mini|Luftaufnahme der Vera-Filmwerke an der Alsterkrugchaussee in Hamburg-Alsterdorf, frühe 1920er Jahre Die Vera-Filmwerke AG war eine als GmbH gegründete, deutsche Filmproduktionsgesellschaft für Stummfilme mit einer Filmproduktionsstätte an der Alsterkrugchaussee 192–202 in Hamburg-Alsterdorf. Hier wurden aber auch die Innenaufnahmen zu dem Tonfilm Razzia in St. Pauli gedreht. Bis zu ihrer Liquidation ab 1937 war es die erste und einzige Filmproduktionsstätte in Hamburg zu der Zeit.

Vera-Filmwerke Vor 1919 produzierte die Vera-Filmwerke GmbH, soweit bekannt, nur zwei Filme, 1915 und 1916. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm sie im Juni 1919 ihre Filmproduktionsstätte an der Alsterkrugchaussee im Stadtteil Hamburg-Alsterdorf in Betrieb. Als Drehort für Autorennen wurde die Alsterkrugchaussee selbst benutzt.Erwähnung der Alsterkrugchaussee als Drehort für Autorennen in Alsterdorf: Bücher im Vogelhaus, Bistro im Toilettenhaus, Hamburger Abendblatt Im Laeiszhof, Trostbrücke 1 an der Trostbrücke im Stadtteil Hamburg-Altstadt unterhielt sie bis 1924 weitere Geschäftsräume,Adresse der Geschäftsräume im Hamburger Adressbuch von 1920 und ab Mai 1924 im Ballinhaus am Meßberg 1.Telefonbucheintrag, Hamburger Telefonbuch von 1924 Zudem hatte sie in Berlin in der Friedrichstraße 247 eine Exportfiliale.

Am 30. Juni 1919 hatte die Direktion der Vera-Filmwerke Pressevertreter eingeladen, die alles besichtigen konnten und in ihren Medien davon berichteten. Die Vera-Filmwerke hatten ein eigenes Lichtwerk, das Atelier, Büros, technische Räume usw. speiste und ganz unabhängig von den städtischen Werken war. Sie besaß auch eine eigene Kopier- und Trocknungsanstalt. Das ganze Unternehmen lag in einem prachtvollen Park, der direkt an der Alster lag. Gartenpartien für Aufnahmen waren ebenfalls vorhanden, wie auch verschiedene Boote. Das Glasdachatelier besaß eine Versenkung, die im Bedarfsfalle als Schwimmbassin gefüllt werden konnte, und eine Fülle an Jupiter-Atelierlampen. Neben dem Glashaus befanden sich Garderoben für Schauspieler und Komparsen, die zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht fertiggestellt waren. mini|Aktie über 20 RM der Vera-Filmwerke AG vom Februar 1925 1919 oder 1920 stellte die Vera-Filmwerke GmbH, die mit einem Stammkapital von einer Million Mark im Handelsregister aufgeführt war, einen Antrag auf eine staatliche Genehmigung zur Errichtung einer Aktiengesellschaft. im Staatsarchiv Hamburg Die Vera-Filmwerke AG wurde 1921 eingetragen. Schon einen Monat später wurde das Kapital auf drei Millionen Mark erhöht. Hinter der Produktionsfirma stand der Bankier Willi Sick, Inhaber der Nordischen Bank- und Handelskommandite Sick & Co.

