Die Handball-Weltmeisterschaft der Männer (offiziell IHF Men’s World Championship) ist ein Hallenhandballturnier zur Ermittlung der besten Handballnationalmannschaft der Welt. Veranstalter ist die International Handball Federation (IHF). Erstmals wurden 1938 Weltmeisterschaften für Männer im Feldhandball und im Hallenhandball ausgetragen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fanden die beiden Turniere wechselweise in unregelmäßigen Abständen, meist alle drei oder vier Jahre statt. Die letzte Feldhandball-Weltmeisterschaft wurde 1966 in Österreich ausgetragen. Seither wird ein Handball-Weltmeister nur noch in der Halle ermittelt. Seit 1993 wird das Turnier alle zwei Jahre veranstaltet.

Von 1938 bis 2025 gingen die 29 Weltmeistertitel an zehn Verbände der Europäischen Handballföderation. Der aktuelle Handballweltmeister in der Halle ist Dänemark, das erstmals 2019 den Titel gewann und ihn seitdem – als bisher einziger Verband – dreimal (2021, 2023 und 2025) verteidigen konnte. Frankreich ist mit sechs Titeln (1995, 2001, 2009, 2011, 2015 und 2017) Rekordweltmeister.

Austragungsmodi In der Geschichte der Handball-Weltmeisterschaft wechselte mehrfach der Turniermodus. Nachdem die erste Austragung 1938 mit vier Mannschaften im Modus „Jeder gegen Jeden“ entschieden worden war, gab es 1958 bereits erstmals eine Hauptrunde, bestehend aus zwei Gruppen, für die sich die besten Mannschaften aus den vier Vorrundengruppen qualifizieren konnten. Die Endplatzierung in der Gruppe entschied über die Teilnahme an den Platzierungsspielen. Dieser Modus wurde für die nachfolgenden Turniere beibehalten, bis 1967 die Hauptrunde durch eine KO-Phase mit Viertelfinale ersetzt wurde.

1974 wechselte man wieder zum vorherigen Turniermodus, bestehend aus vier Vorrundengruppen, zwei Hauptrundengruppen und Finalspielen.

1982 wurden die Hauptrundengruppen von vier auf sechs Teams aufgestockt, was bedeutete, dass auch die Gruppendritten der Vorrunde die nächste Runde erreichten. Dieser Modus wurde bis einschließlich 1993 beibehalten.

1995 wurden die Vorrundengruppen von vier auf sechs Mannschaften aufgestockt, womit sich die Teilnehmerzahl von 16 auf 24 Teams erhöhte. Neu in diesem Jahr war die erstmalige Austragung eines Achtelfinals, wodurch die Hauptrunde wegfiel. Diese kehrte bei der Weltmeisterschaft 2003 in Portugal erstmals in Form von vier Gruppen à vier Teams zurück und sorgte für den Wegfall von Achtel- und Viertelfinale.

Zwei Jahre später wurde die Hauptrunde bereits wieder umstrukturiert und nur noch mit zwölf Teams in zwei Gruppen mit jeweils sechs Nationen gespielt.

2007 bei der Weltmeisterschaft in Deutschland wurden die Teams zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte auf sechs Vorrundengruppen verteilt. Außerdem wurde wieder ein Viertelfinale ausgetragen, statt die beiden besten Teams pro Hauptrundengruppe das Halbfinale bestreiten zu lassen. Für die beiden folgenden Turniere kehrte man wieder zum Modus von 2005 zurück.

Ab 2013 wurde die Finalrunde wieder um ein Viertelfinale und ein Achtelfinale erweitert, was zu einem erneuten Verzicht auf eine Hauptrunde führte. Für die Weltmeisterschaft 2019 kehrte man zum vorherigen Format zurück.

