mini|300px|Der Albtrauf im Zollernalbkreis Der Zollernalbkreis ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er bildet zusammen mit dem Landkreis Reutlingen und dem Landkreis Tübingen den Regionalverband Neckar-Alb im Regierungsbezirk Tübingen.

Geographie Lage Der Zollernalbkreis hat Anteil an drei Landschaften des südwestdeutschen Schichtstufenlandes: dem Oberen Gäu im Nordwesten, dem Albvorland im zentralen Bereich und der Schwäbischen Alb im Südosten. Im Norden reicht die Kreisgrenze bis fast an den Neckar, im Südosten beinahe an die Donau. Die höchste Erhebung ist der Oberhohenberg mit , der tiefste Punkt befindet sich mit an der Starzel bei Bietenhausen.

Nachbarkreise Das Kreisgebiet grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Tübingen, Reutlingen, Sigmaringen, Tuttlingen, Rottweil und Freudenstadt.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015

Landschaft Im Landschaftsbild der Zollernalb genannten Region besonders auffällig ist die nach Nordwesten ausgerichtete Stufenstirn der Schwäbischen Alb – der sogenannte Albtrauf. Seine Steilhänge sind größtenteils bewaldet und mit schroffen Felsen durchsetzt, z. B. der Lochen mit Hörnle (bei Balingen) oder dem Hängenden Stein (bei Albstadt-Onstmettingen). Der Albtrauf erreicht im Bereich der Zollernalb mit rund 400 Metern seine maximale Höhendifferenz zwischen Albhochfläche und Albvorland. Er zieht sich quer durch das Kreisgebiet und teilt es in zwei etwa gleich große Hälften. Etwas weniger stark ausgeprägt ist das ebenfalls meist bewaldete Keuperbergland, dessen Stufenrand das Albvorland von der Gäulandschaft scheidet.

Natur

Der Zollernalbkreis besitzt folgende 53 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 1558,08 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 1,70 Prozent.

