Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot ist ein deutsches Stummfilmdrama mit kriegspropagandistischen Untertönen aus dem Jahre 1916. Unter der Regie von Siegfried Dessauer spielte Fritz Schulz eine der Hauptrollen.

Handlung Im Mittelpunkt der Handlung stehen mehrere junge Leute. Da ist beispielsweise Hans, der einst das Nachbarskind Lotte aus dem Wasser gerettet hat. Seitdem sind beide unzertrennlich. Georg, der Sohn des reichen Kaufmannes Martens, liebt Inge, die Schwester von Hans. Der Vater ist jedoch mit dieser Verbindung überhaupt nicht einverstanden. Eines Tages bricht der Krieg aus, und Hans entscheidet sich dazu, zur See zu fahren, um dort im Kampf gegen den Feind seine patriotische Pflicht zu tun. Auch alle anderen wollen dem Vaterland dienen. So wird Hans Matrose auf einem Kreuzer, Georg Offizier, und Inge dient als Krankenschwester. Als Georg verwundet wird, pflegt Inge ihn wieder gesund. Hans und Georg erhalten für ihre Tapferkeit das Eiserne Kreuz. Schließlich verloben sich Hans und Lotte und Georg mit Inge.

Dramaturgischer und optischer Höhepunkt des Films ist im vierten Akt eine gewaltige Seeschlacht, in der Hans sein Können als Seemann und seinen Mut und seine Tapferkeit unter Beweis stellen kann. Zahllose (mutmaßlich dokumentarische) Schlachtenaufnahmen gewaltiger Kriegsschiffe runden das Geschehen optisch ab. Erwartungsgemäß geht in dieser deutschen Produktion die deutsche Flotte aus der gezeigten Seeschlacht als Sieger hervor.

Produktionsnotizen Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot ist ein typisches Beispiel für den deutsch-nationalen und patriotischen Film, der im Ersten Weltkrieg den vermeintlich heroischen Dienst des deutschen Kriegsmarinematrosen auf hoher See zu feiern suchte. Dieser fünfaktige Film passierte die Filmzensur im August 1916 und wurde am 23. August 1916 in Berlins Mozartsaal uraufgeführt. In Wien lief der Film im November desselben Jahres im Tuchlauben-Kino an. Für den 20-jährigen Fritz Schulz war dies eine seiner ersten Filmrollen.

Ein Teil der Gesamteinnahmen wurden an den deutschen Flottenverein abgeführt. Ein mit auf den Weg gegebenes Grußwort des Großadmirals von Koester lautete: „Möge der Film das gemeinsame Ziel, Sorge für unsere Marine, erreichen.“Zeitungsanzeige für Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot

Der Filmtitel bezieht sich auf eines der bekanntesten deutschen Soldatenlieder aus der Zeit des Wilhelminismus, das „Deutsche Flaggenlied“, dessen erste Strophe lautet: Stolz weht die Flagge Schwarz-Weiß-Rot von uns’rer Schiffe Mast Dem Feinde Tod, der sie bedroht Der diese Farben haßt Sie flattert an der Heimat Strand im Winde hin und her und weit vom deutschen Vaterland auf sturmbewegtem Meer

Kritik

Paimann’s Filmlisten resümierte: „Stoff sehr gut. Photos, Spiel und die Seeschlachtszenen ausgezeichnet.“Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot in Paimann’s Filmlisten.

Einzelnachweise

Literatur Sebastian Diziol: "Deutsche, werdet Mitglieder des Vaterlandes!" Der Deutsche Flottenverein 1898-1934. 2 Bände. Solivagus Praeteritum, Kiel 2015, Band II. ISBN 978-3-9817079-0-8, S. 450 ff.

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