Seit 2021 nehmen 32 Teams teil, es wird eine Vorrunde mit acht Gruppen à vier Mannschaften ausgetragen. Die Anzahl der Hauptrundengruppen wurde von zwei auf vier verdoppelt, wodurch 24 Nationen die nächste Runde erreichen. Die beiden besten Team pro Gruppe erreichen das Viertelfinale. In vorolympischen Jahren werden auch die Plätze 5–8 ausgespielt. +Die Austragungsmodi im ÜberblickAusrichtungTurnierform mitJahrOrganisatorTeamsVorrundeHauptrundePlatzierungsrundeFinalrunde193841 Gruppe mit 4 Mannschaften - - -195462 Gruppen à 3 MannschaftenPlatz 5Platz 3Finale1958164 Gruppen à 4 Mannschaften2 Gruppen à 4 MannschaftenPlatz 7Platz 5Platz 3Finale1961124 Gruppen à 3 Mannschaften1964164 Gruppen à 4 Mannschaften1967 -Platz 5–8ViertelfinaleHalbfinalePlatz 3Finale1970Platz 9–12Platz 5–819742 Gruppen à 4 MannschaftenPlatz 9–12Platz 7Platz 51978Platz 9–12Platz 7Platz 5Platz 3Finale19822 Gruppen à 6 MannschaftenPlatz 13–16Platz 11Platz 9Platz 7Platz 5Platz 3Finale1986199019931995244 Gruppen à 6 Mannschaften -Platz 9–12Platz 5–8AchtelfinaleViertelfinaleHalbfinalePlatz 3Finale1997Platz 5–81999200120034 Gruppen à 4 MannschaftenHalbfinalePlatz 3Finale20052 Gruppen à 6 MannschaftenPlatz 11Platz 9Platz 7Platz 5HalbfinalePlatz 3Finale20076 Gruppen à 4 MannschaftenPlatz 13–24 (President’s Cup)Platz 9–12Platz 5–8ViertelfinaleHalbfinalePlatz 3Finale20094 Gruppen à 6 MannschaftenPlatz 13–24 (President’s Cup)Platz 5–12HalbfinalePlatz 3Finale201121–2417–2013–16 (President’s Cup)5–122013 -Platz 21–24Platz 17–20 (President’s Cup)AchtelfinaleViertelfinaleHalbfinalePlatz 3Finale2015Platz 21–24Platz 17–20 (President’s Cup)Platz 5–82017Platz 21–24Platz 17–20 (President’s Cup)2019 / 2 Gruppen à 6 MannschaftenPlatz 21–24Platz 17–20Platz 13–16 (President’s Cup)Platz 5–8HalbfinalePlatz 3Finale2021328 Gruppen à 4 Mannschaften4 Gruppen à 6 MannschaftenPlatz 25–32 (President’s Cup)ViertelfinaleHalbfinalePlatz 3Finale2023 / Platz 25–32 (President’s Cup)Platz 5–82025 / / Platz 25–32 (President’s Cup)2027Platz 25–32 (President’s Cup)Platz 5–8 2029 / Noch offen2031 / /

Die Turniere im Überblick Den ersten Weltmeistertitel im Hallenhandball sicherte sich beim noch von der Internationalen Amateur-Handball-Föderation ausgetragenen Turnier 1938 das Deutsche Reich. Wiederaufgenommen wurden die Weltmeisterschaftsturniere erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs, fortan veranstaltet von der Internationalen Handballföderation; bei der Weltmeisterschaft 1954 gewann Gastgeberland Schweden den Titel. Fünf der Turniere wurden außerhalb Europas ausgetragen, alle anderen in Europa. Alle Weltmeister gehören der Europäischen Handballföderation an. Auch die Medaillenplätze 2 und 3 gingen bis auf eine Ausnahme (2015: Katar) stets an Nationalmannschaften aus Europa. Mit insgesamt sechs Weltmeistertiteln, zwei zweiten Plätzen und vier dritten Plätzen führt die französische Mannschaft die Rangliste im Männerhandball an. Dänemark konnte als einziger Verband den Titel drei Mal verteidigen.

