mini|Ehemalige, nun denkmalgeschützte, Schmiede. mini|Abzweigung von Kehlen (Kehlerstraße) an den Fallenberg. Kehlen () ist ein, etwa 1,3 km Luftlinie vom Stadtzentrum entfernt liegender, Ortsteil der Stadt Dornbirn in Vorarlberg (Österreich). Der Ortsteil liegt am östlichen Siedlungsrand der Stadt Dornbirn.
Namensherkunft Der Begriff Kehle ist grundsätzlich als eine Vertiefung zu verstehen. Kehlen wird von einem künstlichen Wasserlauf abgeleitet und hatte hier ursprünglich den Zusatz zur örtlichen Identifizierung: „Erlach“, um dieses Gerinne von anderen ähnlichen zu unterscheiden.Kehlen und der Dorfer Berg. Johann Christoph Adelung nennt in Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen MundartAusgabe Wien 1811. Kehlen (Quehle) als ein in diesem Zusammenhang nur noch im „Bergbaue übliches Wort, wo es eine Rinne zur Ableitung des Wassers in den StrossenNach Adelung sind Strossen Absätze oder Stufen, nach welchen zuweilen die Stollen und Gänge ausgehauen werden, damit mehrere Häuer hinter einander arbeiten können. bedeutet“.
Geschichte „Erlachs Kehlen“ wird in einer Dornbirner Urkunde von 1393 erwähnt., Stichwort: „Die Siedlungsentwicklung im Mittelalter“. Kehlen als Siedlung sei durch die erste Aussiedlung für das in den Feldern eingezwängte Niederdorf (Bezirk Dornbirn Markt) entstanden. Im Jahre 1768 standen in Kehlen 19 Häuser., Stichwort: „Kehlen“.
Im „Provinzial-Handbuch von Tirol und Vorarlberg für das Jahr 1847“Provinzial-Handbuch von Tirol und Vorarlberg: für das Jahr 1847, Google Books, S. 413. und im „Schematismus für Tirol und Vorarlberg“Aus dem Jahr 1839, S. 159. wird Kehlen als eigenes Dorf und Teil des Bezirks Dornbirn-Markt angeführt.Schematismus für Tirol und Vorarlberg, Google Books, S. 154.
Topographie, Geografie, Lage und Verkehr Über Kehlen führte seit Alters her die alte Landstraße von Hohenems nach Haselstauden (über Haslach, Mühlebach, Achmühle, Oberdorf, Steinebach und Kehlen – Römerstraße, Suchworte: „Die Römerstraße“.), Diese Verbindung war teilweise steinschlaggefährdet (siehe Breitenberg).
Die Siedlung Kehlen ist relativ flach im Gemeindegebiet Dornbirn gelegen und wird gegen Osten vom Fallenberg begrenzt. Gegen Norden und Nordosten vom Gerbergraben und gegen Südwesten vom Fischbach. Südwärts wird Schmalenegg durch den Kehlenbach von Kehlen abgetrennt.
Handwerk, Gewerbe 1585 standen nach einem landesfürstlichen Rechnungsbuch in Dornbirn in der Kehlen Mühlen mit Wasserkraftantrieb in Verwendung.Alois Niederstätter: , Suchwort: Gewerbe und Handel im Mittelalter.
Aufgrund der Verkehrslage und der ursprünglich wichtigen Funktion der KehlerstraßeHeute hat diese Funktion die „Dr.-Anton-Schneider-Straße“ übernommen. Gemäß: Kehlen und der Dorfer Berg war die Kehlerstraße mit 93 Hausnummern im 19. Jahrhundert auch die längste Straße in Dornbirn. entstanden in Kehlen mehrere regional wichtige Handwerksbetriebe und Gewerbebetriebe. Dennoch hatte auch die Landwirtschaft lange eine dominierende Bedeutung, wie sich aus zahlreichen Flurnamen und Straßennamen noch heute ablesen lässt (Kehlermähder, Kehlerweid, Mähdergasse).Die heutige „Montfortstraße“ wurde erst vor wenigen Jahrzehnten umbenannt und war früher Teils der Straße „Kehlerau“. In Schmalenegg und in der Nähe wurde ein wenig Weinbau betrieben (siehe: „Rebstockweg“).
mini|Kapelle Kehlen
Religion Die Parzellen Kehlen gehört kirchlich zur Pfarrei St. Martin Stadtpfarrkirche St. Martin. Siehe Hauptartikel: Kapelle KehlenDenkmalgeschütztes Objekt, ID.Nr.: 7623.. mini|Ehemaliger unterirdischer Eiskeller für die Dornbirner Brauereien. Besonderheit Schräg vis-à-vis der Kapelle liegt der Russenbrunnen (auch Franzosenbrunnen oder Kehler Brunnen) der an die Kriegswirren der Helvetik anno 1798/99 erinnert. Er wird vom Wasser vom Unterfallenberg gespeist. Dieses Wasser galt teilweise als heilkräftigSiehe: Kehlen und der Dorfer Berg in Austria-Forum.at. (siehe Kapelle Oberfallenberg, der Hl. Ottilie geweiht, diese wird als Schutzpatronin des Elsass und des Augenlichtes verehrt).
Es bestand in Kehlen, in der Nähe des Russenbrunnens (nunmehr Furnierwerk Mäser, Kehlerstraße 81, vis-à-vis der alten Schmiede), das Bad Kehlen, welches 1825 durch Rochus Hefel auch eine Bierbraukonzession erhielt. Das Bad verfügte über eine Schwefelquelle mit sehr geringem Mineralgehalt. Der in Dornbirn-Kehlen gebürtige Wundarzt Michael Lecher (1802–1853) war hier 1840 bis 1845 als Besitzer des Bades und Badearzt, zusammen mit seiner Gattin Maria Barbara Greuss, tätig (ab 1846 beim Stahlbad Andelsbuch).Deren Sohn Konrad Zacharias Lecher (1829–1905) studierte Innsbruck und München und ging nach Wien, wo er dem Gemeinderat angehörte und u. a. als Journalist arbeitete und Mitgründer des Wiener Journalisten- und Schriftstellervereins „Concordia“ (nunmehr: Presseclub Concordia) war. Dessen Sohn Ernst Lecher (* 1. Juni 1856 in Wien; † 19. Juli 1926 in Wien) war ein bekannter österreichischer Physiker, der als Begründer der Messtechnik im Hochfrequenzbereich gilt. Die Enkelin von Michael Lecher war Emma Lecher, Gattin von Adolf Lorenz und Mutter von Konrad Lorenz, ein Urenkel von ihm der Architekt Alfons Fritz. Das Bad Kehlen wurde 1820 erstmals erwähnt und spätestens 1859 nicht mehr genutzt.Mitteilungen der Dornbirner Geschichtswerkstatt, Heft 4, Juni 2006, S. 11, sowie: „Stubat, Mit und für Senioren gestaltete Zeitung der Stadt Dornbirn“, Juni 2013 / Nr. 75, S. 8 ff.
In der Nähe der Kapelle findet sich eine alte Kaverne, die zur Aufbewahrung von im Winter gewonnenem Eis für die Dornbirner Brauereien diente, da es früher noch keine Kühlaggregate gab (sog. Eiskeller).
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Einzelnachweise
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