Star Trek: Destiny ist eine von David Mack verfasste Romantrilogie, die im fiktiven Star-Trek-Universum spielt. Sie besteht aus den Romanen Götter der Nacht, Gewöhnliche Sterbliche und Verlorene Seelen. Die Romane erschienen auf Englisch erstmals 2008 im Verlag Pocket Books und auf Deutsch erstmals 2010 bei Cross Cult. Die Haupthandlung findet im Jahr 2381 statt, etwa anderthalb Jahre nach der Handlung des zehnten Star-Trek-Kinofilms Nemesis, und gehört damit zur literarischen Fortsetzung von Star Trek nach Nemesis. Die Romane stellen ein Crossover aus den Star-Trek-Romanreihen bzw. -Fernsehserien The Next Generation, Deep Space Nine, Voyager, Titan und Enterprise dar. In der Trilogie geht es um einen verheerenden Großangriff der Borg auf die Vereinte Föderation der Planeten und deren Verbündete sowie um dessen Vorgeschichte. Dabei wird auch die Entstehung der Spezies Borg thematisiert.
Handlung Vorgeschichte
Im Jahr 2380 kommt es erneut zur Konfrontation zwischen der Föderation und den Borg. Es stellt sich heraus, dass sich die Borg weiterentwickelt haben und nunmehr nicht bloß auf Assimilation, sondern auch auf Absorption zielen. Ein Borg-Kubus absorbiert auf seinem Flug zur Erde den Zwergplaneten Pluto und etliche Sternenflottenraumschiffe, wobei der Kubus anwächst. Durch eine List gelingt es Sternenflottenoffizieren, den Kubus zu zerstören und damit die erneute Assimilation von Picard und Seven of Nine in das Kollektiv sowie die Vernichtung der Erde zu vereiteln. Zu Beginn des Folgejahres bedrohen die Borg abermals die Föderation und drohen ihr mit völliger Vernichtung, da ihre biologischen und technologischen Eigenschaften unwichtig geworden seien. Ein Kubus vernichtet die Föderationswelten Barolia und Acamar.
Götter der Nacht
22. Jahrhundert Im Jahr 2156 wird das Sternenflottenraumschiff U.S.S. Columbia im Grenzgebiet von Föderation und Romulanern von den feindlichen Romulanern angegriffen. Beim Fluchtmanöver der Columbia fallen Warpantrieb und Subraumkommunikationsmöglichkeit komplett aus. Um die Versorgung der Crew mit Lebensmitteln zu gewährleisten, lässt Captain Erika Hernandez das Schiff zu einem über 11 Lichtjahre entfernten, offenbar bewohnten Planeten fliegen. Damit der Flug nicht zu lange dauert, erfolgt er mit maximalem Impuls. Er dauert für die Crew wegen der Zeitdilatation nur etwa 60 Tage, tatsächlich dauert er aber 12 Jahre.
2168 trifft die Columbia bei dem Planeten ein, der Erigol heißt und Heimat der Spezies Caeliar ist, die der Föderation bislang unbekannt war. Jede Stadt auf Erigol kann zugleich als Raumschiff funktionieren, die Städte heißen auch Stadtschiffe. In der Hauptstadt Axion angelangt, erfährt das Außenteam, dass die Caeliar der Sternenflottencrew die Rückkehr in ihre Heimat verwehren, um ihre Isolation nicht zu gefährden. Die Caeliar sind pazifistisch eingestellt, besitzen ein Kollektivbewusstsein namens „Gestalt“ und einen riesigen Apparat zur Subraumkommunikation, mit dem sie Kontakt zu evolutionär weiter als sie selbst entwickelten Zivilisationen aufnehmen wollen, dieses Projekt nennen sie „Großes Werk“.
Ein Teil der Columbia-Crew, darunter MACO-Soldaten, ist gegen die Entscheidung von Hernandez, eine Flucht nicht zu wagen, und beginnt deshalb eine Meuterei. Die Meuterer erpressen einen Teil der Caeliar und zwingen sie dazu, zwecks Rückkehr in ihre Heimat einen Subraumtunnel zu öffnen. In der Folge kommt es zu einem Rückkopplungsimpuls aus der von den Caeliar dabei kontaktierten Galaxie und der Stern von Erigol beginnt, zur Supernova zu werden. Dadurch ist die Columbia mit den Meuterern und einer Caeliar-Geisel an Bord zur Flucht durch einen Subraumtunnel gezwungen. Wegen der tödlichen Strahlung in dem Tunnel sterben alle Besatzungsmitglieder augenblicklich. Die Columbia stürzt mit dem einen Caeliar an Bord auf einem Planeten ab. Da gleichfalls der Planet Erigol auseinanderbricht, flieht ein Teil der Caeliar mit den Stadtschiffen Axion, Mantilis und Kintana durch Subraumtunnel, ein anderer, größerer Teil stirbt. Hernandez, fünf andere Menschen und zwölf Caeliar überleben im Stadtschiff Axion, welches fast 60.000 Lichtjahre entfernt von der Erde und 600 Jahre in die Vergangenheit versetzt wird.