Ab 1923, dem letzten Jahr der Inflation, wurden das Glasdachatelier, das etwas an das Glasdachatelier des Potsdamer Studios Babelsberg erinnert, und die angeschlossene Kopier- und Trocknungsanstalt hauptsächlich nur noch für die Produktion von Werbe-, Dokumentar- und Wirtschaftsfilmen benutzt. Nach der Inflation erfolgte aufgrund des Generalversammlungsbeschlusses vom 14. August 1924 die Umstellung des Grundkapitals auf 250.000 Reichsmark. Auftraggeber für Werbefilme waren unter anderen die Firmen J. J. Darboven, Karstadt, Phoenix AG, Bavaria-Brauerei und die Zigarettenfabrik Juhasz in Altona. 1928 dokumentierte die Vera-Filmwerke AG für die Hamburger Hochbahn AG den Bau der Kell-Jung-Linie, die heutige Teilstrecke der Untergrundbahnlinie U1 von Kellinghusenstraße bis Jungfernstieg. Es entstanden auch Werbefilme zur Eigenwerbung. Auch mit aufwendigen Prospekten wurde um neue Auftraggeber geworben. Rückblick auf die Entwicklung des Industriefilms, Überschrift Die ersten Produktionen in Hamburg, auf der Website filmmuseum-hamburg.de

Sehr viel Erfolg scheint die Werbung nicht gehabt zu haben, denn der Beschluss der Generalversammlung vom 30. Juni 1930 ermächtigte den Vorstand, den Betrieb einzustellen und das Unternehmen zu verpachten oder zu verkaufen. Mit dem Bankrott der Nordischen Bank- und Handelskommandite Sick & Co. ging auch die Vera-Filmwerke AG trotz einiger Rettungsversuche 1937 in Liquidation.Eintrag der Liquidation im Hamburger Adressbuch von 1938 Die Mitte der 1920er Jahre im Auftrag der Vera-Filmwerke AG gebauten Häuser für Betriebsangehörige wurden an gutsituierte Bürger verkauft, Häuser des Ensembles Alsterkrugchaussee 184–190, Wilhelm-Metzger-Straße 32, 34 und Kugelfang 2–26.Seite 5 der PDF-Datei von hamburg.de, unter 3.2 KugelfangAlsterkrugchaussee 184, Seite 2 der PDF-Datei, Amtlicher Anzeiger, Teil II des Hamburgischen Gesetz- und Verordnungsblattes Das Filmstudio wurde abgerissen. 1941 war die Vera-Filmwerke AG an der Alsterkrugchaussee noch im Hamburger Adressbuch verzeichnet,Eintrag im Hamburger Adressbuch von 1941 1942 dann nicht mehr. Ab 1943 war sie auch nicht mehr im Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften verzeichnet.Erwähnung des Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften

Filmografie (Auswahl) Jahresangaben und Reihenfolge sind vom Deutschen Filminstitut (filmportal.de) übernommen. Wirtschaftsfilme sind hier auch als Dokumentarfilme aufgeführt. Laut Zensurlisten wurden von 1919 bis 1930 insgesamt 152 Filme hergestellt, wovon meist nur Werbefilme erhalten geblieben sind. Der Schauspieler Gustaf Gründgens war, bevor er 1928 nach Berlin ging, bei Aufnahmen der Vera-Filmwerke ebenfalls dabei, doch soll er nicht über Probeaufnahmen hinausgekommen sein.Michael Töteberg: Filmstadt Hamburg, Erwähnung Gründgens auf Seite 60, unten, die Filmanzahl auf Seite 354 (Quellen und Anmerkungen)

