mini|Luftbild des Klosters Beuerberg aus Südosten mini|Kloster Beuerberg mini|Hof des Klosters Beuerberg mini|Kloster Beuerberg Das Kloster Beuerberg ist ein ehemaliges Augustiner-Chorherren-Stift und Kloster der Salesianerinnen in der Ortschaft Beuerberg, einem Gemeindeteil von Eurasburg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in der Erzdiözese München und Freising. Das Kloster ist vor allem durch seine ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul bekannt sowie seit 2016 durch wechselnde Ausstellungen zum Klosterleben.

Geschichte mini|Kupferstich von Michael Wening, um 1700

Mittelalter und Frühe Neuzeit: Kloster der Augustiner-Chorherren Das St. Peter und Paul geweihte Kloster wurde 1121 durch die Brüder Otto, Eberhard und Conrad, Grafen von Iringsburg (Eurasburg), als reguliertes Stift gegründet und mit Augustiner-Chorherren besetzt. Am 30. März dieses Jahres erhielt es die entsprechende päpstliche Bestätigungsbulle.

Als das Stift in drückende Schulden geraten war, wurden nach einer vom Herzog angeordneten Propstwahl am 23. November 1557 die Verantwortlichen an andere Orte versetzt. Das Kloster besaß bis vor dem Dreißigjährigen Krieg eine dreischiffige Basilika. Beim Versuch einer Umgestaltung stürzte am 13. November 1628 das ganze Gebäude mit Ausnahme des Hochaltars zusammen.

Nach dem Vorbild der Michaelskirche in München wurde die Stiftskirche dann von 1630 bis 1635 durch Baumeister Isaak Bader neu erbaut. Die oberen Teile des Turmes errichtete man nach 1659. 1729 folgte der Umbau der Klostergebäude.

Nach der Säkularisation: Kloster der Salesianerinnen Das Augustiner-Chorherrenstift wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. 539 Bücher und Handschriften kamen in die Bayerische Staatsbibliothek, 439 Bücher in die Universitätsbibliothek. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche.

Johann Karl von Arnhard, Kaufmann und Ratsherr zu München, ersteigerte die Klostergebäude einschließlich Maierhof und Spital. 1821 wurde Franz Freiherr von Maderny Alleinbesitzer. 1835 kamen Salesianerinnen (Schwestern von der Heimsuchung Mariä) nach Beuerberg. Zwischen 1846 und 1938 waren dort eine Mädchenschule und ein Müttergenesungsheim untergebracht, später ein Erholungsheim für Senioren. Eine frühe Schülerin der Mädchenschule war Elisabeth Winterhalter, die später Deutschlands erste Chirurgin werden sollte.

Das Kloster wurde aufgegeben, nachdem die letzte Oberin, Schwester M. Innocentia (Gertraud) Donius, am 22. Dezember 2013 gestorben war.Hannes Hintermeier: Für mich nichts, für Gott alles. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Juni 2016, S. 12. Die zuletzt 14 dort noch lebenden Schwestern wurden am 5. Mai 2014 mit einem Gottesdienst verabschiedet und zogen in Altenheime der Franziskanerinnen und Barmherzigen Schwestern.Kloster der Heimsuchung Beuerberg: Gründung und Geschichte auf Heimsuchungsschwestern.de, abgerufen am 1. Januar 2016.

Nachnutzung Umbau zum Seminar- und Kulturzentrum Die Klosteranlage wurde vom Erzbistum München und Freising zum Oktober 2014 übernommen.Benjamin Engel: Salesianerinnen verlassen Beuerberg. In: Süddeutsche Zeitung, 13. Oktober 2014. In einem Teil der Klosteranlage, dem Josefsflügel, begann im November 2015 der Umbau. Nach der damaligen, später geänderten Planung sollte aus dem Trakt eine Flüchtlingsunterkunft werden. Weitere Gebäudeteile sollten durch kirchliche Organisationen und durch die Gemeinde genutzt werden.Eurasburg: Umbau des Josefstrakts beginnt. In: Süddeutsche Zeitung, 27. November 2015. 2025 war der Umbau zu einem kirchlichen Seminar- und Kulturzentrum fast abgeschlossen, ein Restaurant im einstigen Refektorium wurde bereits geöffnet.Stephanie Schwaderer: Der Wandel des Klosters Beuerberg. Wenn Kirchenräume zum Kulturzentrum werden. In: Süddeutsche Zeitung, 29. Mai 2025, abgerufen am 12. Juli 2025.

Ausstellungsort Seit 2016 wird das Kloster vom Diözesanmuseum Freising für Sonderausstellungen genutzt. 2016 Klausur – Vom Leben im Kloster, 2017 Klausur – Sehnsuchtsort Kloster.Klausur – Vom Leben im Kloster, abgerufen am 12. Juli 2025. 2018 Das Spiel beginnt!Benjamin Engel: Das Leben – ein Spiel in Süddeutsche Zeitung Wolfrathshausen, 19. Mai 2018, R7. 2019 Heimat: Gesucht. Geliebt, VerlorenAnna Stockhammer: Heimat ohne Folklore, Süddeutsche Zeitung-Extra vom 25. April 2019, S. 1. 2020 Tugendreich. Neue Zeiten – alte Werte? 2021 Kommune 1121 – Visionen eines anderen LebensHannes Hintermeier: Mit der Askese hatten es die Herren eher nicht so In: FAZ, 29. Mai 2021.

Reihe der Pröpste QuelleMichael Hartig: Die oberbayerischen Stifte, Band I: Die Benediktiner-, Cisterzienser- und Augustiner-Chorherrenstifte. Verlag vorm. G. J. Manz, München 1935, , S. 176 f.

Trivia In den 1960er Jahren diente das Kloster als einer der Hauptdrehorte für die Filmreihe Lausbubengeschichten.

Literatur Wilhelm L. Steinberger: Dorf und Kloster Beuerberg. In: Alois Fink (Hrsg.): Unbekanntes Bayern. Entdeckungen und Wanderungen. Band 1. Süddeutscher Verlag, München 1955, S. 179–187. Auch: Fotomechanischer Nachdruck 1975, ISBN 3-7991-5839-1. Christoph Kürzeder (Hrsg.): 1121. 900 Jahre Kloster Beuerberg (= Diözesanmuseum Freising/Kataloge und Schriften, Bd. 78). Volk Verlag, München 2022, ISBN 978-3-86222-402-9.

Weblinks

Einzelnachweise

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