24. Jahrhundert
2373 entdeckt die Crew der U.S.S. Defiant zufällig das Wrack der Columbia auf einem Planeten im Gamma-Quadranten. Wegen des einsetzenden Dominion-Krieges kann es zunächst nicht ausreichend untersucht werden. 2381 untersucht die Crew des Sternenflottenraumschiffs U.S.S. Aventine das Wrack der Columbia auf dem Planeten. Die Aventine wird durch Ezri Dax kommandiert, seit kürzlich der Captain des Schiffes und einige Besatzungsmitglieder bei Angriffen der Borg starben. Dax erhofft sich aus der Lösung des Rätsels, warum die Columbia in wenigen Jahren über 70.000 Lichtjahre weit gereist ist, Hilfe bei der Klärung der Frage, wie es den Borg möglich ist, so große Entfernungen in so kurzer Zeit zurückzulegen. Im Zuge der Untersuchungen des Wracks sterben drei Crewmitglieder der Aventine auf zunächst mysteriöse Weise. Die Aventine verfolgt einen plötzlich per Shuttle flüchtenden Caeliar durch einen Subraumtunnel hindurch bis zum Azurnebel im Beta-Quadranten, in die Nähe eines Supernovarestes. Ein Außenteam findet den einst als Geisel auf die Columbia gekommenen Caeliar auf und erfährt von ihm kurz vor dessen Tod, dass er – lange in dem Wrack lebend – auf der Suche nach überlebenswichtiger Energie war und die Besatzungsmitglieder dabei unbeabsichtigt tötete.
Unterdessen greifen die plötzlich mit mehreren Kuben erschienenen Borg aus für die Föderation bislang unbekannten Gründen überraschend schnell einige Welten der Föderation und der Klingonen an. Dabei löschen die Borg teils die gesamte Bevölkerung von Planeten, Städten und Raumstationen aus, wobei Zehntausende sterben. Die Föderation ist dazu gezwungen, sämtliche Kräfte zur Verteidigung zu mobilisieren, darunter auch Frachtraumschiffe. Zur Verteidigung ihrer Planeten und Raumstationen gehen manche Sternenflottenschiffe teils so weit, dass sie Kamikaze-Angriffe gegen Borg-Kuben fliegen. Auf diese Weise verhindern sie etwa, dass ein Borg-Kubus den klingonischen Planeten Khitomer auslöscht. Die Enterprise-E ist das einzige Raumschiff der Sternenflotte, das mit Transphasentorpedos ausgerüstet ist. Diese sind, abgesehen von den Kamikaze-Flügen, die einzige wirksame Waffe der Sternenflotte zur Zerstörung von Borg-Kuben. Die Sternenflottenführung ist gegen Picards Ansinnen, auch andere Sternenflottenschiffe mit dieser Technik auszustatten, weil sie befürchtet, dass sich die Borg dann daran anpassen könnten. Picard kommt kurz in Kontakt mit einer Borg-Königin, die ihre Absicht verkündet, dass die menschliche Rasse komplett ausgelöscht werden soll. Die Unterlegenheit der Sternenflotte gegenüber den Borg, einhergehend mit dem Tod so vieler Individuen, und die bislang offene Frage nach dem Grund für die plötzlich geänderte Taktik der Borg, stürzen Picard in Verzweiflung. Auf der Enterprise entdeckt man an Wrackteilen mögliche Hinweise auf den Herkunftsort der Borg. Dazu gehört auch der Azurnebel, zu dem die Enterprise umgehend Kurs setzt.
Indes ernennt Föderationspräsidentin Bacco mit Seven of Nine ihre neue stellvertretende Sicherheitsberaterin. Zudem kommt der klingonische Kanzler Martok mit seiner Regierung überein, an der Seite der Föderation gegen die Borg zu kämpfen.
Parallel zu diesen Ereignissen entdeckt man auf der U.S.S. Titan im Beta-Quadranten zufällig einige Triquantenwellen, welche auf Borg-Aktivitäten hinweisen könnten. Am Ausgangsort wenige Lichtjahre entfernt angelangt, entdeckt die Titan eine planetenähnliche Sphäre. Als ein Titan-Außenteam deren Inneres untersucht, trifft es auf einige Caeliar und Captain Hernandez, von denen es auf dem Planeten Neu-Erigol willkommen geheißen wird.
