Die Drei (3) ist die natürliche Zahl zwischen zwei und vier. Sie ist ungerade und eine Primzahl. Die Vorsilbe „Tri-“ steht ebenfalls für die Dreizahl und kommt in vielen wissenschaftlichen und religiösen Wörtern vor.
Sprachliches Nicht alle Sprachen haben ein eigenes Zahlwort für die Zahl drei. Einige Sprachen wie die der Torres-Strait-Insulaner kennen nur Wörter für die 1 und die 2, mit denen durch Kombination die Zahlen 3, 4, 5 und 6 dargestellt werden. Größere Mengen werden lediglich mit „viel“ bezeichnet. Einige austronesische und australische Sprachen haben andererseits einen eigenen Numerus für die Dreiheit, den Trial, bewahrt.
In Fremdwörtern sowohl aus dem Lateinischen als aus dem Griechischen steht die Wurzel tri für die Zahl drei, in Trikolore, Triops. Ferner ist die lateinische Ordnungszahl tertius (der dritte) und die Multiplikativform triplus (dreifach) in Form der Wurzeln terz bzw. tripel in deutsche Fremdwörter eingegangen, Terz und Tripelspiegel. Da Latein in Europa bis in die Neuzeit die führende Sprache der Philosophie, Literatur, Wissenschaft, Politik, Theologie und Kirche war, ist insbesondere „tri“ als Vorsilbe in viele Fachbegriffe und Fremdwörter eingeflossen.
Im Lateinischen werden nur die Zahlen von 1 bis 3 (ebenso ambō beide), die Hunderter von ducentī bis nōngentī und der Plural mīlia (Tausende) dekliniert.
als Ordnungszahl: Während bei den meisten Zahlen zur Bildung der Ordnungszahl einfach eine Endung an die Grundzahl gehängt wird (zwei-ter, zwanzig-ster, dreißig-ster), haben die Zahlen 1 und 3 und ihre Zusammensetzungen unregelmäßige Formen (erster, dritter; hunderterster, hundertdritter).
Im Englischen haben nur die Ordnungszahlen von 1 bis 3 (first, second, third) und ihre Zusammensetzungen (twenty-third) eigene Formen, die übrigen enden auf -th (fourth, fifth, one hundredth).
Der dritte Teil eines Ganzen wird als Drittel (früher auch DritteilMatthias Lexer: Mittelhochhochdeutsches Taschenwörterbuch.Vgl. auch Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 367 (das Drittail, aber auch der drit tail oder dritteil: Drittel); vgl. zudem S. 496 (Zweytail: zwei Drittel).) bezeichnet.
Mathematik Eigenschaften Drei ist die erste ungerade Primzahl und die zweitkleinste nach der Zwei. Gleichzeitig ist sie die erste Mersenne-Primzahl (), die erste Fermat-Primzahl (), sowie die zweite Sophie-Germain-Primzahl und der zweite Mersenne-Primzahl-Exponent. Sie ist die vierte Zahl der Fibonacci-Folge und die Zweite, die einmalig ist.
Des Weiteren ist die eine Harshad-Zahl. Dies bedeutet, dass sie durch die Quersumme ihrer Ziffer teilbar ist . mini|Bildliche Darstellung der ersten vier Dreieckszahlen. Außerdem ist Drei, nach der Eins und vor der Sechs, die zweite Dreieckszahl, d. h. die Summe der ersten drei natürlichen Zahlen . Die Bezeichnung „Dreieckszahl“ leitet sich von der geometrischen Figur des Dreiecks her.
Rechenregeln Die „Dreierregel“ ist die Teilbarkeitsregel für die Zahl 3. Im Dezimalsystem ist eine ganze Zahl genau dann durch 3 teilbar, wenn die Quersumme ihrer Ziffern durch 3 teilbar ist. So ist zum Beispiel die Quersumme von Achtzehn und Neun durch Drei teilbar .
Eine natürliche Zahl ist durch drei teilbar, wenn die Summe ihrer Ziffern in der Zehnerpotenz durch 3 teilbar ist. Beispielsweise ist die Zahl durch drei teilbar und die Summe ihrer Ziffern beträgt .
