Star Trek: Typhon Pact ist eine 8-teilige Roman-Miniserie, die im späten 24. Jahrhundert des fiktiven Star-Trek-Universums spielt. Darin geht es um Konflikte zwischen der Vereinten Föderation der Planeten und ihren Verbündeten einerseits und mit dem Typhon-Pakt andererseits, einer aus sechs Nationen verschiedener Spezies bestehenden Macht, mit der sich die Föderation seit kurzem in einem kalten Krieg befindet. Die Miniserie stellt ein Crossover zwischen den Star-Trek-Romanreihen The Next Generation, Titan und Deep Space Nine dar und ist Teil der nach dem Kinofilm Star Trek: Nemesis stattfindenden, teilweise romanübergreifenden Handlung.

Die Romane erschienen auf Englisch von 2010 bis 2012 bei Pocket Books und auf Deutsch von 2013 bis 2014 bei Cross Cult. Der Teil Kampf ist ein Kurzroman, der nur als E-Book veröffentlicht wurde, wohingegen die anderen sieben Romane einen Umfang von je mehreren Hundert Seiten haben und auch gedruckt erschienen.

Handlung Die Romane spielen hauptsächlich in den Jahren 2381 bis 2383, der Zeit nach der Borg-Invasion, die in Star Trek: Destiny erzählt wurde und in deren Zuge sich der sog. Typhon-Pakt gegründet hatte (Siehe auch: Einzelschicksale). Die Handlung der Romane überschneidet sich teilweise zeitlich.

Nullsummenspiel Dieser Roman stammt von David Mack und spielt im Jahr 2382.

Ein Agent des Typhon-Paktes stiehlt Pläne für den neuartigen Slipstream-Antrieb aus dem Besitz der Sternenflotte. Um zu vermeiden, dass der Typhon-Pakt damit einen prototypischen Slipstream-Antrieb baut und damit gegenüber der Föderation zu viel Macht gewinnt, beauftragt Föderationspräsidentin Bacco den Sternenflottengeheimdienst damit, das Vorhaben des Typhon-Paktes zu verhindern. Der Dienst entsendet dazu Dr. Julian Bashir und Sarina Douglas, die als gentechnisch aufgewertete Menschen über besondere Fähigkeiten verfügen, zu einem verdeckten Einsatz. Getarnt als Breen, lassen sich die beiden durch die U.S.S. Aventine in Breen-Gebiet bringen. Bashir und Douglas begeben sich auf den Breen-Planeten Salavat und versuchen dort, die Schiffswerft zu finden, in der das prototypische Raumschiff mit Slipstream gebaut wird. Dabei erhalten sie Hilfe von Breen-Dissidenten, zudem verlieben sie sich ineinander. Während des Undercover-Einsatzes auf Salavat sind die beiden gezwungen, auch Morde zu begehen. Das Breen-Militär kommt den Infiltratoren bald auf die Spur. Als die beiden in einem als Recycling-Anlage getarnten Gebäudekomplex sind, beginnen die Breen planetenweit nach ihnen zu suchen. Dadurch voneinander getrennt, kommt Douglas in Haft und Bashir gelingt die Flucht an der Außenhülle eines Breen-Raumschiffs. Dieses fliegt zu der gesuchten Schiffswerft, welche sich auf einem Asteroiden im Asteroidengürtel des Alrakis-Systems befindet. Während Douglas andernorts von den Breen verhört und per Neuralknüppel schrecklich gefoltert wird, sabotiert Bashir die Werft und leitet einen Kernbruch ein. Als der Kernbruch erfolgt, werden das prototypische Slipstream-Raumschiff zerstört und der leitende Breen-Ingenieur getötet. Dieser konnte aber zuvor und als Bashir die Daten mit den Entwicklungsplänen vernichtete, von diesen Daten andernorts eine Sicherungskopie speichern. Bashir und Douglas, die sich aus ihrer Haft befreien konnte, kehren wieder auf die Aventine zurück. Bacco streitet offiziell jede Verantwortung der Föderation für die Operation ab.

Feuer Dieser Roman stammt von Michael A. Martin und spielt in den Jahren 2381 und 2382.

