Der Altonaer Fußball-Club von 1893 e. V., allgemein bekannt als Altona 93 (kurz AFC), ist ein Sportverein aus dem heutigen Hamburger Bezirk Altona, der zum Zeitpunkt der Vereinsgründung im Jahr 1893 noch aus der eigenständigen Stadt Altona und etlichen Landgemeinden bestand. Spielstätte des Fußballvereins ist die Adolf-Jäger-Kampfbahn. Es werden zudem die Sportarten Handball, Volleyball, Karate und Roller Derby betrieben.
Geschichte der Fußballabteilung Die Anfänge (bis 1945) mini|links|Mannschaft des Altonaer Fussball-Clubs im Jahre 1897 mini|links|100px|Historisches Logo um 1930
Der Verein wurde als Altonaer Fußball- und Cricketclub 1893 am 29. Juni 1893 von Gymnasiasten und jungen Kaufleuten gegründet, darunter Hermann Hambrock, der erster Vorsitzender wurde, und Franz Behr.60 Jahre AFC Borussia, Hamburg 1953. Im Jahr darauf sah er vom Cricket ab und nahm zum ersten Mal seinen heutigen, kürzeren Namen an. Seitdem erlebte er noch mehrere Umbenennungen infolge von Fusionen – nämlich 1919 in VfL Altona (nach dem Zusammenschluss mit der Altonaer Turnerschaft von 1880Lüdtke/Lorenzen, Die Turn- und Sportstadt Altona, daselbst 1927, S. 89 f.), 1923 in Altonaer FC 93 VfL (die Turnerschaft machte sich wieder selbständig) und 1938 nach einer erneuten Fusion mit Borussia Bahrenfeld in Altonaer FC 93 Borussia –, ehe am 30. November 1979 die Rückkehr zum Altonaer Fußball-Club von 1893 vollzogen wurde.
Wie bei vielen der ersten Fußballvereine wurde in den Anfangsjahren auch Leichtathletik angeboten. Dabei stellte Altona 93 mit Paul Fischer den ersten Deutschen Leichtathletikmeister überhaupt, als er am 4. September 1898 in der Nachbarstadt Hamburg den 100-Meter-Lauf gewann.
„Altona 93“ (oder kurz „AFC“) ist einer der ältesten deutschen Fußballvereine. 1894 gehörte er zu den Gründern des Hamburg-Altonaer Fußball-Bundes und am 28. Januar 1900 in Leipzig in der Gaststätte „Zum Mariengarten“ zu den 86 Vereinen, die den Deutschen Fußball-Bund gründeten. 1903/04 war der aktive AFC-Spieler Franz Behr auch zweiter DFB-Vorsitzender; Behr, der 1903 das erste Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft gepfiffen hat, wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Ihre Glanzzeit hatte die Fußballmannschaft vor dem Ersten Weltkrieg, als sie mehrfach Hamburg-Altonaer Meister wurde (1898–1900 sowie 1903 und 1909–1912), zudem 1903 und 1909 erst im Halb- sowie 1914 im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft scheiterte. Im zuletzt genannten Jahr gewann sie den Meistertitel in der erstmals gebildeten Norddeutschen Liga des NFV.
Am 17. Mai 1933 wurde der Verein vom Norddeutschen Sport-Verband (Vorsitzender: Amtsrichter Günther Riebow) bis zum 31. Juli 1933 – mit Ausnahme der Jugendabteilung – wegen Verletzung der Amateurbestimmungen disqualifiziert.
Bis 1945 blieb Altona 93 in der jeweils höchsten Spielklasse, zuletzt Gauliga Nordmark bzw. Hamburg.