Jahr Austragungsland TN Weltmeister Ergebnis 2. Platz 3. Platz 1938 Deutschland 4 Deutschland 5:4Bei der Weltmeisterschaft 1938 wurde der Titel nicht in einem Finalspiel entschieden, sondern in einer Gruppe mit vier Mannschaften, wobei jeder gegen jeden spielte. Angegeben ist das Ergebnis des direkten Aufeinandertreffens. Österreich Schweden1954 Schweden 6 Schweden 17:14 BR Deutschland 1958 DDR 16 Schweden 22:12 DeutschlandTeilnahme mit einer gesamtdeutschen Mannschaft1961 Deutschland 12 Rumänien 9:8 n. 2. V. Schweden1964 Tschechoslowakei 16 Rumänien 25:22 Schweden 1967 Schweden 16 14:11 Dänemark Rumänien1970 Frankreich 16 Rumänien 13:12 n. 2. V. DDR Jugoslawien1974 DDR 16 Rumänien 14:12 DDR Jugoslawien1978 Dänemark 16 BR Deutschland 20:19 DDR1982 BR Deutschland 16 30:27 n. V. Jugoslawien Polen1986 Schweiz 16 Jugoslawien 24:22 Ungarn DDR1990 Tschechoslowakei 16 Schweden 27:23 Rumänien1993 Schweden 16 Russland 28:19 Frankreich Schweden1995 Island 24 Frankreich 23:19 Kroatien Schweden1997 Japan 24 Russland 23:21 Schweden Frankreich1999 Ägypten 24 Schweden 25:24 Russland BR Jugoslawien2001 Frankreich 24 Frankreich 28:25 n. V. Schweden BR Jugoslawien2003 Portugal 24 Kroatien 34:31 Deutschland Frankreich2005 Tunesien 24 Spanien 40:34 Kroatien Frankreich2007 Deutschland 24 Deutschland 29:24 Polen Dänemark2009 Kroatien 24 Frankreich 24:19 Kroatien Polen2011 Schweden 24 Frankreich 37:35 n. V. Dänemark Spanien2013 Spanien 24 Spanien 35:19 Dänemark Kroatien2015 Katar 24 Frankreich 25:22 Katar Polen2017 Frankreich 24 Frankreich 33:26 Norwegen Slowenien2019 Dänemark /Deutschland 24 Dänemark 31:22 Norwegen Frankreich2021 Ägypten 32 Dänemark 26:24 Schweden Spanien2023 Polen /Schweden 32 Dänemark 34:29 Frankreich Spanien2025 Kroatien /Dänemark /Norwegen 32 Dänemark 32:26 Kroatien Frankreich2027 Deutschland 32 – –:– – –2029 Frankreich /Deutschland 32 – –:– – –2031 Island /Dänemark /Norwegen 32 – –:– – –

Medaillenspiegel Stand: Nach allen 29 Hallenhandball-Weltmeisterschaften, einschließlich 2025. (ohne 7 × Feldhandball-WM) mini|Der Handball-Weltpokal der Männer mini|Die frühere Trophäe bis 2017 Rang Land 25px|Goldmedaillen 25px|Silbermedaillen 25px|Bronzemedaillen 45px|Gesamt 1 6 2 5 13 2 4 4 4 12 3 4 3 1 8 4 Rumänien 4 - 2 6 5 (davon )(davon )(davon )(davon ) 3(1)(1)(0)(1) 4(0)(1)(2)(1) 3(0)(1)(2)(0) 10(1)(3)(4)(2) 6 (davon ) 3(1) 3(2) -(-) 6(3) 7 2 - 3 5 8 1 4 1 6 9 1 2 2 5 10 (davon ) 1(1) 1(1) 4(2) 6(4) 11 - 2 - 2 12 - 1 3 4 13 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 16 - - 1 1

Platzierungen der deutschsprachigen Staaten bei Weltmeisterschaften 1938 54 58 61 64 67 70 74 78 82 86 90 93 95 97 99 2001 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 23 25 Deutschland 1 2 3 4 4 6 5 9 1 7 7 / 6 4 / 5 8 2 9 1 5 11 5 7 9 4 12 5 6 DDR (bis 1990) – – 9 9 2 2 3 6 3 8– Österreich 2 / V / / / / / / / / / 14 / / / / / / / / 18 / 13 / 19 26 / 17 Schweiz / 4 / V V V V / / 12 11 13 4 7 / / / / / / / / / / / / 16 / 11 Luxemburg / / 16 / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / Bei den Weltmeisterschaften 1958 und 1961 trat eine gemeinsame Mannschaft der DDR und der Bundesrepublik Deutschland an. / = nicht teilgenommen oder nicht qualifiziert; V = in der Vorrunde ausgeschieden (ohne Platzierung)