Die Kriegerkaste der xenophoben, reptiloiden Spezies Gorn hat durch eine Naturkatastrophe ihr Brutgebiet verloren. Auf der Suche nach einem Ersatzplaneten für das Brutgebiet werden die Gorn auf den Planeten Hranrar im Beta-Quadranten aufmerksam. Diesen will eine Gorn-Flotte unter Führung des Captains Krassr mittels Terraforming nutzbar machen und dabei den Tod von Millionen Bewohnern, den Hranrarii, in Kauf nehmen. Der Gorn S'syrixx ist gegen diesen Plan und sabotiert dazu die in Hranrars Orbit positionierte Plattform Brahma-Shiva, die den Gorn als Mittel für das Terraforming dienen soll. Krassr verurteilt ihn daraufhin zum Tode und lässt ihn, in der Annahme er sei tot, ins All stoßen. Er wird lebend von der U.S.S. Titan geborgen, erhält dort – trotz der Befürchtung der Offiziere, er sei ein Spion – Asyl und wird dazu veranlasst, seine Vorurteile gegenüber den Menschen und der Föderation zu überdenken. Riker und die Titan-Offiziere sind gegen Krassrs Plan und wollen den Genozid verhindern, jedoch ohne die Oberste Direktive zu verletzen. Um im Falle einer Auslöschung der Planetenbewohner möglichst viel Wissen über die Hranrarii für die Nachwelt zu bewahren, begibt sich ein Außenteam der Titan auf den Planeten, getarnt als Einheimische. Während sich die Titan vor den Gorn versteckt und die Gorn daran arbeiten, die sabotierte Plattform einsatzbereit zu machen, nähert sich eine Raumschiffflotte des Typhon-Paktes dem Planeten. Es stellt sich heraus, dass S'syrixx gegen die Zerstörung der Plattform ist, weil er darauf eine intelligente, als Gott verehrte Lebensform vermutet. Zudem will er im Gegensatz zu Krassr, der die bisherige Kriegerkaste mit ihren aktuellen Eigenschaften fortbestehen lassen will, eine weiter entwickelte, intelligentere Kriegerkaste schaffen. Es kommt zum Kampf zwischen einem mit S'syrixx verbündeten Gorn-Raumschiff, das die Plattform erhalten will, und Krassrs Flotte, die sie benutzen will. Dabei wird die Plattform zerstört. Die Titan vermittelt zwischen den Gorn und den Hranrarii und erreicht eine Chance, der zufolge die Gorn den Planeten ohne Terraforming, aber mit geringfügigen Veränderungen an ihrem Genom als Brutplatz nutzen dürfen. Die Titan flüchtet vor der eintreffenden Flotte des Typhon-Paktes.

Bestien Dieser Roman stammt von David R. George III., beginnt noch während der Borg-Invasion 2381 und endet kurz nach Beginn des Jahres 2382.

Einige Wochen nach dem Ende der Borg-Invasion in das Föderationsgebiet lässt sich Benjamin Sisko als Captain über die U.S.S. Robinson einsetzen, mit der er entlang der romulanischen Grenze patrouilliert. Sisko hatte zuvor im Kampf seinen Kollegen Elias Vaughn schwer verletzt verloren, außerdem ist kürzlich sein Vater gestorben. Sisko sieht sich deshalb von den Propheten verlassen und bricht die Beziehung zu seiner Frau Kassidy ab, schließlich beantragt er die Scheidung von ihr.

Im Untergrund der romulanischen Hauptstadt Ki Baratan, wo Spock seine Bemühungen zur Wiedervereinigung zwischen Romulanern und Vulkaniern voranzutreiben hofft, verübt ein Remaner ein Mordattentat auf ihn, wobei Spock schwer verletzt wird. Der Remaner stirbt durch ein Giftpflaster auf seiner Haut, sein Motiv für das Attentat bleibt unklar. Als Spock den toten Remaner beim romulanischen Sicherheitspersonal abgeben will, wird er wegen unerlaubten Aufenthalts verhaftet. Praetorin Tal Aura scheint seine Wiedervereinigungsbemühungen zu unterstützen, lässt ihn frei und stattet ihn mit einem Besuchervisum aus. In mehreren öffentlichen Reden wirbt er um sein Vorhaben. Vor allem dadurch kommen viele Romulaner zu der Meinung, dass eine Wiedervereinigung beider romulanischer Staaten nötig sei. Spock hegt den Verdacht, dass sein Attentäter womöglich durch Donatra beauftragt wurde, und lässt über Mittelsmänner die Föderationsführung darüber informieren. Bacco beauftragt daraufhin Sisko damit, auf Achernar Prime diesbezüglich Informationen zu sammeln. Sisko versteht Donatra so, dass sie sich keiner Schuld bewusst ist. Spock ist sich sicher, dass für die zahlreichen Demonstrationen, die von Bürgern in beiden romulanischen Staaten für die Wiedervereinigung beider Staaten abgehalten werden, insgeheim Tal Aura verantwortlich ist. Donatra begibt sich daraufhin auf eigenen Wunsch zu einem Gipfeltreffen mit Tal Aura auf Romulus. Jedoch lässt Tal Aura Donatra verhaften, weil sie für den Mordversuch an Spock verantwortlich sei. Während Donatra inhaftiert ist, begeht sie voller Verzweiflung Suizid. Der bislang von ihr geleitete imperiale romulanische Staat wird in Tal Auras romulanisches Sternenimperium integriert. Tal Aura, die ihren lange ersonnenen Geheimplan erfüllt sieht, lässt durch Sela den ihr missliebigen Leiter des Geheimdienstes Tal Shiar ermorden, woraufhin Sela neue Leiterin des Tal Shiar wird. Eines Tages findet man Tal Aura tot auf, gestorben an einer Virusinfektion. Diese wurde ihr insgeheim durch Alizome Tor Fel-A beigebracht, einer Spezialagentin des Tzenkethi-Autarchs Korzenten. Alizome hatte mit diesem und einem weiteren Mord sowie, indem sie sich als romulanische Handelsministerin ausgab, dafür gesorgt, dass die Romulanerin Kamemor neuer Praetor wird, über die sich Alizome sicher ist, dass sie – im Gegensatz zu Tal Aura – nicht die Kontrolle über den Typhon-Pakt anstrebt. Mit Alizomes Einsatz hat Korzenten seinen Wunsch erreicht, dass die beiden romulanischen Staaten geeint werden und somit die Gefahr gesenkt wird, dass der Typhon-Pakt durch einen möglichen Krieg zwischen beiden Staaten geschwächt wird.