Zwischen Stadtliga und Regionalliga Nord (1945–2001) Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte der Neubeginn in der Stadtliga Hamburg, 1950 gelang der Sprung in die Oberliga Nord, der man nach direktem Ab- und Wiederaufstieg von 1952 bis zur Gründung der Bundesliga 1963 angehörte; bestes Abschneiden waren zwei dritte Plätze (1954, 1958). 1955 (unter Trainer Klaus-Peter Kirchrath) und 1964 (unter Trainer Kurt Krause) wurde zudem das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. In dieser Zeit trugen so bekannte Spieler wie Heinz Spundflasche, Werner Erb und Dieter Seeler die Altonaer Farben und die Adolf-Jäger-Kampfbahn war häufig sehr gut gefüllt (Zuschauerschnitt 1952/53: 10.900 Besucher); zweimal (1953 und 1957) platzte sie förmlich aus allen Nähten, als jeweils 27.000 Zuschauer einem Derby gegen den Hamburger SV beiwohnten.
Anschließend hielt sich der Verein noch bis 1968 in der Regionalliga Nord (bestes Jahr: 1965, dritter Platz unter Trainer Kurt Krause), ehe er bis 1984 in lokalen Hamburger Ligen versank. In der Saison 1974/75 erregte Altona noch einmal überregional Aufsehen, als man im DFB-Pokal das Achtelfinale erreichte, dort aber mit 0:7 gegen den MSV Duisburg verlor. Von 1984 bis 1996 gehörte er (außer 1993/94) zur Amateur-Oberliga Nord. In der Saison 1985/86 zählte das Team von der Griegstraße lange Zeit zu den Favoriten im Rennen um das Erreichen der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Am Ende musste sich die Mannschaft von Trainer Willi Reimann allerdings hinter dem FC St. Pauli und dem VfB Oldenburg in der Tabelle einreihen. Nach einigen Jahren Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein wurde 1996 der Aufstieg in die Regionalliga Nord geschafft, aus der man jedoch schon 1997 sportlich wieder abstieg. Aus finanziellen Gründen (die Verträge einiger Spieler galten auch für die Oberliga) zog man sich freiwillig in die Verbandsliga Hamburg zurück.
Gegenwart (seit 2002) Von 2002 bis 2004 spielte das Team wieder in der (jetzt allerdings viertklassigen) Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein. Für die Saison 2004/05 qualifizierte sich die Mannschaft für die eingleisige Fußball-Oberliga Nord, die alle vier Landesverbände des Norddeutschen Fußball-Verbandes umfasste.
Im Jahr 2007 wurde unter Vereinspräsident Dirk Barthel wegen finanzieller Schulden für ca. 11,25 Mio. Euro – ohne sonst übliche Wertsteigerungsklausel für das Grundstück – die Adolf-Jäger-Kampfbahn verkauft. Die Die Tageszeitung schrieb: „Das alte Stadion wurde [...] weit unter Wert verkauft.“ Käufer waren der Altonaer Spar- und Bauverein (altoba) und Behrendt Grundstücke KG.
Das Ziel der Saison 2007/08 war die Qualifikation für die neue Regionalliga Nord. Als Vizemeister und zudem mit den meisten Toren und der besten Heimbilanz gelang die Qualifikation souverän.
mini|Der Aufstieg ist geschafft! Anzeigetafel beim Spiel gegen Bergedorf 85 am 25. Mai 2008
Die Regionalliga-Mannschaft der Saison 2008/09 bestand einerseits aus jungen Spielern, davon einige aus den Nachwuchsbereichen norddeutscher Vereine, andererseits aber auch aus solchen mit Erfahrung im Profibereich. Fast alle Stammspieler der Saison 2007/08 konnten gehalten werden; dazu kamen einige Verstärkungen. Die Ligamannschaft trug in der Saison 2008/09 ihre Heimspiele im Stadion Hoheluft aus. Das Sportamt Hamburg hatte das Stadion bis zum ersten Heimspiel regionalligatauglich ausgebaut.
Für die Spielzeit 2009/10 wurde dem Verein wegen Unregelmäßigkeiten beim Finanzamt keine Lizenz für die Regionalliga erteilt.Abendblatt.de: Altona 93 bekommt keine Lizenz für die Regionalliga, vom 2. Mai 2009 Aber auch sportlich waren die Altonaer abgestiegen. Der direkte Wiederaufstieg wurde verpasst. Erst in der Saison 2012/13 erreichte Altona wieder den zweiten Rang, hatte sich aber nicht um eine Lizenz für die Regionalliga Nord beworben.