Vera-Filmwerke GmbH 1915: Die Rache des Sträflings 1916: Fascination oder Die Macht des Blickes – Ab März 1916 verboten 1919: Erdgift – Regie: Paul Otto – Drehbuch: Georg Jacoby und Paul Otto – Autor der literarischen Vorlage Erdgeist: Frank Wedekind – Kamera: Hans Kämpfe – Darsteller: Hermann Nesselträger (als Bildhauer Gregor Magnussen), Marga Cornelsen (als dessen Frau Clara), Arthur Schröder (als Chemiker Björn Romberg), Ralph Arthur Roberts (als dunkle Existenz Iwan Gorell), Grit Hegesa (als dessen Pflegetochter Lil), Carl Geppert (als Prinz Archip Ginsky) und Kurt Lilien (als Rennfahrer Jensen) 1919: Der Tod und die Liebe (in Zusammenarbeit mit der Berliner Eiko-Film GmbH) – Regie: Paul Otto – Drehbuch: Paul Otto, Georg Jacoby und Lissy Reincke (auch Lissy Reinecke) – Bauten: Manfred Noa – Kamera: Willi Schäfer – Innenaufnahmen: Fritz Kraenke – Außenaufnahmen: Hans Kämpfe – Darsteller: Paul Otto (als Prinz Tantara Bagha), Karl Wagner (als dessen Vater Ras Madchuri, Fürst von Hamar), Marcella Halicz (als dessen Tochter Semena), Hans Andresen (als Konsul Bültemann), Charlotte Klinder (als dessen Tochter Ellinor Bültemann), Arthur Schröder (als Horst Enking, Handelsbevollmächtigter einer Firma), Emilia Unda (als die alte Tekki), Ralph Arthur Roberts (als Chinese Wun Si), Erich Pabst (als Hedessa, erster Minister des Fürsten) und Max Zawislak (als Dscham, Diener des Prinzen Tantara) – Der indische Teil des Films wurde beim Tierpark Hagenbeck gedreht. 1919: Brutal – Regie: Paul Otto – Drehbuch: Lissy Reincke (auch Lissy Reinecke) – Darsteller: Gertrud Arnold (als Frau Konsul Anderssen), Charlotte Klinder (als deren Tochter Magdalene), Arthur Schröder (als deren Verlobter Dr. ing. Gerhard Malling), Paul Otto (als Hochstapler R. R. Benstorp), Otto Marlé (als Geo M. Jakson), Margarete Lanner (als Sängerin Inge Kosta), Kurt Mathé (als Jokey Will Hart), Karl Wagner (als J. F. Green, Inspektor der Kriminalpolizei), Eugen Möbius (als Staatsanwalt Dr. Gesellius) und Fritz Beckmann (als Impresario Sontheimer) 1919: Kinderfreuden oder Kinderherzen – Regie: Paul Otto – Drehbuch: Hans Lorenz – Darsteller: Therese Morgan, Thalea Sonnjen (als Ärztin), Elsa Fischer (als Gouvernante) und Alfred Möller (als Witwer) 1920: Der Staatsanwalt – Regie: Paul Otto – Drehbuch: Richard Kühle – Autorin der literarischen Vorlage: Luise Westkirch – Kamera: Hans Kämpfe – Darsteller: Werner Krauß (als Ziegelpeter), Alf Blütecher (als Staatsanwalt), Hans Junkermann, Emilie Kurz, Ena Amar (auch Ena Mar), Alfred Haase, Arnold Korff, Margarete Lanner, Maria Kloth, Bertha Gast, Hans Andresen, Carl Günther (als Detektiv Heinrich Prinz), Ludwig Max und Alex Otto (als Wirt vom Goldenen Lamm) 1920: Die schwarze Rose von Cruska – Regie: Heinrich Brandt und Willy Schäfer – Drehbuch: Georg Jacoby und Willy Rath – Bauten: Georg Meyer – Kamera: Hans Kämpfe – Darsteller: Heinrich Marlow (als Marquis), Margarete Lanner (als Inez), Fred Immler (als deren Bruder), Reinhold Lütjohann (als Martin), Cläre Hänseler (als Erzieherin), Alex Otto (als General), Paul Otto (als Ritter) und Ludwig Max 1920: Müller, Miller, Möller 1920: Der Mohr, die Liese und das Affenhaus 1920: Colombine. Die Braut des Apachen – Regie: Martin Hartwig – Drehbuch: Emil Rameau und Jaap Speyer – Bauten: Georg Meyer – Kamera: Hans Kämpfe – Darsteller: Emil Jannings (als Carlo), Margarete Lanner, Gustav Adolf Semler, Alex Otto und Erich Ziegel 1920: Künstlerlaunen oder Der Maler, die Liebe und das Fräulein – Regie: Paul Otto – Drehbuch: Olga Wohlbrück, Robert Liebmann und Georg Jacoby – Kamera: Hans Kämpfe und Paul Otto (Innenaufnahmen) – Darsteller: Gertrud Arnold (als General Markoffs Frau), Aud Egede-Nissen (als deren Tochter Dagmar), Frida Richard (als Mrs. Czaslo), Conrad Veidt (als deren Sohn Arpad), Alfred Haase (als deren Sohn Bela), Philine Leudesdorff-Tormin (als deren Tochter Marika), Albert Bozenhard (als Prinz Warjagin) und Ludwig Max (als der Diener Anton) 1921: Liebestaumel – Regie: Martin Hartwig – Drehbuch: Artur Landsberger – Bauten: Georg Meyer – Kamera: Hans Kämpfe – Darsteller: Conrad Veidt (als der Zigeuner Jalenko), Maria Zelenka, Erich Ziegel, Gustav Adolf Semler, Margarete Lanner, Heinrich Schroth und Max Zarvislak – Außenaufnahmen am Poppenbüttler Markt. Der Film ist beim Bundesarchiv (Filmarchiv) verfügbar. Vera-Filmwerke AG 1921: So 'n Frechdachs 1921: Ebbe und Flut – Regie: Johannes Brandt, Martin Hartwig und Willy Schäfer (Überwachung) – Drehbuch: Fridel Köhne und Martin Hartwig – Bauten: Georg Meyer und Heinrich Umlauff – Kamera: Hans Kämpfe – Darsteller: Arthur Bergen (als Seemann), Margarete Lanner (als Mutter und Tochter), Sybill Morel (als Südseemädel), Erich Ziegel (als Kaufherr), Fred Immler und Arnold Risch – Ab 11. Januar 1921 verbotenZensurentscheidung Ebbe und Flut 1921: Sklaven der Rache – Regie: Philipp Lothar Mayring – Drehbuch: Max Real (vermutlich Max Neal) – Bauten: Georg Meyer – Kamera: Hans Kämpfe – Darsteller: Paul Bach (als Rudolf von Straß), Margarete Lanner (als dessen Töchter Marion und Rita), E. Rönner (als Marions Gatte Graf Marry Houlberg), Philipp Lothar Mayring (als Ritas Verlobter Fred von Meeren), Marie Gundra (als Äbtissin Cordula, Schwester von Rudolf von Straß), Alex Otto (als Waldhüter Martin Bender), Elfriede Nissen (als dessen Frau Margit), Ludwig Spannuth-Bodenstedt (als Knecht Michael Geiger) 1921: Strandgut der Leidenschaft – Regie: Jaap Speyer – Drehbuch: Willy Rath – Darsteller: Heinrich Peer, Margarete Lanner, Hermann Wlach, Julius Kobler, Marie Gundra, Oskar Marion, Friedrich Taeger, Wilhelmine They und Ernst Sattler 1921: Die rote Nacht – Regie: Jaap Speyer – Drehbuch: Helmuth Ortmann (auch Helmuth Orthmann) – Darsteller: Ludwig Max (als Viscount Dayton), Mia Pankau (als dessen Tochter), Hermann Wlach (als Detektiv Tom Hood), Oskar Marion (als Bildhauer oder Maler Fred Harding), Max Wogritsch (als Hochstapler Robert Cowper), Julius Kobler (als Mörder), Gerhard Ritterband (als Zeitungsjunge), Fred Markussen (auch Fred Marcussen), Margarethe Otto-Körner, Arthur Schröder und Erich Ziegel 1921: Banditen im Frack – Drehbuch: Helmut Ortmann (auch Helmuth Orthmann) – Darsteller: Julius Kobler, Fred Markussen (auch Fred Marcussen), Margarethe Otto-Körner, Mia Pankau, Hermann Wlach und Erich Ziegel