Der Dreisatz ist ein mathematisches Lösungsverfahren, um aus drei gegebenen Werten eines Verhältnisses den unbekannten vierten Wert zu berechnen. mini|Kleinstes Tripel: In der Zahlentheorie besteht ein Pythagoreisches Tripel oder Pythagoreisches Zahlentripel aus drei verschiedenen natürlichen Zahlen,In diesem Artikel gilt 0 ist also keine natürliche Zahl. bei denen die Summe der Quadrate der beiden kleineren Zahlen gleich dem Quadrat der größten Zahl ist. Das bekannteste Tripel ist 3, 4 und 5. Für dieses Trippel gilt . Jedes pythagoräische Tripel beschreibt ein rechtwinkliges Dreieck mit ganzzahligen Seitenlängen. Nach dem Satz des Pythagoras können die drei Zahlen eines Pythagoreischen Tripels auch als die Seitenlängen eines ebenen rechtwinkligen Dreiecks in der Euklidischen Geometrie aufgefasst werden.
Geometrie Die Aufspannung einer Fläche erfolgt erst durch drei Punkte, wodurch eine Ebene eindeutig definiert wird. Das Dreieck ist somit die einfachste geometrische Figur in der Ebene und bildet das Grundelement vieler geometrischer Konstruktionen. Zusätzlich hat ein Dreieck drei Ecken, drei Seiten und drei Innenwinkel, deren Summe 180° beträgt. Die Trigonometrie, ein wichtiger Zweig der Mathematik, befasst sich mit der Bestimmung und Berechnung von Seiten, Winkeln und Flächeninhalten. Das gleichseitige Dreieck nimmt unter den verschiedenen Dreiecken eine besondere Stellung ein, da es drei Symmetrieachsen besitzt, die jeweils durch einen Eckpunkt und den Mittelpunkt der gegenüberliegenden Seite verlaufen. rechts|Das Dreieck hat eine dreizählige Drehsymmetrie
Darstellung mini|Die 3 in verschiedenen Darstellungen und Schrifttypen mini|Entwicklung zum Zahlzeichen 3 mini|hochkant=0.5|Ziffer 3 auf einer 7-teiligen Segmentanzeige dargestellt.
Drei ist in den meisten Schriftsystemen die größte Zahl, die mit ebenso vielen Strichen geschrieben wird, wie die repräsentierte Zahl. So gingen die Römer bei der Darstellung der Zahl 4 von ursprünglich IIII auf IV über, jedoch wird 3 bei den römischen Zahlen, wie im Chinesischen, mit drei Strichen dargestellt – erstere vertikal (III), letztere horizontal.
Die indische Brahmi-Zahl für drei wurde wie die chinesische mit drei horizontalen Linien geschrieben, während die Gupta die drei Linien mehr gebogen darstellten (dazu die Abbildung rechts, 1. und 2. Skizze von links). Die Nagari gingen dazu über, die noch horizontalen Linien am rechten Ende im Uhrzeigersinn abwärts zu ziehen (s. Abb. 3). Nach und nach verbanden sie die Linien mit der jeweils darunter liegenden und entwickelten so ein Zeichen, das der modernen 3 schon sehr ähnlich sah, allerdings mit einem zusätzlichen Abstrich an der Basis (s. Abb. 4 & 5). Schließlich waren es die Araber des Maghreb, die mit der Ghubar-Schrift den „Extraschnörkel“ beseitigten und so die moderne 3 entwickelten (s. Abb. 6). Im Gegensatz dazu war der Extraschnörkel für die Ostaraber sehr wichtig: Sie machten ihn viel größer, während sie gleichzeitig die darüberliegenden Striche in eine horizontale Achse rotierten. Auf diese Weise entwickelte sich eine Drei (٣), die wie eine gespiegelte Sieben aussah, mit zwei Erhöhungen auf der obersten Linie.
Das chinesische Zahlzeichen ist , in formaler (d. h. schwerer fälschbarer) Schreibweise . Weil das chinesische Wort ähnlich wie der Begriff für „lebendig“ () klingt, gilt drei in China als „gute Zahl“.
Mythologie und Religion Mythologie Die Drei gilt als literarisches Symbol für Vollkommenheit. Unter Göttliche Triaden oder Triade (‚Dreiheit‘, von , Plural ) versteht man in der Religionswissenschaft eine Dreiergruppe von Göttern oder mythischen Wesen. Triaden von Göttern, die als zusammengehörig betrachtet und gemeinsam verehrt werden, sind aus zahlreichen polytheistischen Mythologien und Kulten bekannt.
mini|Die drei Haupttürme des Prambanan-Trimurti-Tempelkomplexes aus dem 9. Jahrhundert, der größten hinduistischen Tempelanlage in Indonesien
In verschiedenen kulturellen Kontexten finden sich Beispiele für göttliche Dreiheiten. In der griechischen Mythologie wird die Herrschaft über Menschen und Götter von Zeus, Poseidon und Hades geteilt. In der römischen Mythologie konstituieren Jupiter, Juno und Minerva eine Trias, während in der ägyptischen Mythologie Isis, Osiris und Horus als signifikante Dreiergruppe verehrt werden.