Im Juni 2016 scheiterte der Verein in der Relegation für die Regionalliga Nord. Für die Aufstiegsrunde hatten sich die Altonaer mit Platz 6 sportlich nicht qualifiziert; da aber alle anderen Vereine der Oberliga Hamburg auf einen Aufstieg verzichteten, rückte Altona 93 nach. In der Saison 2017/18 spielte die Mannschaft nach zehn Jahren wieder in der Regionalliga Nord. Als Dritter der Oberliga hatte man erfolgreich an der Aufstiegsrunde teilgenommen. Als Tabellenletzter folgte der direkte Wiederabstieg, im Frühjahr 2019 kehrte Altona als Hamburger Amateurmeister erneut in die Regionalliga zurück und stieg 2022 wieder in die Oberliga ab. 2024 gelang erneut die Meisterschaft in der Oberliga, die Mannschaft scheiterte allerdings in den darauffolgenden Relegationsspielen zur Regionalliga Nord und verblieb somit in der Fünftklassigkeit. Im Mai/Juni 2025 qualifizierte sich Altona 93 über die Aufstiegsrunde für die Fußball-Regionalliga Nord 2025/26.
Nach nur einem Jahr in der Fußball-Regionalliga Nord ist Altona 93 als Tabellenletzter nach dem letzten Spiel vom 16. Mai 2026 gegen Kickers Emden in die Oberliga abgestiegen.
Die anhaltende Popularität des AFC zeigte sich besonders deutlich im April 2025, als in der Adolf-Jäger-Kampfbahn 3.782 Zuschauer dem Oberliga-Spitzenspiel gegen den TuS Dassendorf beiwohnten.„Verrückt“: Oberliga-Topspiel vor 3782 Fans! Altona 93 feiert Last-Minute-Party vom 12. April 2025 bei mopo.de
Ligazugehörigkeit und Platzierungen
Saison Ligenniveau Liga Platz Tore Punkte 1963/64 2 Regionalliga Nord 4. 82:46 44:24 1964/65 2 Regionalliga Nord 3. 69:45 41:23 1965/66 2 Regionalliga Nord 10. 41:47 31:33 1966/67 2 Regionalliga Nord 8. 43:46 31:33 1967/68 2 Regionalliga Nord 16. 37:78 20:44 1968/69 3 Landesliga Hamburg 6. 57:48 32:28 1969/70 3 Landesliga Hamburg 10. 47:54 28:32 1970/71 3 Landesliga Hamburg 16. 29:68 15:45 1971/72 4 Amateurliga Hamburg/Hansa 1. 65:36 45:15 1972/73 3 Landesliga Hamburg 7. 46:49 30:30 1973/74 3 Landesliga Hamburg 5. 59:49 34:26 1974/75 4 Landesliga Hamburg 2. 57:29 41:19 1975/76 4 Landesliga Hamburg 2. 64:34 42:18 1976/77 4 Landesliga Hamburg 2. 56:31 43:17 1977/78 4 Landesliga Hamburg 3. 56:33 39:21 1978/79 4 Verbandsliga Hamburg 6. 42:38 33:27 1979/80 4 Verbandsliga Hamburg 13. 51:57 25:35 1980/81 4 Verbandsliga Hamburg 16. 24:84 10:50 1981/82 5 Landesliga Hamburg/Hammonia 2. 86:35 46:141982/83 5 Landesliga Hamburg/Hammonia 1. 96:17 52:8 1983/84 4 Verbandsliga Hamburg 2. 66:29 46:14 1984/85 3 Oberliga Nord 11. 48:56 34:34 1985/86 3 Oberliga Nord 4. 47:30 41:27 1986/87 3 Oberliga Nord 11. 55:52 31:33 1987/88 3 Oberliga Nord 11. 