Zwietracht Dieser Roman stammt von Dayton Ward und spielt 2382, ein Jahr nach Ende der Borg-Invasion. Er greift den Handlungsstrang um die Andorianer wieder auf, der zuletzt in der literarischen Fortsetzung von Deep Space Nine thematisiert worden war.

Der Föderationsplanet Andor wurde beim Angriff der Borg schwer getroffen. Ein Großteil der Regierungsmitglieder ist gestorben, neue Regierungschefin wurde die politisch unerfahrene und föderationsfreundliche Iravothra sh’Thalis. Das Problem, dass sich die Andorianer nicht genügend fortpflanzen, konnte trotz intensiver Forschung noch nicht gelöst werden und droht nach wie vor die Spezies aussterben zu lassen. Unter manchen Andorianern herrscht Unmut darüber, dass sich die Föderation nicht genügend um sie kümmert, und über die von der Föderation unterstützten Forschungen, bei denen einige andorianische Probanden starben. Es gibt Gruppierungen wie die Treishya, die die Bemühungen der Föderation, den Andorianern bei ihrem Fortpflanzungsproblem zu helfen, mit Argwohn betrachten und darin einen unberechtigten Eingriff in ihre kulturelle Identität sehen. Picard und die Enterprise-E werden durch Bacco zu einer diplomatischen Mission nach Andor entsandt, um die Hilfsbereitschaft der Föderation zu demonstrieren. Die Crew der Enterprise hilft bei Wiederaufbaumaßnahmen und bei den Sicherheitsvorkehrungen für eine vielbeachtete Konferenz, in der es um den Forschungsstand bzgl. des Fortpflanzungsproblems geht.

Unter der Leitung des Andorianers Eklanir th’Gahryn führt die Treishya nach Ankunft der Enterprise-Crew auf Andor verschiedene Anschläge und Angriffe durch, die ihm zur Sondierung der Sicherheitslage dienen. Dazu gehören ein Bombenanschlag auf das Konferenzgebäude und ein bewaffneter Angriff auf einen Höhlenkomplex, in dem sich gerade Picard aufhält. Nach den Angriffen weigert sich sh’Thalis, den Forderungen der Treishya stattzugeben und die Konferenz auf Picards Vorschlag hin auf die Enterprise zu verlegen. Nach Beginn der Konferenz stören bewaffnete Treishya-Mitglieder die Versammlung, trotz des Eingreifens der Sternenflottencrew sterben dabei vier Zivilisten.

Die andorianische Professorin zh’Thiin, die die Forschung zur Überwindung des Fortpflanzungsproblems leitet, plant im Wesentlichen eine Resequenzierung der andorianischen DNS. Für ihre Forschung hat sie, wie die Föderation erst jetzt durch die Tholianer erfährt, Hilfe aus einer anonymen Quelle angenommen, bei der es sich um die Tholianer handelt. Die Tholianer, die mit einem Raumschiff bei Andor erscheinen, enthüllen, dass sie der Professorin Informationen über das Meta-Genom der längst ausgestorbenen, mit den Tholianern verwandten Spezies Shedai zur Verfügung gestellt haben. Da die Informationen von der Föderation jahrelang streng geheim gehalten wurden, fühlt sich Bacco nun bloßgestellt und brüskiert.