Gewöhnliche Sterbliche
16. bis 24. Jahrhundert Hernandez und ihre menschlichen Begleiter sind als Folge der Supernova in das Jahr 1519 versetzt worden. Sie leben als Gefangene der Caeliar in deren Stadtschiff Axion. Mit der Axion suchen die Caeliar jahrelang einen neuen, passenden Planeten für Axion. Um dabei ihre Existenz und ihr Großes Werk geheim zu halten und den Zeitverlauf nicht zu beeinflussen, wollen sie mit ihrem Stadtschiff Energie einsparen. Hernandez erfährt von den Caeliar, dass der Energieimpuls, den die Caeliar einst aus einer von ihnen beobachteten Galaxie empfingen, von ihrer eigenen Technologie ausging, offenbar vom Stadtschiff Kintana, das noch deutlich weiter als Axion in die Vergangenheit versetzt worden ist.
Die Menschen auf Axion sind gezwungen, sich ihre Zeit zu vertreiben, und langweilen sich teilweise, sodass zwei von ihnen aus Verzweiflung Suizid versuchen. Dabei stirbt die frühere Chefmedizinerin der Columbia und Sidra Valerian, einst Kommunikationsoffizierin, wird schwer verletzt. Hernandez willigt zu Valerians Rettung ein, dass Inyx an ihr eine experimentelle Behandlung durchführt, bei der ihr Catome injiziert werden. Diese scheitert aber, sodass Valerian stirbt.
Axion treibt Jahrzehntelang mit schwacher Energiesignatur langsam durchs All – bis 1574, als die Caeliar einen geeigneten Planeten für Axion gefunden haben. Bei der Landung von Axion auf dem Planeten, den die Caeliar Neu-Erigol nennen, sind Hernandez und ihre frühere erste Offizierin Fletcher mittlerweile ergraut und altersschwach. Nachdem Fletcher eines natürlichen Todes gestorben ist, ist Hernandez die einzige, von der Columbia stammende Person bei den Caeliar. Während die Caeliar ihr Großes Werk fortsetzen und um den Planeten und den nahen Stern eine Hülle bauen, lässt sich Hernandez durch Inyx davon überzeugen, die einst zu Valerians Rettung versuchte Behandlungsart auch bei ihr durchzuführen. Inyx führt die Prozedur bei Hernandez geheim und ohne das Einverständnis seiner Artgenossen durch. Dabei injiziert Inyx ihr Catome – Nanoroboter, die dafür sorgen, dass die Effekte des Alterns bei Hernandez rückgängig gemacht werden, und die danach in ihrem Körper verbleiben. Die Prozedur ist erfolgreich und Hernandez ist wieder jung wie eine 20-Jährige, bleibt aber für immer auf Neu-Erigol gefangen.
Jahrzehnte später lebt Hernandez nach wie vor auf Neu-Erigol, ist aber trotz eines Lebens in ewiger Jugend nicht glücklich, sodass sie zu der Überzeugung gelangt, einen Fluchtversuch zu planen. Für dessen Vorbereitungen lässt sie sich mehrere Jahrhunderte Zeit, wird jedoch von Inyx entdeckt und von dessen Artgenossen unter verschärfte Sicherheit gesetzt. Im Jahr 2168 gedenken Hernandez und die Caeliar ihrer Flucht vor der Supernova, die ihre anderen Ichs in diesem Jahr durchführen.
2381
Als die Enterprise beim Azurnebel angelangt ist, wird sie von Borg-Kuben angegriffen, wobei es zu einem Hüllenbruch kommt und mehrere Besatzungsmitglieder getötet, verstümmelt oder anders verletzt werden. Mit der Hilfe der eintreffenden Aventine kann die Enterprise vor der Zerstörung bewahrt werden. Enterprise und Aventine untersuchen den Nebel und erkennen, dass er etliche Ausgänge von Subraumtunneln enthält, die den Borg als Einfallstor in das Föderationsgebiet dienen könnten. Um die Borg am weiteren Eindringen in Föderationsgebiet zu hindern, wollen Enterprise und Aventine die Tunnelausgänge verminen, jedoch können sie dies aus technischen Gründen nicht verwirklichen. Picard bestellt daraufhin beim Föderationshauptquartier eine Flotte aus Raumschiffen, die eine Expeditionsstreitmacht zur Abwehr der Borg bilden sollen.