Auch andere mythische Gestalten erscheinen in der griechischen Mythologie häufig in einer Dreiheit. Dies verweist auf die symbolische Bedeutung der Zahl Drei als Ausdruck von Vollständigkeit, Ordnung und Harmonie. Beispiele hierfür sind die Chariten (auch Grazien genannt), die als Personifikationen der Anmut und Schönheit auftreten, sowie die Erinnyen (Rachegöttinnen), die als Dreiergespann die sittliche Ordnung durch Vergeltung wahren. Schließlich sind die Gorgonen, drei geflügelte Ungeheuer, von denen Medusa die bekannteste ist, zu nennen. Ebenso sind die Graien, drei greisenhafte Schwestern, die sich ein Auge und einen Zahn teilen, und die Hekatoncheiren, obwohl als Hundertarmige beschrieben, ursprünglich als dreifache Urwesen des Chaos erschienen. Auch die Horen, Hüterinnen der Jahreszeiten und des Weltenrhythmus, werden bisweilen als drei dargestellt, ebenso die Kyklopen, göttliche Schmiede mit einem Auge, die anfangs in Dreizahl genannt werden. Die Moiren, die als Spinnerinnen des Schicksals betrachtet werden, bilden eine Dreieinheit aus Geburt, Leben und Tod. In der ältesten Überlieferung werden die Musen ebenfalls als drei Figuren dargestellt, bevor sie zu neun erweitert wurden. Die Sirenen, betörende Mischwesen aus Frau und Vogel, erscheinen in einigen Darstellungen ebenfalls zu dritt.
Für die altorientalische babylonische Religion haben Zahlen eine mystische Bedeutung. Die mystische Bedeutung der drei entspringt der Dreiteilung des Kosmos in drei Sphären der Fixsterne; ebenso die Dreiteilung der irdischen Sphäre, in Lufthimmel, Erde und Ozean. Genauso lässt sich die Trias Vater, Mutter, Sohn (Enki, Ninḫursanga, Marduk) damit in Verbindung bringen.
Judentum In der jüdischen mystischen Tradition der Kabbala glaubt man, dass die Seele aus drei Teilen besteht, wobei der höchste Teil Neshamah („Atem“), der mittlere Ruach („Wind“ oder „Geist“) und der niedrigste Nefesh („Ruhe“) ist.
In der christlichen Zahlensymbolik ist drei unter anderem ein Symbol für die Dreifaltigkeit (Trinität) Gottes aus Vater, Sohn und heiligem Geist.
Am dritten Tag der Schöpfung im Christentum und im Judentum trennte Gott das Wasser vom Land und erschuf Pflanzen, darunter Bäume, Gräser und Samen. Das dritte der Zehn Gebote fordert dazu auf, den Sonntag (Sabbat) zu heiligen.
Christentum mini|Kleeblatt als Symbol für die Trinität Die Dreieinigkeit Gottes oder Trinität ist die Wesenseinheit Gottes in drei Personen und ein zentrales Glaubensbekenntnis im Christentum. Der Heilige Patrick soll der Legende nach die Iren mit einem Kleeblatt über die Trinität aufgeklärt haben.John Roach: St. Patrick’s Day Facts: Snakes, a Slave, and a Saint; National Geographic News, 16. März 2009. Trinitatis ist ein Fest im Kirchenjahr, das in der Westkirche am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen wird. Deutsche Bezeichnungen sind etwa Dreifaltigkeitssonntag oder Dreieinigkeitsfest.
Der Dreikönigstag ist in der katholischen Kirche das Hochfest der Erscheinung des Herrn, volkstümlich und in vielen Kalendern auch als Dreikönigsfest, Heilige Drei Könige und Heiligedreikönigstag bezeichnet.Als „Epiphanias/Heiligedreikönigstag“ wird der kirchliche Feiertag am 6. Januar in § 7 Absatz 1 Buchstabe a des Niedersächsischen Gesetzes über die Feiertage in der Fassung vom 7. März 1995 (Nds. GVBl. 1995, S. 50), zuletzt geändert durch Gesetze vom 22. Juni 2018 (Nds. GVBl. S. 122 und 123) bezeichnet Der Dreikönigenschrein im Kölner Dom ist ein Reliquiar, das aus der Zeit Ende des 12. Jahrhunderts stammt.