Bei der Mühle: 7,0 ha; Stadt Burladingen – Gemarkung Stetten unter Holstein mini|Naturschutzgebiet Beurener Heide Beurener Heide: 31,6 ha; Stadt Hechingen – Gemarkung Beuren Braunhartsberg: 3,2 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Tailfingen Breilried: 5,8 ha; Stadt Haigerloch – Gemarkung Trillfingen Bürgle: 14,1 ha; Gemeinde Jungingen – Gemarkung Jungingen Dobelwiesen: 18,6 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Laufen an der Eyach Eichberg: 17,8 ha; Stadt Geislingen – Gemarkung Erlaheim Eselmühle: 50,0 ha; Gemeinde Straßberg – Gemarkung Straßberg, Stadt Albstadt – Gemarkung Ebingen Espenloch-Hintere Halde: 22,3 ha (davon 10,0 ha im Zollernalbkreis); Gemeinde Rangendingen – Gemarkung Rangendingen Galgenwiesen: 47,8 ha (davon 27,1 ha im Zollernalbkreis); Gemeinde Nusplingen – Gemarkung Nusplingen Geifitze: 33,0 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Onstmettingen Gnagen: 7,5 ha; Stadt Geislingen – Gemarkung Geislingen mini|Naturschutzgebiet Zellerhornwiese Häselteiche: 28,9 ha; Stadt Rosenfeld – Gemarkung Bickelsberg Heimberg: 32,9 ha; Stadt Meßstetten – Gemarkungen Unterdigisheim und Oberdigisheim Hessenbol: 5,1 ha; Stadt Hechingen – Gemarkung Weilheim Heuberg: 7,5 ha; Stadt Balingen – Gemarkungen Balingen und Endingen Hochberg: 17,6 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Tailfingen Hohegert: 2,3 ha; Gemeinde Bisingen – Gemarkung Wessingen Hülenbuchwiesen: 41,9 ha; Stadt Meßstetten – Gemarkung Tieringen Immerland: 1,9 ha; Stadt Rosenfeld – Gemarkung Leidringen Irrenberg-Hundsrücken: 127,7 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Pfeffingen, Stadt Balingen – Gemarkungen Streichen und Zillhausen, Gemeinde Bisingen – Gemarkungen Bisingen und Thanheim Känzele: 3,6 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Tailfingen Kapfhalde: 11,8 ha (davon 5,6 ha im Zollernalbkreis); Gemeinde Rangendingen – Gemarkung Bietenhausen mini|Naturschutzgebiet Kornbühl, Bühlberge und Woogtal Kornbühl, Bühlberge und Woogtal: 174,6 ha; Stadt Burladingen – Gemarkungen Salmendingen, Ringingen und Melchingen Kugelwäldle: 12,9 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Truchtelfingen Längenloch: 5,5 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Onstmettingen Lauchhalde: 18,3 ha; Stadt Hechingen – Gemarkung Stein Lauen: 6,1 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Truchtelfingen Leimen: 25,3 ha; Stadt Albstadt – Gemarkungen Tailfingen und Truchtelfingen Mehlbaum: 12,4 ha; Stadt Albstadt – Gemarkungen Ebingen und Margrethausen Nähberg: 29,3 ha; Stadt Burladingen – Gemarkung Killer Oberberg-Köpfle: 33,7 ha, Stadt Burladingen – Gemarkung Hausen im Killertal Ortenberg: 5,1 ha; Gemeinde Ratshausen – Gemarkung Ratshausen Owinger Bühl: 21,1 ha; Stadt Haigerloch – Gemarkung Owingen (Haigerloch) Plettenkeller: 36,0 ha; Stadt Schömberg – Gemarkung Schömberg, Gemeinde Dotternhausen – Gemarkung Dotternhausen, Gemeinde Ratshausen – Gemarkung Ratshausen Riedbachtal: 38,6 ha; Gemeinde Dormettingen – Gemarkung Dormettingen Roschbach: 109,3 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Pfeffingen und Stadt Balingen, Gemarkung Zillhausen Salenhofweiher: 8,0 ha; Stadt Haigerloch – Gemarkungen Trillfingen und Hart mini|Naturschutzgebiet Schafberg-Lochenstein Schafberg-Lochenstein: 102,0 ha; Stadt Balingen – Gemarkung Weilstetten, Gemeinde Hausen am Tann – Gemarkung Hausen Scharlenbachtal-Hofwald: 99,2 ha; Stadt Burladingen – Gemarkung Starzeln Scheibhalden: 11,6 ha; Stadt Meßstetten – Gemarkung Oberdigisheim Schwarzenbach: 82,0 ha (davon 47,3 ha im Zollernalbkreis); Stadt Schömberg – Gemarkung Schömberg, Gemeinde Zimmern unter der Burg – Gemarkung Zimmern Stettener Weinberg: 27,8 ha; Stadt Haigerloch – Gemarkungen Stetten und Owingen Stromelsberg-Hessenbühl: 43,6 ha; Gemeinde Obernheim – Gemarkung Obernheim, Stadt Meßstetten – Gemarkung Tieringen Tailfinger Ried: 9,6 ha; Stadt Albstadt – Gemarkungen Onstmettingen und Tailfingen Tiefer Weg: 13,7 ha; Gemeinde Ratshausen – Gemarkung Ratshausen Untereck: 89,7 ha; Städte Albstadt – Gemarkung Laufen, Balingen – Gemarkungen Frommern und Weilstetten sowie Meßstetten – Gemarkung Tieringen Wacholderbusch: 33,0 ha; Stadt Burladingen – Gemarkung Hausen Warrenberg: 18,3 ha; Stadt Haigerloch – Gemarkung Owingen Westerberg: 42,8 ha; Gemeinde Nusplingen – Gemarkung Nusplingen Winterhalde: 54,0 ha (davon 53,1 ha im Zollernalbkreis); Stadt Hechingen – Gemarkungen Stein und Bechtoldsweiler Zellerhornwiese: 4,4 ha; Stadt Albstadt – Gemarkung Onstmettingen Zollerhalde: 90,6 ha; Gemeinde Bisingen – Gemarkungen Wessingen und Zimmern

Geologie Die Zollernalb befindet sich im westlichen Teil des UNESCO-Geoparks Schwäbische Alb.

Vor fast 200 Millionen Jahren erstreckte sich dort, wo heute die Zollernalb ist, ein Meer – das Jurameer. Fossilien aus dieser Zeit sind im Fossilienmuseum des Zementwerks in Dotternhausen (an der B 27 zwischen Balingen und Rottweil), welches auch Geopark-Infostelle ist, zu besichtigen.

Erlebbar wird das Thema Geologie im SchieferErlebnis in Dormettingen mit Fossilienklopfplatz.

Bergbau mini|Klopfplatz Ölschiefer Dotternhausen In Zollernalbkreis gebrochene Hartkohle wurde zum Schmuckstein poliert als Gagat gehandelt. Das Bohren von Schmucksteinen wurde von der württembergischen Regierung in Meßstetten gefördert. Bereits in der Hallstattzeit waren Gagatarmbänder in Dautmergen gebräuchlich. Bis 1870 wurde im Zollernalbkreis Eisenerz abgebaut. Es handelt sich dabei um nahezu schwefel- und phosphorfreie Erzkonkretionen. Heute wird Kalkstein, Ölschiefer, Sand und in Stetten bei Haigerloch Salz gewonnen.