Varia Turnier Org. Orte Hallen Meldungen Teams Spiele Tore Tore ø Zuschauer Zuschauer ø 10px|Gelbe Karten 10px|Gelbe Karten ø 15x15px|Zwei-Minuten-Strafe 15x15px|Zwei-Minuten-Strafe ø 10px|Rote Karten 10px|Rote Karten ø 10px|Blaue Karten 10px|Blaue Karten ø 1993 1 7 7 16 54 2.451 45,39 1995 1 4 5 24 88 4.322 49,11 1997 1 3 4 24 80 3.634 45,43 1999 1 3 4 24 80 4.044 50,55 2001 1 9 9 24 80 4.004 50,05 2003 1 9 9 24 84 4.638 55,21 2005 1 6 6 24 86 4.825 56,10 516 6,00 912 10,60 51 0,59 2007 1 12 12 24 92 5.325 57,88 514 5,59 751 8,16 33 0,36 2009 1 7 7 24 110 6.090 55,36 392.550 3.569 673 6,12 874 7,95 29 0,26 2011 1 8 8 68 24 98 5.390 55,00 399.019 4.072 583 5,95 798 8,14 31 0,32 2013 1 6 6 68 24 84 4.529 53,92 514 6,12 667 7,94 22 0,26 2015 1 1 3 67 24 88 4.805 54,60 306.100 3.478 528 6,00 871 9,90 38 0,43 2017 1 8 8 >74 24 84 4.643 55,30 551.879 6.570 403 4,8 615 7,32 20 0,24 2019 2 8 8 >83 24 96 5.239 54,57 906.283 9.440 318 3,31 774 8,06 26 0,27 1 0,01 2021 1 4 4 32 102 5.803 56,89 – – 214 2,10 832 8,16 37 0,36 2 0,02 2023 2 9 9 89 32 112 6.555 58,53 618.112 5.519 136 1,21 784 7,00 34 0,30 3 0,03 20253 5 5 88 32 108 6.291 58,25 533.060 4.936 103 0,95 677 6,27 44 0,41 0 0,00 2027 1 6 6 32 112 2029 2 2031 3

Personenrekorde Aktive Spieler und Trainer sind fett markiert.

Meiste Goldmedaillen als Spieler Diese Tabelle zeigt die erfolgreichsten Spieler nach der Anzahl der gewonnenen Goldmedaillen. Rang Spieler Land Erste Medaille Letzte Medaille Gold Silber BronzeGesamt 1 Thierry Omeyer 2001 2017 5 – 2 7 2 Nikola Karabatić 2005 2023 4 1 2 7 3 Mads Mensah Larsen 2013 2025 4 1 – 5 Henrik Møllgaard Jensen 2013 2025 4 1 – 5 5 Jérôme Fernandez 2001 2015 4 – 2 6 Michaël Guigou 2005 2019 4 – 2 6 Daniel Narcisse 2001 2017 4 – 2 6 8 Cédric Sorhaindo 2009 2019 4 – 1 5 9 Simon Hald Jensen 2019 2025 4 – – 4 Jóhan á Plógv Hansen 2019 2025 4 – – 4 Magnus Landin Jacobsen 2019 2025 4 – – 4

Mehrfache Medaillengewinner als Spieler Diese Tabelle zeigt Spieler, die mindestens sechs Medaillen bei Weltmeisterschaften gewonnen haben. Rang Spieler Land Erste Medaille Letzte Medaille Gold Silber BronzeGesamt 1 Thierry Omeyer 2001 2017 5 – 2 7 2 Nikola Karabatić 2005 2023 4 1 2 7 3 Jérôme Fernandez 2001 2015 4 – 2 6 Michaël Guigou 2005 2019 4 – 2 6 Daniel Narcisse 2001 2017 4 – 2 6 6 Magnus Andersson 1990 2001 2 2 2 6 Ola Lindgren 1990 2001 2 2 2 6 Magnus Wislander 1990 2001 2 2 2 6 9 Jackson Richardson 1993 2005 2 1 3 6

Meiste Goldmedaillen als Trainer Diese Tabelle zeigt alle Trainer mit mindestens zwei gewonnenen Goldmedaillen.