46:61 31:37 1988/89 3 Oberliga Nord 5. 51:42 42:26 1989/90 3 Oberliga Nord 10. 62:52 31:37 1990/91 3 Oberliga Nord 12. 54:49 30:38 1991/92 3 Oberliga Nord 14. 51:60 27:37 1992/93 3 Oberliga Nord 14. 42:55 23:37 1993/94 4 Verbandsliga Hamburg 7. 47:40 33:27 1994/95 4 Oberliga Schleswig-Holstein/Hamburg 3. 60:31 41:19 1995/96 4 Oberliga Schleswig-Holstein/Hamburg 1. 58:28 64 1996/97 3 Regionalliga Nord 15. 33:68 30 1997/98 5 Verbandsliga Hamburg 13. 48:75 29 1998/99 5 Verbandsliga Hamburg 13. 46:52 36 1999/00 5 Verbandsliga Hamburg 2. 67:52 52 2000/01 5 Verbandsliga Hamburg 3. 67:39 58 2001/02 5 Verbandsliga Hamburg 2. 81:33 66 2002/03 4 Oberliga Schleswig-Holstein/Hamburg 8. 66:50 46 2003/04 4 Oberliga Schleswig-Holstein/Hamburg 2. 72:31 65 2004/05 4 Oberliga Nord 12. 49:55 42 2005/06 4 Oberliga Nord 7. 61:52 48 2006/07 4 Oberliga Nord 5. 65:51 55 2007/08 4 Oberliga Nord 2. 80:35 65 2008/09 4 Regionalliga Nord 16. 40:66 31 2009/10 5 Oberliga Hamburg 3. 73:36 66 2010/11 5 Oberliga Hamburg 5. 63:46 54 2011/12 5 Oberliga Hamburg 9. 55:48 53 2012/13 5 Oberliga Hamburg 2. 74:50 67 2013/14 5 Oberliga Hamburg 3. 78:43 64 2014/15 5 Oberliga Hamburg 7. 61:38 51 2015/16 5 Oberliga Hamburg 6. 65:41 57 2016/17 5 Oberliga Hamburg 3. 72:41 64 2017/18 4 Regionalliga Nord 18. 31:73 23 2018/19 5 Oberliga Hamburg 1. 72:24 78 2019/20 4 Regionalliga Nord 16. 26:48 16 2020/21 4 Regionalliga Nord (Staffel Nord) 11. 5:12 3 2021/22 4 Regionalliga Nord (Staffel Nord) 11. 17:52 9 2022/23 5 Oberliga Hamburg 4. 78:45 71 2023/24 5 Oberliga Hamburg 1. 91:29 82 2024/25 5 Oberliga Hamburg 1. 99:30 82 2025/26 4 Regionalliga Nord 18. 44:92 23
Bekannte ehemalige Spieler Eric Maxim Choupo-Moting (2000–2003), Stürmer, zuletzt bei New York Red Bulls unter Vertrag Werner Erb (1950–1952), langjähriger Oberligaspieler und vierfacher Juniorennationalspieler Marisa Ewers (2002–2006), in der englischen FA WSL bei Birmingham City LFC unter Vertrag Walter Frosch (1982–1985), angeblicher Rekordhalter für Erhalt Gelber Karten innerhalb einer Saison Walter Gamerdinger, Torwart nach dem Ersten Weltkrieg Karl Hanssen, dreifacher deutscher Nationalspieler (1910–1911) Reinhold Jackstell, Torjäger um 1950 und „Wandervogel“ Adolf Jäger, 18-facher deutscher Nationalspieler (1908–1924) Heinz Mühle (1937–1943 und 1944–1951), Auswahlspieler Wilhelm Peters, Auswahlspieler und 1925 Bundespokalsieger Christian Rahn (1984–1994), fünffacher deutscher Nationalspieler (2002–2004) Dieter Seeler, Oberligaspieler (1952–1955), später mit dem Hamburger SV u. a. Deutscher Fußballmeister Heinz Spundflasche, Oberligaspieler (1952–1958) und Trainer (1957–1960)