Erhebungen von Ost nach West: Kornbühl (887 m), Dreifürstenstein (860 m), Raichberg (957 m), Zeller Horn (913 m), Hohenzollern (858 m), Heersberg (965 m), Hundsrücken (931 m), Gräbelesberg (913 m), Lochen (964 m), Weichenwang (988 m), Schafberg (1000 m), Plettenberg (1002 m), Oberhohenberg (1010 m).

Geschichte Der Zollernalbkreis liegt auf den Territorien der ehemals souveränen Staaten Preußen (Hohenzollernsche Lande), Württemberg und (mit einem kleinen Anteil) Baden.

Der Zollernalbkreis wurde durch die Kreisreform am 1. Januar 1973 durch Vereinigung des Landkreises Balingen mit den meisten Gemeinden des Landkreises Hechingen (einige kamen zu den vergrößerten Landkreisen Freudenstadt und Rottweil), drei Gemeinden des Landkreises Sigmaringen und den Gemeinden Hartheim und Heinstetten des Landkreises Stockach gebildet. Am 1. Februar 1973 wurde die Gemeinde Schörzingen vom Landkreis Rottweil in den Zollernalbkreis umgegliedert (Eingemeindung in die Stadt Schömberg). Am 1. Juli 1974 folgte Hörschwag aus dem Landkreis Reutlingen (Eingemeindung nach Burladingen); bis zu dessen Auflösung hatte Hörschwag zuvor ebenfalls zum Landkreis Hechingen gehört.

Der Altkreis Balingen ging 1938 im Wesentlichen aus dem gleichnamigen Oberamt hervor, das 1806 nach dem Übergang an das Königreich Württemberg errichtet worden war. Im Laufe der Geschichte wurde dieses mehrmals verändert, 1938 wurden dem Landkreis Balingen Orte aus den Oberämtern Sulz, Spaichingen und Rottweil zugeordnet. Der Altkreis Hechingen war 1925 aus den hohenzollerisch-preußischen Oberämtern Hechingen und Haigerloch sowie einigen Orten des Oberamtes Gammertingen gebildet worden. Auch die Oberämter Hechingen und Haigerloch veränderten im Laufe der Geschichte ihre Grenzen mehrmals (u. a. 1854 Aufhebung der Oberämter Glatt und Straßberg).

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Zollernalbkreis noch 25 Gemeinden, darunter neun Städte, darunter die zwei Großen Kreisstädte Albstadt und Balingen. Größte Stadt des Kreises ist Albstadt, kleinste Gemeinde ist Dautmergen. Zwischen 1990 und 1994 kam es zur Verwaltungspartnerschaft mit dem Landkreis Freital in Sachsen, diese endete aber nach der sächsischen Landkreisreform.

Sprachen Im Gebiet des Zollernalbkreises waren bis zum Zweiten Weltkrieg neben dem schwäbischen Dialekt auch Jiddisch und Pleißne in Verwendung. Romanes wird heute noch gesprochen. Das Pleißne ist ein historischer regionaler Soziolekt aus dem Hausierhandel im Zollernalbkreis, der zu den Dialekten des Rotwelschen gehört. Pleißne hat den Wortschatz der örtlichen Umgangssprache geprägt und werde laut Werner Metzger im Rahmen lokaler Traditionspflege weiter praktiziert. In fast allen Orten gibt es kleine Seldnerkolonien, in Frommern Graniz genannt. Im Killertal, Erlaheim, Laufen, Tailfingen und Meßstetten fand die Bevölkerung einen besonderen Weg, um mit der extremen wirtschaftlichen Not, wie sie auch hier im 18. und 19. Jahrhundert herrschte, fertig zu werden: Direktvermarktung von Obst, Bäumen, Waldsamen, Fasshähnen, Rechen, Gabeln, Kochlöffeln, Strümpfen, Textilien, Tellern, Schwefelhölzern und Peitschen im Hausierhandel mit der Geheimsprache Pleißne.Erhard Lazi: Der Zollernalbkreis. Konrad Theiss Verlag GmbH Stuttgart, ISBN 3-8062-0205-2.

Einwohnerstatistik rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Zollernalbkreis (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Zollernalbkreis, Alter + Geschlecht.)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Datum Einwohner 31. Dezember 1973 176.801 31. Dezember 1975 173.554 31. Dezember 1980 173.240 31. Dezember 1985 170.231 25. Mai 1987¹ 172.245 31. Dezember 1990 181.635 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 192.862 31. Dezember 2000 192.891 31. Dezember 2005 192.722 31. Dezember 2010 188.393 31. Dezember 2015 188.595 31. Dezember 2020 189.862

Konfessionsstatistik Der Anteil der christlichen Kirchenmitglieder im Kreis sinkt jährlich um etwa 1 %. Gemäß dem Zensus 2022 waren zum Zeitpunkt der Erhebung 36,9 % der Einwohner römisch-katholisch, 27,7 % evangelisch, und 35,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 15. August 2024

Politik

Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt.