Mogersdorf (ungarisch Nagyfalva) ist eine österreichische Marktgemeinde im Bezirk Jennersdorf im Süden des Burgenlandes mit Einwohnern (Stand ).
Der Ort ist auch durch das 1969 erstmals durchgeführte Internationale Kulturhistorische Symposion Mogersdorf weit über die Landesgrenzen bekannt.
Geografie Geografische Lage mini|Hauptplatz und Gemeindeamt in Mogersdorf Mogersdorf liegt an der Raab und am Fuß des Schlösslberges. Die Fläche der Gemeinde beträgt 12,77 km².
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Deutsch Minihof () samt Untergreut und Ziegelofen Mogersdorf () samt Goldberg, Kesselgraben, Langberg, Pfeiferberg, Schlößlberg, Specklberg und Waldhäuser Wallendorf () samt Haberdistelberg und Langberg
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Deutsch Minihof, Mogersdorf und Wallendorf.
Nachbargemeinden Mogersdorf grenzt an die Gemeinden Heiligenkreuz im Lafnitztal, Eltendorf, Königsdorf und Weichselbaum sowie an Szentgotthárd in Ungarn.
Geschichte In einer Urkunde des Papstes Urban III. ist Mogersdorf 1187 als Grangie des Zisterzienserklosters St. Gotthard erstmals urkundlich erwähnt und zwar als „Nagyfalu“.
Am 1. August 1664 besiegt Graf Raimund von Montecuccoli in der Schlacht bei Mogersdorf ein türkisches Heer unter Achmed Köprülü und beendet damit den Türkenkrieg von 1663/1664. Das türkische Heer war mit etwa 50.000 Mann doppelt so groß wie das Heer der Verteidiger und nur durch die überlegene Taktik Montecuccolis konnte der Sieg errungen werden. Auf beiden Seiten sorgte die Schlacht für schwere Verluste, es gelang jedoch dadurch, die Türken bis zur 2. Türkenbelagerung am Weitermarsch nach Wien zu hindern.
Am 1. Mai 1873 wurde die Ungarische Westbahn, heute steirische Ostbahn, von Győr (Raab) nach Graz eröffnet.
Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Nagyfalva verwendet werden.
Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
1964 wurde Mogersdorf zur Marktgemeinde erhoben.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=1|Kirche und Hauptplatz in Mogersdorf mini|Der Innenraum der Kirche
Katholische Pfarrkirche Mogersdorf hl. Josef: Die Kirche steht am östlichen Ende des Angers. Sie wurde 1775 erbaut. Gedenkstätte Mogersdorf: An die Schlacht von 1664 erinnert eine Gedächtniskapelle, die 1964 nach Plänen von Ottokar Uhl und aus Teilen einer 1945 zerstörten neugotischen Kapelle errichtet wurde. In einem Raum der Jausenstation Kreuzstadel befindet sich eine Ausstellung über die Türkenkriege.
Politik Gemeinderat mini|hochkant=1|Wallendorf und Deutsch Minihof mini|hochkant=1|Wallendorf Ortsanfang
Gemeinderatswahlen in Mogersdorf seit 1997Wahlen im Burgenland: GR- und BM-Wahlen 2012 (abgerufen am 11. Dezember 2014)Wahlen im Burgenland: GR- und BM-Wahlen 2007 (abgerufen am 11. Dezember 2014)Wahlen im Burgenland: GR- und BM-Wahlen 2002 (abgerufen am 11. Dezember 2014) Ergebnis vom 2022 2017 2012 2007 2002 1997Stimmen%Mandate Stimmen % M. Stimmen % M. Stimmen % M. Stimmen % M. Stimmen % M. Wahlberechtigt1177 1145 1145 – – 1054 – – 1068 – – 1002 – – Abgegeben94380,12 979 85,50 995 86,90 – 856 81,21 – 861 80,62 – 827 82,53 – Ungültig565,94 82 9,40 61 6,13 – 63 7,36 – 101 11,73 – 155 18,74 – Gültig88794,0619 887 90,60 19 934 93,87 19 793 92,64 19 760 88,27 19 672 81,26 19 Davon entfielen auf ÖVP47353,3311 522 58,85 12 501 53,64 11 303 38,21 8 234 30,79 6 172 25,60 5 SPÖ33938,228 323 36,41 7 390 41,76 8 432 54,48 11 491 64,61 13 446 66,37 13 FPÖ424,740 42 4,74 0 n.k. n.k. 35 4,61 0 54 8,04 1MFG333,720n.k.n.k.n.k.n.k.n.k. LBLn.k. n.k. 43 4,60 0 n.k. – – n.k. n.k. REHn.k. n.k. n.k. 11 1,39 0 n.k. n.k. FBLn.k. n.k. n.k. 31 3,91 0 n.k. n.k. SBDn.k. n.k. n.k. 16 2,02 0 n.k. n.k.
Bürgermeister Bürgermeister Mogersdorf in 800 Jahre Mogersdorf, herausgegeben von der Marktgemeinde Mogersdorf, 1987, S. 264–267.
bis 1910 Josef Kloiber 1910–1919 Johann Kloiber 1919 Alois Werner 1919–1921 Alois Kraner 1922–1927 Karl Forjan 1927–1935 Franz Sommer 1935–1938 Otto Schwab 1938–1945 Franz Sommer 1946–1950 Otto Schwab (ÖVP) 1950–1958 Julius Schwarz (ÖVP) 1958–1967 Eduard Paukovitsch (ÖVP) 1967–1992 Johann Lex (SPÖ) 1992–2007 Walter Dolmanits (SPÖ) seit 2007 Josef Korpitsch (ÖVP)
Wappen Blasonierung: „In einem von Gold und Rot gespaltenen Schild ein rotes Tatzenkreuz (Zisterzienserkreuz) im goldenen Feld; ein goldenes, mit Apsis und zwei Lanzettfensteröffnungen versehenes Gebäude über einem grünen Berg im roten Feld.“
Das Wappen wurde am 15. Juli 1964 verliehen.
Persönlichkeiten
Georg Arányi-Aschner (1923–2018), Komponist Christiane Brunner (* 1976), Politikerin (Grüne) Josef Deutsch (1925–2016), in Wallendorf geborener Politiker (SPÖ), Bezirksvorsteher des 10. Wiener Gemeindebezirks Favoriten August Ernst (1924–2013), Historiker und Ehrenbürger Alois Lang (1925–2002), Politiker (SPÖ) Edmund Zimmermann (1925–2013), Pädagoge, Autor und langjähriger Funktionär beim Roten Kreuz BurgenlandEdmund Zimmermann gestorben auf orf.at, abgerufen am 13. August 2026. Martin Korpitsch (1956–2021), Theologe und Generalvikar der Diözese Eisenstadt Philipp Kohl (* 1980), Politiker (ÖVP), Mitglied des Bundesrates
Weblinks
Webpräsenz der Marktgemeinde Mogersdorf Artikel über die Gedächtnisstätte in Mogersdorf
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Jennersdorf Kategorie:Ersterwähnung 1187