jugoslawien (30,6 %) sowie aus der Türkei (8,8 %).

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Katholische Pfarrkirche Bürmoos mini|Evangelische Lukaskirche mini|Teil des nicht mehr existenten Miele Skulpturenparks (2013) mini|150px|Torfträgerin und Glasbläser – Skulpturen in Gedenken an die Entstehungszeit des Ortes

Es gibt im Ort keine denkmalgeschützten Objekte.

Ein Heimatmuseum, das Torf-Glas-Ziegel-Museum, wurde am 26. Oktober 2013 eröffnet.www.buermoos.at, abgerufen am 2. November 2013.

In Bürmoos ist das Salzburger Bildungswerk vertreten und organisiert Veranstaltungen aus den Bereichen Politik, lokale und regionale Geschichte sowie allgemeine Bildung, so unter anderem eine Zeitlang das Ignaz-Glaser-Symposion zu sozialpolitischen Themen.

Historische Kunstobjekte sind in Bürmoos in Hinblick auf seine kurze Geschichte nicht vorhanden; die an öffentlichen Plätzen zu sehenden Gegenstände sind bzw. waren vorwiegend neueren Datums: Bis 2010 existierte vor dem Gemeindeamt ein Brunnen des in Oberndorf bei Salzburg lebenden Künstlers Zoltan Pap. Er sollte an die Tradition von Dorfbrunnen als kommunikativer Treffpunkt der Bewohner anschließen.Karl Traintinger: Bürmooser Dorfbrunnen des Zoltan Pap. In: „Dorfzeitung“, 20. Dezember 2009, abgerufen am 4. April 2013. Auf den nach dem Abbau der Brunnenskulptur stehen gebliebenen Grundkörper des Brunnens wurde im August 2014 ein neues Objekt der Bürmooserin Kathrin Demel aufgesetzt, das Bezugnahmen zur Gemeindegeschichte aufwies.Neuer Brunnen vor dem Gemeindezentrum, Bericht vom 5. August 2014, abgerufen am 20. Oktober 2014.